31. Juli 2015

Wein & Prosa – Eine Weinrallye ohne Wein

Category: Weinrallye @ 21:12

Ein Blick in die Weinkaiser-Bibliothek....

Wein und Prosa – Eine Weinrallye ohne Wein

Oder: „Hans Castorp, Patrick Bateman und ich“
oder „Warum keiner über Wein schreibt“
oder „Warum wir trotzdem Wein trinken sollten“

Von Marc Herold

Wein und Prosa. Tolles Thema, denkt man sich, knackt innerlich schon mit den Fingerknöcheln, legt ein neues Word-Dokument an, dreht die Musik leiser, lässt die gelesenen Bücher Revue passieren und schreibt dann erst einmal: Nichts! Bei näherem Nachdenken fällt auf, dass Wein zwar in Romanen vorkommt, aber fast immer keine Rolle spielt, und wenn er er denn vorkommt, geht es nur um Rotwein, Bordeaux, Weißwein, und nicht um einen konkreten Wein. Selbst in Thomas Manns „Zauberberg“ wird zwar oft und gern dem Wein zugesprochen, aber selbst in dem alkoholischsten Kapitel „Mynheer Peeperkorn“ wird neben, Likör, Apricot Brandy, einem „fruchtigen Schweizer“ nur Champagner von „Mumm & Co., Cordon rouge, très sec“ konkret genannt. Am ersten Abend seines Erscheines in Davos leert Hans Castorp zusammen mit seinem Vetter Ziemsen zwar noch eine Flasche Guraud Larose; er befasst sich dann aber mit so ziemlich allem, was ihn gedanklich seiner angeschmachteten Russin näherbringt oder ihm im Kampf mit dem Mystiker Naphta und dem humanistisch rationalen Settembrini nützlich erscheint.

Als der Alkohol durch die Gestalt des dionysischen Peeperkorn in das Aufmerksamkeitsfeld Castorps gerät, ist die Schlacht zwischen Ratio und Mystik geschlagen, unser „Sorgenkind des Lebens“ ist längst hoffnungslos verstrickt in ein Netz aus Sehnsucht, Projektion und melancholischen Grübeleien. Peeperkorn gelingt es in der eingangs erwähnten Szene nicht Champagner in das Blut Christi oder auch nur das Blut irgend einer anderen Gottheit zu verwandeln, sein Zauber bleibt wirkungslos, die Schar seiner Jünger zerfällt. Vielleicht können wir an dieser Szene eine Idee davon bekommen, warum Wein als Methapher oder Symbol so sparsam eingesetzt wird: Wein ruft automatisch Assoziationen an das letzte Abendmahl hervor, die christlichen Konnotationen lassen sich nicht vermeiden.

Weinrallye 88 - Wein und Prosa

Blickt man in die jüngere Literaturgeschichte, könnte man erwarten, dass Wein, genauer: der Genuss bestimmter, hochklassiger Weine in der Literatur eine klare Abgrenzung und einen Distinktionsgewinn der Protagonisten hervorruft, aber auch hier halten sich die Autoren sehr gerne im Ungefähren auf. Wein wird von Kachts und Stuckrad-Barres hypertrophen Schnöseln gerne getrunken, der Detailiertheitsgrad der Weinbeschreibungen liegt höchstens auf dem Niveau geldspielautomatenbewehrter Eckkneipen, in denen „Wein: Rot, Weiß, Rose“ angeboten wird.

Selbst der Urvater der Detailliertheitsfanatiker, Bret Easton Ellis, der sich durchaus zehnseitige Dialoge über die Vorzüge und Nachteile einzelner Papiersorten für Visitenkarten seines „American Psycho“ Patrick Bateman ausdenken konnte, bleibt beim Wein seltsam einseitig. Kalifornischer „Acacia“ wird ein paar mal erwähnt und wohl auch getrunken. Der Status der Bänker wird aber trotzdem von der Marke des Anzugs oder der Sonnenbrille und nicht vom Weinkeller bestimmt. Wäre man in Batemans Wohnung, könnte man sich sicher sein, dass der blutrote Weinfleck auf dem Kashmirteppich tatsächlich Blut ist.

Weinrallye (Illustration: Florian Steffens)

Warum macht Weintrinken dann also scheinbar nur in „echt“ Spaß? Warum haftet dem Weintrinken in der Literatur (und oft auch der Literatur über Wein) eine Wirkung an, als sei dieses Getränk „von des Gedankens Blässe angekränkelt“? (Einruf von der Seite: „In der englischen Unterhaltungsliteratur wird aber viel mehr mit Spass gesoffen. Auch von Frauen.“) Man könnte auch anders fragen: Was erzeugt den Spaß beim Weintrinken? Ist es nur die Enthemmung? Da wäre dann wieder egal, was man trinkt. Also noch genauer: Was erzeugt den Spaß beim trinken spezieller Weine? Neben dem rein geschmacklichen Genuss ist es hier sicher der Dialog über den Wein, durch die Unterhaltung über Wein tauschen sich Menschen auch über ganz andere Inhalte aus. Wir finden durch den Austausch über Wein zu unseren Vorlieben und auch zu den Vorlieben unserer Mittrinker, Dieses katalytische Element des speziellen Weines, zum Kern einer Figur vorzudringen kennen die Autoren gut: Sie erschaffen durch ihre Kreativität selbst diese Figuren. Weine übernehmen also die gleiche Aufgabe wie Schriftsteller. Das Medium schreibt die Message. Kein Wunder also, dass die Autoren an ihr alter ego in den Romanen zuletzt denken.

Was ist eine Weinrallye?

Einmal im Monat sind alle Wein- und Foodblogs aufgerufen, sich einen Tag lang einem (alle dem selben) vorher festgelegten Thema zu widmen. Heute war ein solcher Tag und das Thema der Weinrallye, wie sich dieser Onlineevent nennt, der heute zum 88. mal stattfand, lautet Wein und Prosa. Der Aufruf zur Weinrallye #88 kam von Victoria Mölich vom Blog Weinreich Rheinland-Pfalz, für den auch der Weinkaiser schon aktiv war.

Eine Übersicht aller bisherigen Weinrallye-Themen und Gastgeber gibt es übrigens hier: Weinkaiser.de/ehemalige-weinrallye-themen

22. Juli 2015

Champagne Gosset – stille Stars in Epernay

Category: Schaumwein @ 14:36

Champagne Gosset Grand Rosé

In der Champagne sprechen alle von Tradition. Die sei wichtig. Und kaum jemand hat davon so viel vorzuweisen wie Gosset.

Gosset war das erste Weinhaus der Region. Bereits seit einigen Jahren als Winzer und Weinhändler aktiv, gründet Pierre Gosset (damals auch Bürgermeister von Ay) 1584 offiziell das Familienweingut. Rund 80 Jahre vor der Entdeckung der Flaschengärung (und gut 150 Jahre bevor diese zweite Gärung weitgehend kontrolliert ablief), stand erst einmal Stillwein (vor allem roter Pinot) im Fokus. Schon damals machte man seinen Job offenbar gut, denn die Rotweine des Hauses waren auf Augenhöhe mit Weinen aus dem Burgund und erfreuten sich sorgar der Beliebtheit von Franz I., damals König von Frankreich.

430 Jahre Champagne Gosset

In Sachen offizieller Handel mit moussierendem (schäumendem) Champagner war Gosset zwar nicht der erste Betrieb (das war Ruinart) aber natürlich am Puls der Zeit mit dabei als 1728 der Verkauf und Transport nicht mehr nur in Fässern, sondern auch von Flaschen(Schaum-)wein legalisiert wurde und das neue Geschäftsfeld zu boomen begann. Die damaligen Prickler hatten mit heutigem Champagner allerdings nur die Flaschengärung gemeinsam. Degorgiert wurden sie bis ins 19 Jahrhunder nicht, so dass die Hefe in der Flasche verblieb und die frühen Champagner entweder sehr vorsichtig eingeschenkt oder dekantiert werden mussten.

Champagne Gosset Grand Reserve Magnum 1988

Um die Tradition zu betonen, hat man sich auch auf die vom Jean Gosset (1736-1805) um 1760 erstmal eingeführte Antikflasche zurückbesonnen, von der noch Varianten in der Sammlung antiker Flaschen der Familie vorhanden sind und von denen 1983 mehrere Dutzend perfekt erhaltene und verschlossene Flaschen aus einem 1841 gesunkenen Frachtschiff in der australischen Port Phillip Bay geborgen werden konnten. Bis auf die Basis-Cuvee (Brut Excellence) und damit zweidrittel der Gesamtproduktion werden bereits seit mehreren Jahrzehnten seit den 1980er Jahren wieder alle Gosset-Champagner in diese exklusiv dem eigenen Haus vorbehaltenen Nachbildung der Antikflaschen gefüllt.

Flaschenlager im Keller von Champagne Gosset in Epernay

Der Stammbaum der Familie Gosset ist 16 Generationen zurück bis zum Stammvater der Ahnenline dokumentiert. Jean Gosset, geboren 1484, steht damit für die 1. Gosset-Generation. Sein Enkel Pierre (also 3. Generation) gründete dann auch formal das Weinhaus. Weitere 13 Generationen lang blieb das Champagnerhaus in Familienhand, bis Antoine und Laurent Gosset 1993 die Entscheidung trafen, ihr Unternehmen an den aus der Cognac-Region stammenden Familienkonzern Renaud-Cointreaus zu verkaufen und so nötige Investitionen und Erweiterungen zu ermöglichen. Powerfrau Béatrice Cointreau, die sich nicht auf ihrer Herkunft als Enkelin des Remy Martin Gründers ausruhte, sondern neben Abschlüssen in Jura und Marketing einen MBA und sogar ein Önologiestudium in Bordeaux vorzuweisen hat Gosset von 1993 an bis zu ihrem Ausscheiden aus dem operativen Gesschäft 2007 neu aufgestellt und die Führung anschließend an ihren Bruder Jean-Pierre Cointreau übertragen.

Druckmessung zur Kontrolle im Keller Champagne Gosset

Bis 1993 lag die Jahresproduktion idR gerade einmal bei 350.000 bis 400.000 Flaschen, inwischen ist sie auf bis zu 1.3 Millionen Flaschen jährlich angestiegen und das ohne erkennbare qualitative Einbußen. Die Hälfte der Produktion geht in den Export, davon ca. 100.000 Flaschen jährlich nach Deutschland, davon aber überproportional viel Basis-Qualität. Weltweit liegt der Fokus von Gosset auf der gehobenen Gastronomie. Hier möchte man flächendeckend vertreten sein, was dem Haus auch regelmäßig gelingt. Von anderen Geschäftsfeldern, wie dem Duty-Free-Geschäft an Flughäfen hat man sich freiwillig verabschiedet, da die internationale Nachfrage auch so schon die jährlich lieferbare Menge übersteigt. Denn auch nach der Expansion zählt Gosset immer noch zu den kleinen Häuser. Zum Vergleich: Jahresproduktion Veuve Clicquot 16 Millionen Flaschen, Moët & Chandon 33 Millionen, darunter allein schon vom Prestige-Cuveé Dom Perignon deutlich mehr Flaschen als die Gesamtproduktion von Gosset.

Die neue Kellerei von Champagne Gosset in Epernay

Endlich standesgemäß

Seit im Herbst 2009 das mitten in Epernay gelegene Malakoff-Areal mit mehreren Kilometer Keller-Galerien aus dem 19. Jahrhundert (Cave Malakoff) in bis zu 30 Metern Tiefe und 2 ha Park mit dichtem Baumbestand von der Trouillard Familie übernommen wurde (die dort bisher die zur Laurent-Perrier-Gruppe zählenden Château Malakoff Champagner Champagner produzierte), hat man nun perfekte Arbeitsbedingungen und die Möglichkeit einer dezenten Expansion. Der bisherige Produktionsstandort in Ay, eingeklemmt zwischen Hauptstraße und Bahntrasse, lies schon länger keine Erweiterungen mehr zu. Büro und ein Teil des Flaschenlagers sind derzeit noch in Ay, die Bereiche Verkauf, Produktion und alle representativen Aktivitäten sind inzwischen nach Epernay umgezogen.

Die neue Kellerei von Champagne Gosset in Epernay

Die neue „Domaine Gosset“ in Epernay hat eine Kapazität von fast drei Millionen Litern in Stahltanks und Holzfässern und ermöglicht so auch, mehr Grundweine (Vin clair) als bisher in kleinen Einheiten separat auszubauen und damit am Ende beim Cuveetieren mehr Möglichkeiten zu haben. Das ist wichtig, da Spitzenchampagner teilweise aus mehr als 100 verschiedenen Grundweinen komponiert werden. Gosset besitzt seit langem keine eigenen Weinberge mehr, ist also wie fast alle großen Häuser auf Zukauf angewiesen (allein die zehn größten Häuser vermarkten ein Drittel der 307 Millionen Flaschen Gesamtproduktion der Champagne). Das hat zur Folge, dass in der Champagne die höchsten Kilopreise für Weintrauben weltweit erzielt werden. Sie liegen heute schon für Basisqualitäten bei 5,20 Euro und um die 7 Euro für Spitzenqualitäten aus Grand Cru Gemeinden (in der Champagne sind nicht einzelne Weinberge klassifiziert, sondern immer die ganzen Dörfer/Gemeinden. Maximal können von einem Kriterienkatalog 100 Punkte erreicht werden, unter 80 sind die Gemeinden nicht zur Champagner-Produktion zugelassen, von 90-99 sind sie als Premier Cru eingestuft und wer 100% erfüllt, darf sich Grand Cru nennen.) Nur zum Vergleich, Rheingauer Riesling liegt im Normalfall bei 1,00 bis 1,20 Euro für den Liter Most, Spitzenrieslinge liegen selten über 2,00 bis 2,40 Euro und nur extrem selten sind höhere Preise wie bei einem Top-Betrieb, der 4 Euro für den Liter Most aus einer der besten Lagen der Region zahlt.

Champagne Gosset Grundweine (Vin clair)

Da Gosset weitgehend nur die erste Pressung (man nennt sie in der Champagne auch Cuveé) also etwa 80 % des erzielbaren Mostes verwendet, werden für jede 0,75 Liter-Flasche allein 1,5 Kilo Trauben benötigt. Die kommen von rund 200 Weinbauern aus 60 Grand Cru und Premier Cru Gemeinden, die in der Qualitätsklassifikation der Champagne einen Wert von mindesten 95% erreichen. Dabei arbeitet Gosset seit langem, teilweise seit Generationen, mit den selben Produzenten zusammen. Der Winzer in Chigny-les-Roses, den wir auf unserer Reise besucht haben, liefert bereits seit ca. 35 Jahren einen Großteil seiner Produktion an Gosset und langfristige Verträge sichern dies auch für die Zukunft. Gesprochen wird in der Champagne zwar immer von Traubenpreisen, geliefert werden aber idR nicht die Trauben, sondern mindestens der Most und meist sogar fertige Grundweine. Die werden dann bei Gosset weiter ausgebaut, meist im Stahl, ein kleiner Teil auch im Holzfass.

Kellergang mit Rüttelpulten bei Champagne Gosset

Bei Gosset wird traditionell besonderer Wert darauf gelegt, dass die Vin Clair keine Malolaktische Gärung machen. Bei diesem auch Biologischer Säureabbau genannten Prozess wird die im Wein vorhandene Apfelsäure von Milchsäurebakterien in Milchsäure umgewandelt. Die Milchsäure ist nicht nur (auch geschmacklich) milder, bei diesem Prozess werden auch etwa 20 % der Gesamtsäure abgebaut. In der Rotweinbereitung ist „die Malo“ normal, bei Weißweinen meist nicht erwünscht (wobei es hier immer mehr Ausnahmen gibt, auch bei einigen Produzenten deutscher Spitzenrieslinge) aber in der Champagne ist es sehr weit verbreitet, da die Spitze Säure von nicht perfekt reifem Lesegut abgemildert wird und die Champagner dadurch grundsätzlich einen cremigeren und voluminöseren Stil erhalten. Bei Gosset ist man der Meinung, dass die eigenen Champagner auch so cremig genug sind und man lieber die Frische und Frucht behält, die durch die Malo ein Stück weit verloren gehen würden. Die Gosset Champagner sind also typischerweise etwas frischer und säurebetonter als andere, haben duch die höhere Säure (die wie bei allen Weinen auch konservierend wirkt) zudem ein längers Lagerpotential.

Gitterboxen im Keller von Champagne Gosset

Auch das ist Tradition: Verantwortlich für den Ausbau und die Cuvées ist seit mehr als 30 Jahren ein und derselbe. Jean-Pierre Mareigner trat 1983 seinen Job als Kellermeister (Chef de Cave) und so wie er sich präsentiert, wird sich daran auch so schnell nichts ändern. Die unterschiedlichen Champagnertypen der aktuellen Kollektion sind alle unter seiner Führung entstanden. Und diese Kollektion ist erfolgreich: in einer kürzlich veröffenlichten Studie der bekannten französischen Weinzeitschrift La Revue du vin de France wurde Champagner Gosset auf Platz vier der Top 50 Liste der renomiertesten Champagnererzeuger gewählt.

Verkostung mit Jean-Pierre Mareigner bei Gosset

In jedem Frühling komponiert Mareigner die verschiedenen Cuvees, die dann zwischen März uns Juni auf dei Flaschen gefüllt werden. Anschließend lagern alle Champagner mindestens drei Jahre auf der Hefe und auch nach dem Degorgieren noch einmal zwischen drei Monaten und einem Jahr, bevor sie in den Verkauf gehen. Großflaschen und Prestige-Cuceés werden nach wie vor von Hand gerüttelt, die weiteren Champagner maschinell in speziellen Gitterboxen.

Verkostung mit Jean-Pierre Mareigner bei Gosset

Aus dem herausragenden Jahrgang 1985 (und nur ein Jahr nach dem 400. Geburtstag des Hauses Gosset 1984), wurde durch spezielle Selektion erstmals die Prestige-Cuvée Gosset Celebris geschaffen. Seit dem wurden bis heute sieben Jahrgänge davon veröffentlicht (1985, 1988, 1990, 1995, 1996, 1998, 2002). Die letzten beiden habe ich bereits einige Mal in Glas gehabt und sie waren stets über jeden Zweifel erhaben.

Champagne Gosset Korken

Der aktuelle 2002er Celebris Extra Brut ist eine Cuveé mit 48% Chardonnay und 52 % Pinot Noir aus 10 Grand Cru Gemeinden und die Dossage beträgt gerade einmal 5 g pro Liter. Man sollte ihm zu vollen Entfaltung übrigens viel Luft geben, also entweder vorsichtig in einen Dekanter gießen oder aus einem großen Weinglas trinken. Der 1998er Celebris hat sogar nur 3,5 g Dossage.

Verkostung mit Jean-Pierre Mareigner bei Gosset

Einige Jahre nach dem Jahrgangs-Celebris kamen zwei weitere Variante auf den Markt: ein Jahrgangs-Celebris-Rosé und eine jahrgangsloser Celebris Blanc de Blancs (der aber inzwischen zum Grand Blanc de Blancs wurde). Der Rosé ist nur konsequent, denn die Nachfrage nach Rosé-Champagnern nimmt Jahr für Jahr zu. Anfangs hatte man das bei Gosset für einen kurzlebigen Trend gehalten, aber der Rosé-Anteil ist seit Jahren stetig steigend, allein seit 2005 plus 10% auf mittlerweile rund 16% der Jahresproduktion. Der aktuelle 2007er Celebris Rosé Extra Brut (59% Chardonnay, 41% Pinot Noir, davon 7% als Rotwein) bekam ebenfalls 5g Süße. Gossets Spitzenchampagner sind im Laufe der Jahre trockener geworden, Gosset hat die Dosage seiner Champagner inzwischen von im Durchschnitt 11g auf nun 8g reduziert. Einzige Ausnahme ist die neue Cuveé Petite Douceur Rosé Extra Dry mit 17 Gramm Restzucker, die ich als erstaunlich guten Begleiter zum Erdbeerdessert kennengelernt habe.

Champagne Gosset Petite Douceur Rosé Extra Dry

Einige Reihe weitere Fotos unseres Besuchs gemeinsam mit einer Gruppe von Sommeliers aus der Deutschen Spitzengastronomie bei Champagne Gosset findet sich in einem Album auf unserer Weinkaiser-Facebookseite.

Champagne Gosset in Epernay

15. Juli 2015

Vinocamp 2015: Ich bin ein Konsument

Category: Veranstaltungen @ 21:59

Erste Übersicht über die Sessions am ersten Tag des Vinocamps Deutschland 2015, im Laufe des Tages kamen noch diverse spannende Sessions hinzu.

Ich bin ein Konsument

Gastbeitrag zum Vinocamp Deutschland 2015

Von Petra Pahlings

Nach dem Besuch des Vinocamps ist es mir wieder klar geworden: Ich bin ein Konsument, durch und durch. Und zwar so ein richtiger: man bietet mir was an und ich nehme es, ich konsumiere.

Vinocamper bei der Besichtigung in den Weinbergen von Schloss Johannisberg

Das Vinocamp ist für mich wie ein Wochenende in einem Konsumtempel. Sperrt mich ein und schmeißt den Schlüssel weg – ich nehme was ich bekommen kann.

Vinocamper gemeinsam mit Domänenverwalter Christian Witte bei der Besichtigung Schloss Johannisberg

Kaum ein anderes Wochenende in meinem Jahr ist so vollgepackt mit neuen inspirierenden Informationen über Wein und alles was dazu gehört wie dieses. Bei anderen Besuchern mag das anders sein, bei mir nicht. Ich bin Mitarbeiterin eines Weingutes an der Mosel. Ich bin keine Winzerin, ich bin keine Sommelière, ich habe keine IHK-Prüfung oder ein WSET-Diplom. Ich habe keinen Blog….

Einer der vielen verschiedenen Riesling-Klone in den Weinbergen von Schloss Johannisberg

Ich interessiere mich einfach nur für Wein und alles was dazu gehört. Und ich habe das große Privileg in dieser Branche arbeiten zu dürfen. (Was würde ich mich langweilen, wenn ich Schrauben oder Steine verkaufen müsste.) Und weil ich all das nicht habe, aber auch gleichzeitig mehr möchte, brauche ich solche Wochenenden wie die des Vinocamps.

Highlight des Vinocamps Deutschland 2015: Lehrweinprobe Pinot Noir weltweit mit Caro Maurer (MW)

Kaum sonst habe ich die Möglichkeit so viele unterschiedliche Wein zu verkosten. Wann sollte ich sonst jemals an einer moderierten Probe von Caro Maurer teilnehmen, wann, geführt von Herrn Witte, die Keller von Schloss Johannisberg besichtigen, wann Burgunder in dieser Vielzahl verkosten, neuseeländische Pinot Noirs entdecken oder Craftbeer probieren? Und wie gerne hätte ich an der Sherryprobe teilgenommen oder an der Vinocamp-Mosel-Session.

Highlight des Vinocamps Deutschland 2015: Lehrweinprobe Pinot Noir weltweit mit Caro Maurer (MW)

Klar, es gäbe die ProWein, aber wie schon gesagt, ich arbeite bei einem Weingut, also auch an der ProWein. Nebenbei bin ich noch Hausfrau und Mutter und der Rest meiner Familie ist nicht besonders weinaffin. Das heißt auch hier muss ich mich aufteilen… Wein, Mutter, Wein, Familie, Wein, Haushalt – es gilt die Balance zu finden.

Schloss Johannisberg: a view from the cellar....

Ich verstehe, dass ein Barcamp vom Input der Teilnehmer lebt, aber ich bin noch nicht so weit. Mir fehlt noch Sicherheit in dieser Branche unter all den Nerds (lieb gemeint) und Cracks. Aber ich mag es mich zwischen diesen Menschen zu bewegen, ihre Ideen zu hören und ihre Leidenschaft für das Thema Wein zu spüren.

Vinocamp Deutschland 2015: freie Verkostung der Reste nach den parallel stattfindenden Themenweinproben

Meine Session findet nicht während des Camps statt. Sie kommt viel später. Ich entwickele daraus Ideen. Das wirkt nach bei mir und führt auf neue Wege. Und eigentlich frage ich mich, warum es nicht noch mehr Konsumenten wie mich gibt. Ich vermisse die Mitarbeiter der Weingüter, der Verbände, der Zulieferer. Warum gibt es nicht mehr Besucher „meiner“ Art, die nach einem solchen Wochenende vollgepackt mit Ideen zu ihren Arbeitgebern zurück gehen und ihnen erzählen, was für Menschen sich bei einem Vinocamp treffen und was sie dort erlebt haben? Die diese unglaublich inspirierende Stimmung für sich weiter nutzen? Und wenn es nicht um Inspiration geht, dann sollte wenigstens die Möglichkeit der Horizont Erweiterung genutzt werden – es wird nicht schaden, ich spreche aus Erfahrung.

Highlight des Vinocamps Deutschland 2015: Lehrweinprobe Pinot Noir weltweit mit Caro Maurer (MW)

Daher auch mein Appell an all die Fleißigen und Mutigen, die das Vinocamp zu dem machen, was es ist: seid tolerant mit denen, die „nur “ konsumieren, bleibt offen für die, die kommen und hören, nehmt die in die Gruppe auf, die einfach nur dabei sein wollen.

Die beiden Gründer des Vinocamp Deutschland: Dirk Würtz und Thomas Lippert

In zwei Jahren möchte ich wieder dabei sein und vielleicht ändere ich bis dahin meine Position und werde nicht mehr nur der Konsument sein – wir werden sehen.

Riesling-Verkostung der Vinocamper auf Schloss Johannisberg

7. Juli 2015

Vinocamp Deutschland 2015

Category: Veranstaltungen @ 23:37

Vinocamp Deutschland 2015

#vcd15 – Mücken, Menschen, Monopole

Von Marc Herold

Mittlerweile ist das Vinocamp ein fester Termin im Kalender der Weinblogger, Weinschreiber und aller, die sich für die Verbindung von Wein und Internet interessieren. Auch wenn in diesem, dem fünften Jahr des Camps, nur ca. 80 Leute den Weg nach Geisenheim gefunden haben, war die Begeisterung fürs Netzwerken und vinologische Themen hoch. Das Camp begann dann auch schon vor dem eigentlichen Start mit einem Besuch der Frühangereisten beim Schloss Johannisberg. Ich war da schon oft, habe aber erst bei dieser Gelegenheit die Schatzkammer des Weinguts gesehen. In dieser unterirdischen Bibliothek lagern Weine bis zurück ins achzehnte Jahrhundert und Christian Witte, dem momentanen Domänenverwalter war der Respekt vor der Leistung und den Spitzenweinen seiner Vorgänger anzumerken. Witte ist sehr darauf bedacht aus der „Bibliotheca Subterranea“ nicht nur Weine zu entnehmen, sondern auch dort besonders gut geratene Gewächse einzulagern.

Bibliotheca subterranea unter Schloss Johannisberg

Nach der Besichtigung der unterirdischen Schätze konnten wir noch ein paar Weine aus aktueller Produktion probieren. Die trockenen Weine unterhalb des Silberlacks waren ja in den letzten Jahren oft Ziel von etwas hämischer, teils aber auch gerechtfertigter Kritik. 2014 ist hier aber besonders bei den einfachen trockenen Weinen sehr gut geworden. Wittes Bestrebungen auch die Basis des Gutes auf Vordermann zu bringen scheinen also Früchte zu tragen. Der 2014er Gelblack ist fest und fruchtig, hat aber auch eine schöne Rheingauer Würze. Der Riesling gefiel mir so gut, dass ich davon im Gutsauschank gleich noch etwas geordert habe.

Riesling-Verkostung auf Schloss Johannisberg

Am nächsten Morgen ging es dann endlich richtig los. In die Geisenheimer Uni zu kommen, auf den knarzigen Holzklappsitzen des „Erbslöh-Hörsaals“ Platz zu nehmen und gespannt auf die angebotenen Sessions zu warten, ist für mich immer der spannendste Moment des Camps. Was wird es für Themen geben? Gibt es Sessions mit „Brisanz-Potential“? Dieses Jahr hätte ich ja gedacht, dass mindestens eine Session zu Herbiziden auftauchen wird, das Thema spielte aber erst etwas verspätet bei Andreas Barths (Lubentiushof und von Othegraven) Beitrag zu „Mythos und Wahrheit“ eine Rolle. Andreas beklagte darin die Diskrepanz zwischen dem, was einige Winzer den Kunden über die Weinbereitung erzählen und dem, was sie wirklich in Weinberg und Keller tun. Nicht überall, wo Spontangärung draufsteht ist wol auch Spontangärung drin. In dem Zusammenhang bemerkte Felix Bodmann, dass Winzer wohl die einzige Berufsgruppe sind, die besonders betonten, was sie bei der Weinerzeugung alles nicht (!) täten. Nicht Düngen, keine Reinzuchthefen zugeben, nicht filtrieren, keinen Schwefel zugeben und so weiter… Vielleicht kommt man aus dieser Differenz zwischen Dichtung und Wahrheit nur raus, wenn man einen Weg vom „Mythos des Nichtstuns“ zu einem positiven Mythos findet, bei dem das emotionen-weckende Potential der Steillagen gehoben wird. Die Mosel ist da ja mit der Veranstaltung „Mythos Mosel“ auf dem, wie ich finde, richtigen Weg.

Spitzenwinzer Andreas Barth auf dem Vinocamp Deutschland 2015

Neben der Session von Andreas waren für mich die Angebote von Peter Weritz zum Thema „Was kostet ein Weingut?“ und die Craft Beer-Session von Torsten Goffin sehr überzeugend. Peter setzte die Tradition der „Sendung mit der Maus“-Session des Vinocamps fort, bei der Winzer (in früheren Jahren Harald Steffens und KaJo Thul) alle erdenklichen Fragen der Wein-Geeks zum Thema Weinbau beantworteten. Diesmal ging es nicht nur um die Technik, sondern auch ums Ökonomische. Wieviel Geld muss ich mitbringen, wenn ich meinen Traum vom eigenen Weingut verwirklichen möchte? Kurzgefasst, sollte man sich mit weniger als 1,5 Millonen Euro eher ein paar Flaschen Wein oder eine Yacht kaufen. Interessant war auch, dass Weingutsverkäufe meist erhebliche Kundenverluste mit sich bringen, mit denen man rechnen muss.

Craft WTF?

Die leidenschaftlichste Session war für mich aber Torstens Craft Beer-Rundumschlag bei dem es (natürlich) ein IPA und diverse belgische Biere gab, die alle ziemlich weit vom deutschen Reinheitsgebot entfernt waren. Am besten gefiel mir hier das „Château d’Ychouffe“, ein Bier in dem auch vergorene edelfaule Trauben enthalten sind. Wirklich der missing link zwischen Bier und Wein. Auch wenn Bier ja, fernab von solchen Experimenten erstmal wenig mit Wein zu tun hat, können die Weinfreaks durch den Blick auf die sehr lebendige Bierszene meiner Meinung nach lernen, wie man durch Austausch ziemlich extremer Ideen und gemeinsame Projekte zu neuen geschmacklichen Ufern segeln kann.

Den Abschluss des Camp-Samstags bildeten die „Sozialen Weinproben“ bei denen die Teilnehmer Weine zu einem speziellen Thema mitbrachten. Die Burgund-Probe und die Sherry-Probe waren hier besonders hochklassig besetzt. Wer schon immer mal die gesamte „Palmas“-Reihe probieren wollte, in der González Byass die Entwicklung vom sehr jungen Fino bis zum alten Amontillado abbildet, war bei der von Peer F. Holm moderierten Session richtig.

Highlight der Sozialen Verkostung zum Thema Gemischter Satz: Vier Jahrgänge Kapellenberg Gemischter Satz vom Weingut Bickel-Stumpf aus Franken

Ich selbst hatte von Felix Eschenauer die Session zu Monopollagen übernommen. Neben den berühmten Mosel-Monopolen wie den Lagen von Maximin Grünhaus oder dem Veldenzer Elisenberg hatten wir auch Weine aus dem Rheingau (u.a eine Ress Schloss Reichartshausen-Vertikale), von der Nahe (Dönnhoffs Oberhäuser Brücke) und aus Rheinhessen (Katharina Wechslers Westhofener Benn). Erstaunlich war für mich, dass von dem guten Dutzend Weinen nur der „Schloss Reichartshausen“ von Ress auch auf dem Etikett als Monpollage gekennzeichnet ist. Im Burgund ist man da, was die Herausstellung angeht, viel offensiver. Mir persönlich war nach der Probe auch noch nicht klar, ob der Besitz einer eher unbekannten Monopollage wirklich ein Vorteil für den Winzer darstellt. Vielleicht biete ich aber zu dem Thema in einem der nächsten Camps noch eine „trockene“ Session mit noch mehr Diskussion an.

Weiterdiskutiert wurde dann auch während chill out session abends an „den Fässern“ am Hattenheimer Rheinufer. Direkt am Rhein floss der alte Riesling in Strömen und auch die Mücken fühlten sich von den im Blut der Camper dargereichten Getränken angezogen. Auch die Teilnehmer, die zum ersten mal bei so einer „Unkonferenz“ dabei waren wurden spätestens bei dieser Gelegenheit perfekt integriert.

Highlight des Vinocamps Deutschland 2015: Lehrweinprobe Pinot Noir weltweit mit Caro Maurer (MW)

Sonntag. Alle waren wieder fit. Oder einige. Oder auch nicht so ganz fit. Aber wenigstens pünktlich zur großen „Pinot Noir weltweit“ Probe von Caro Maurer (MW). Elf Pinots aus der ganzen Welt wurden blind eingeschenkt und mussten einem Land zugeordnet werden. Trotz einiger Tipps von Caro war das eine sehr knifflige Aufgabe und nur eine Handvoll der gut 80 Teilnehmer hatten vier Weine korrekt zugeordnet. Überraschend war nicht nur, dass es teilweise schwer war, überhaupt zwischen neuer und alter Welt zu unterscheiden sondern auch, dass der Großteil der Weine ziemlich wuchtig und nicht klassisch burundisch transparent wirkten. Ja selbst der Pinot aus dem Burgund wirkte recht wuchtig, was aber auch am Jahrgang 2009 gelegen haben könnte. Bei der Gelegenheit kam mir wieder die samstägliche session zu „Leichtweinen“ in den Sinn. Könnte es sein, dass ein hoher Alkoholgrad gar kein Weißweinproblem sondern vordringlich ein Ärgernis bei Rotweinen ist?

Lehrweinprobe: Pinot Noir weltweit mit Caro Maurer (MW)

Das Camp klang mit einer Feedbackrunde aus, von der ich den Appell mitgenommen habe, begeisterte Leute mit interessanten Themen auf das Camp zu locken und auch den Mut zu unerwarteten Themen zu beweisen. Bienen und Weinbau, Wein und Pop, Eurythmie und BSA, alles kann seinen Platz auf dem Vinocamp finden. Traut euch – es ist euer Camp!

Traditioneller Abschluss des Vinocamps Deutschland: Sektempfang mit Deutschen Weinprinzessin

13. März 2015

Grenache Du Monde 2015 in Perpignan

Category: Veranstaltungen @ 15:38

GDM 2015

Weinverkosten an schönen Orten: Die Organisatoren des dritten Concours International Grenache Du Monde hatten an die bereits sehr frühlinghafte Mittelmeerküste ins südfranzösische Perpignan geladen. Zwei Handybilder vom Veranstaltungsort und dem nahe gelegenen Strand.

Zum Titelbild: die 485 zum Wettbewerb angestellten Weine, ausgezeichnete ebenso wie leer ausgegangene, wurden am Abend nach der Juryverkostung von den 320 Besucher des Abschlussabends offen nachverkostet.

GDM 2015

Diese dritte Ausgabe von Grenache Du Monde hatte 485 teilnehmende Weine von 221 Einsendern: Genossenschaften, Weingütern und Händlern aus sechs Ländern (Frankreich, Spanien, Italien, Mazedonien, Australien und Südafrika).

GDM 2015

Bewertet wurde von 80 professionellen Juroren: Sommeliers, Gastronomen, Winzern, Oenologen, Weinhändlern und Journalisten von Rund um den Globus: Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland, Belgien, USA, Niederlande, Südkorea….

GDM 2015

Der Wettbewerb ist offen für alle Arten von Wein, Herkünften oder Farben, egal ob aufgespritete Weine, Süßweine, Stillweine, Schaumweine oder Likörweine, egal jung oder alt, ob weiß, pink (rosé) oder rot. Einzige Regel: die Weine müssen zu mindestens 60% aus Grenache bestehen.

Verglichen mit Mundus Vini ein Kinderspiel....

Die Gewinner 2015: 150 Medaillen davon 75 Goldmedaillen, 60 Silber und 15 Bronze.

64 Medaillen gab es für Grenache aus Frankreich, davon 43 Medaillen für Weine aus dem Roussillon (29 Gold, 11 Silber und 3 Bronze)
70 Medaillen gehen nach Spanien und 14 nach Italien.

Grenache Du Monde 2015 in Zahlen:
485 angestellte Weine (+24% gegenüber 2014)
150 ausgezeichnete Weine
80 Jurymitglieder
43 Medaillen für Weine des Roussillon
Weine aus sechs Ländern vertreten.

Hier findet ihr die komplette Liste der ausgezeichneten Weine als pdf zum Download.

GDM 2015

Am Vorabend der Events wurden die Südkoreanischen Jurymitglieger bei einer feierlichen Zeromonie incl. Trinkritualen geschlossen in die Weinbruderschaft von Perpignan aufgenommen. Bilder die man so schnell nicht mehr vergisst….

GDM 2015

11. März 2015

Bouvet Ladubay präsentiert La Carafe

Category: Schaumwein,Weinwissen @ 14:43

La Carafe

Master Sommelier und Sommelier-Weltmeister (1998) Markus del Monego hat in Zusammenarbeit mit dem Loire-Schaumweinhaus Bouvet Ladubay eine Schaumwein-Karaffe gestaltet, denn auch viele Schaumweine profitieren vom belüften. Vor wenigen Tagen hatte sie in Köln in einem kleinen Kreis spannender Weinleute Weltpremiere. Ab Sonntag wird sie auf der ProWein einem breiteren Publikum vorgestellt und ab Ende März soll sie dann für ca. 45 Euro im Handel stehen.

Markus del Monego

Im folgenden Video erklärt Sensorik-Experte Markus del Monego das Handling der neuen Schaumweinkaraffe „La Carafe“ und die Gründe für die besondere Form. Die breiten Rillen im engen Hals der Karaffe sollen es ermöglichen, Schaumweine besonders schonend einzufüllen und dabei nur wenig Kohlensäure entweichen zu lassen. Man sucht sich eine der Rillen aus und lässt die Flüssigkeit wie durch einen engen Kanal hinuntergleiten, dabei schäumt im Idealfall nahezu nichts auf.

Einige Teilnehmer waren bereits vor der Veranstaltung von Sinn des Schaumwein-Karaffierens überzeugt, spätestens nach den vorher/nachher Vergleichsproben war auch der letzte Zweifler beeindruckt.

La Carafe

Wir hatten diverse mit- und ohne Karaffe-Vergleiche und immer präsentierte sich die Karaffierte Variante etwas besser. Die einfacheren und nicht besonders lange auf der Hefe gereiften Schaumweine verloren ihre leicht grüne Spitze und die besonders aggressive Kohlensäure, die High-End Schaumweine wie der nur in Magnum gefüllte 2007er Ogmius wirken nach einer Weile in der Karaffe noch mineralischer als direkt aus der Flasche eingeschenkt.

La Carafe im Einsatz

Wenn das so Karaffieren so vorteilhaft ist, warum gibts eine solche Karaffe erst jetzt? Das dürfte an der Zielgruppe liegen. Das breite Publikum, das seine Schaumweine aus klassischen Sektgläsern trinken möchte, wird vom Karaffieren besonders profitieren. Ein Großteil der eingefleischten Weinszene erziehlt einen ählichen Effekt wie beim Karaffieren dagegen bereits seit einigen Jahren, in dem sie ihre Spitzenschaumweine heute meist aus deutlich größeren Gläsern trinken. Ich selbst und ein Großteil meiner Freunde trinke Schaumweine idR aus Burgundergläsern oder sehr großen Weinweingläsern wie dem Zalto Universal Glas. Namhafte Glasproduzenten wie Riedel und Zwiesel Kristallglas nähern sich mit ihren neuen Champagnergläsern diesem Trend an, die Gläser neuen Serien Veritas (Riedel) und Wine Classics Select (Zwiesel Kristallglas) haben ein deutlich größes Volumen als frühere Serien. Für alle, die Weingläser ohne ab Werk vorgesehenen Moussierpunkt verwenden, hat sich Bouvet auch etwas einfallen lassen: Mit dem Metalstift „The Bubble Brush„, der an der Spitze winzige Diamantsplitter trägt, lassen sich in jedem Glas kleine Kratzer erzeugen, an denen Schaumweine dann leichter ihre Bläschen bilden können.

The Bubble Brush
The Bubble Brush

Sollte ich nun jeden Schaumwein karaffieren? Das kommt auf den Einzelfall an. Es gibt mehrere potentielle Gründe, einen Schaumwein zu karaffieren. Genau wie es „verschlossene“ Weine gibt, die Luft brauchen um ihr volles Aroma zu entfalten, so gibt es auch Schaumweine auf die das zutrifft. Z.B. gerade erst degorgierte, noch sehr hefige oder sehr reduktiv (verkürzt: ohne Sauerstoffkontakt) ausgebaute Schaumweine. Daneben gibt es Schaumweine, deren Kohlensäure man sensorisch (in der Nase) als etwas zu agressiv wahrnimmt (das müssen gar nicht unbedingt die sein, die auch besonders stark schäumen). Das Spitze, manchmal als unreife/grünliche Säure oder auch als bitter wahrgenommene Geruchs- oder Geschmacksbild, das manche Schaumweine direkt nach dem eingießen haben, wird durch einige Minuten in einer Karaffe deutlich abgemildert, ohne dabei zuviel Perlage/Lebendigkeit zu verlieren. Karaffieren kann auch alte/sehr reife Schaumweine wiederbeleben, die nach Jahrzehnten unter ihrem Korken etwas müde geworden sind. Gerade hier ist allerdings besondere Vorsicht geboten, der intensive Kontakt mit Sauerstoff kann auch den gegenteiligen Effekt haben und manch alter und fragiler Wein/Schaumwein oxidiert innerhalb von Minuten komplett.

La Carafe

Die komplette Weinkaiser-Fotoserie von der Premieren-Veranstaltung im Kölner Weinlokal Vintage findet ihr auf unserer Facebook-Seite.

TV-Koch Stefan Marquard im Gespräch mit Bouvet Ladubay CEO Patrice Monmousseau

Es gibt übrigens noch weitere prominente Freunde des Schaumwein-Karaffierens….

1. März 2015

ProWein 2015 Tweetwall / Twitterwall

Category: Veranstaltungen @ 15:47


Vom 15.-17. März findet in Düsseldorf die ProWein 2015 statt. Hier gibts ständig die neusten Tweets zur ProWein 2015 und auf der Weinkaiser-Facebookseite findet ihr während der Messe wie immer einen kommentierten Fotostream.


Hier noch mal die Link zum den kommentierten Fotosammlungen der letzten Jahre:

Weinkaiser-Fotostream ProWein 2014 (111 Fotos). Bei der Prowein 2014 gab es noch zwei weitere Weinkaiser-Fotoserien: von der Challenge Euposia Verleihung und der Caractères & Terroirs de Champagne Veranstaltung.

Weinkaiser-Fotostream ProWein 2013 (57 Fotos)

Weinkaiser-Fotostream ProWein 2012 (112 Fotos)

Weinkaiser-Fotostream Prowein 2011 (90 Fotos).

Das Veranstaltungsprogramm der ProWein 2015 kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden und in der Veranstaltungsdatenbank online durchsucht werden.

Falls Sie oberhalb dieses Textes nicht die Twitterwall sehen (hier ein Screenshot, wie es ausschauen sollte), sollten Sie überprüfen, ob Javascript eingeschaltet ist (das wäre erforderlich) oder ein Skriptblocker das Twitter-Plugin blockiert…

ProWein 2015 Messeplan

In diesem Jahr ist auch schon den kompletten Samstag über in Düsseldorf einiges an spannenden Veranstaltungen geboten. Hier ein kleiner Weinkaiser-Fahrplan für den ProWein-Samstag. Details wie immer auf unserer Terminseite

Veranstaltungsübersicht ProWein Samstag 2015