Nach der ersten Staffel im letzten Winter und der DVD zur Sendung folgt ab heute die zweite Staffel von Stuart Pigotts Weinwunder Deutschland mit sechs neuen Folgen, die jeweils Samstags um 15.30 Uhr im BR übertragen werden.
Deutscher Schaumwein – Edelperlen oder Kellergeister? Wagner-Stempel (Rheinhessen), Volker Raumland (Rheinhessen), Kirsten (Mosel) und Fritz Müller (Rheinhessen), Samstag, 11. Februar 2012, 15.30 Uhr im BR.
Ingesamt eine Klasse Serie für Weinfreunde. Der BR sollte allerdings mal die Biografie von Stuart Pigott aktualisieren:
“Anschließend hat er sich für ein Jahr zehn Zeilen Müller-Thurgau-Reben in supersteiler Lage geliehen – das Ergebnis steht noch aus.”
Da steht nichts mehr aus. Pigotts im fränkischen Winzerhof Stahl produzierter Müller-Thurgau wurde schon in der letztjährigen Staffel vorgestellt, ich habe ihn selbst schon mehrfach probiert und bei der geringen Menge dürfte er mittlerweile fast ausgetrunken sein.
Mit einer spannenden Blindverkostung im Frankfurter Luxushotel Villa Kennedy warb die französische Castel-Gruppe für ihr noch wenig bekanntes Deutschland-Geschäft. Das 1949 von neun Geschwistern in Bordeaux gegründete Familienunternehmen Castel ist heute größter Weinproduzent Frankreichs und mit 2400 Beschäftigten einer der größten Weinkonzerne der Welt. Der 85-jährige Pierre Jesus Sebastian Castel war vor 60 Jahren einer der Mitgründer und steht noch heute als Präsident an der Spitze des Konzerns. 2011 werden von Castel mit 640 Millionen produzierten Flaschen in 130 Ländern insgesamt 1,4 Milliarden Euro umgesetzt. Castel produziert mit Roche Mazet auch den mit 27 Millionen Flaschen pro Jahr meistverkauften Markenwein Frankreichs. Ein Castel-Tochterunternehmen betreibt über 500 Weinhandlungen in fünf Ländern. Neben Wein betreibt die Castel-Gruppe 41 Brauereien in 20 afrikanischen Ländern und ist auch einer der größten Coca-Cola-Abfüller Afrikas.
Flaggschiff der Castel-Weinsparte sind die Châteaux & Domaines Castel, die mit 120 Mitarbeitern in 21 französischen Weingütern rund sechs Millionen Flaschen im Jahr produzieren. Man trägt zwar nur 2 % zum Umsatz der Konzern-Weinsparte bei, hat aber einige klangvolle Namen in seinen Reihen. 1957 hat Pierre Castel mit Château de Goëlane sein erstes Weingut im Bordelais gekauft, mittlerweile sind 17 Bordeaux-Weingüter im Besitz der Châteaux & Domaines Castel. Das beste und bekannteste ist Château Beychevelle (4er Grand Cru Classe in Saint-Julien), bei dem Castel im letzten Jahr zu 50 % eingestiegen ist (den Rest hält noch die japanische Suntory-Gruppe aber Castel will das Weingut künftig komplett übernehmen). Die Châteaux & Domaines Castel bewirtschaften 1400 Hektar Weinberge in Frankreich (davon 800 im Bordeaux-Gebiet, womit man größter privater Besitzer der Region ist) und weitere 1600 Hektar verteilt auf 17 Weingüter in Marokko, Tunesien und Äthiopien.
Nach dem wichtigsten Absatzmarkt Frankreich steht China an zweiter Stelle. Deutschland liegt mit bisher durchschnittlich 100.000 abgesetzten Flaschen deutlich weiter hinten in der Statistik. In manchen Jahren kommen weitere 100.000 Flaschen hinzu, immer wenn Castel eine Ausschreibung der Lufthansa gewinnt.
Nach der Präsentation der Geschäftsfelder und der Organisation der Châteaux und Domaines Castel ging es an die Verkostung dieser schick verpackten Flaschen: 16 Bordeaux-Weine, etwa je zur Hälfte von den Châteaux & Domaines Castel und von anderen bekannten Weingütern standen zur Blindverkostung in der Villa Kennedy an.
Die roten Bordeaux der Blindverkostung nach der Auflösung. Die Weine der Châteaux & Domaines Castel brauchen sich in ihren Preisklassen zwischen 10 und 30 Euro qualitativ nicht zu verstecken. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren große Summen investiert, um die Qualität seiner Weine zu steigern und hat aktuell einige der besten Önologen der Bordeaux-Region als Berater engagiert. Drei Beispiele: Eric Boissenot (berät Lafite, Latour, Margaux, Mouton und rund 150 weitere), Oliver Dauga (war technischer Direktor bei Sociando-Mallet, La Tour Carnet und Rollan de By) und Hubert de Boüard (leitet seit 1977 Château l’Angélus). (weiterlesen…)
Nach der Heymann-Löwenstein-Probe im Frühjahr hat die Bonner Weinrunde hat eine weitere große Vertikale eines deutschen Spitzenweinguts organisiert. Das Weingut Hermann Dönnhoff aus Oberhausen an der Nahe zählt seit langem zu den berühmtesten Weingütern Deutschlands und hat auch im Ausland (vor allem in den USA) Kultstatus erreicht. Seniorchef Helmut Dönnhoff hat in den letzten 20 Jahren so ziemlich jede wichtige Auszeichnung der deutschsprachigen Weinwelt erhalten, war beispielsweise Winzer des Jahres (1999) des GaultMillau WeinGuide. Junior Cornelius Dönnhoff, der nun seit rund zwei Jahren Verantwortung im Keller trägt, scheint diese Erfolgsgeschichte nahtlos fortzusetzen. Gerade erst wurde das Weingut vom Weinführer Eichelmann für die beste Weißweinkollektion Deutschlands im Jahrgang 2010 ausgezeichnet und das Große Gewächs 2010 aus der Hermannshöhle gewann unter 360 teilnehmenden Weinen den ersten Platz beim Riesling-Cup der Zeitschrift Der Feinschmecker.
Bei unserer Verkostung hatten wir 21 Rieslinge aus Dönnhoffs Spitzenlage Niederhäuser Hermannshöhle. Die Jahrgänge 2000 bis 2009 der trockenen Spitzenweine des Weinguts (bis zum Jahrgang 2002 als Spätlese trocken und ab 2003 als Großes Gewächs) und die gleichen zehn Jahrgänge der fruchtigen Spätlesen. Zum Abschluss gab es dann die wunderbar gereifte 1993er Riesling Auslese aus der Hermannshöhle.
Die Großen Gewächse wurden vor der Verkostung dekantiert, die reiferen einmal zwei Stunden, die jüngeren zweimal für zwei Stunden. Die 2000er Spätlese trocken wurde als einziger Wein nicht dekantiert. Die trockenen Weine wurden in der unten aufgelisteten Reihenfolge blind verkostet, die fruchtigen Spätlesen offen in der Reihenfolge von alt nach jung. Zwei Weine hatten Kork (GG 2004 und Spätlese 2001) aber der Gastgeber der Verkostung hatte zum Glück von beiden Weinen eine fehlerfreie Konterflasche im Keller, die am Ende der jeweiligen Serie verkostet wurden (das 2004er GG war also ca. eine halbe Stunde im Dekanter).
Weine aus Niederhausen sind seit dem 16. Jahrhundert für ihre hohe Qualität bekannt. Seit 1901 hat man schwarz auf weiß, dass die 8,5 ha große Hermannshöhle die höchstbewertete Weinbergslage der Nahe ist. Nachlesen kann man das in der vom damaligen Regierungspräsidenten des preußischen Regierungsbezirks Coblenz, Joseph Anton Friedrich August Freiherr von Hövel (1842 bis 1919) im Jahre 1899 in Auftrag gegebenen und 1901 veröffentlichten Klassifikation der Weinbergslagen im Regierungsbezirk Coblenz, die sich heute im Besitz des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz in Koblenz befindet.
Hermann, die erste Hälfte des Lagennamens geht unstreitig auf Hermes, den römischen Schutzgott der Boten und Reisenden zurück und ist wahrscheinlich ein Hinweis auf eine alte Kultstätte. Für die zweite Namenhälfte Höhle sind zwei Erklärungen im Umlauf: zum einen ein kleiner Bergwerksstollen im Mittelteil des Berges in dem früher Pulver für den Kupferbergbau gelagert wurde und zum anderen Hedda, die althochdeutsche Bezeichnung für Hanglage.
Die recht steile Südlage liegt direkt an der Nahe in einer Höhe von 130 – 175 m über NN. Die Böden sind größtenteils aus verwittertem schwarzgrauem Schiefer, stark vermischt mit vulkanischem Eruptivgestein, Porphyrverwitterung, Melaphyrverwitterung und Kalkstein. Feuerstein dürfte an einigen Stellen auch üppig vorhanden sein, so deutlich wie Feuersteinnoten in vielen Weinen aus der Hermannshöhle zu riechen sind.
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Spätlese trocken 2000
Wunderbare süße Zitrusfrüchte, dabei vor allem Mandarine, etwas Grapefruit, Karamell, leichte Reifetöne in der Nase, etwas salzig, minimal Botrytis, Kräuter (am präzisesten Anis), wirkt in der Nase süßlich, im Mund richtig trocken, stabile Säure, etwas herb am Ende. Die Runde gibt (84-88P), ich 87P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Spätlese trocken 2001
Am Anfang etwas Klebstoff, malzig, Botrytis, cremig, Mandarine, helle (herbe) Grapefruit, Zitrone, salzig, kalkige Mineralität, intensiver als der 2000er, leichte Pilznote, am Ende sehr herb, fast bitter. Die Runde tippt durch die intensiven Botrytisnoten/-Probleme auf Jahrgang 2006 liegt aber falsch. (84-87) 86P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Spätlese trocken 2002
In der Nase deutlich Feuerstein, rauchige Mineralität, Zitrone, Grapefruit, Ananas, diverse Kräuter. (88-91) 90P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Großes Gewächs 2008
Anis, Grapefruit, weißer Pfeffer, puristisch, elegant, trotzdem kraftvoll, komplexe frucht, sehr fein, Orangen (v.a. Orangenzesten), Grapefruit, feine Säure, lang, cremig, intensive Würze, am Ende Chilischärfe im Mund. (89-92+) 91P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Großes Gewächs 2007
Feuerstein, rauchige Mineralik, opulente Frucht, Mirabelle, Reineclaude, Curry, Kurkuma, leichte Extraktsüße, sehr kraftvoll, Säure perfekt eingebunden, Wein für Drucktrinker, ätherische Noten, wieder Chilischärfe am Ende. (90-93+) 92+P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Großes Gewächs 2009
Extrem mineralisch, man meint man leckt am Stein, in der Nase Cavaillon-Melone, grüne Banane, puristisch, feingliedrig, trotzdem viel Druck, Säure noch nicht richtig eingebunden, zur Zeit eine Rampensau, unglaubliches Potential. (91-95) 93+P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Großes Gewächs 2005
In der Nase wieder deutlich Feuerstein, die Mineralik weniger rauchig als in anderen Jahren, weißer Pfeffer, leicht malzig, reifer Apfel, leicht parfümiert, weißes Nougat, Haselnusskrokant, Sahneduft, reif, sehr rund, jetzt auf dem Höhepunkt. (91-95) 93P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Großes Gewächs 2004
Erste Flasche Kork. Konterflasche: Chilischärfe, Pfirsich in der Nase, Maracuja, Mirabelle, gelbe Früchte, Apfel, rosa Grapefruit, herbe Noten, salzig, sehr stringent, dunkle ölige Schiefernoten, würzig. (91-92) 92P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Großes Gewächs 2003
Sehr verhalten am Anfang, Frucht zurückhaltend, Karamell, Feuerstein, Nougat, Griebenschmalz, leicht gereift, gefällige cremige Textur, schönes Säurespiel am Gaumen, steinig, salzig. (90-94) 93P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Großes Gewächs 2006
Enorm intensive Frucht, rote Früchte, weißer Pfeffer, grüne Paprika, grüne Bananen, Jod am Anfang, Karamell, im Antrunk malzig, dann explodieren Frucht und Säure, ein Feuerwerk, groß, sehr salzige Textur, steinig, tänzelnd, herb am Ende. (93-96) 95P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese 2000
Getrocknete Feigen und Aprikosen, kühle Mineralik, Leder, Kokos, Creme Brûlée, Karamell, Nougat, Honig, nicht mehr besonders süß, harmonisch aber leider auch recht kurz. Von der Runde (83-89), von mir 88P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese 2001
Erste Flasche Kork. Konterflasche: Leichte Firne, kühl ätherisch, Pfirsich, Trockenfrüchte, Anfangs Tee, mit Luft intensiver, wunderbar harmonisch. (90-95) 95P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese 2003
Weißer Pfirsich, Mirabelle, grüner Tee, Vanillecreme, Orangenschalen, Obstsalat, hohe Restsüße aber nicht pappig, könnte etwas mehr Säure haben, kühl, ätherisch. (86-94) 91P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese 2004
Herbe Noten, schönes Süße-Säurespiel, Pumpernickel, Tee in der Nase, Orangenzesten, mürber Apfel, Karamell. (89-91) 91P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese 2005
Kühle Mineralität, Apfelmus (grüner Apfel und Boskop zerdrückt), getrocknete Früchte (Feige), Maracuja, schönes Frucht-Säurespiel, grobere Säure, breitschultrig aber noch verschlossen, herbe Noten. (89-90+) 90P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese 2006
Zitronensäure im Mund, Grapefruit, Bitterton, unharmonisch, stark botrytislastig, Chilischärfe. (84-89+) 89+P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese 2007
Mit 9,5% Vol. höherer Alkohol als in den anderen Jahren (meist 8%), Maracuja, tropische Früchte, kühle Mineralik, ätherische Noten, toller Mix zwischen Cremigkeit und Säure, leicht herb, sehr jung, süße Kräutermischung, Wild Thing! (89-93++) 92P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese 2008
Aprikose, Pfirsich, Wiesenkräuter, Salzstangen, sehr jugendlich, stringente Mineralität, schönes Spiel zwischen Pfirsichsäure und Süße, knackige Säure, braucht Zeit. (90+-93) 92+P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Spätlese 2009
Zitrus, cremig, hefig in der Nase, Apfelkuchen, Maracuja, Steinobst, würzig mineralisch, Kapstachelbeere (Physalis), tolle Fruchtsüße, perfekte Säure. (92+-94+) 94P
Hermann Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Auslese 1993
Goldgelb, wunderbar gereift, kandierte Früchte, wunderbares Süße-Säurespiel, großer Stoff für Süßweinfans. 95P
Für Reisen entlang der Loire gibt es klassischerweise nur zwei Alternativen. Entweder - wie auf dem Foto oben in Saumur zu sehen - mit dem Hausboot oder per Fahrrad. Da die meisten spannenden Loire-Weingüter nicht gleich am Fluss, sondern auf den Hügeln der näheren Umgebung verteilt liegen, ging es auf dem Fahrrad eine Woche lang den Fluss hinunter. Das Radwegenetz entlang der Loire ist bereits nahezu perfekt ausgebaut, letzte Lücken werden gerade geschlossen.
Die ganze Woche mit mir unterwegs war Christophe Marzais, der sympathische Inhaber von Detours de Loire. Sein Unternehmen verleiht mehr als 400 Fahrräder über diverse Niederlassungen entlang der Loire, hier die in der Nähe des Bahnhof Tours.
Man hat hier aber auch diverse Transporter zu Verfügung um beispielsweise bei einer kürzeren Loirereise weniger spannende Streckenabschnitte zu überspringen oder wie bei uns, Abstecher zu teilweise weit abseits des Flusses gelegenen Weingütern zu machen. Auch unser Gepäck wurde so von Hotel zu Hotel befördert.
Da ich nicht zur Erholung hier war, standen meist vier Weingutsbesuche pro Tag auf dem Programm und ca. 40 bis 45 Kilometer waren auf dem Fahrrad zurückzulegen. So konnte ich zumindest einen Teil der vielen wunderbaren Menüs dieser Reise wieder abtrainieren.
Da es für Mitte Oktober noch erstaunlich warm war und wir auf dem Fahrrad keinen einzigen Tropfen Regen abbekommen haben, konnten wir mit angenehm leichter Kleidung unterwegs sein. Hier ging es gerade wieder zurück aufs Fahrrad nach der Besichtigung und Verkostung bei der Domaine Jean‐Michel Gautier in der AOC Vouvray. Von links: Christophe Marzais von Detours de Loire, Jean‐Marc Gilet von der AOC Vouvray Domaine de la Rouletière (dessen Weine wir hier auch probierten), Benoît Gautier der Inhaber der Domaine Jean‐Michel Gautier und der Autor dieser Zeilen.
Die Anzahl der Sehenswürdigkeiten entlang unserer Reiseroute ist schier endlos. Ein berühmtes Schloss nach dem anderen, diverse weitere gut erhaltene historische Bauwerke, die vielen Weingüter und alles in wunderschönen Landschaften. Ein Paradies auch für Fotofreunde. Ich habe von einer Woche an der Loire 1.300 Fotos mit nach Hause, die unscharfen oder doppelten waren da schon gelöscht.
Beim Anblick von Brücken wie dieser in Saumur wird schnell klar, dass es auf der Loire keine großen Fracht oder Passagierschiffe gibt. Meist sieht man nur Angel- oder Hausboote, einzig ein paar sehr flache Hotelschiffe schaffen es sonst noch unter solchen Brücken hindurch.
Auch etwas abseits des Flusses waren wir immer wieder durch traumhaft schöne Landschaften unterwegs. Häufig waren auch schöne Pferde zu sehen. Die Gegend ist neben dem Wein und den Schlössern auch für ihre hochklassige Pferdezucht bekannt.
Ein ganz anderes Kaliber von Pferd ist Taga, die am Wochenende schon mal allein einen großen Planwagen mit Picknick-Gesellschaften zieht und die Woche über als Arbeitspferd (z.B. mit Pflug) im ebenso kleinen wie feinen Bioweingut Domaine les Loges de la Folie im Einsatz ist. In diesem Weingut spürt man, dass Bio hier keine Marketingmasche sondern eine Haltung und Lebenseinstellung ist.
Bei Champalou kann man sehr schön sehen, wie es unter den meisten Loire-Weinbergen aussieht. Die Reben wachsen auf der an der Loire typischen, mehrere Metern dicken Tuffsteinschicht. Direkt darunter befinden sich die in den Tuffstein gegrabenen Kelleranlagen des Weinguts Champalou. Champalou gehört für mich zu den Entdeckungen der Reise. Die komplette Kollektion vom Cremant über den trockenen Vouvray bis zu den Edelsüßen Spitzen bietet hohe Qualität zu sehr fairen Preisen.
Da das Ganze ja eine Weinreise war, hieß es 16 mal: “Ab in den Keller zur Besichtigung!”
Natürlich wiederholte sich dabei vieles aber es gab tatsächlich bei jedem Weingut das ein oder andere ungewöhnliche und neue zu entdecken.
Einer der größten Kelleranlagen meiner Reise war die von Blanc-Foussy. Hier wurde in nicht für die Produktion benötigten Teilen des Kellers ein spannendes Museum eingerichtet, in dem am Originalort gezeigt wird, wie und mit welchen Techniken die Tuffsteinblöcke für den Schlösserbau vorsichtig aus dem Fels herausgelöst wurden, wie die Keller dann lange der Seidenraupenzucht dienten und wie dann wieder etwas später Champignons angebaut wurden.
Es folgt der Blick in eine der kilometerlangen Galerien (Gänge) im Keller von Monmousseau. Auf drei Etagen stehen hier insgesamt 15 Kilometer als Lagerraum zu Verfügung.
Etwa ein Drittel davon wird derzeit als Lagerfläche genutzt. Angelegt wurden viele diese Keller nicht als Weinlager sondern sie sind Überbleibsel der Zeit, als Tuffsteinblöcke aus den Felsen geschlagen wurden um damit Schlösser und andere Gebäude zu bauen.
Die Galerien von Monmousseau sind nicht nur unglaublich lang, die Flaschenlager sind auch ganz schön tief. Wer auf dem Bild zuvor glaubte, es sei nur eine schöne Front aufgebaut worden, sieht hier, wie weit das Lager vom Weg in den Berg hineinreicht. Allein in diesem Raum reifen rund 15.000 mit Kronenkorken verschlossene Cremant-Flaschen. An den Rändern sieht man, wie die Unebenheiten der Wände mit Holzlatten ausgeglichen werden um das Flaschenlager zu stabilisieren.
Mein Zuhause für die ersten beiden Nächte war das wunderschöne Hotel Les Hautes Roches in Rochecorbon, in der Mitte zwischen Tours und Vouvray und direkt an der Loire gelegen.
Im Hauptgebäude des Hotels Les Hautes Roches findet sich nur das zum Hotel gehörende Restaurant, Tagungsräume und die Administration. Die meisten Gästezimmer und Suiten liegen neben dem Gebäude mitten im Fels. Das ist weltweit einzigartig. (weiterlesen…)
Zum zweiten Mal stellt der VDP bei einer großen Veranstaltung die klassisch zartfruchtigen Riesling Spätlese und Kabinettweine in den Mittelpunkt. Die im letzten Jahr erstmals durchgeführte Veranstaltung war ein voller Erfolg und wird daher dieses Jahr wiederholt.
Am Sonntag, dem 20.11.2011 stehen im Foyer der Oper Köln 136 Riesling Spätlese und Kabinettweine von 2010 bis 1976 zu Verkostung an. Präsentiert werden sie von 38 teilnehmenden VDP-Weingütern von Mittelrhein, Mosel, Nahe, Rheingau und Rheinhessen, darunter viele Stars dieses Weinstils wie Joh. Jos. Prüm, Egon Müller, Ziliken, Haart, Dönnhoff, Emerich-Schönleber, Weil sowie die Schlossgüter Diel, Johannisberg und Lieser. Es wird die Gelegenheit geben, neben den aktuellen fruchtigen Kollektionen einige längst ausverkaufte Raritäten zu verkosten, beispielsweise die 1994er Scharzhofberger Spätlese von Egon Müller und die 1981er Bernkasteler Doctor Riesling Spätlese von Wegeler. Diese seltene Gelegenheit, große reife Spätlesen zu probieren, sollte sich kein Weinfreund entgehen lassen.
Renaissance der Spätlese, Sonntag, 20.11.2011 Presse & Fachbesucher: 14 bis 18 Uhr, Eintritt frei Jedermann: 15.30 bis 18 Uhr, 20 Euro
Foyer der Oper Köln, Offenbachplatz 1, 50667 Köln Anmeldung: E-Mail an vdp@vdp.de
Zum Vorgeschmack ein Überblick über die gereiften Weine, diesmal in Köln präsentiert werden:
Freunde von Weinkaiser.de starten am 19. November ihre neue Weinparty-Serie der Extraklasse in einer der schönsten Locations hoch oben über München mit einem Star-DJ und einigen der spannendsten Weingüter aus Deutschland und Österreich.
Wer? DJ Rainer Trüby (Trüby Trio) + 20 echte Winzer und deren Weine
Theresa Breuer - Weingut Georg Breuer – Rheingau Dirk Würtz - Weingut Balthasar Ress – Rheingau Fritz Müller-Fraktion - Fritz Müller Perlwein – Rheinhessen Johannes Hasselbach - Weingut Gunderloch – Rheinhessen Johannes Thörle - Weingut Thörle – Rheinhessen Flo Busch - Weingut Clemens Busch – Mosel Max von Kunow - Weingut von Hövel – Saar Melanie Stumpf - Weingut Bickel-Stumpf – Franken Benedikt Baltes – Weingut Stadt Klingenberg – Franken Paul Weltner - Weingut Weltner – Franken Georg Rumpf - Weingut Kruger-Rumpf – Nahe Markus Hinterbichler - Weingut Hinterbichler – Pfalz Sebastian Winterling - Wein- & Sektgut Winterling – Pfalz Alexander Ultes - Weingut Kiefer – Baden Hannes Sabathi - Weingut Sabathi – Südsteiermark Alwin Jurtschitsch & Steff Hasselbach - Weingut Jurtschitsch – Kamptal Dorli Muhr - Weingut Muhr-van-der-Niepoort – Carnuntum Christoph Wachter - Weingut Wachter-Wiesler – Burgenland Christian Tschida - Weingut Tschida (Illmitz) – Burgenland Lorenza & Rosario Camilleri - Castello di Ama (Chianti) – Toskana
Wer noch? Special Guest Finkus Bripp vonWineontherocks.tv
+ Spitzen-Glaskultur von ZALTO. Handgemacht.
+ SELTERS – das perfekte Wasser zum Wein.
+ Echt. Absacker-Bier von der fränkischen Traditionsbrauerei RITTMAYER.
+ Fein. Design Pur von den medienagenten.
Gute Stimmung auch noch zu später Stunde am Abend der Eröffnungsfeier der GAVino Weinbar und Vinothek in der Koblenzer Altstadt. Am ersten Abend waren neben diversen Winzern, Sommeliers, Geschäftspartnern und Freunden auch gleich eine Menge normaler Gäste vorbei gekommen und alle schienen ihren Spaß zu haben. Der ungewöhnliche Name des Lokals geht übrigens auf den Eigentümer der GAVino GmbH zurück. GAVino ist die Weinsparte der GAV GmbH, einem großen Hersteller von Schachtabdeckungen und weiteren Stahlwaren, der seinen Sitz unweit von Koblenz hat.
GAVino Geschäftsführer Marco Pusceddu leitet die gesamte Weinsparte der GAV-Firmengruppe. Vorher war der Geisenheim-Absolvent u.a. zweieinhalb Jahre Betriebsleiter der Cantina Pizio in Cassine (Piemont). Dort hat er das Weingut aufgebaut (incl. Neubau eines Kellereigebäudes), den gesamten Betrieb (insbesondere den technischen Bereich) neugestaltet und die Weine (Brachetto d’Acqui und Barbera d’Asti) gemacht. Sein praktisches Semester machte er im Weingut Heymann-Löwenstein. Er weiß also sowohl wie man Wein macht als auch, wie man seine Aktivitäten vernünftig vermarktet.
Zur GAVino-Weinsparte gehört zum Beispiel das mittlerweile recht bekannte Unternehmen Mosel-Wine-Merchants, das jedes Jahr unzählige Paletten feinster Moselrieslinge in die USA exportiert. Für die Aktivitäten der Mosel-Wine-Merchants in Deutschland ist Marco Pusceddu selbst verantwortlich, in New York kümmert sich Dan Melia um die Abwicklung.
Weitere Geschäftsfelder sind der GAVino Weinhandel der bisher vor allem Gastronomie in der Moselregion beliefert (nun kam die Vinothek hinzu und in Kürze startet ein Onlineshop für jederman) und Beteiligungen an Weingütern wie Enderle-Moll in Münchweiher. Dazu kommt noch ein eigener Weinberg der GAV-Inhaberfamilie am Mittelrhein, den auch Marco Pusceddu betreut (den Ausbau der Weine hat Gernot Kollmann von Immich-Batterieberg übernommen).
Das GAVino-Team mit Rudi Staiger, dem Koch des historischen Weinkellers Koblenz, der sich gleich unter der GAVino-Weinbar befindet und aus dessen Küche auch die leckeren Kleinigkeiten der GAVino-Karte kommen.
GAVino-Sommelier Jan Wilhelm Buhrmann stellt die Editionsweine des rheinhessischen Jungwinzers Holger Götz (rechts) vor. Zu sehen in Kürze in einem Internet-Video. Jan war früher unter anderem Sommelier in Spitzenrestaurant Ente im Nassauer Hof Wiesbaden und er gilt als einer der 3-4 besten Sherryexperten im Deutschen Sprachraum. Die Weine h1 bis h3 (ein Grauburgunder, ein Weißburgunder und ein Spätburgunder) gibt es leider nur in Auflagen von 900-1000 Flaschen. Alle drei sind gut gelungen, an diesem Abend hat mir der Weißburgunder am besten gefallen. Der Pinot dürfte im Laufe der Zeit noch zulegen, falls nicht schon alles ausgetrunken ist, bis es soweit ist.
Ein weiterer Jungwinzer an diesem Abend war Patrick Uccelli von der Tenuta Ansitz Dornach in Südtirol. Er arbeitet konsequent biodynamisch und beliefert mit den Mengen, die er noch nicht unter eigenem Namen vermarkten kann, das berühmte Weingut Alois Lageder, das seine hohe Nachfrage nach biodynamisch erzeugten Weinen nicht mehr ohne Zukauf abdecken kann. Patrick Uccellis eigene Weine vertreibt GAVino in Deutschland exklusiv. Seinen recht konzentrierten Weißburgunder habe ich an diesem Abend mit probiert. Guter Stoff. Wie auch die anderen an diesem Abend anwesenden Jungwinzer (Matthias Knebel, Holger Götz, Ulrich Fuchs vom Weingut Leo Fuchs) hat auch Patrick Uccelli gemeinsam mit Marco Pusceddu in Geisenheim studiert.
Neben den Weinen von Patrick Uccellis hat GAVino in Deutschland auch die Weine von Tiziano Cobelli aus der Tenuta Cobelli (Trentino), die Tenuta La Ghiaia und die Tenuta Primaterra von Walter de Battè (beide Ligurien) exklusiv
Ein Blick in den hinteren Bereich der GAVino-Weinbar und Vinothek.
Ein Teil des Sortiments der GAVino-Weinbar in einem schönen neuen Regalsystem, das Marco in einer New Yorker Weinhandlung entdeckt hat. Fast ein who-is-who von Mosel und Mittelrhein.
Gavino - Deine Weinbar und Vinothek
Mehlgasse 14
56068 Koblenz
Öffnungszeiten: Mi - Sa: 16 - 0 Uhr www.gavino.de
Hier gibt’s noch einige weitere Weinkaiser-Fotos vom Eröffnungsabend.
Dem in Frankreich und den USA lebenden Weinjounalisten Panos Kakaviatos ist es gelungen Bernard de Laage de Meux, Commercial Director des Weinguts Château Palmer zu zwei Abenden mit Château Palmer nach Deutschland zu holen. Unter dem Titel “Winemakers Dinner mit Château Palmer” wird es am 16. und 17. November in Berlin und Frankfurt zwei Degustationsmenüs der Extraklasse geben.
An beiden Abenden gezeigt werden die Château Palmer Jahrgänge 1995, 1998, 2000 sowie der Alter Ego 2006. In Berlin gibt es zusätzlich den Château Palmer 2004, in Frankfurt kommen die Jahrgänge 2005 und 2007 hinzu.
Das Renommee von Château Palmer hat in den letzten 25 Jahren stark dazugewonnen. Sein hervorragender Ruf geht vor allem auf den unvergleichlichen 1961er zurück, den heute noch viele für den besten 61er Bordeaux halten. Ohne Zweifel kann man heute Palmer mit einem Premier Cru vergleichen. Es gibt viele Gründe dafür, dass Kritiker und Kunden Château Palmer heute mit Château Margaux als gleichwertig ansehen.
Palmer Weine sind oft sehr dicht, tief, aber voller Eleganz und von jener großartigen Komplexität wie sie nur Spitzengewächse von Bordeaux zu erzeugen vermögen.
Die Weinberge von Château Palmer umfassen 55 Hektar, die sich über die Anhebungen der Gemeinde Cantenac erstrecken. Der wesentliche Teil der Parzellen konzentriert sich auf einem Plateau von magerem Kieselboden aus der Günz-Kaltzeit, das auf den höchsten Stellen der Kuppen der Appellation Margaux liegt.
Das Plateau von Palmer liegt auf den ersten Kieselterrassen, die das Ufer der Gironde säumen. Deshalb sagt man in Bordeaux, dass die großen Terroirs auf den Fluss „schauen“.
Château Palmer verfügt über zwei Reifekeller. Im sogenannten „einjährigen“ Keller werden die Fässer mit den Weinen des aktuellen Jahrgangs während des ersten Ausbaujahres gelagert, bevor sie durch die neue Lese ersetzt werden und in den kürzlich renovierten „zweijährigen“ Keller gelangen. Der Anteil neuer Holzfässer beträgt nicht mehr als 50 bis 60 % beim großen Château Palmer und 25 bis 40 % beim Alter Ego.
Château Palmer
Finesse und Eleganz sind typisch für die Spitzenweine aus Margaux wie den Château Palmer. Er wird zu gleichen Teilen aus den Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon gewonnen, mit ein wenig Petit Verdot ergänzt und besticht durch sein ungemein komplexes Bukett aus Noten von Früchten, Blüten und Gewürzen, umhüllt von einer körperreichen und großzügigen Struktur. Dieses subtile Gleichgewicht zwischen aromatischer Fülle und der zurückhaltenden Kraft der Tannine macht ihn auch bereits in jungen Jahren zu einem großen Wein.
Ein langer Ausbau in Eichenfässern ist unerlässlich, um das kieselige Terroir bestens zum Ausdruck zu bringen, und ermöglicht es dem Wein von Château Palmer, sein ganzes Volumen und seine ganze Fülle zu entfalten. Diese Reifeentwicklung setzt sich viele Jahre und sogar mehrere Jahrzehnte lang extrem langsam in der Flasche fort. Die Geduld wird belohnt, wenn man auf einen alten Jahrgang trifft: sein Abgang verströmt eine außergewöhnlich komplexe, gelegentlich exotische, aber immer unvergessliche aromatische Fülle.
Die 1855er Klassifikation des Châteaus als Triosième Cru liegt heute sicherlich unter seiner wahren Marktposition. 2004 betrauten die Aktionäre des Châteaus Thomas Duroux, einen dreißig Jahre alten Landwirtschaftsingenieur, mit der Leitung von Château Palmer. Nachdem er auf den bedeutenden Weingütern (in Kalifornien, in der Toskana usw.) vinifiziert hatte, war die Rückkehr zu seinen Wurzeln für ihn mit viel Emotion verbunden. Seine Aufgabe war es, Château Palmer einer sanften Revolution zu unterziehen, die darin bestand, das Niveau immer weiter zu steigern, die Anforderungen der Märkte zu erfüllen und im Respekt der Tradition zu innovieren. Statt einer punktuellen Veränderung erlebte Palmer vielmehr eine konstante Erneuerung, die sich auch heute noch fortsetzt.
Alter Ego
Alter Ego entstand mit dem Jahrgang 1998. (weiterlesen…)
Auf Einladung des Deutschen Weininstituts (DWI) war eine Gruppe von Weinbloggern aus sieben Nationen (Belgien,China, Dänemark, Finnland, Niederlande, Norwegen, Kanada) einige Tage durch die deutschen Weinbaugebiete unterwegs. Zum Abschluss der Tour gab es ein Dinner und eine Party mit der neuen Deutschen Weinkönigin Annika Strebel in Dirk Würtz Königsmühle, wozu auch einige deutsche Weinblogger eingeladen waren.
Dabei kam es auch zum Gipfeltreffen in der Königsmühle: Weinkaiser trifft die neue Deutsche Weinkönigin Annika Strebel.
Weiter ging es mit dem gemeinsamen Abendessen aus der Küche von Gabi Würtz und Team und einer Reihe spannender Weine.
Denis Lin aus China hat die Weine des Abends nicht nur verkostet sondern in wenigen Minuten auch gleich gezeichnet.
Denis Lin aus China (hier mit der Deutschen Weinkönigin Annika Strebel) war nicht wie viele seiner Landsleute bei Deutschlandbesuchen mit der Kamera unterwegs sondern mit dem Bleistift. Er ist er herausragender Schnellzeichner und hat die Weine des Abends nicht nur verkostet sondern in wenigen Minuten auch gleich gezeichnet. Denis (u.a. auch WSET-Ausbilder), hat in China diverse Internetangebote: weibo.com/denislin, blog.sina.com.cn/denislin und deniswinetalk.com
Der finnische Weinblogger Arto_Koskelo interviewte Denis Lin anschließend für seine Internet-Weinshow Viini TV. Die Anmoderation übernahm die Deutsche Weinkönigin, ungeplante Special-Effects inclusive…
Um etwas “Entwicklungshilfe” für meine Lieblingsweinart zu leisten, war ich mal wieder als Riesling-Spätlese-Botschafter unterwegs und hatte einige Flaschen aus dem Weinkaiser-Keller im Gepäck (den Ress-Wein hat natürlich Dirk Würtz mitgebracht, er arbeitet dort):
Der Riesling UNPLUGGED des VDP-Weingutes Tesch aus Langenlonsheim an der Nahe feiert seinen 10ten Geburtstag. Zu diesem Anlass ist mit “Riesling People Vol. 2” ein Hörbuch entstanden, das dem Wein durch eine bunte Gruppe von Sommeliers, Journalisten, Schriftstellern, Musikern, Köchen etc. eine einzigartige Stimme verleiht. Am genialsten sind aber die an verschiedenen Stellen der CD verlesenen Briefe von Ex-Kunden, die dem “deutschen Weinbauern” Dr. Martin Tesch vorwerfen, sich mit der Verwendung des englischen Begriffs UNPLUGGED als Namen für seinen Wein lächerlich zu machen.
Ich kann nur dringend empfehlen, für diese Zielgruppe künftig Sonderabfüllungen unter den Markennamen Oberlehrer, Pedant oder Vollpfosten vorrätig zu haben, idealerweise ein Wein frei von Säure und neumodischer Mineralität aber mit dem beliebten Zuckerschwänzchen…
Unter anderem kommentieren bekannte Sommelièren und Sommeliers wie Natalie Lumpp, Jürgen Fendt und Billy Wagner die bisherigen zehn Jahrgänge des Riesling Unplugged, Stuart Pigott jagt Haie an der Nahe, die Toten Hosen steuern einen Rocksong bei und Spitzenkoch Wolfgang Müller sinniert über ein bekanntes weißes Pulver (das in guten Küchen nichts zu suchen habe).
Riesling People Vol. 1 war übrigens keine CD, sondern ein 176-seitiger Schwarz/Weiß-Bildband mit einer Fotodokumentation der Arbeit des Weinguts Tesch und seines Umfelds aus den Jahren 2004-2010. Er kann derzeit noch für 15 Euro über die Tesch-Webseite bestellt werden.
Wie Manfred Klimek in einem seiner Blogs erklärte, wurde er gestern von der Gesellschafterversammlung der Captain Cork GmbH als Chefredakteur der (zeitweise erfolgreichsten deutschen) Online-Weinplattform Captain Cork wiedereingesetzt. Heute hat er über einen Notar beim Amtsgericht Charlottenburg beantragt, als zweiter und gleichberechtigter Geschäftsführer der Captain Cork GmbH eingetragen zu werden, was der bisherige Alleingeschäftsführer und - soweit er zustimmt - künftige andere gleichberechtigte Geschäftsführer Marcus Johst aber laut Gesetzeslage noch bestätigen muss. Damit wird öffentlich, was sich bereits seit einigen Wochen andeutete. Manfred Klimek will zurück ans Steuer von Captain Cork. Er hält nach eigenen Angaben Anteile in Höhe von 30% der in Berlin registrierten Captain Cork GmbH. Die anderen 70 % halte die im schweizerischen Zug registrierte Global Agenda GmbH mit Geschäftsführer Markus Gildner. Über diese Gesellschaft und die an ihr beteiligte (und ebenfalls in Zug registrierte) Time6money AG will auch Marcus Johst, der bisherige Alleingeschäftsführer der Captain Cork GmbH, selbst an der Captain Cork GmbH beteiligt sein. Da sich Marcus Johst und sein mit ihm inzwischen zerstrittener Geschäftspartner Markus Gildner auch noch in öffentlich ausgetragenen Auseinandersetzungen um das - mit einem Stammkapital von mehreren Millionen Franken deutlich wertvollere - Unternehmen Corporate Equity Partners befinden, ist derzeit für Außenstehende wie mich schwer zu beurteilen, wie groß der von Marcus Johst kontrollierte Gesellschaftsanteil an Captain Cork GmbH tatsächlich ist.
Neben dem Kampf um Captain Cork beginnt der bekennende Linke Manfred Klimek in zwei Wochen eine regelmäßige Wein-Kolumne für die Springer-Zeitung WELT AM SONNTAG. Seine in dieser Woche letztmals erscheinende Kolumne in der Wochenzeitung DIE ZEIT wird voraussichtlich einer seiner früheren Co-Autoren von Captain Cork übernehmen.
Heute Abend wird die 63. Deutsche Weinkönigin gewählt. Das SWR-Fernsehen überträgt live von 20.15 bis 22.00 Uhr aus dem Saalbau in Neustadt an der Weinstraße. Im Grunde hätte man das Finale auch an der FH Geisenheim austragen können, sind doch fünf der sechs Finalistinnen Studentinnen oder frische Absolventinnen dort.
Vom 18. bis 20 November 2011 wird im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses der zwölfte Riesling-Spätlesereiter-Pokal verliehen. Dieser wichtigste deutsche Spätlesepreis geht auf eine Geschichte aus dem 18. Jahrhundert zurück, als es noch üblich war, dass kirchliche Weinbaubetriebe die bischöfliche Leseerlaubnis einholen mussten, bevor sie loslegen durften. Schloss Johannisberg war noch ein Kloster, also brauchten Klosterbrüder die Leseerlaubnis vom Fürstbischof in Fulda. Damit der sich ein eigenes Bild machen konnte, brachte ein Reiterkurier einige Riesling-Trauben (schon damals wurde hier nur diese eine Rebsorte angebaut) vom Johannisberg ins 150 Kilometer entfernte Fulda und die Leseerlaubnis zurück in den Rheingau. Im Jahr 1775 verspätete sich der Reiter allerdings um mehrere Wochen und die Trauben waren bei seiner Ankunft inzwischen von Edelfäule überzogen. Nach der Legende wurde so die Spätlese geboren. Das gelesene Traubenmaterial dürfte nach heutigen Maßstäben im Bereich von konzentrierten Auslesen und Beerenauslesen gelegen haben und man weiß heute auch, dass bereits deutlich früher Weine aus edelfaulen Trauben gekeltert wurden.
Die Juryverkostung für diesen in den drei Kategorien trocken, halbtrocken/feinherb und fruchtig vergebenen Preis wurde am letzten Augustwochenende im Kaisersaal des Stadtschlosses Fulda ausgetragen.
Die Jury des 12. Riesling-Spätlesereiter-Pokals Rudolf Knoll, Weinautor und Leiter der Jury Cormac Clancy, mehrfacher deutscher Meister im weindegustieren Gisela Pöhler, Weinhändlerin Katja Schweder, Weinhändlerin und Deutsche Weinkönigin 2006/07 Nicole Roth, Winzerin und Dipl.-Ing. Oenologin Ralf Kaiser, Weinblogger Rouven Fritzenschaft, Weinhändler Stefan Doktor, Vertriebsleiter Schloss Johannisberg und Spitzensommelier Ute Bader, Dipl. Oenologin beim Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband Wolfgang Behrens, Weinhändler
Gemeinsam mit der Jury auf dem Foto ganz oben: Wolfgang Wehner, Initiator und Organisator des Wettbewerbs
Sowie das von Gerhard Raab geführte Serviceteam der Juryverkostung mit Angelika Raab, Birgit Mehler, Thorsten Mehler und Alexander Mehler.
Am Start waren diesmal 188 Riesling Spätlesen aus dem Jahrgang 2010 von 102 Weingütern, die in den drei Süße-Kategorien getrennt verkostet wurden. In einem ersten Durchgang wurden dabei in drei Dreiergruppen die Finalteilnehmer ermittelt (es wurde im 20-Punkte-System gewertet und alle Weine die im Durchschnitt 15 Punkte oder mehr erreichten zogen ins Finale ein). Im Finale verkostete dann die komplette zehn-Köpfige Jury gemeinsam. Die gesamte Veranstaltung wurde als Blindverkostung durchgeführt.
Bei den trockenen Riesling Spätlesen gab es in diesem Jahr mit 82 Weinen deutlich weniger angestellte Weine als im Vorjahr, was einerseits auf den in manchen Regionen für trockene Weine schwierigen Jahrgang zurückzuführen ist, aber auch damit zu tun hat, dass immer mehr Weingüter auf Prädikate bei trockenen Weinen verzichten und stattdessen weingutsinterne Klassifikationen wie “R”, “S”, “alte Reben” oder Sterne und Goldkapseln verwenden. Überraschungssieger wurde hier Schloss Neuweier aus Baden mit zwei Rieslingen, die wunderbare Spontinoten zeigten.
Die drei erstplatzierten trockenen Riesling Spätlesen:
Schloß Neuweierer Mauerberg Riesling Spätlese trocken 2010
Schloß Neuweierer Schlossberg Riesling Spätlese trocken 2010
Philipps Eckstein Graacher Domprobst Alte Reben Riesling Spätlese trocken 2010
Die gesamten Finalisten bei den trockenen Riesling Spätlesen.
Dank der hervorragenden Arbeit des Serviceteams ging es gleich weiter mit verdeckten Verkostung der nächsten Kategorie.
Bei den feinherben und halbtrockenen Rieslingen setzten sich die klassischen Riesling-Regionen durch. Von 35 Weinen in der Vorrunde schafften es elf ins Finale, je fünf Weine von Mosel und Rheingau, dazu ein Pfälzer.
Da sich die Plätzen eins und zwei jeweils zwei punktgleiche Weine teilten, gab es insgesamt fünf Weine auf dem Treppchen.
1. Dr. Siemens Riesling Spätlese feinherb 2010
1. Staffelter Hof Kröver Letterlay Riesling Spätlese feinherb 2010
2. Eugen Müller Forster Pechstein Riesling Spätlese feinherb 2010
2. von Hövel Scharzhofberger Riesling Spätlese feinherb 2010
3. August Eser Oestricher Doosberg Riesling Spätlese feinherb 2010
Die gesamten Finalisten bei den halbtrockenen/feinherben Riesling Spätlesen.
Ein letztes Umräumen nach dem Finale der halbtrockenen und feinherben Spätlesen, dann stand das Finale der Königsklasse des Deutschen Weinbaus an. Die klassisch fruchtige Riesling Spätlese und der säurebetonte Jahrgang 2010 war wie geschaffen für diese Weinart.
Kein Jurymitglied konnte sich daran erinnern, je ein so hochklassiges Finale in Fulda erlebt zu haben und einige sind seit der ersten Austragung vor 12 Jahren mit dabei. Von 71 angestellten Weinen schafften 20 die 15-Punkte-Hürde ins Finale.
Von links die drei erstplatzierten Riesling Spätlesen, rechts daneben die beiden von mir selbst im Finale höchstbewerteten Weine. Für alle fünf gilt: Weltklassequalität zum Schnäppchenpreis. Der Siegerwein kostet zum Beispiel gerade einmal 10,50 Euro ab Weingut.
1. W.J. Schäfer Hochheimer Domdechaney Riesling Spätlese 2010
2. Karl Erbes Ürziger Würzgarten Riesling Spätlese 2010
3. Philipps Eckstein Graacher Domprobst Alte Reben Riesling Spätlese 2010
Emrich-Schönleber Monzinger Halenberg Riesling Spätlese 2010
Becker-Steinhauer Brauneberger Juffer Riesling Spätlese 2010
Auf Initiative eines Bonner Weinfreundes haben wir uns einmal der weißen Rebsorte Verdejo gewidmet. Verdejo soll seine Wurzeln in Afrika haben, ist aber seit dem 11. Jahrhundert nahezu ausschließlich in der kastilischen Hochebene Zentralspaniens, vor allem der Region Rueda beheimatet, wo sie wohl erstmals von den damals neu zugezogenen Mozarabern angepflanzt wurde. Die Weinberge liegen meist in einer Höhe von 700-800 Metern, was für kalte Nächte sorgt (im Sommer regelmäßig Temperaturunterschiede von bis zu 25° zwischen Tag und Nacht) und den Weinen damit eine ordentliche Säurestruktur ermöglicht. Bis in die 1970er Jahre wurden die Weine vor allem oxidativ (sherryartig) ausgebaut. Der Wandel des Stils hin zum frischen, jung zu trinkenden Alltagswein ist vor allem auf den im Rioja beheimateten Weingiganten Marqués de Riscal zurückzuführen, der auf seinem Expansionskurs nach einem Gebiet für weitere Weißweine suchte und mit Hilfe des berühmten bordelaiser Önologen Émile Peynaud auf Verdejo aufmerksam wurde. Noch ein paar Zahlen: Rueda Verdejo muss zu mindestens 85% aus Verdejo bestehen, einfacher Rueda zu mindestens 50%. Der Rest ist üblicherweise Sauvignon Blanc und/oder Macabeo. Der Stoff ist immer trocken mit einem vorgeschriebenen Mindestalkoholgehalt von 11,5%. Vom Jahrgang 2010 wurden allein in der D.O. Rueda auf 9.139 ha 61,3 Millionen Kilo Verdejo geerntet.
Die 2010er Verdejos in der Reihenfolge wie oben abgebildet.
Dos Puntos Blanco 2010
Analivia Verdejo 2010
Gran Cardiel Verdejo 2010
Mantel Blanco Verdejo 2010
Flor del Montego Blanco Verdejo 2010
Blume Verdejo 2010
Quietus Verdejo 2010
Marques de Riscal Blanco Rueda 2010
Menade Verdejo 2010
Jose Pariente Verdejo 2010
Ermita Vera Cruz Verdejo 2010
Quintaluna Verdejo 2010
Naturkork und Schrauber war die Ausnahme bei den zwölf verkosteten Verdejos. Nur je ein Schrauber und ein Naturkorken waren dabei. Acht mal wurde Kunststoff und zweimal Presskork verwendet. Auf dem folgenden Foto des Organisators der Verkostung sind allerdings zusätzlich die Verschlüsse der drei Moselrieslinge zu sehen, die es nach den Verdejos noch gab…
Die 2010er Verejos haben durch die Bank eine geringe Frucht-Aromatik, alle sind trocken, leicht säurebetont (daher frisch wirkend) und je nach Wein irgendwo zwischen herb und bitter. Bei den Weinen mit zugesetztem Sauvignon Blanc war das grüne Geschmacksbild des Sauvignon Blanc trotz Begrenzung auf 15% Anteil deutlicher wahrzunehmen als ein Verdejo Eigengeschmack. Die für Verdejo als typisch geltenden leichten Anis-Noten hatte nur ein einziger Wein. Meine beiden Favoriten waren (weiterlesen…)
Seit Gottfried Lamprecht 2005 sein Familienweingut Herrenhof Lamprecht in Markt Hartmannsdorf (Steiermark) gründete, setzt der Absolvent der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg (dem Geisenheim Österreichs) strickt auf Qualität, ökologischen Anbau und traditionelles Winzerhandwerk. Im Herrenhof gab es zwar schon einmal Weinbau aber das ist so lange her, dass Gottfried Lamprecht im Grunde bei null anfangen musste/konnte. Er hat die Chance genutzt. Alle seine Weine stammen vom Buchertberg, der direkt am Weingut gelegen ist und über Lagen bis in über 400 Metern Höhe verfügt. Die meisten Anlagen sind extrem jung, der Pinot Noir für den oben abgebildeten Rosé wurde beispielsweise im Jahr 2005 gepflanzt. Seit dem kamen mehrere Weingärten hinzu, zuletzt wurde in diesem Frühjahr ein Obstgarten samt Hagelnetzen rausgerissen um Platz für weitere Rebanlagen zu schaffen.
Dass Gottfried Lamprecht beim Weinausbau auf traditionelle Methoden setzt, bedeutet keineswegs, dass er kein Interesse an moderner Technik habe. Bei der Nutzung neuer Medien ist sein Herrenhof so perfekt aufgestellt wie kein anderes mir bekanntes Weingut dieser Größe: Gottfried Lamprecht bloggt über die Weingutsarbeit, er ist im Gegensatz zu vielen anderen Winzern bei Facebook, Xing, Google+ und Twitter alles andere als eine Karteileiche und als einer von wenigen nutzt er QR-Codes auf allen Weinflaschen, deren Links zu den für jeden Wein angelegten Webseiten mit Detailinformationen zum Wein führen.
Herrenhof Lamprecht Pinot Noir Rosé 2010
Gerade mal vier Wochen nach der Füllung, wirkt der Wein noch extrem jung. Gut gekühlt dominieren Himbeer- und Gäraromen (der Wein ist spontan vergoren), gefolgt von etwas Erdbeerfrucht, Sauerkirschen und Schokolade. Mit etwas mehr Temperatur typischere Aromatik von leichtem Pinot (wohl gemerkt: die Rebanlagen sind gerade mal fünf Jahre alt), dazu der deutliche Noten von frisch gemahlenem weißem Pfeffer und eine leichte Chilischärfe. Trotz der nur 5,4 Gramm Säure ist die Säure vor allem im Abgang sehr präsent. Die Farbe ist übrigens für eine Spätburgunder Rosé recht kräftig. Der mit 11,5 % Vol angenehm leichte Rosé ist mit nur einem Gramm Restzucker sehr trocken (ein wenig Extraktsüße mildert diesen Eindruck ein wenig) und ich könnte mir angesichts der sehr präsenten Säure vorstellen, dass er mit ein Wenig mehr Restzucker noch mehr Trinkfreude machen würde. 85P