13. März 2015

Grenache Du Monde 2015 in Perpignan

Category: Veranstaltungen @ 15:38

GDM 2015

Weinverkosten an schönen Orten: Die Organisatoren des dritten Concours International Grenache Du Monde hatten an die bereits sehr frühlinghafte Mittelmeerküste ins südfranzösische Perpignan geladen. Zwei Handybilder vom Veranstaltungsort und dem nahe gelegenen Strand.

Zum Titelbild: die 485 zum Wettbewerb angestellten Weine, ausgezeichnete ebenso wie leer ausgegangene, wurden am Abend nach der Juryverkostung von den 320 Besucher des Abschlussabends offen nachverkostet.

GDM 2015

Diese dritte Ausgabe von Grenache Du Monde hatte 485 teilnehmende Weine von 221 Einsendern: Genossenschaften, Weingütern und Händlern aus sechs Ländern (Frankreich, Spanien, Italien, Mazedonien, Australien und Südafrika).

GDM 2015

Bewertet wurde von 80 professionellen Juroren: Sommeliers, Gastronomen, Winzern, Oenologen, Weinhändlern und Journalisten von Rund um den Globus: Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland, Belgien, USA, Niederlande, Südkorea….

GDM 2015

Der Wettbewerb ist offen für alle Arten von Wein, Herkünften oder Farben, egal ob aufgespritete Weine, Süßweine, Stillweine, Schaumweine oder Likörweine, egal jung oder alt, ob weiß, pink (rosé) oder rot. Einzige Regel: die Weine müssen zu mindestens 60% aus Grenache bestehen.

Verglichen mit Mundus Vini ein Kinderspiel....

Die Gewinner 2015: 150 Medaillen davon 75 Goldmedaillen, 60 Silber und 15 Bronze.

64 Medaillen gab es für Grenache aus Frankreich, davon 43 Medaillen für Weine aus dem Roussillon (29 Gold, 11 Silber und 3 Bronze)
70 Medaillen gehen nach Spanien und 14 nach Italien.

Grenache Du Monde 2015 in Zahlen:
485 angestellte Weine (+24% gegenüber 2014)
150 ausgezeichnete Weine
80 Jurymitglieder
43 Medaillen für Weine des Roussillon
Weine aus sechs Ländern vertreten.

Hier findet ihr die komplette Liste der ausgezeichneten Weine als pdf zum Download.

GDM 2015

Am Vorabend der Events wurden die Südkoreanischen Jurymitglieger bei einer feierlichen Zeromonie incl. Trinkritualen geschlossen in die Weinbruderschaft von Perpignan aufgenommen. Bilder die man so schnell nicht mehr vergisst….

GDM 2015

11. März 2015

Bouvet Ladubay präsentiert La Carafe

Category: Schaumwein,Weinwissen @ 14:43

La Carafe

Master Sommelier und Sommelier-Weltmeister (1998) Markus del Monego hat in Zusammenarbeit mit dem Loire-Schaumweinhaus Bouvet Ladubay eine Schaumwein-Karaffe gestaltet, denn auch viele Schaumweine profitieren vom belüften. Vor wenigen Tagen hatte sie in Köln in einem kleinen Kreis spannender Weinleute Weltpremiere. Ab Sonntag wird sie auf der ProWein einem breiteren Publikum vorgestellt und ab Ende März soll sie dann für ca. 45 Euro im Handel stehen.

Markus del Monego

Im folgenden Video erklärt Sensorik-Experte Markus del Monego das Handling der neuen Schaumweinkaraffe „La Carafe“ und die Gründe für die besondere Form. Die breiten Rillen im engen Hals der Karaffe sollen es ermöglichen, Schaumweine besonders schonend einzufüllen und dabei nur wenig Kohlensäure entweichen zu lassen. Man sucht sich eine der Rillen aus und lässt die Flüssigkeit wie durch einen engen Kanal hinuntergleiten, dabei schäumt im Idealfall nahezu nichts auf.

Einige Teilnehmer waren bereits vor der Veranstaltung von Sinn des Schaumwein-Karaffierens überzeugt, spätestens nach den vorher/nachher Vergleichsproben war auch der letzte Zweifler beeindruckt.

La Carafe

Wir hatten diverse mit- und ohne Karaffe-Vergleiche und immer präsentierte sich die Karaffierte Variante etwas besser. Die einfacheren und nicht besonders lange auf der Hefe gereiften Schaumweine verloren ihre leicht grüne Spitze und die besonders aggressive Kohlensäure, die High-End Schaumweine wie der nur in Magnum gefüllte 2007er Ogmius wirken nach einer Weile in der Karaffe noch mineralischer als direkt aus der Flasche eingeschenkt.

La Carafe im Einsatz

Wenn das so Karaffieren so vorteilhaft ist, warum gibts eine solche Karaffe erst jetzt? Das dürfte an der Zielgruppe liegen. Das breite Publikum, das seine Schaumweine aus klassischen Sektgläsern trinken möchte, wird vom Karaffieren besonders profitieren. Ein Großteil der eingefleischten Weinszene erziehlt einen ählichen Effekt wie beim Karaffieren dagegen bereits seit einigen Jahren, in dem sie ihre Spitzenschaumweine heute meist aus deutlich größeren Gläsern trinken. Ich selbst und ein Großteil meiner Freunde trinke Schaumweine idR aus Burgundergläsern oder sehr großen Weinweingläsern wie dem Zalto Universal Glas. Namhafte Glasproduzenten wie Riedel und Zwiesel Kristallglas nähern sich mit ihren neuen Champagnergläsern diesem Trend an, die Gläser neuen Serien Veritas (Riedel) und Wine Classics Select (Zwiesel Kristallglas) haben ein deutlich größes Volumen als frühere Serien. Für alle, die Weingläser ohne ab Werk vorgesehenen Moussierpunkt verwenden, hat sich Bouvet auch etwas einfallen lassen: Mit dem Metalstift „The Bubble Brush„, der an der Spitze winzige Diamantsplitter trägt, lassen sich in jedem Glas kleine Kratzer erzeugen, an denen Schaumweine dann leichter ihre Bläschen bilden können.

The Bubble Brush
The Bubble Brush

Sollte ich nun jeden Schaumwein karaffieren? Das kommt auf den Einzelfall an. Es gibt mehrere potentielle Gründe, einen Schaumwein zu karaffieren. Genau wie es „verschlossene“ Weine gibt, die Luft brauchen um ihr volles Aroma zu entfalten, so gibt es auch Schaumweine auf die das zutrifft. Z.B. gerade erst degorgierte, noch sehr hefige oder sehr reduktiv (verkürzt: ohne Sauerstoffkontakt) ausgebaute Schaumweine. Daneben gibt es Schaumweine, deren Kohlensäure man sensorisch (in der Nase) als etwas zu agressiv wahrnimmt (das müssen gar nicht unbedingt die sein, die auch besonders stark schäumen). Das Spitze, manchmal als unreife/grünliche Säure oder auch als bitter wahrgenommene Geruchs- oder Geschmacksbild, das manche Schaumweine direkt nach dem eingießen haben, wird durch einige Minuten in einer Karaffe deutlich abgemildert, ohne dabei zuviel Perlage/Lebendigkeit zu verlieren. Karaffieren kann auch alte/sehr reife Schaumweine wiederbeleben, die nach Jahrzehnten unter ihrem Korken etwas müde geworden sind. Gerade hier ist allerdings besondere Vorsicht geboten, der intensive Kontakt mit Sauerstoff kann auch den gegenteiligen Effekt haben und manch alter und fragiler Wein/Schaumwein oxidiert innerhalb von Minuten komplett.

La Carafe

Die komplette Weinkaiser-Fotoserie von der Premieren-Veranstaltung im Kölner Weinlokal Vintage findet ihr auf unserer Facebook-Seite.

TV-Koch Stefan Marquard im Gespräch mit Bouvet Ladubay CEO Patrice Monmousseau

Es gibt übrigens noch weitere prominente Freunde des Schaumwein-Karaffierens….

1. März 2015

ProWein 2015 Tweetwall / Twitterwall

Category: Veranstaltungen @ 15:47


Vom 15.-17. März findet in Düsseldorf die ProWein 2015 statt. Hier gibts ständig die neusten Tweets zur ProWein 2015 und auf der Weinkaiser-Facebookseite findet ihr während der Messe wie immer einen kommentierten Fotostream.


Hier noch mal die Link zum den kommentierten Fotosammlungen der letzten Jahre:

Weinkaiser-Fotostream ProWein 2014 (111 Fotos). Bei der Prowein 2014 gab es noch zwei weitere Weinkaiser-Fotoserien: von der Challenge Euposia Verleihung und der Caractères & Terroirs de Champagne Veranstaltung.

Weinkaiser-Fotostream ProWein 2013 (57 Fotos)

Weinkaiser-Fotostream ProWein 2012 (112 Fotos)

Weinkaiser-Fotostream Prowein 2011 (90 Fotos).

Das Veranstaltungsprogramm der ProWein 2015 kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden und in der Veranstaltungsdatenbank online durchsucht werden.

Falls Sie oberhalb dieses Textes nicht die Twitterwall sehen (hier ein Screenshot, wie es ausschauen sollte), sollten Sie überprüfen, ob Javascript eingeschaltet ist (das wäre erforderlich) oder ein Skriptblocker das Twitter-Plugin blockiert…

ProWein 2015 Messeplan

In diesem Jahr ist auch schon den kompletten Samstag über in Düsseldorf einiges an spannenden Veranstaltungen geboten. Hier ein kleiner Weinkaiser-Fahrplan für den ProWein-Samstag. Details wie immer auf unserer Terminseite

Veranstaltungsübersicht ProWein Samstag 2015

15. Februar 2015

Gewinnerweine Ahrwein des Jahres 2014

Category: Veranstaltungen,Wein @ 16:47

Mit 559 Hektar Weinbergen ist das Ahrtal eines der kleinsten Weinanbaugebiete Deutschlands. Spätburgunder ist dabei mit mehr als 367 Hektar die beherrschende Rebsorte der Region und zugleich die weltweit in Fachkreisen am höchsten angesehene rote Rebsorte. Er wächst auf Lösslehmböden, Steinverwitterung und auf vulkanischem Gestein wie Grauwacke und Schiefer.

Ziel des jährlich stattfindenden Weinpreises „Ahrwein des Jahres“ ist, auf die Spitzenerzeugung von Ahrweinen hinzuweisen. Die Auszeichnung soll Herstellern, Winzern und Weingenießern ein Forum bieten, das zum einen den Vergleich der Weine untereinander zulässt, eine wertvolle Entscheidungs- und Orientierungshilfe beim Weineinkauf bietet und zum anderen auf die Besonderheiten des Ahrtals hinweist. Die Gewinnerweine der jeweiligen Kategorie gehören zu den besten Spätburgunder-Weinen Europas und überzeugen durch ein perfektes Preis-Genussverhältnis

Das von Alexander Kohnen in Ahrweiler gegründete International Wine Institute (IWI) und die Kreissparkasse Ahrweiler haben 2012 die Initiative für diesen neuen Weinpreis übernommen und auch das Land Rheinland-Pfalz mit ins Boot geholt. Das ist insofern wichtig, da in Deutschland nur mit Erfolgen bei amtlich anerkannten Weinwettbewerben auf den Flaschen (z.B. mit Aufklebern, Medaillen oder Plaketten) geworben werden darf.


Mit der Aufspaltung in die Kategorien „Klassiker“, „Premium“ und „Kultwein“ schaffte man die nötigen Rahmenbedingungen, dass auch die renommierten VDP-Betriebe an diesem Wettbewerb teilnehmen. Wenn es nur eine Kategorie gibt, ist vielen erfolgreichen Betrieben das Risiko regelmäßig zu hoch, dass ihr berühmtes Großes Gewächs für 60 Euro und mehr plötzlich vom 9-Euro-Wein eines unbekannten Nachbarn geschlagen wird.

„Mit den begehrten Auszeichnungen möchte das IWI auf die erstklassigen Spätburgunder national und international hinweisen. „Das Preis-/Genussverhältnis ist weltweit betrachtet sehr gut. Den Weinabsatz in der Region zu fördern und auf die Kulturregion mit ihren vielen Facetten und Freizeitangeboten hinzuweisen, ist das Ziel dieses Wein-Wettbewerbes“, so Alexander Kohnen, Inhaber der internationalen Schulungsinstitution für Sommeliers und Weinhändler.

Fünfundzwanzig selbstvermarktende Winzer und zwei Genossenschaften stellten insgesamt 103 Weine in sechs Kategorien an. Schon heute genießen die Ahrweine des Jahres in den Kategorien „Kultweine“, „Premiumweine“ und „Klassiker“ eine hohe Anerkennung bei Weineinkäufern und Weingenießern. Mit den Sonderpreisen „Bester Frühburgunder“, „Bester Winzersekt“ und „Bester Blanc de Noir“ zeigen die Ahrtaler Winzer ihr gesamtes Können. Der Weinpreis „Ahrwein des Jahres“ ist vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten nach § 30 der Weinordnung zugelassen und dokumentiert so eine neutrale und rückverfolgbare Bewertung aller Spitzenweine.

Die Sonderpreise „Bester Frühburgunder“, „Bester Winzersekt“ und „Bester Blanc de Noir“ wurden ebenfalls ermittelt. Die Anforderungen an die jeweiligen Kategorien waren hoch. Es spricht für sich, dass die Trauben von bester Qualität und aus dem Ahrtal kommen mussten. Ermittelt wurden in den jeweiligen Sonderpreisen die jeweils besten drei Erzeugnisse. Angestellt wurden in diesem Jahr 19 Blanc de Noirs, 9 Winzersekte und 20 Frühburgunder.

Verkostet und bewertet hat die Jury die ausschließlich trockenen Spätburgunder in den Kategorien:

Klassiker“ für traditionelle Weine mit sehr gutem Preis-/Genussverhältnis,
Premium“ für Weine mit höchster Qualität und
Kultweine“ für Spätburgunder von großem internationalem Format.

Die Ahrweine des Jahres 2014:

Kategorie „Klassiker“:
2013 Ahrweiler Rosenthal Spätburgunder Qualitätswein trocken
Weingut Ernst Sebastian (Dernau)

Kategorie „Premium“:
2012 Neuenahrer Sonnenberg „R“ Spätburgunder Qualitätswein trocken
Weingut Peter Kriechel (Walporzheim)

Kategorie „Kultwein“:
2011er Heimersheimer Burggarten Spätburgunder „R“ Qualitätswein trocken
Weingut Burggarten, Paul Schäfer & Söhne (Heppingen)

Sonderpreise:

Bester Frühburgunder
2011 Hommage Sanct Peter Walporzheimer Pfaffenberg Frühburgunder Qualitätswein trocken
Brogsitter Weingüter (Grafschaft)

Bester Blanc de Noir
2013 Ohse helle Bujunde Blanc de Noir Qualitätswein trocken
Weingut Peter Lingen (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

Bester Winzersekt
Cuvée Pinot Sekt brut
Weingut Nelles (Heimersheim)


Die siebenköpfige Jury eingerahmt von den Vertretern des Hauptsponsors Sparkasse Ahrweiler (links) und Organisator Alexander Kohnen (rechts). Die Jury bestand wie in den Vorjahren aus einigen der bekanntesten deutschen Weinexperten:


Caro Maurer, Master of Wine.


Michael Schmidt, Weinjournalist und Deutschlandexperte im Team von Jancis Robinsons Purple Pages.


Sebastian Bordhäuser, einer der besten Sommeliers Deutschlands.


Steffen Schindler, Marketingdirektor des Deutschen Weininstitutes.


Christina Fischer, ehemalige Sommelière und heute Deutschlands bekannteste Foodpairing Expertin.


Christoph Dirksen, langjähriger Gault Millau Redakteur und ehemaliger Chefsommelier in der Schwarzwaldstube bei Harald Wohlfart und später Chefsommelier im Schloßhotel Lerbach bei Dieter Müller.


Ralf Kaiser, Autor dieser Zeilen.

19. Januar 2015

Unbekanntes Friaul: Pordenone with Love

Category: Tourismus,Veranstaltungen @ 21:16

Pordenone with Love

Die nach der gleichnamigen Stadt benannte Provinz Pordenone liegt der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien. Im Dezember hat sie sich als Wein- und Tourismusregion mit einer großen Veranstaltung im Wiener Museumsquartier präsentiert. Touristisch kann die Region, die mit roten Herzen und dem Slogan „Pordenone with Love“ wirbt, vor allem mit den zum UNESCO Welterbe zählenden Friaulischen Dolomiten glänzen. Wem Wein- oder Gebirgswanderungen nicht mehr ausreichen, der findet hier Wildwasser- und Kletterrouten die es in sich haben.

Pordenone Provinz in der Region Friaul-Julisch Venetien in Norditalien

Nach einem kurzen Seminar über die Region ging es an die Verkostungsstände. In der Region wird eine wilde Mischung aus internationalen und uralten autochthonen (alteingesessen) Rebsorten angebaut. Offiziell sind derzeit rund 350 autochthonen Rebsorten in Italien registriert, die noch angebaut werden. Bereits davon besitzt bereits gut die Hälfte keine kommerzielle Bedeutung mehr. Weitere 300+ italienische Rebsorten sind inzwischen in Genbanken erfasst, werden aber nicht mehr angebaut. Die größe Anzahl – weit mehr als tausend Rebsorten – sind noch gar nicht katalogisiert, weil von ihnen nur noch einzelne Stöcke existieren. Allein bei einer vor wenigen Jahren in Kalabrien durchgeführten Studie stießen Experten auf 100 weitere, noch niemals wissenschaftlich beschriebene Sorten.

Gute Stimmung an den Verkostungsständen

Ganz typisch für viele dieser alten Sorten ist, dass oft nur noch ein einziger Betrieb diese Varietäten kultiviert und ausbaut. So auch bei Emilio Bulfon, der Weine aus Forgiarìn, Sciaglìn, Ucelùt, Moscato Rosa sowie diverse weitere Raritäten präsentierte.

Weine aus autochthonen Rebsorten von Emilio Bulfon

Am meisten Spaß hatte ich am Stand der Tenute Tomasella, wo Annette Lizotte aus der #Winelover Online Community Weine aus deutlich bekannteren Rebsorten (Chardonnay, Glera, Weißburgunder…) und vor allem wunderbar gelungene Schaumweine (Prosecco, Spumante Rigole Brut) für sehr kleines Geld präsentierte.

Annette Lizotte von der Tenute Tomasella

Die Veranstaltung in Wien war ein echtes Highlight für die Region. Sogar Giorgio Marrapodi, der neue italienische Botschafter in Österreich war zu Gast und sprach ein (von der jungen Dame rechts charmant übersetztes) Grußwort.

Botschafter Giorgio Marrapodi bei seinem Grußwort im Museumsquartier

Sogar das ORF war zu Gast und berichtete ausführlich über die Präsentation und ein neues Friaul-Buch der ehemaligen Journalistenkollegen Gisela Hopfmüller und Franz Hlavac, das auf der Veranstaltung vorgestellt wurde.

ORF im Interview mit Botschafter Giorgio Marrapodi

Weitere Fotos der Veranstaltung findet ihr auf der Facebookseite von Weinkaiser.de.

8. Januar 2015

Entspannte Größe von der Mosel

Category: Weinrallye @ 00:46

Von Marc Herold

Weinwichteln – Weinrallye

Wein geschenkt zu bekommen, ist an sich schon großartig. Wenn der Wein noch dazu von der Mosel kommt, kann nichts mehr schief gehen. Mein Weinpaket kam von Harald Steffens vom Weingut Steffens-Keß in Reil.

Der Wichtel fiel dann sogar noch grösser als erwartet aus, und enthielt eine Flasche Reiler Goldlay Riesling Auslese trocken von 2009 zusammen mit einer trockenen Spätlese aus 2013.

Harald Steffens ist nicht nur ein sympathischer Winzer sondern darüber hinaus noch Weinblogger und Vinocamp-Teilnehmer der ersten Stunde. Er schafft es auf seinem Blog „Bildergeschichten aus dem Weingut Steffens-Kess“ die Winzerarbeit einfach und plastisch zu erklären und den Moselweinfans zu zeigen, was für eine ungeheure Arbeit ökologischer Weinbau in Steillagen bedeutet. Auf dem Vinocamp sind seine ehrlichen und unterhaltsamen Fragestunden zum Winzeralltag eine lebendige Tradition geworden.

Im Hause Herold ist das weihnachtliche Fondue eine noch viel länger bestehende Tradition wobei ich natürlich vor meinem geistigen Auge die Fragezeichen in den Mienen der Leser sehe „Er wird doch keinen Riesling zum Fleischfondue trinken?“ Doch, er wird. Die trockene Auslese passte dann auch sehr schön zu dem in Brühe gegarten Rinderfilet und den Dips. Die leichten Reifenoten und die reife Säure passen prima zu dem Fleisch und die Zitrus – und Grapefruitaromen schlagen die Bücke zu den fruchtigen Bestandteilen der Saucen.

Aber auch allein getrunken macht der Wein viel Spaß. Trockene Weine von der Mosel haben ja manchmal etwas Angestrengtes oder sind nicht wirklich trocken. Diese trockene Auslese wirkt allerdings völlig unangestrengt und perfekt ausgewogen. Hier hätte ich gerne ein paar mehr Flaschen um zu sehen, wie der Wein in vier oder fünf Jahren schmeckt.

Die trockene Goldlay Spätlese aus 2013 zeigt sich dagegen jahrgangstypisch schlank, mit einer sehr kernigen Säure und einer noch recht grünen Aromatik. Aber auch hier beeindruckt die handwerkliche Klasse und die Unangestrengtheit, die der Wein ausstrahlt. Harald schafft es, harte Arbeit im Weinberg in entspannten Genuss im Glas zu verwandeln.

In ein paar Jahren wird die 13er Spätlese ihr inneres Gleichgewicht gefunden haben und bestimmt wieder zu einem Weihnachtsmenü passen. Vielleicht habe ich ja auch dann wieder Glück beim Wichteln.

27. Oktober 2014

Ein Abend mit viel Durst!

Category: Wein @ 22:02

Andreas Durst in seinem Fasskeller....

Chris T. Gampe ist Vinophiler Käsedealer in Berlin. Der 34-Jährige ergreift hier und drüben bei Dirk Würtz gelegentlich als Gastblogger das Wort.

Von

Es ist 10:00 Uhr morgens. Der Bass der letzten Stunden wabert immer noch durch meinen verschwitzen Körper. Mein Mund ist trocken, mein Hemd zerrissen, ich habe Glitzer im Gesicht und mein Handy ist weg…..

Doch von Anfang an.

Gestern Abend habe ich mal wieder ein paar Leute zum gemeinsamen Abendessen eingeladen. Ich mache das einmal im Monat. Die Runde besteht aus den unterschiedlichsten Charakteren. Einer von Ihnen ist René. Er ist der totale Unsympath wenn Kokain mit im Spiel ist, ansonsten ist er jedoch sehr einfühlsam und hilfsbereit. Britta, die mittlerweile eine kleine Buchhandlung im Berliner Friedrichshain führt, ist auch mit am Start. Sie wird heute durch ihren Bekannten begleitet, einem Partytourist aus Barcelona, der im Berghain zu wohnen scheint.

Durst Weine

AngelDu(r)st, 2013, Pfalz/Rheinhessen, Riesling/Sylvaner

Zur Begrüßung schenke ich heute den AngelDu(r)st aus. Einem Wein vom Fotografen und Winzer Andreas Durst (Pfalz) der den Sylvaner beisteuert und dem Winzer Albrecht Engel (Rheinhessen), der für die nötige Dosis Riesling verantwortlich ist.

In der Nase frisch gemähtes Gras, verschiedene Fruchtnoten wie Birne und Stachelbeere sowie grüne Walnüsse. Der Wein ist nicht „laut“, ganz im Gegensatz zu dem steigenden Geräuschpegel in meinem Apartment.

Am Gaumen kickt eine wirklich brutal kräftige Säure auf meine Geschmacksnerven. Das ist kein Anfängerwein, aber ein perfekter Anfang für diesen Abend!

Durst Weine

Die Gäste unterhalten sich und trinken. Das ist der erste gute Moment, um mich kurz in die Küche zu verabschieden.

Immer wieder höre ich aus dem Wohnzimmer die lautstarke Stimme von René:

„Ich bin Bestatter. Ja verdammt, ich bin 28 Jahre alt und Bestatter. Das kommt bei keinem ersten Date gut an, wenn du irgendwann sagst: „und ich bin übrigens Bestatter, Baby, wollen wir zu mir oder zu dir?“

Sein Vater, dem die Firma „Ihr Sarg und unsere Sorge“ gehörte, ist letztes Jahr frühzeitig verstorben.

In der Zwischenzeit brate ich die Jakobsmuscheln kurz und heftig auf beiden Seiten an, sodass sie im Inneren schön glasig bleiben und löse für die Sauce ein paar Safranfäden in Weißwein auf.

Sylvaner 2013, Andreas Durst

Diesen Wein werde ich auch zur Vorspeise servieren. Ich habe ihn vorher kurz durch die Karaffe gejagt, damit er schneller zugänglich wird. Dieser Silvaner ist für mich eher ein Riesling. Er ist knochentrocken, wie alle der Durst`schen Weine und unheimlich mineralisch. Leichte Bitternoten und eine fantastische Salzigkeit wirken animierend und versprechen hohen Trinkfluss. Während des Kochens muss ich mich zurückhalten weiter zu trinken, denn vom Sylvaner habe ich für den heutigen Abend nur zwei Flaschen parat.

Die Jakobsmuscheln und die Safransauce sind fertig. Ich brate noch ein paar Speckstreifen von der uckermärkischen Sau an, um das Gericht abzurunden.

Die Vorspeise kommt super an, genauso wie der Wein. Das leicht rauchige, salzige des Specks, die Röstaromen der Jakobsmuschel, sowie die sanfte Bitternote des Safrans spiegeln perfekt das Aromenspektrum des Sylvaner von Andreas Durst wider.

René kommt weiterhin auf Touren und schüttet sich und den anderen Gästen fleißig nach, sodass sich die zweite Flasche auch zügig leert.

Durst Weine

Der Große Durst WB/GB 2013

Zurück in der Küche richte ich das dazu passende Sashimi bestehend aus Meeraal, Thunfisch, Lachs, Schwertfisch und Makrele an. Dazu gibt es Sojasauce und frisch geriebenen Meerrettich aus Brandenburg dazu.

Im Glas rieche ich etwas Holunder und Birne sowie weißen Pfeffer und frisch geriebenen Muskat. Nach einigem Schwenken purzeln auf einmal verschiedene exotische Früchte wie Maracuja, Ananas und Stachelbeere aus dem Glas. Das ganze wirkt stets elegant und niemals plump. Die feine spitze Säure trennt diesen Wein rasiermesserscharf von den sonst so üblichen und belanglosen „Allerweltsburgundern“.

Die ersten Technoplatten werden aufgelegt und füllen den Raum mit wummernden Bässen und graden 4/4 Beats!

Während die Gäste im Wohnzimmer ihren Spaß haben, nehme ich den über Nacht marinierten Schweinebauch aus dem Kühlschrank und lege ihn in eine Reine. Der Ofen ist auf 220 Grad Celsius vorgeheizt und ich schiebe das Teil hinein. Dazu werde ich Jasminreis und knackiges Wokgemüse servieren.

Durst Weine

Dorf, Spätburgunder 2011, Andreas Durst

In der Nase erst rauchig und verhalten. Etwas später, nach dem Karaffieren, springen mir dann fruchtige Walderdbeeren ins Gesicht. Der Wein hat Druck, Kraft und Frische zugleich und ist für 10 € ein absoluter Knaller. Das ist für mich ein asiatischer Schweinebauchwein!

Die Stimmung ist grandios, sowie diese Weine. Gegen halb drei schlägt der Partytourist aus Barcelona vor ins Berghain zu gehen. Auf dem Weg zum Taxi bekomme ich schon die erste Ladung Glitzer an die Wange geschmiert.

Der Dorfwein begleitet uns noch bis vor die Tür des Großstadtclubs….

Durst Weine