23. Oktober 2014

Traditionsweingut Koehler-Ruprecht verlässt VDP

Category: News @ 22:31

Koehler-Ruprecht Kallstadter Saumagen Riesling Auslese trocken R

Das bekannte Weingut Koehler-Ruprecht aus Kallstadt (Pfalz) ist seit 1926 Mitglied im Verband der Prädikatsweingüter (anfangs im Verein der Naturweinversteigerer der Rheinpfalz, dem Vorläufer des VDP Pfalz). Diese Woche hat CEO Dominik Sona seinen Austritt aus dem VDP zum Jahresende bekanntgegeben.

In jedem Jahr verlassen zwei-drei Betriebe den Verband, meist hat das mit sinkender Weinqualität zu tun. Im Fall Koehler-Ruprecht allerdings hat es nicht im geringesten mit der Weinqualität zu tun und war für Insider trotzdem schon eine ganze Weile erwartbar. Ernst wurde es mit dem im Sommer 2012 in Neustadt gefassten Beschluss des VDP, künftig alle trockenen Lagenweine nur noch als Qualitätswein (und damit ohne Prädikatsangabe) zu bezeichnen. Anfänglich wurde die Tragweite dieser Entscheidung von vielen Beteiligten und Kommentatoren unterschätzt, da der Verband unzählige Ausnahmeregelungen genehmigte oder duldete. Damit soll nun jetzt Schluss sein. Am 03. Juli dieses Jahres hat der VDP auf seiner Bundesmitgliederversammlung im Hattenheimer Weingut Balthasar Ress beschlossen, die Vielzahl der bisher geduldeten Ausnahmeregelungen auslaufen zu lassen. Diese Entscheidung fiel einstimmig, man muss dabei allerdings berücksichtigen, dass auf den Bundesmitgliederversammlungen der Prädikatsweingüter nicht jeder einzelne Mitgliedswinzer stimmberechtigt ist, sondern die Regionalverbände jeweils eine Stimme für fünf Mitglieder haben. Die klare Mehrheit hat sich für diesen Weg entschieden, einer kleinen Anzahl von Mitgliedsbetrieben unterschiedlicher Regionen bereitet sie allerdings echte Probleme.

So auch dem Nahe-Weingut Tesch, das schon zu Jahresbeginn keinen Sinn darin sah, seine erfolgreiche und über viele Jahre aufgebaute eigene Klassifikation mit unterschiedlichen Kabselfarben für unterschiedliche Lagennamen aufzugeben und auch die Konsequenzen zog. Bei VDP Mitgliedsbetrieben dürfen trockene Weine künftig nur noch mit Lagennamen gekennzeichnet sein, wenn es sich um Große Gewächse oder Erste Gewächse handelt (auch Erste Gewächse sind laut VDP-Mitgliedsstatuten nur noch in einem Teil der Regionen zulässig).

Grundsätzlich halte ich die vom VDP angestrebte Vereinfachung des Bezeichnungsrechts für absolut sinnvoll, da schon in Deutschland nur ein sehr kleiner Teil der Weininteressierten (im Ausland schlicht niemand) die Vielzahl der aktuellen Bezeichnungen auf den deutschen Weinetiketten richtig versteht. Für einen Betrieb wie Koehler-Ruprecht allerdings, dessen trockene Spätlesen und Auslesen mit den Zusätzen R und RR seit mehr als 20 Jahren zu den wenigen auch international bekannten und gesuchten Ikonen des deutschen Weinbaus zählen, wäre es schlicht schwachsinnig, diese etablierte und wertvolle Marke aufzugeben, künftig alle Rs und RRs von den Etiketten wegzulassen und fortan nur noch ein GG und einen trocken Ortswein zu füllen. Sowohl das Weingut (das künftig auf einige Vermarktungskanäle verzichten muss) als auch der Verband (der ein langjähriges und sehr renomiertes Mitglied verliert) bedauern die Entscheidung, nachvollziehen kann sie allerdings nahezu jeder.

VDP-Präsident Steffen Christmann: “Klar ist es schade wenn jemand den Weg nicht weiter mit gehen will. Gerade auch wenn man im Gespräch ist. Aber letztlich beruht eine so große Gruppe immer auf dem Kompromiss und der Bereitschaft seine eigenen Ziele einzuordnen.”

Werden weitere Austritte folgen? So extrem wie bei Koehler-Ruprecht, die in guten Jahren auf fünf-sechs bekannte Spitzenweine verzichten hätten müssen, stellt sich die Situation selten dar. Oft geht es nur um einen lange etablierten Wein, für den eine neue Lösung gefunden werden muss (z.B. Künstlers bisherige trockene Goldkapselauslese), die Frage des Lagenverbrauchs und den Angabe von Lagennamen ausschließlich auf GGs und EGs bereitet aktuell hingegen noch diversen Mitgliedswinzern starke Bauchschmerzen, gerade den Betrieben, die sehr große Flächen in Spitzenlagen besitzen.

Pressemitteilung des Weinguts Koehler-Ruprecht:

Als langjähriges Mitglied im “Verein der Naturweinversteigerer der Rheinpfalz” gehört das Weingut Koehler-Ruprecht seit 1926 dem heutigen VDP an. Eine Tradition, die alle Beteiligten mit Stolz erfüllt.

Diese Ära endet nun. Das Weingut verlässt die Reihen des VDP zum 31.12.2014. Geschäftsführer Dominik Sona und die Besitzerfamilie Sauvage bedauern es sehr, diesen Schritt gehen zu müssen.

Der Austritt des Weinguts steht am Ende einer langen Entwicklung, zu dessen Beginn 1997 eine gemeinsame “Erklärung zur Lage” mehrerer Weingüter, darunter auch Koehler-Ruprecht, stand. Darin wurden Kriterien für die Erzeugung hochwertiger trockener Rieslinge aus besten Lagen festgelegt.

Der Grund unseres Austritts beruht im Wesentlichen auf der Übereinkunft der Kollegen, dass künftig alle trockenen Weine nur noch als Qualitätswein bezeichnet werden sollten und damit angereichert werden dürfen. Koehler-Ruprecht hingegen produziert aus Überzeugung Prädikatsweine, die in der ursprünglichen Tradition der Naturweinversteigerer stehen. Nicht angereicherte Moste sind für uns die Voraussetzung für authentische Weine, die ihren Jahrgang widerspiegeln.

Weiterhin sieht die neue VDP-Klassifikation mit dem Lagenverbrauch vor, dass aus einer “VDP.GROSSE LAGE” – und als diese ist unsere wichtigste Lage Kallstadter Saumagen klassifiziert – nurmehr ein trockener Rieslingwein erzeugt weerden darf. Eine Einschränkung, die unserer Philosophie diametral gegenübersteht und gegen unser Credo, kompromisslose Weine zu erzeugen, verstößt.

Wir sind der festen Überzeugung, dass nicht das Bezeichnungsrecht einen großen Wein definiert, sondern nur der Wein selbst. Da die 2012 im “Neustadter Beschluss” festgelegte Klassifikation von allen VDP-Betrieben mit dem Jahrgang 2012 umgesetzt werden muss, sind wir gezwungen, die Mitgliedschaft zu beenden.

Die Rolle der trockenen Prädikatsweine für Koehler-Ruprecht

In unserer Hauslage Kallstadter Saumagen, die durch unsere Weine weltweite Bekanntheit erlangte, erreichen wir durch verschiedene Lesedurchgänge eine Vielzahl an (trockenen!) Prädikatsweinen, die aufgrund ihrer Grundverschiedenheit in puncto Alkohol, Dichte und Mineralität ihre Berechtigung haben.

Wir möchten auch weiterhin in der Tradition des Naturweins stehen. Ein Begriff, der zwar seit 1971 nicht mehr geführt werden darf, für Koehler-Ruprecht aber nach wie vor große Bedeutung besitzt.

Die Prädikate richten sich nicht streng nach den Oechslewerten, der Reifemessung, sondern vielmehr nach dem Geschmack. Sie beschreiben den Charakter der Weine: Die leichtesten und eher erfrischenden Essenbegleiter werden als Kabinett bezeichnet, die am stärksten von der Mineralität geprägten Rieslinge als Spätlese und die komplexesten als Auslese. Die Trauben mit dem feinsten Aroma sind die Grundlage für die “R” und “RR”-Rieslinge, die als Reserve erst nach bis zuu 7 Jahren Reife in den Verkauf kommen.

Zu den neuesten Entwicklungen in der Geschichte des Weinguts Koehler-Ruprecht

Mit dem seit einigen Jahren geplanten und 2009 realisierten Verkauf ging eine Familienära zu Ende. Die neuen Besitzer, die Familie Sauvage, der auch das Weingut Burn Cottage gehört, ist dem Weinbau von Herzen verbunden.

Bernd Philippi war dem Weingut auch danach noch ein wertvoller Ratgeber, die treibende und den Stil bewahrende Kraft ist jedoch seit mehr als 4 Jahren Dominik Sona. Er und sein Team führen das Weingut im Sinne von Bernd Philippi weiter.

So steht Koehler-Ruprecht auch weiterhin für: Lange Reife der Trauben am Stock und der Weine im traditionellen Holzfass sowie lange Flaschenreife bei den Top-Qualitäten und einer Klassifikation nach Prädikaten, um der Überzeugung vom einzigartigen Koehler-Ruprecht-Stil besonderen Ausdruck zu verleihen. Der Stil von Koehler-Ruprecht kennt keine Moden.

25. September 2014

I am Franzen

Category: Wein @ 14:30

Franzen 2013er Kollektion

Chris T. Gampe ist Vinophiler Käsedealer in Berlin. Der 34-Jährige wird hier künftig gelegentlich als Gastblogger das Wort ergreifen. In den Sozialen Medien ist er bereits seit langem regelmäßig rund um das Thema Wein aktiv. Dies ist sein erster Blogbeitrag.

Von

Der erste Sex ist meistens ausbaufähig. Der erste Artikel auch.

Eines Vorneweg. Klar sind die 2013er zu jung, aber ich habe keine Lust den Artikel in 2-3 Jahren zu schreiben. Alle auftretenden Personen sind frei erfunden die Weine und ihre Wirkung aber sehr real!

Es geht heute um die Weine vom Weingut Franzen aus dem Ort Bremm an der Mosel. Dem wohl bekanntesten Ort der Moselschleife im Herzen der Calmont Region. Kilian Franzen führt das „Wertvolle Erbe“ mit seiner Frau Angelina nun seit 2010 gemeinsam. Ungewollt und ungeplant früh, dafür aber unheimlich gut. Das Schicksal wollte es so. Wir haben September 2014 in Berlin. Gerade ist der Altweibersommer zurückgekehrt, wenn auch nur für eine Woche, danach ist Schluss mit Minirock, Flip Flops und Eis am Stil. Die perfekte Gelegenheit sich noch mal die Sommeratmosphäre ins Glas zu holen. Also Flasche auf, Rüssel rein und Sonne an.

Der Sommer war sehr groß 2013
Die Rieslingtrauben dieses Weines stammen zum größten Teil aus dem Bremmer Calmont einem der steilsten Weinberge Europas. 50 Jahre alte Rieslingreben geben außerdem ihr bestes. In der Nase treffe ich auf frische Zitrusnoten, etwas süßlich in Richtung Amalfizitrone und Zitronenthymian, dann etwas gelber reifer Apfel. Am Gaumen kommt der Wein richtig saftig rüber gepaart mit einer gewissen Süße und Würze (grüner Pfeffer). Die tragende Säure vereint alle Komponenten zu einem recht freudigen Trinkspaß. Ein sehr fruchtiger Wein der nach einem Zitronenhähnchen aus dem Ofen schreit. Flasche leer? Trinkfluss Punkte: 2 von 5 Tropfen

Ich führe hiermit eine neue Punkteskala ein. NEIN! Wir haben noch nicht genug ;) Meine Skala ist außerdem sehr einfach zu verstehen und bezieht sich nur auf das Eine. Das Saufen, sprich den Trinkfluss. Frei nach Trappatoni: Flasche leer? Sie hat sonst keine weitere qualitative Aussage oder Bedeutung!

Neefer Frauenberg Riesling 2013
Weiter geht es mit dem Neefer Frauenberg Riesling 2013 (Lagenwein). Uiuiui. Schlank und elegant am Gaumen, das genaue Gegenteil von mir. Und da mich Gegensätze reizen ist das genau mein Ding. In der Nase etwas Grüne Feige und dezente Noten von grünem Tee. Am Gaumen dann eine betörend salzige Mineralik die nach einem zweiten und dritten Glas schreit. Das ist für mich schon sehr weit vorne in diesem Preissegment (10,90 €). Dieser Wein ist mein allein!! Flasche leer? Trinkfluss Punkte: 5 von 5 Tropfen

Bremmer Calmont Riesling 2013
Der Bremmer Calmont Riesling 2013 (Lagenwein) steht direkt gut temperiert neben dran. Und da ich keinen Korkenzieher brauche (Schraubverschluss) drehe ich ihm, noch euphorisiert vom Neefer Frauenberg einfach den Hals um. Hastig schenke ich mir ein Glas des goldgelb funkelnden Rebensaftes ein. Jetzt gehts ab! Als würden süßliche Zitronen Hand in Hand mit den Pampelmusen auf einer imaginären Rutsche aus Schiefer in meinen Rachen fließen. Das ist GENIAL. In meinem Übermut schmeiße ich aus Versehen das Glas vom Tisch aber anstatt die Scherben aufzukehren hole ich mir ein neues Glas aus dem Schrank und schütte nach. Irgendwie kommt mir das wie eine Symbiose aus dem Wein „Der Sommer war sehr groß“ und dem „Neefer Frauenberg“ vor. Die lebendige Säure tanzt auf meiner Zunge und ich habe meinen Spaß. Flasche leer? Trinkfluss Punkte: 3 von 5 Tropfen

Meine Frau ruft mich zum essen. Ich will hier nicht weg, denke ich mir. (more…)

11. September 2014

Anne Krebiehl – Deutschlands fünfte Master of Wine

Category: Allgemein @ 21:20

Institute Master of Wine

Die Ausbildung zum Master of Wine gilt als die schwierigste Herausforderung in der Weinwelt. Bisher haben 319 Absolventen aus 24 Ländern den meist kurz MV genannten Titel erworben, der 1953 erstmals vergeben wurde. Aus Deutschland hatten diese Ausbildung bisher vier Weinexperten absolviert:

  • Markus Del Monego, ehemaliger Sommelier-Weltmeister
  • Frank Röder, Weinhändler (VIF)
  • Jürgen Van der Mark, badischer Winzer und Geisenheim-Absolvent
  • Caro Maurer, Journalistin

Seit dieser Woche gehört auch Anne Krebiehl zu diesem erlauchten Kreis. Sie ist Deutschlands fünfte Master of Wine und die zweite Frau von hier, die diesen Abschluss erreicht hat.

Aufgewachsen im Schwarzwald, lebt Anne Krebiehl seit vielen Jahren in London. Am dortigen Institute Master of Wine hat sie nun die (schon im seltenen Idealfall) mindestens drei Jahre andauernde Ausbildung abgeschlossen. In der jüngeren Weinszene ist das sympathische und lebenslustige “Schwarzwälder Mädel in London“, wie sich sich selbst gelegentlich beschreibt, auch seit langem bekannt. Bei Twitter findet man sie beispielsweise unter twitter.com/AnneInVino

Anne arbeitet als freie Journalistin und schreibt u.a. für The World of Fine Wine, Harpers Wine & Spirit, The Drinks Business, Imbibe, Falstaff, Vinum, The Financial Times, Wine Enthusiast, Spectator Scoff!, Sommelier India, Decanter, Weinwelt, Connoisseur Magazine und den London Evening Standard. Seit September 2013 ist sie u.a. auch die feste Österreich-Verkosterin für das amerikanische Wine Enthusiast Magazine. Daneben tritt sie als Dozentin auf und berät Restaurants in Sachen Weinauswahl. Auf ihrer Website kann man eine ganze Reihe ihrer Zeitschriften-Beiträge nachlesen: anneinvino.com/writing/

In Deutschland konnte man sie zuletzt als Referentin beim Internationalen Spätburgunder Symposium 2014 in Bad Neuenahr erleben. Hier hielt sie einen Vortrag darüber, wie extrem sich die internationale Wahrnehmung von Deutschem Spätburgunder mit der Zeit gewandelt hat. Ein ebenso spannender wie unterhaltsamer Vortrag.

Insgesamt haben den Abschluss in diesem Jahr sechs Kandidaten erreicht, wie das Institute Master of Wine in London diese Woche bekannt gegeben hat. Neben Anne sind das

22. August 2014

Winemakers Dinner mit Château Canon und Château Rauzan Ségla

Category: Veranstaltungen @ 18:04

Château Rauzan Ségla

Weinjournalist Panos Kakaviatos (Decanter) ist wieder mit berühmten Bordeaux-Châteaux zu Gast in Deutschland. Bei zwei Weinmenüs in München (Montag, 27. Oktober) und in Frankfurt (Dienstag, 28. Oktober) werden Panos und Winzer John Kolasa mit exquisiten Weinen die Brücke vom rechtem zum linkem Ufer des Bordeaux spannen. Nach Angelus, Pichon-Comtesse, Palmer, Sociando-Mallet und Leoville-Poyferre in den Vorjahren bringt er in diesem Jahr:

Château Canon und Château Rauzan Ségla

Château Canon ist eines von nur 14 „Premier Grand Cru Classés B in Saint Emilion. Die Teilnehmer werden Château Canon 1985 aus Magnum Flaschen, zusammen mit einzelnen Flaschen von 1998 und 2001 genießen: alle drei sind ausgezeichnete Jahrgänge, dazu Weine des hoch angesehenen Château Rauzan-Segla, Deuxième Cru Classé aus Margaux, darunter der große 1986er (in Frankfurt zusätzlich noch der 1983er) aber auch der 2001er und 1995er.

Winzer John Kolas

Der bekannte Winzer John Kolasa, der seit vielen Jahren im Bordeaux arbeitet – vorher beim Château Latour und nun als Managing Director von Château Canon und Château Rauzan Ségla – reist nach Deutschland um die Teilnehmer gemeinsam mit dem fließend Deutsch sprechenden Weinjournalisten Panos Kakaviatos durch die beiden Abendessen zu führen.

Château Canon

Die Weinberge von Château Canon in Saint Emilion liegen rund um die Kirche St. Martin direkt an der Hangkante der Côtes auf allerbestem Kalkterroir. Canon ist zu großen Teilen von einer hohen Steinmauer umgeben: ein echter “Clos” vom rechten Ufer der Gironde und die Weine von Château Canon zählen zu den allerbesten aus Saint Emilion. Château Canon wird als Premier Grand Cru Classé B klassifiziert: Nur 14 von mehr als 600 Weingütern in Saint Emilion sind so eingestuft.

Château Canon

Das jüngste Kapital von Château Canon wurde 1996 mit dem Kauf durch die Familie Wertheimer, die das Modehaus Chanel besitzt, aufgeschlagen. Der Familie gehört zudem u.a. das Gut Rauzan-Ségla in Margaux, die Leitung haben David Orr und John Kolasa inne.

Château Canon

Der neue Eigentümer erweiterte erneut die Rebflächen von 18 auf 21,5 ha und investierte erheblich in Neupflanzungen der zeitweise von einer Pilzkrankheit befallenen Weinberge. Nur 13 ha liegen noch innerhalb der Mauern (im “Clos”). Die Rebfläche ist zu 60% mit Merlot und zu 40% mit Cabernet Franc bestockt. Die Reben sind heute im Durchschnitt 25 Jahre alt. Das Gut produziert jährlich rund 7.500 Kisten Wein, darunter den Zweitwein Clos de Canon. Mit all den Anstrengungen der vergangenen Jahre und dem erstklassigen Terroir hat sich die Qualität von Château Canon jüngst massiv verbessert.

Wir werden Weine genießen, die drei Jahrzehnte überspannen: 2001, 1998 und 1985 Magnum.

Château Rauzan Ségla

Das zweite Weingut beim Winemaker-Diner ist einer der leuchtenden Sterne vom linken Ufer: Château Rauzan-Segla aus Margaux. Das Weingut zählte bei der bekannten und bis heute gültigen Bordeaux-Klassifizierung von 1855 als „Rausan-Segla“ zu den besten Weinen des Bordelais. Nur vier Château wurden damals höher eingestuft: Château Latour, Château Lafite-Rothschild, Château Margaux und Château Haut-Brion.

Die Geschichte des 43 Hektar großen Weingutes geht zurück auf das Jahr 1661 als die Ländereien der heutigen Güter Pichon-Longueville Comtesse de Lalande und Pichon-Baron noch zu ihm gehörten. 1855 zählte „Rausan-Segla“ zu den besten Weinen des Bordelais doch in den sechziger und siebziger Jahren wurde er diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht.

Nach einem großen Wandel sind seit 1983 bemerkenswerte Verbesserungen eingetreten und Rauzan-Segla zählt wieder zu den prachtvollsten Weinen des Margaux. Die Gemeinde Margaux liegt auf der Halbinsel Medoc (zwischen dem linken Ufer der Gironde und dem Atlantik), etwa 30 Kilometer nördlich der Stadt Bordeaux.

Der Rebbestand setzt sich aus 66 % Cabernet Sauvignon, 28% Merlot, 4% Cabernet Franc und 2% Petit Verdot zusammen.

Château Rauzan Ségla

Jahrgangscharakteristika

Canon 2001: Nach einem milden und feuchten Winter war auch der Frühling regnerisch und kalt, besonders kalt in April. Etwas später als normal, um den 29. Mai kam die Blüte, gefolgt von einem schönen Sommer mit höheren Temperaturen in jedem Monat. Spätere Lese als beim 1998er. Merlot Anfang Oktober gelesen. 70% neue Eichenfässer für Canon und die malolaktische Gärung teilweise in neuen Eichenfässern und Edelstahl Tanks. Schönung mit Eiweiß. Keine Filtration. 65% der Ernte verwendet werden, um erste Wein zu machen. 80% Merlot und 20% Cabernet Franc.

Rauzan Segla 2001: Eine milde und trockene Frühjahr von Mai bis Juni – Temperaturen höher als normal. Blüte war einfach und passiert am Anfang Juni. Kühle Temperaturen im Juli störte die veraison. Aber Wetter im August und September erlaubt Ernte unter guten Bedingungen. Nur 39% erstwein! 63.5% CS, 33.5% M und 3% CF.

Canon 1998: Nach einem milden Winter, April war kalt und nass war für die Saison. Etwas später als normal fang vom 27. Mai die Blüte an. Schönen Sommer, mit höheren Temperaturen jeden Monat. Die Lese war regnerisch. 70% neue Eiche für Canon. Malolaktische Gärung in Edelstahl Tanken. Einige in Fässern. Schönung mit Eiweiß. Keine Filtration. Nur 43% der Ernte verwendet werden, um erste Wein zu machen. 80% Merlot und 20% Cabernet Franc.

Rauzan Segla 1995: Qualität: sehr gut Ertrag. Beginn der Lese am 18. September Große, geschmeidige und harmonische Rotweine. Hauptmerkmal ist Frühreife. Nach einem milden Winter, etwa trockenen Monat in März. Der Knospenaustrieb war früh und gleichmäßig gestartet und da kam eine warme und trockene Frühling, die eine Blüte Mitte Mai erlaubt. Homogen entwickelt. Hohe Temperaturen im Sommer. Bewölkt und etwa regnerische Lese. 70% neue Eiche für Rauzan Segla. Malolaktische Gärung in Tanken. Einige in Fässern. Schönung mit Eiweiß. Keine Filtration. Nur 45% der Ernte verwendet werden, um erste Wein zu machen. 60% CS, 36% M, 4% CF.

Rauzan Segla 1986: die Qualität ist sehr gut mit vielen Wein. Das Weinlese-Beginn ab 26. September: also eine etwa spätere Lese bis zum 21. Oktober. Großer, alterungsfähiger Jahrgang vor allem im Médoc. Höhere Anteil an Cabernet Sauvignon beim Rauzan Segla als in z.B. 2001: 77%. Lagerung in 67% neue Eichenfässer. Kein Zweitwein!

Canon 1985: Geschmeidige, fruchtige und elegante Weine, im Allgemein. Zuerst gedacht als rasch auszutrinken aber das ist nicht der Fall. Nach einer sehr kalten und schneereichen Winter, der Frühling war in Ordnung. Blüte begann am 7. Juni und dann kam einen schönen Sommer, mit hohen Temperaturen. Die Lese hat von Ende September bis Mitte Oktober gedauert und einen Ertrag von 56 Hektoliter pro Hektar.

Rauzan Segla 1983: Ausgereifte, viele bemerkenswerte Weine. Wieder sehr viel Cabernet Sauvignon mit 78%!

Château Rauzan Ségla

Die Winemaker-Menüs:

Montag, 27. Oktober in München:
Barestovino von Joël Bousquet, Thierschstr. 35

Menüfolge in München:

Vorspeise
Gegrillter Seeteufel mit Auberginen Kaviar, Artischocken und safranisierter beurre blanc
Latour Martillac 2010

Zwischengang
Ausgelöste Wachtel auf Steinpilz-Risotto und Wacholderjus
Canon 2001, Canon 1998

Hauptgang
Duett vom Rind mit Rosmarin Kartoffeln, Rotweinschalotten und Sauce Bordelaise
Rauzan Segla 2001, Rauzan Segla 1995, Rauzan Segla 1986

Dessert
Auswahl französischer Rohmilchkäse
Canon from magnum 1985

Weine: Chateau Canon 2001, 1998, 1985 und Rauzan Segla 2001, 1995, 1986

139 € pro Person für Schnellentschlossene:
Für Anmeldungen bis zum 21.09.2014 beträgt der Menüpreis 139 €.
Danach erhöhen sich die Kosten auf 159 €.

+49 89 23708355
http://www.barestovino.de
info (at) barestovino.de

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Dienstag 28. Oktober in Frankfurt:
Restaurant Le Français (1 Michelin-Stern, 17 Punkte Gault Millau)
im Steigenberger Frankfurter Hof (Kaiserstraße)

Menüfolge wird nachgetragen

Weine: Chateau Canon 2001, 1998, 1985 und Rauzan Segla 1995, 1986, 1983

Incl. Menü, Weine, Apéritif, Mineralwasser, Kaffee, Moderation 189€ pro Person

http://www.francais-restaurant.de
Reservierungen: Franck Mouzon +49 69 215138

5. Juli 2014

Reife Rieslinge und das Internet – Eine Vinocamp Session

Steinberger Riesling Cabinet 1953

Ein Beitrag zum Vinocamp Deutschland 2014

Von Marc Herold. Umfangreiche Ergänzungen und Fotos von Ralf Kaiser

Alte Rieslinge, also ganz grob solche, die in den 1970er Jahren und früher entstanden, wurden lange Zeit von Weinsammlern nahezu nicht beachtet. Sie wurden so komplett ignoriert, dass man bis vor ein paar Jahren regelmäßig alte Riesling-Auslesen günstiger kaufen konnte, als die Weine aus den aktuellen Jahrgängen. Diese skurrile Schieflage ändert sich grade drastisch. Die Preise für die gereiften Auslesen der Spitzengüter wie etwas Schloss Johannisberg, Schloss Eltz oder Egon Müller steigen fast im Wochenrhythmus. Höchste Zeit also etwas Licht in das Dunkel der deutschen Altweine zu bringen.

Schloss Eltz Riesling Beerenauslese 1917

Das vierte Vinocamp bot dazu eine gute Gelegenheit. Um das Thema an vorderster Front des Interesses der Social Media Meute zu lancieren, griff ich zu einem recht durchschaubaren Trick und hängte dem Thema „Reife Rieslinge“ ein „…und das Internet“ an.

Schloss Eltz Vertikale bis 1917

Um auch noch den letzten Zweifelnden zu bekehren, hatte ich außerdem eine 1966er Rauenthaler Baiken feine Spätlese des Weinguts „Schloss Eltz“ auf dem Weg zum Camp eingekauft. Ein Wein, der glasklar zeigte, wie irrsinnig betörend, entspannend und langlebig Riesling sein kann. Die Spätlese hatte noch Leben und eine sehr schöne fast kräutrige Aromatik. Das geht soweit, dass Weinlagen.info Gründer Charlie Gierling sogar mit einem Augenzwinkern von „Kamillentee“ sprach. Mit dem Wein im Glas fiel es mir auch leichter, zu vermitteln dass alte Weine eine der ganz wenigen Möglichkeiten sind sich sinnlich einer vergangenen Welt anzunähern. Der Wein entwickelt sich in der Flasche weiter, jedoch hat er noch immer den Keim seines Ursprungsjahrgangs in sich.

Schloss Johannisberg Weißlack Riesling Spätlese 1943

Vinocamp-Teilnehmerin Petra Pahlings vom Weingut Joh. Jos. Prüm hatten wir es auf zu verdanken, dass es auch noch zwei sehr schöne Moselauslesen vom Ende der 90er gab. Hier stand die Entwicklung zur Reife noch ganz am Anfang. Ich denke sowieso, dass die Riesling Spät- und Auslesen der 90er in den nächsten Jahren noch viel mehr im Zentrum des Sammlerinteresses stehen werden, als sie es jetzt tun. Noch sind hier die Preise moderat und die Mengen nicht so dezimiert wie bei den restsüßen Kreszenzen der 50er bis 70er.

Halsschleife der Schloss Johannisberg Weißlack Spätlese 1943

Solche gereiften und alten Weine zu finden, funktioniert im Wesentlichen über vier Wege:

  1. Kauf direkt beim Winzer
    Es gibt eine erstaunliche Zahl deutscher Winzer, die teils noch Weine aus den 70ern, teils aber zumindest aus den 90ern verkaufen. Die Weingüter Schmitt-Wagner (fast erschreckend günstige Weine v.a. aus den 90ern), Kajo Christoffel oder Max. Ferd. Richter an der Mosel und J.B. Becker im Rheingau seien hier exemplarisch genannt. Schloss Johannisberg bietet auf Nachfrage teilweise Weine bis aus den 40er Jahren an. Die Weinkomissionäre im Rheingau und an der Mosel haben teilweise auch noch große Altweinbestände und verkaufen auf Nachfrage Weine aus oft guter Lagerqualität. Die Preise sind hier bei der ersten Variante sind je nach Reputation des Gutes mittel bis hoch.
  2. Auktionen
    Hier kommt das Internet ins Spiel. Die meisten spezialisierten Weinversteigerer (Koppe & Partner, Munich Wine Company etc.) haben mittlerweile Onlineplattformen. Oft sind hier die aufgerufenen Preise schon recht grenzwertig, wer einen Spitzenwein aber unbedingt haben möchte und etwas geschickt bietet ist hier gut aufgehoben. Ebay spielt bei den Weinversteigerungen schon seit Jahren eine große Rolle. Bei keiner Möglichkeit Altweine zu erwerben gehen die Qualitäten so auseinander wie hier. Von untrinkbarem Schund bis hin zu sehr gut gelagerten Spitzenrieslingen ist alles dabei. Bei Ebay sollte der Käufer auf den Füllstand der Flasche achten. Je weniger „Luft“ zwischen Wein und Kork oder Kapsel, desto besser. Abgesehen von sehr stark durch Edelfäule geprägten Weinen sollte die Farbe des Weins noch hell und klar sein. Auch wenn bei deutschen Weinen die Zahl der Fälschungen (noch) recht niedrig ist, sollte der Wein die Orginalkapsel tragen. Weine ohne Kapsel sind immer ein Risiko. Oft ist auch ein Blick auf die anderen Auktionen des Anbieters hilfreich: Bietet der Händler noch mehr Wein an oder hat er sonst nur weinfremde Artikel? Ich bin immer vorsichtig, wenn Händler nur eine Flasche anbieten.
  3. Weinlokale
    Einige wenige Weinlokale in Deutschland führen gut gepflegte Altweinkarten. Wir sprechen hier nicht von Sternelokalen mit nur für wenige Weinfreunde bezahlbaren Preisen sondern von meist kleinen Lokalen mit einfacher Gasthausküche aber sensationeller Weinkarte. Als Beispiel seien hier das Hotel Krug in Hattenheim, die Weinschänke Schloss Groenesteyn in Kiedrich, Breuers Rüdesheimer Schloss, das Weinhaus Kinkel-Stuben in Bonn-Oberkassel, das Weinhaus Gut Sülz in Königswinter und die beiden Trierer Hotels Eurener Hof und Schloss Monaise genannt.
  4. Händler und Privatanbieter
    Dies ist vielleicht das spannendste und aber auch gleichzeitig das am wenigsten planbare Feld der Altweinjagd. Es gibt einige Händler, die regelmäßig im Kundenauftrag alte Rieslinge verkaufen. Vinovero in Bad Cannstatt und Agora Wein in Freiburg sind zwei unter vielen. Gerade in Weinregionen gibt es oft bei Haushaltsauflösungen spannende Weinschätze zu heben, neben einigen guten Sachen muss man hier aber oft auch den ganzen „Ramsch“ mitkaufen. In einigen Großstädten gibt es auf Haushaltsauflösungen spezialisierte Unternehmen, die auf ihrer Verkaufsfläche idR nur antiquarische Bücher, Möbel, Porzelan und Kunst anbieten. Ein regelmäßiger Besuch lohnt trotzdem, da hier immer mal wieder für kurze Zeit auch alte Spitzenweine zum Schnäppchenpreis auftauchen.

Reife Moselauslesen im Ürziger Weingut Jos. Christoffel jr.

Appropos „Ramsch“: Woran erkennt man die interessanten Weine? Was für alte Rieslinge sind auch für den Neuling der Altweinjagd lohnend?

Schloss Eltz Beerenauslese 1917

Stuart Pigott schreibt Anfang der 90er in seinem Buch „Die großen deutschen Rieslingweine und ihre Winzer“, dass eine Riesling Auslese von 1971 der praktisch ideale Start für den angehenden Altweinfan sei. Die Weine seien in großer Zahl vorhanden, es war einer der besten Jahrgänge der letzten 50 Jahre und die Rieslinge haben sich prächtig gehalten. Die 71er Auslesen sind auch jetzt bei guter Lagerung immer noch sehr schön balanciert und zeigen, was in einem großen Jahr möglich ist. Andere momentan empfehlenswerte Jahre sind 1990, 1983, 1976 (Rheingau), 1964 und 1953. Wobei ich beim 1953er wirklich nur noch sehr gut erhaltene Flaschen kaufen würde. Mehr zu den Jahrgängen findet ihr in dem sehr guten oben erwähnten Buch von Pigott.

Schloss Johannisberg Grünlack Riesling Spätlese 1964

Bei den Erzeugern wird die Orientierung noch unübersichtlicher. Hier gibt es zum einen die Klassse der Güter, die schon sehr lange Weine in sehr guter Qualität erzeugen. Güter wie Joh. Jos. Prüm, Egon Müller, Maximin Grünhaus, Schloss Johannisberg sind immer erste Wahl, wenn man auf Nummer sicher gehen will. Bis in die 70er gehörten auch die Weingüter Tyrell/Karthäuserhof, Prinz von Hessen (hier sogar bis weit in die 80er, da diverse Spitzenlagen von Schloss Eltz übernommen wurden), Kanzemer Berg (von Othegraven) und Langwerth von Simmern dazu. Die beiden letztgenannten sind mittlerweile wieder deutlich im Aufwind.

Weingut August Anheuser Kreuznacher Krötenpfuhl Riesling feinste Auslese 1959

Dann gibt es eine große Zahl an Gütern, die mal sehr gut waren und die es nicht mehr gibt (Schloss Eltz, Staatliche Weinbaudomänen Niederhausen-Schloßböckelheim) oder der Güter, die nur eine gewisse Zeit zur Spitzengruppe gehörten (z.b. Appolinar Koch, Hessische Staatsweingüter und die beiden Anheuser-Weingüter an der Nahe). Hier hilft oft nur der Blick in die zeitgenössische Literatur (s.u.) um rauszufinden, was gerade gut war. Aber auch das Internet hält einige Hilfestellungen für den informationsdurstigen Riesling-Trinker parat. Die Verkostungsnotiz-Datenbanken www.cellartracker.com (englischsprachig) und vor allem www.verkostungsnotizen.net (deutschsprachig) bieten mittlerweile einige tausend Notizen zu reifen Rieslingen. Hilfreich ist auch die Forensuche der www.wineberserkers.com, in diesem englischsprachigen Forum gibt es auch viele Berichte zu Proben mit gereiften deutschen Weinen.

Staatliche Weinbaudomäne Niederhausen-Schloßböckelheim Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Auslese 1949

Ich hoffe mit dieser Zusammenfassung meiner Session etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben und wünsche euch viel Freude bei der Jagd und beim Genießen der Beute!

Marc Herold (in blau) mit weiteren Altweinfreunden in Ürzig

Hier noch ein paar Literaturtipps zum Thema:

Peter Sauerwald, Edgar Wenzel „Könige des Rieslings an Mosel, Saar und Ruwer“ Busse-Seewald Verlag, 1982

Peter Sauerwald & Edgar Wenzel - Könige des Rieslings an Mosel, Saar und Ruwer

Stefan Andres „Die großen Weine Deutschlands“, Ullstein Verlag Frankfurt, 1960
Stefan Andres - Die großen Weine Deutschlands

Stuart Pigott, „Die großen deutschen Riesling Weine“, Econ Verlag, 1995
Stuart Pigott - Die großen deutschen Riesling Weine

Mario Scheuermann, „Deutsche Spitzenweingüter – Klassifikation von 1990/91“, Econ Verlag, 1989
Mario Scheuermann, Deutsche Spitzenweingüter - Klassifikation von 1990/91

Frank Schoonmaker, „The Wines of Germany“, div. Ausgaben

Hornickel, Ernst, „Die Spitzenweine Europas“, div Ausgaben.

30. Juni 2014

VinoCamp 2014 – Was war das für ein Wochenende?

Eines der zahlreichen Gerichte der Bordeaux-Foodmatching-Session.

Gastbeitrag zum Vinocamp Deutschland 2014

Von Petra Pahlings

Ein Winzer der zu Weltelite der Winzer gehört und zum Abschluss seiner Kellerführung einen Wein eines anderen Weingutes präsentiert und dazu sagt: „Den würde ich mit auf eine einsame Insel nehmen“.

Ein Winzer, der sein komplettes bisherige Tun über Bord wirft, einen neuen Stil wagt, die Hälfte seiner Kunden verliert und kein bisschen traurig darüber ist sondern einen unbändigen Stolz über diesen neuen Stil seines Weingutes ausstrahlt.

Ein Hochschuldirektor, der uns auffordert in seinem Park wieder mehr zu zelten.

Zwei Männer, die es schaffen einen Haufen wildgewordener Weinfreaks zu bändigen und deren Wissen in Form von Sessions so zu kanalisieren, dass alle etwas davon haben.

Dirk Würtz im Keller des Jungen Oetinger.

Frauen, die sich schon Wochen vor diesem Wochenende treffen, um heraus zu finden wie und mit welchem Wein man am besten Geschmackserlebnisse erzeugen kann, die so nachhaltig sind, dass man sie noch Tage später auf der Zunge abrufen kann.

Menschen, die die verschiedensten Würste und Wein zusammentragen, um gemeinsam zu probieren und zu schmecken, bis auch das letzte Leberwurstgeheimnis gelüftet ist.

Käse der sich auf eine Reise in den Rheingau begibt, um dort in Symbiose mit Wein zu verschmelzen.

Ein Mann, der sich in seiner Freizeit mit dem Weingesetz, und nicht nur mit dem deutschen Weingesetz befasst und uns die Kuriositäten und den Irrsinn von Gesetzestexten aufzeigt.

Ein Weinsammler, der erklärt warum er ausgerechnet Riesling sammelt und sich nicht wie alle anderen Lemminge auf Bordeaux stürzt.

Eine Frau und ein Mann die zwei Tage in einem Wohnwagen auf dem Parkplatz campieren, Essen quer durch Deutschland fahren, um es gemeinsam mit einer Frau, die sich Champagner zum Thema gemacht hat, zu diesem zu servieren.

Dirk Würtz im Keller des Jungen Oetinger.

Ein Küchenjunge und eine Bloggerin die in einem Raum, der bestimmt keine Küche ist, mit einem Team von fleißigen Händen, einen Fotografen so tolle Bilder zaubern lassen, dass man es bedauert, genau DIESE Session verpasst zu haben und sich gleichzeitig fragt: Hätte ich auf die andere Session verzichten wollen?

Ein Mann der in Archive eintaucht, um ein altes Telegramm auszugraben, das zusammen mit vielen anderen Puzzleteilen ein Gesamtbild der Geschichte der deutschen Naturweinerzeuger ergibt und, begleitet von wunderbar gereiften Weinen, diese Geschichte auch schmeckbar macht.

Preise die verliehen werden an die, die mit ihren Bildern, Texten und Ideen aus dem „World Wide Web“ die „Wunderbare Welt der Weine 2.0“ machen.

Ein Fest, das mit so vielen Weinen gefeiert wird, dass man sich fragt: „Wer soll die nach solch einem Tag noch trinken?“ Und doch geht es, glaubt mir, ES GEHT und es bleiben immer noch wunderbare Geschmackerinnerungen zurück…….

Es werden noch viel Situationen in meiner Erinnerung auftauchen, die mich immer wieder plötzlich lächeln lassen und mich fragen lassen: Was war das eigentlich für ein Wochenende?

Standing Ovation (innerlich noch lange andauernd) nicht nur für Christina Fischer, nein auch für Dirk Würtz, Thomas Lippert, Gabi Würtz, Romy, Susanne Wolf, die Gläserpolier&aufräum-Mädels. Standing Ovation für die Vorbereiter und die Aufräumer, Standing Ovation für dieses Wochenende und alle, die dabei waren.

Deutsche Weingeschichte mit Dr. Daniel Deckers.

23. Juni 2014

Weinkaiser jetzt auch bei Gerolsteiner WeinPlaces

Category: Allgemein,Literatur @ 10:59

Weinplaces-Logo

Seit vielen Jahren ist Gerolsteiner als Wassersponsor diverser Weinveranstaltungen und als einer der Hauptpartner des VDP aktiv. Vieles davon geschah im Hintergrund, nur das Wasser und das Logo waren an der ein oder anderen Stelle zu sehen.

Seit diesem Jahr nimmt der Mineralwasser-Konzern eine aktivere Rolle ein. Im neu geschaffenen Internetportal WeinPlaces werden diverse Wein- und Genussthemen aufgegriffen und mit der gleichnamigen Auszeichnung von zwölf WeinPlaces, also zwölf Orten des besonderen Weingenusses, die von einer Jury unter 200 Weinrestaurants, Vinotheken, Weinbars und Weinlounge ausgewählt wurden, wurde ein Preis geschaffen, der zumindest im ersten Jahr sehr gut in der Szene ankommt. Die Ausgezeichneten sind über alle Zweifel erhaben und auch die sechsköpfige Jury kann sich sehen lassen: die beiden Spitzen-Sommeliers Sebastian Bordthäuser und Christina Fischer, Autor Stuart Pigott, Winzer Reinhard Löwenstein, Weindozent Alexander Kohnen und Gerolsteiner CEO Axel Dahm.

Weinplaces-Trophäe

Die ausgezeichneten WeinPlaces 2014:
Dresden | WEIN|KULTUR|BAR – Silvio Nitzsche
Berlin | Weinstein – Roy Metzdorf
Hamburg | Kleines Jacob – Dominik Kirchhoff und Lars Mählmann
Lütjensee | Fischerklause – Gerhard Retter
Düsseldorf | D’Vine – Antonio Askitis und Christoph Suhre
Bochum | Livingroom – Seran Bahtijari und Lukas Rüger
Bochum | Heimat – Mirko Wuttig und Thomas Niggemann
Köln | Wein am Rhein – Melanie Panitzke
Frankfurt | Heimat – Oliver Donnecker
Wiesbaden | Balthasar Ress Weinbar – C. Ress, N. Baumgärtner, C. Diepenbrock
München | Geisel’s Vinothek – Familie Geisel und Robert Zeller
Würzburg | Reiser’s am Stein – Bernhard Reiser

Weinkaiser-Beitrag über das Schlossgut Diel

Für das neu geschaffene Webportal WeinPlaces werden künftig eine eine ganze Reihe namhafter Autoren und Blogger aus dem Wein und Food-Umfeld schreiben. Mein erster Beitrag für WeinPlaces befasst sich mit der Weinregion Nahe und dem Schlossgut Diel, das gerade nach einem Generationswechsel mit der größten Investition in der Gutsgeschichte durchstartet.

Weinkaiser-Beitrag über das Schlossgut Diel

WeinPlaces ist übrigens bereits das zweite Gerolsteiner Genuss-Projekt in diesem Jahr. Zuvor ist schon die Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste 2014 erschienen, eine Zusammenfassung der Ergebnisse der sieben großen Restaurantguides Deutschlands.

Gerolsteiner Restaurant-Rangliste 2014