Dez 17

FBI zerschlägt Rudy Kurniawans Weinsammlung

Als Fälschungen enttarnte Chateau Petrus Flaschen

Rudy Kurniawan hatte es geschafft. Als Sohn chinesischer Eltern in Indonesien geboren, Ende der 90er mit Studentenvisum in die USA gekommen und illegal dort geblieben, wurde er innerhalb einer Dekade zum weltweit gefragtesten Raritätenhändler für alte Luxusweine aus Bordeaux und Burgund. Nach erfolgreichen Auktionen (mit $24.7 Mio Dollar Umsatz erzielte die Auktion THE Cellar II im Jahr 2006 einen neuen Rekord, der den bisherigen um gut 10 Millionen übertumpfte) wurde Kurniawan auch über die Altweinszene hinaus bekannt und in Zeitungen wie der LA Times gefeiert. Wie man heute weiß, war gerade bei diesen Rekordauktionen ein Großteil der Weine gefälscht (zB acht Magnums 1947er Château Lafleur, wovon Kurniawan nach dem Erfolg bei einer Auktion gleich bei der nächsten noch einmal acht weitere unters Volk brachte). Großformate aus 1947 und von der Domaine de la Romanée-Conti waren seine Spezialität, warum er in der Szene auch als Mr. 47 oder Dr. Conti bekannt war.

FBI zerstört Rudy Kurniawans Weinsammlung

Das ging eine ganze Weile gut, die Kunden waren zufrieden. Kurniawans Erfolgsgeheimnis waren vergleichsweise günstige alte Burgunder aus wahlweise kleinen Lagen/kleinen Häusern/kleinen Jahrgängen, die er mit ein paar Prozent kräftigen jungen Pinots aus Kalifornien auffrischte.

Die Geschichte hat etwas vom Ikarus-Mythos. Auf der Erfolgswelle wurde Kurniawan unvorsichtig, was damit endete, dass Laurent Ponsot, Chef der Domaine Ponsot eigens nach New York gereist kam, um eine Auktion alter Weine seiner Domaine zu verhindern. Kurniawan bot dort diverse Lots Clos St. Denis Grand Cru aus Jahrgängen von 1945 bis 1971 an. Leider hat die Domaine erst 1982 ihren ersten Clos St. Denis produziert. Auch vier Flaschen Clos de la Roche 1929 der Domaine Ponsot waren spannend, denn der Betrieb begann erst 1934 unter eigenem Namen zu füllen.

FBI zerstört Rudy Kurniawans Weinsammlung

Das war 2008 und führte zwar zu einigen unangenehmen Fragen aber nicht gleich zur Festnahme. Trotzdem nahm ab diesem Zeitpunkt das Unheil seinen lauf. US-Milliardär und Weinsammler William I Koch (rund 40.000 Flaschen Kellervolumen und der Mann, der die Gravuren der berühmten Jefferson-Flaschen analysieren lies), der auch schon viele seltene Weine von Kurniawan gekauft hatte, machte sich an das, was den meisten anderen Käufern schlicht zu teuer war: Er gab eine Reihe von Kurniawan-Weinen zu umfangreichen Analyen. Untersuchungen von Flascheninhalt, den Flaschen selbst und den Papieretiketten mittels Isotopenanalyse, Radiokarbonmethode und vielem heute möglichen mehr. Ergebnis: nicht alle aber doch ein Großteil der Weine waren gefälscht. Hier Kochs Klageschrift mit einer Auflistung all seiner Vorwürfe gegen Kurniawan als pdf. Erst 2012, vier Jahre nach der Ponsot-Geschichte und viele weitere Auktionen mit Fake-Weinen später, erfolgte eine Razzia bei Kurniawan, der dann auch die sofortige Festnahme folgte, da ein ganzes Fälscherlabor mit hunderten Reserveetiketten berühmter Altweine bei ihm gefunden wurden.

FBI zerstört die Fälschungen aus Rudy Kurniawans Weinsammlung

Im Dez 2013 wurde der 39 Jährige Kurniawan dann nicht nur zu zehn Jahren Haft verurteilt, er soll seinen Opfern auch den Schaden von errechneten 28.4 Millionen US-Dollar ersetzen. Daher wurden bis gestern zwei Wochen lang genau 4.711 Flaschen im Schätzwert zwischen 25$ (1987er Georges Faiveley Hospices de Nuits) bis 135.000$ (für ein Lot DRC Magnums) versteigert. Der gesamte Versteigerungserlös lag am Ende bei 1,5 Millionen Dollar. Zwar wurden 98% aller angebotenen Weine versteigert, viele der eindeutigen Originale, wie Einzelflaschen Mouton 1945, DRC 1959 und Latour à Pomerol 1961, die wohl als Vorlage für Fälschungen dienten, gingen allerdings deutlich (bis zu 70%) unter dem aktuellen Marktpreis bei normalen Auktionen über den Tisch. Es gab aber auch Ausnahmen, vor allem Manfred Krankl’s mit Künstleretiketten ausgestattete Sine Qua Non Weine. Eine halbe Flasche SQN „El Corazon“ 1998 erreichte 3.011$ (für eine halbe Flasche kalifornischen Rosé-Weins aus Grenache Trauben!!!), ein Lot aus zwei Flaschen SQN „The Bride“ 1995 ging für for 5.200$ und zwei Magnums SQN „Tant Pis“ 1995 gingen bis auf erstaunliche 15.600$. Mit 45.200$ den höchsten Preis erzielte ein Lot mit drei Flaschen 1911er Romanée-Conti.

FBI zerstört die Fälschungen aus Rudy Kurniawans Weinsammlung

Gefunden und beschlagnamt wurden bei Kurniawan 5.259 Flaschen, ein für rund 90.000 Dollar vom FBI engagiertes Expertenteam um Stephanie Reeves und Michael Egan hat aber 392 Bouteillen als eindeutig gefälscht identifiziert und weitere 156 aus diversen Gründen (Kork, etc) als nicht mehr verkehrfähig aussortiert. Aus vielen dieser Flaschen wurden mit einer Spritze Miniproben zur Analyse entnommen. Um diese offiziell wertlosen 548 Flaschen (sechs besondere Großformate wurden für Ausstellungen und zum Anschauungsunterricht aufbewahrt) hat sich der US Marshals Service in Creedmoor (Texas) letzte Woche besonders enfühlsam gekümmert. Hauptdarsteller: Der Gerät – eine Kombination aus einem Baukran und einem drei Tonnen schweren Elektromagneten.

FBI zerstört die Fälschungen aus Rudy Kurniawans Weinsammlung

Die gesamte Fotoserie von der Arbeit des US Marshal Service in Sachen Altglas gibt es auf der Flickr Seite des US Marshal Service.

FBI zerstört die Fälschungen aus Rudy Kurniawans Weinsammlung

Ein besonderes Schmankerl am Rande für mich persönlich: der ganz oben abgebildete 1988er Chateau Petrus war vor einigen Jahren der erste Petrus meines Weinlebens. Er war gut aber nicht groß, das scheint aber auch bei den nicht gefälschten Heiligen des Jahrgangs 1988 normal zu sein. Die Flasche hab ich übrigens noch. Falls also mal jemand das Depot analysieren will….

Cola-Rot mit Chateau Petrus 1988

Nov 15

Geschmacksverrückt – Ein Abend dies- und jenseits der Wahrnehmung

Vandermeulen

„Die müssen verrückt sein, reich und vollkommen verrückt.“ Ich glaube das war es, was man in dem Gesicht der Wirtin des kleinen Hotels an der Mosel lesen konnte, wenn man nicht mit dem Verstoffwechseln von Restalkohol beschäftigt gewesen wäre. Sie vergewisserte sich zweimal. Ob der Preis, den sie gehört hatte wirklich stimmte. Ja, sie hatte recht, wenigstens zum Teil wir waren verrückt. Ich für meinen Teil kann noch sagen, dass ich allerdings nicht reich bin, dennoch musste ich zu dieser Weinprobe; es war einer dieser Momente, in dem man fühlt, dass man etwas jetzt machen muß, will man es irgendwann im Leben einmal zuwege bringen. In diesem Fall ging es um eine Raritätenprobe wahrhaft Weinterminator-haften Zuschnitts. Mit Flaschen deren Existenz ich zwar erahnt hatte, bei denen ich mir aber nahezu sicher war, sie nie auch nur von ferne zu sehen; Burgunder aus den 40ern – antike Chateauneuf du Papes, rare Bordeaux‘. Und als Höhepunkt einen 1900er Chateau Lafitte (damals war die Schreibweise mit dem zweiten t noch üblich), einen dieser Weine, bei denen neben dem Geschmack, auch die Erfahrung zählt, ein Lebensmittel zu genießen, welches viel, sehr viel älter ist als der eigene Großvater. Lebendige Geschichte im besten Sinne.

Deswegen quält man sich zu Uhrzeiten aus dem Bett zu denen man 10 Jahre früher nachhause gekommen ist, deswegen nimmt man die drittweltartigen Verspätungsakkumulationen der Bahn auf sich und fährt von Hamburg bis an die Mosel, in Orte, die noch nicht mal Bahnanschluss haben.

Von Clos de Vougeot 1978 bis Rayas 2000

….wieso eigentlich genau, wenn man einmal von der bloßen Faszination des Alters absieht? Ist das nur so ein Hedonismus-Ding? Weine trinken als Distinktionsmerkmal? Die Suche nach der verlorenen Zeit? Kapitaler Eskapismus durch Kapital? Es ist vielleicht ein bisschen von allem (wenn man ehrlich ist – aber finde mal einen ehrlichen Weintrinker). Ich glaube, mein Hauptgrund diese Moselreise anzutreten bestand zur einen Hälfte aus echter Neugier und zum andern aus der vagen Hoffnung bei etwas Großem dabei zu sein, die Querbezüge und Verbindungen zwischen den Weinen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, zu erleben. Weintrinker sind Spieler, sie setzen Zeit, in der Hoffnung Erkenntnis zu gewinnen. Erkenntnis über den Wein hinter dem Wein. Was bleibt zurück, wenn alles überflüssige von einem Wein durch die Zeit abgeschmolzen wurde? Ist es Größe oder ist es Banalität oder bleibt nur eine Hand voll Staub? Der Altweintrinker als derjenige, der versucht die Struktur, den Bauplan, zu erkennen.

Spitzenburgunder von 1959 bis 2005

Die Veranstaltung fand in Bernkastel im Haus von Ernst Loosen statt, die Weine stammten aber zum überwiegenden Teil aus dem Keller eines saarländischen Weinfreunds, dem ich hier noch einmal besonders danken möchte. Gestartet wurde dann auch stilsicher mit einem 1955er Meursault Genevriéres, des fast schon mythischen, belgischen Handelshauses Vandermeulen. Dessen Abfüllungen roter Burgunder und Bordeaux genießen einen makellosen Ruf, der leider nur von der Beliebtheit dieser Weine bei Fälschern übertroffen wird. Wir hatten eine Flasche mit solider Provinienz, die auch vom Fleck weg überzeugte, neben der Nussigkeit, die Meursault oft zugeschrieben wird, zeigten sich Noten von Kastanie, aber auch Curry und Ingwer war auszumachen. Insgesamt ein sehr in sich ruhender Wein, wie ich ihn in der Art noch nie getrunken habe. Richtig schade war, dass wir mit den dann folgenden 2004er Meursaults und dem Montrachet kein Glück hatten. Comtes Lafon hat hier leider seinen etwas zweifelhaften Ruf, was die vorzeitige Alterung seiner Chardonnays angeht, bestätigt.

Meursault nur wenns hinterher auch Montrachet gibt....

Wie weggeblasen war die Enttäuschung, nachdem wir Biondi Santis 1970er Brunello Riserva im Glas hatten. Hier zeigte sich das erste Mal in der Probe, dass Burgunder nicht unbedingt aus dem Burgund kommen müssen. Die Finesse, die Transparenz und die vibrierende Säure dieses Weines hätte ihn auch blind als großen Burgunder von der Cote d’Or durchgehen lassen. Auch die Walderdbeer-Nase und die Trüffel-Aromen passten da gut ins Bild. Das war für mich einer der schönsten Weine der Probe und sicher einer der besten gereiften Rotweine, die ich je probieren durfte. Noch zarter war dann der 1961er Gaja Barbaresco, der im Glas fast nur noch als Idee eines großen Weins durchging. Wenn Weine träumen könnten, würden sie vielleicht ähnlich ätherische Ideenwelten hervorbringen.

Von den Burgundern möchte ich, bevor ich dann endlich zu dem 1900er komme, besonders den 1947er Clos de Vougeot aus einer Abfüllung des Handelshauses Leymarie hervorheben. Ähnlich wie bei dem Biondi-Santi entströmt dem Glas eine verschwenderische Trüffel-Note, Tabak von der feinsten Sorte. Ein wirklich überwältigend charmanter Wein, der zwar reif aber nicht alt wirkt.

Und dann kam der Lafite aus dem letzten Jahr des neunzehnten Jahrhunderts. Bei der Flasche handelte es sich um eine Abfüllung eines Münchner Händlers, genaueres ließ sich leider nicht mehr erkennen. Hier war der erste Wein der Probe im Glas, bei dem ich den Eindruck hatte, er wäre schon einen Tick zu alt, es gab auch ein paar schöne pilzige Aromen. Der Wein wirkte schon sehr mürbe, aber seine frühere Größe war wohl über die Ausgewogenheit und die Proportionen der entstandenen Ruine erahnbar. Oder um es mit den Worten eines Mittrinkers zu sagen: „Der Lotse ist von Bord aber das Schiff fährt weiter.“

Château Lafite Rothschild 1900

Noch älter und noch größer war dann aber das Ass im Ärmel jeder Probe mit sehr alten Weine. Es trat auf: Ein unzerstörbarer Madeira. Hier in Gestalt eines 1845er Cossart Gordon „Centenary Bual“. Das Haus Cossart-Gordon feierte 1845 hundertjähriges Bestehen und hatte deshalb großes Interesse an einem „1845er“. In dem hier verkosteten Wein finden sich wohl mehrere gute Jahrgänge bis in die 1850er Jahre, die dann teils im Fass teils in Glasballons reiften und irgendwann in den 1980er Jahren auf Flaschen gefüllt wurden. Der Wein hat auch schon direkt nach dem Öffnen eine sehr facettenreiche Nase in der sich Nüsse und vor allem Nougat neben Milchschokolade und etwas Orangenabrieb findet. Es ist nicht mehr allzuviel Süße merkbar und mir persönlich hat der Wein kurz nach dem Öffnen am Besten geschmeckt. Hätte ich noch eine Flasche würde ich sie nicht allzulange nach dem Öffnen stehen lassen. Ganz abgesehen davon, dass sie sowieso nicht lange halten würde. Ein wirklich sehr erhebendes Getränk, was zeigt, wie Geschmack und Geschichte sich gegenseitig beleben können, wenn man bedenkt, dass wir hier Zugang haben zu einem Wein, der grade gährte, als Wagners Tannhäuser uraufgeführt wurde, Heinrich Heine noch lebte und wir uns politisch noch vor der Revolution von 1848 befinden. Und das ist wirklich ein Erlebnis jenseits des Geschmacks, was mich beim Trinken des Weines zwar nicht verrückt aber doch etwas schwindlig gemacht hat.

Cossart-Gordon Madeira 1845

Die Weinliste dieses Abends:

Dr. Loosen
Riesling Sekt 1991 und die 2012er Riesling GG Reserve Kollektion

Bourgogne blanc
1955 Vandermeulen Meursault 1er Cru Les Genevrières
2004 Domaine des Comtes Lafon Meursault Clos de la Barre
2004 Domaine des Comtes Lafon Meursault 1er Cru Charmes
2004 Domaine des Comtes Lafon Meursault 1er Cru Les Perrières
2004 Domaine des Comtes Lafon Montrachet Grand Cru
1976 Maison Leroy Meursault 1er Cru Charmes

Bella Italia
1961 Gaja Barbaresco
1970 Biondi-Santi Brunello Riserva

Bourgogne rouge
2005 Armand Rousseau Ruchottes-Chambertin Clos des Ruchottes Grand Cru
1996 Domaine G. Roumier Bonnes Mares Grand Cru
1978 Domaine Jean Gros Clos Vougeot Grand Cru
1970 Coquard-Loison-Fleurot Clos de la Roche Grand Cru
1959 R. Clerget Pommard 1er Cru Clos Blanc
1948 Hospices de Beaune 1er Cru Cuvée Brunet

Chateauneuf du Pape
2000 Château Rayas
1983 Château de Beaucastel
1978 Domaine de la Janasse
1967 Château La Nerthe
1947 Cave du Val-Clos „La Belle du Roy“

Bordeaux
2003 Château Duhart-Milon
2002 Château Lafite Rothschild
1990 Château Duhart-Milon
1983 Château Lafite Rothschild
1900 Château Lafite Rothschild

Madeira
1845 Cossart-Gordon „Centenary Bual“

Sep 24

Auktion des Großen Ring: Wimbledon in der Tiefgarage

Naturweinversteigerung im Saal des Treviris Saalbau zu Trier

Von Marc Herold

Schöne Künste haben immer auch mythische Orte in denen sie wohnen. In der Welt der Oper gibt es den Grünen Hügel, die Scala und viele andere traumhafte Häuser; im Sport gibt es Wimbledon und das Millerntor Stadion und beim Wein gibt es den Saal des Trierer Bürgervereins, in dem alljährlich die Versteigerung des „Großen Ring“ abgehalten wird. Doch halt – die Halle des katholischen Bürgervereins gibt es nicht mehr und schon seit Jahrzehnten mussten die Freunde der Versteigerung sogar aus der kastigen, etwas muffigen aber sonst erstaunlich geeigneten Europahalle ausziehen. Seit 2013 war man mit der Auktion dann im über der Stadt gelegenen Robert Schumann-Haus und dann in einem seminardurchtränkten Funktionsbau der Europäischen Rechtsakademie. Um die Schraube des Schreckens anzuziehen wagte man sich kurioserweise fast ganz vor die Stadt in die unmittelbare Nachbarschaft von Autohäusern, einem Marktkauf und seelenlosen Supermärkten, in die ich mich noch nicht einmal während der Zombieapokalypse zurückziehen möchte. Wie dem auch sei, „IAT Hotel“ hieß der diesjährige Ort der Versteigerung und viele folgten trotz allem dem Ruf des „Rings“ … oder hatten erst kurz vor der Veranstaltung überhaupt herausgefunden, auf welches Zwischenziel sie ihr Navigationssystem einstellen sollten.

126. Prädikatsweinversteigerung des Großen Ring Mosel-Saar-Ruwer 2013 im Trierer Robert Schumann-Haus.

Den Hotel-Parkplatz in „outer Trier“ belegte kurz vor neun Uhr ein bunter Mix an frachtraumstarken Autos der Winzer, PS-starken Autos aus den Benelux-Staaten und stark angerosteten Wagen der schwachfinanzierten Schnutentunker. Die Vorprobe der Versteigerung war dann in einem winkligen und recht schlecht durchlüfteten Foyer zu einer zwar hellen aber auch deutlich zu kleinen Halle. Wer hier die Tischabstände geplant hat, musste sich nie selbst mit einer Weinflasche zwischen handbreit voneinander entfernten Stühlen durchschlängeln um dafür zu sorgen, dass eine nasse Versteigerung (bei der die Weine, die grade auktioniert werden, auch verkostet werden) auch nass bleibt.

Bereits bevor das erste Los unter den Hammer kam, zeigte die morgendliche Vorprobe, dass der Jahrgang 2014 eine große Zahl sehr feiner Kabinette und Spätlesen ermöglicht hat. Wie in den drei Jahren davor zeigte Florian Lauer den Prototyp eines, knackig-stahligen und dennoch tiefen Saar-Kabinetts. Etwas spätlesiger kommt der Altenberg-Kabinett des Weinguts von Othegraven daher, hier ist unbedingt Reife erforderlich – dann könnte das aber einer der Kabinette des Jahrgangs sein. Bei den Spätlesen gab es viel Licht, besonders hell strahlte Haarts Piesporter Goldtröpfchen und wer einmal die typische „Bockstein-Stachelbeere“ in Reinkultur erleben möchte, sollte unbedingt die „Zickelgarten“ (ein Unterparzelle im Ockfener Bockstein) Spätlese des St. Urbanshofs probieren. Auch die Spätlesen (Scharzhofberger und Braune Kupp – Le Gallais) von Egon Müller zeigten, wo die Stärken des während der Ernte schwierigen, weil nassen Jahrgangs 2014 lagen. Stark auch von Othegravens Altenberg-Spätlese, in der sich die ganze Noblesse der Lage versammelt – ein Wein für die lange Lagerung. Die Schwierigkeiten zeigten sich besonders bei der Graacher Domprobst Spätlese von Willi Schaefer. Hier scheint einiges schief gelaufen zu sein, der Wein wirkt unsauber und hat eine merkwürdig klotzig derbe Säure. Schloss Liesers Spätlese aus der Wehlener Sonnenuhr konnte zwar überzeugen, spielte aber für mich dieses Jahr nicht bei den besten Spätlesen der Auktion mit.

von Othegraven Versteigerungsspätlese aus dem Kanzemer Altenberg

Wirklich große Auslesen waren rar – Egon Müllers Scharzhofberger Auslese Goldkapsel war dann auch die unangefochtene Siegerin des Tages, so eine Pracht, Finesse und bezaubernde Botrytis habe ich nur selten gekostet. Der Wein war dann auch die mit Abstand teuerste Auslese. Joh. Jos. Prüm zeigte eine lange Goldkapsel Auslese (Jahrgang 2013!) aus dem Himmelreich, die sich mir nicht auf Anhieb erschlossen hat, die aber beim Nachprobieren wenigstens einen Teil ihres Charmes hinter dem Schleier eines typischen „Prüm-Stinkers“ enthüllen konnte.

Der Tag und besonders die Versteigerung wird aber wegen zwei Dingen besonders im Gedächtnis des Publikums bleiben:

Zum einen wurde mit 1100 € (0,75 L, netto) der bislang höchste Preis für eine Trockenbeerenauslese von Geltz Zilliken erzielt. Dieser Wein aus dem Jahr 2005 war für mich der Wein des Tages, so ein Spiel, solch eine irrsinnige Konzentration von reifen Zitrusfrüchten und feinstem Honig bei gleichzeitiger vibrierender Lebendigkeit ist wirklich schwer fassbar. Der Wein mit der AP Nr. 1 bildet für mich den Schlussstein im Gewölbe der sowieso schon prachtvollen 2005er von Hanno Zilliken. Wirklich berührend waren auch Maximilian von Kunows Worte an dieser Stelle der Versteigerung, Hanno Zilliken stelle schon lange sein großes Vorbild dar und er danke ihm, Zilliken, für seine Großzügigkeit und Unterstützung.

Zum andern wurde – auch hier im Weinkaiser-Blog wurde schon davon berichtet – für Egon Müllers Trockenbeerenauslese aus dem Hitzejahr 2003 ein vorher unvorstellbarer Preis erziehlt. Blieben die Auktionspreise bis zu diesem außergewöhnlichen letzten Posten im Rahmen oder waren zum Teil sogar etwas unter den Erwartungen (Prüm Lay Auslese 2013, Theo Haarts sehr gelungene Weine), brauchte Maximilian von Kunow nur wenige Augenblicke um vom Ausgebot von 2000 € bis auf 5000 € zu zählen. Dass zu diesem Zeitpunkt die Kommisionäre noch fast alle saßen, lies erahnen, dass der Preis weit über die erwarteten 6000 € oder bestenfalls 8000 € herausschießen würde. Bei 8000 € war man nämlich zum ersten Mal in der Geschichte der Versteigerung, trotzdem blieb dem Publikum kaum Zeit zu klatschen. 10.000 € waren der nächste Haltepunkt und als der Zuschlag bei 12.000 € erteilt wurde, gab es kein Halten mehr. Von Kunow war sicht- und hörbar zu gleichen Teilen ergriffen und euphorisch. Egon Müllers kurzes Schlusswort „I think this was a very memorable day, we all can go home very happy now.“ löste dann auch in seiner betont zufrieden beherrschten Art umso größere Heiterkeit beim Publikum aus. Ein großer Moment in baulich entseelter Umgebung. Oder um es mit den Worten einer der Teilnehmer zu sagen „Wimbledon in der Tiefgarage“.

Egon Müllers Scharzhofberger Riesling Trockenbeerenauslese 2003 im Glas. Rund 2 cl für 400 Euro.

PS: Und sollte das hier einer der Organisatoren lesen: Wir hätten gern auch die alten Versteigerungshefte wieder. 😉

PPS: Die 2003er TBA war dann auch wirklich wunderbar. Tiefgründig, endlos, eine Tiefe Ruhe ausstrahlend, Länge bis zum Horizont. Lässt solche Fragen, wie „ob da jetzt genug Säure drin sei“ lächerlich wirken. Das Wort „Monument“ ist bei Weinen oft unangebracht; hier ist es eher noch eine Untertreibung.

Egon Müllers Scharzhofberger Riesling Trockenbeerenauslese (TBA) 2003

Sep 19

Egon Müller erziehlt neuen Rekordpreis für Deutschen Wein

Egon Müller Scharzhofberger Riesling Trockenbeerenauslese 2003

Die 2003er Scharzhofberger Riesling Trockenbeerenauslese (TBA) von Egon Müller aus Wiltingen an der Saar erzieht den höchsten Preis, der je für ein Versteigerungslos junger Deutscher Weine erreicht wurde. Der Zuschlag erfolgte bei 12.000 Euro netto für jede der 22 versteigerten Flaschen. Inklusive 5% Auktionsgebühr und 19% MwSt beträgt der Preis pro 0,75l Flasche 14.994 Euro. Weitere 36 halbe (0,375l) Flaschen gingen für je 5.500 Euro netto (6.872,25 brutto) über den Tisch. Allein diese beiden Versteigerungslose brachten einen Nettoumsatz von 462.000 Euro. Der Preis der ganzen Flaschen wäre noch höher gegangen, wenn Egon Müller die Anzahl der versteigerten Flaschen beim erreichen von 12.000 Euro nicht kurzfristig von 18 auf 22 erhöht hätte. So konnten bei 12.000 alle Kaufwilligen bedient werden und der Preis musste nicht noch höher getrieben werden um noch den/die potentiellen Käufer von vier weiteren Flaschen loszuwerden.

Die rund 6.000 Mitglieder der Facebookgruppe Hauptsache Wein können das Highlight der Versteigerung in einem kleinen Handyvideo von Winzerkollegen Florian Lauer miterleben.

Egon Müller bei einer der Versteigerungen des Großen Rings in Trier

Versteigert werden bei der jährlichen Prädikatsweinversteigerung des VDP Mosel-Saar-Ruwer (Großer Ring) in Trier in der Regel keine Einzelflaschen sondern immer alle Flaschen eines Weines in derselben Flaschengröße auf einmal. So kommen auf den Literpreis umgerechnet immer mal wieder sehr unterschiedliche Preise für 0,75l Normalflaschen, für 0,375l und für 1,5 Liter-Magnumflaschen zustande. Insgesamt wurden 13218 Flaschen verteilt auf 60 Einzellose zum Nettopreis von 1.7 Millionen Euro versteigert. Gut die Hälfte davon fließt zum Scharzhof. Das größte Einzellos war eine Partie von 1080 Normalflaschen Riesling Spätlese Saarburger Rausch 2004 vom Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken (40 Euro netto). Auch Egon Müller hatte noch weitere Weine am Start: Braune Kupp Spätlese (600 Flaschen à 70€), Scharzhofberger Spätlese (600 Flaschen à 174€) und die sensationell gut gelungene Scharzhofberger Goldkapsel-Auslese (84 Ganze à 770 und 72 Halbe à 405).

Nach den Aufzeichnungen des Vaters von Egon Müller IV war der Jahrgangsverlauf dem Jahrhundertjahrgang 1959 extrem ähnlich. Auch bei vielen 1959ern war anfänglich eine zu geringe Säure vermutet worden, heute weiß man, dass das nicht das geringste Problem war. Der langjährige Riesling-Blogger Felix Eschenauer morgens bei der Vorprobe über die 2003er Scharzhofberger TBA:

„Ein glatter 100 Punkte Wein: grösser, tiefer und kompletter geht es nicht. Hallt ewig nach. Es werden noch Wetten auf das Höchstgebot angenommen, denn das wird eine kleine Sensation werden.“

Bei dem ganzen Wirbel um die 2003er Scharzhofberger TBA geraten die anderen großen Weine der Versteigerung zu Unrecht in den Hintergrund. Hanno Zilliken versteigerte seine 2005er TBA. 2005 war dort das wahrscheinlich beste Jahr in der Gutsgeschichte. Im Gault Millau Weinguide stellte er im Jahrgang 2005 die Auslese des Jahres und auch diverse andere seiner Weine sind großartig gelungen. Die 2005er Saarburger Rausch Riesling Trockenbeerenauslese erzielte 675 für die Halbe, 1100 für die ganze und 2910 für die Magnum.

Weinprobe im Scharzhof bis zurück ins jahr 1989

Der Preis von 12.000 Euro pro Flasche für ein Los jugendliche TBA ist absoluter Rekord in der Deutschen Weingeschichte. Den bisherigen Spitzenwert hielt auch Egon Müller mit seiner 2011er TBA, für die 2013 in der ganzen Flasche bei 5.000 Euro netto (ca 6.250 nrutto) der Hammer zuschlug. Das sind allerdings nur die Rekordpreise für Jungweine, die idR in größeren Einheiten versteigert werden. Der aktuelle Rekordpreis für eine Flasche deutschen Wein stammt offenbar immer noch aus dem Jahre 1987. Damals ersteigerte ein deutsch-kanadischer Unternehmer für 53.000 DM eine Flasche Johannisberger Riesling des Weingutes Schloss Schönborn aus dem Jahrgang 1735. Auf Platz zwei liegt eine Flasche Neroberger Trockenbeerenauslese von 1893 aus dem Cabinetkeller der Hessischen Staatsweingüter im Kloster Ebersbach, die im Jahr 1986 stolze 35.000 DM erzielte. Hier kommt Egon Müller mit umgerechnet 30.000 DM Bruttopreis langsam in Schlagdistanz.

Der Weinkaiser zu Gast zu Scharzhof bei TBA König Egon Müller

Bei der Auktion selbst bieten dürfen nur die sieben lange im Vorfeld der Auktion zugelassenen Weinkommissionäre. Bei diesen Kommissionären kann jeder Interessierte vor der Versteigerung eine Bestellung aufgeben, wie viele Flaschen er ersteigern möchte und bis zu welchem Höchstpreis er zu zahlen bereit ist. Besonders gute Kunden und Kunden die sich für die begehrtesten und damit teuersten Weine konkret interessieren, sitzen entweder beim Kommissionär des Vertrauens selbst mit am Tisch oder sind in der heißen Phase telefonisch zugeschaltet. Viele dieser Bieter reisen eigens aus diversen asiatischen Ländern, den USA, Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken an aber auch unsere westlichen Nachbarländer sind allesamt gut vertreten. Das besondere für die Besucher vor Ort: alle Weine können von jedem Gast zweimal probiert werden. Morgens bei der zweistündigen Vorprobe und während der Versteigerung, immer genau dann wenn der Wein zur Auktion aufgerufen wird, schenkt ihn das Serviceteam im gesamten Saal aus. Ein großer Teil der rund 300 Versteigerungsbesucher sind seit langen Jahren in jedem September in Trier mit dabei. Ein extrem spannender Menschenzoo. Vor der Tür steht schon mal ein mit Blattgold und Klarlack lackierter SUV und schon bei der Vorprobe hört man Dialoge wie „Are you Prrrrum? I’ll buy everything!“ „Maybe you would like to taste the wines before?“

Besucher der Prädikatsweinversteigerung des VDP Mosel-Saar-Ruwer (Großer Ring) in Trier

Egon Müller verkauft nicht an private Kunden. Seine Weine bekommt man nur über wenige autorisierte Händler. Das mit Abstand größte Sortiment an Müller Weinen in Deutschland hat Albert Kierdorf im bergischen Reichshof, darunter auch TBAs von früheren Auktionen in Trier. Hier geht es zu Kierdorfs aktueller Preisliste.

Sep 08

Die deutsche Weinwelt feiert drei neue Master of Wine

Romana Echensperger MW

Erstmals in der Geschichte dieses Ausbildungsganges gibt es auf einen Schlag drei neue Master of Wine in Deutschland. Wie das Institute of Masters of Wine gestern in London mitteilte, wurde in diesem Herbst weltweit an 19 Absolventen der Titel Master of Wine verliehen.

Die Ausbildung zum Master of Wine gilt als die schwierigste Herausforderung in der Weinwelt. Insgesamt haben nun 340 Absolventen aus 24 Ländern den meist kurz MW genannten Titel erworben, der 1953 erstmals vergeben wurde. Bis 1988 haben nur Briten (vor allem Weinhändler) die in London abgehaltene Ausbildung absolviert. Erste Frau war 1984 Jancis Robinson, heute die mit Abstand bekannteste Weinkritikerin weltweit. Der Australier Michael Hill Smith war dann der erste Ausländer, der die Prüfung meisterte. Aus Deutschland hatten diese Ausbildung bisher fünf Weinexperten absolviert:

  • Jürgen Van der Mark, badischer Winzer und Geisenheim-Absolvent, MW seit 1996
  • Markus Del Monego, Sommelier-Weltmeister 1998, MW seit 2003
  • Frank Röder, Weinhändler (VIF), MW seit 2009
  • Caro Maurer, Journalistin, MW seit 2011
  • Anne Krebiehl, Journalistin, MW seit 2014

Seit gestern gehören auch Romana Echensperger, Konstantin Baum und Janek Schumann zu diesem erlauchten Kreis. Sie erhöhen damit den deutschen Anteil an den Absolventen von fünf auf acht.

Die Prüfung besteht aus drei Teilen und nur rund zehn Prozent der Studenten schaffen es durch die Prüfungen. In einer Blindverkostung müssen Weine aller Qualitäts- und Preisstufen von rund um den Globus eingeordnet, beschrieben und bewertet werden, drunter auch sehr ungewöhnliche aus seltenen Rebsorten und abgelegenen Weinländern. Insgesamt sollte bei 36 Weinen denen Rebsorten, Herkunft, Jahrgang, Qualität und Herstellungsmaßnahmen erkannt werden. Im Theorieteil geht es sowohl detailiert um Weinbau und Kellerwirtschaft, Lokales wie Böden, Klima und Weingesetzgebung, den weltweiten Weinmarkt sowie aktuelle Themen. Am Ende steht eine detailierte Forschungsarbeit zu einem Thema rund um Wein. Dass die Anforderungs an diese finale Forschungsarbeit nun klarer geregelt sind und dass auch die Betreuung der Absolventen während der Erstellung dieses Thesenpapiers nun besser sichergestellt ist, wird von John Hoskins, dem Vorsitzenden der Prüfungskommission, als Ursache für die höhere Absolventenzahl in diesem Jahr genannt.

Institute Master of Wine

Romana Echensperger MW

Romana Echensperger hat 12 Jahre Erfahrung als Sommelière in der Spitzengastronomie in Deutschland und Spanien. Im Jahr 2005 wurde sie zur besten Sommelière Berlins gewählt. Ihre Weinkarte führte damals 1,000 Deutsche Weine. Von 2007 bis 2010, war sie Chefsommelière in Joachim Wisslers 3-Sterne-Restaurant Vendôme in Bergisch Gladbach, das mehrfach als bestes Restaurant Deutschlands ausgezeichnet wurde. Seit 2011 ist sie daneben als Wein Dozentin und Beraterin auf einem internationalen Level tätig, u.a. als Botschafterin für Deutsche Weine im In- und Ausland im Auftrag des Deutschen Weininstituts (DWI). Außerdem arbeitet sie als freie Weinjournalistin und hat eine Weinkolumne für das Magazin des Kölner Stadt-Anzeigers. Seit diesem Jahr ist sie auch meine Kollegin beim GaultMillau Weinguide Deutschland, wo sie nun die Ahr-Region verantwortet.

Thema ihrer Abschlussarbeit: Hat Fränkischer Spitzensilvaner genug nachhaltige Vorteile und Unterstützung durch die Produzenten um seine umfangreiche Rebfläche auch in Zukunft zu rechtfertigen?

Janek Schumann MW

Janek Schumann MW

In seiner Abschlussarbeit mit dem Titel „Back to the Future: Determination of Superior Parcels within a VDP.Große Lage through a Comparison of Historical Sources with Current Scientific Measures“ nimmt Janek Schumann die Klassifikation von Weinbergslagen unter die Lupe. Als Fallstudie dient die „VDP.Große Lage Würzburger Stein“ in Franken. Dabei examiniert und vergleicht er historische Quellen zur Abgrenzung mit aktuellen wissenschaftlichen Qualitätsparametern. Unter der Prämisse von Transparenz und Objektivität leitet er aus den daraus gewonnenen Schlussfolgerungen Handlungsempfehlungen für die Einstufung von Weinbergslagen ab.

Den Startschuss zu Janek Schumanns Weinkarriere gab eine Bordeaux-Reise im Jahr 1992. Vier Jahre später gründete er die Weinhandlung „La Vinothèque“ in dem zwischen Dresden und Chemnitz gelegenen Freiberg. Zunächst nur nebenberuflich im Weinbusiness tätig, hängte er 2003 seinen Job bei einer Bank an den Nagel. Im selben Jahr schloss er das „WSET Diploma in Wines and Spirits“ an der Weinakademie Österreich mit Auszeichnung ab. Dies diente als Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung zum Master of Wine, mit der er im Jahr 2008 begann.

Mittlerweile hat Janek Schumann nahezu alle wichtigen Weinbauländer bereist, arbeitet als Fachdozent im gesamten deutschsprachigen Raum und führt neben seinem Weinhandel das Restaurant mit Weinschule „Die Weinwirtschaft“ in Lichtenwalde bei Chemnitz. Zudem vertreibt er eine persönliche Weinselektion über den Online-Shop tastethat.de. Wovon alle Weinfans etwas haben: Der neue MW Schumann schreibt einen lesenswerten Blog unter Janek-Schumann.de

Konstantin Baum MW

Konstantin Baum MW

Konstantin Baum ist mit 33 Jahren jüngste Deutsche, der bisher die Prüfung zum Master of Wine bestanden hat. Seine Dissertation, hat das Thema „Digitales Direktmarketing von Weingütern in Deutschland“. Um sich auf die Prüfungen vorzubereiten, hat Konstantin Baum Arbeitserfahrung auf Weingütern, bei der Weinhandelsplattform Liv-ex in London und als Sommelier im **Restaurant Patrick Guilbaud in Dublin gesammelt. Dabei hat er in sechs Ländern gearbeitet und hat unzählige Weine verkostet. Bei seinem Studium der internationalen Weinwirtschaft in Geisenheim mit den Schwerpunkten BWL, Marketing und Önologie eignete er sich außerdem die theoretischen Grundlagen an. Heute lebt Konstantin Baum in Baden-Baden, von wo er seinen Online-Weinhandel meinelese.de leitet und Weingüter sowie den Handel berät. Über das Ergebnis sagt Baum:

Als ich den Anruf vom Institute of Masters of Wine bekam, hatte ich Herzrasen, jetzt bin ich einfach glücklich. Nach so viel harter Arbeit und vielen, vielen Stunden am Schreibtisch, auf Reisen und bei Weinverkostungen freue ich mich darauf, die Füße hochzulegen und den Titel bei einem Glas Champagner zu feiern… und nein, heute werde ich mir dabei keine Gedanken über die Zusammensetzung der Cuvée machen!

Insgesamt haben den Abschluss in diesem Herbst 19 Kandidaten erreicht, wie das Institute Master of Wine gestern bekannt gegeben hat:

Aug 28

Start der Initiative Blogger für Flüchtlinge

http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de/

Obwohl über die Kriege im nahen Osten und in diversen afrikanischen Staaten seit Jahren berichtet wird, war Europa auf den aktuellen Flüchtlingsstrom nicht ausreichend vorbereitet. Auf der kompletten europäischen Flüchtlingsroute von Italien oder Griechenland bis Deutschland finden sich diverse staatliche Stellen, die (trotz meist guten Willens) komplett überfordert sind.

Dazu kommen nahezu täglich Brandanschläge auf Notunterkünfte und tätliche Angriffe von Nazis auf Flüchtlinge.

Die vier bekannten Blogger Nico Lumma, Stevan Paul, Karla Paul und Paul Huizing haben die Initiative Blogger für Flüchtlinge gegründet, die helfen möchte, bereits bestehende und aktive Hilfsprojekte – regionale wie überregionale – die inzwischen an ihre Grenzen gekommen sind, mit Geld- und Sachspenden zu unterstützen und gleichzeitig auch zeigen will, dass die, die gerade besonders laut und aggressiv gegen Menschlichkeit anschreien deshalb noch lange nicht in der Mehrheit sind.

Es gibt dort diverse Links auch in Eure Region. Da die Links alle auf Deutschland bezogen sind, hier im Blog aber auch viele Österreicher mitlesen: Bei Euch gibt es diverse ähliche Projekte, z.B. dieses hier Flüchtlinge-willkommen.at

Schaut Euch die Projekte an und wenn Ihr an der ein- oder anderen Stelle die Möglichkeit habt, unterstützt sie bitte.

Setzt durch Euer Engagement ein klares Zeichen, dass (geistige) Brandstifter und die, die derzeit an einigen Orten der Republik (nicht nur im Osten) auf der Straße stehen und zwischen faschistischer Hetze immer wieder brüllen, sie seien das Volk, nicht die Mehrheit der Menschen unseres Landes repräsentieren.

Leistet Widerstand gegen Fremdenhass

Wenn Euch bei Facebook ausländerfeindliche, rassistische oder schlicht volksverhetzende Beiträge auffallen, meldet sie bei Facebook zur Löschung und stellt in extremen Fällen auch Strafanzeige.

Helft bitte, diesen Aufruf und die Idee dahinter weiterzutragen. Unter dem Hashtag #BloggerfuerFluechtlinge findet ihr bei Twitter und Facebook bereits unzählige Beiträge zum Thema.

Danke!

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