30. Januar 2011

Einer der spannendsten Süßweine in Frankreichs Süden stammt von einem deutschen Winzer, der sein Handwerk allerdings komplett im Ausland erlernt hat. Peter Fischer, 1959 in Bühl bei Baden geborener Urahn des UHU-Alleskleber-Erfinders August Fischer, ging nach dem Abitur in der Schweiz zu einem Farmpraktikum in die USA, worauf ein Weinbaustudium an der renommierten University of California in Davis folgte. Nach dem Studienabschluss folgten Praxiszeiten im bekannten Weingut Buena-Vista in Sonoma und einem italienischen Weingut. Als Peter Fischer 1984 dann mit Emmanuel Gaujal in einem önologischen Institut in der Provence arbeitete und auf der Suche nach einem für ihn geeigneten Betrieb war, entdeckt er das aus dem 17. Jahrhundert stammende Château Revelette in Jouques (30 km nördlich von Aix-en-Provence), auf dessen 90 Hektar Fläche zwar nur noch ca. 10 ha für Fasswein-Anbau genutzt wurden, das sich aber mit seinem Syrahbestand und mit idealen klimatischen Bedingungen von den vielen anderen in dieser Zeit angebotenen Betrieben abhob.
Im Süden wird das in einer Höhe von 330 bis 400 Meter liegende Anwesen durch die berühmte Montagne St. Victoire von den klimatischen Einflüssen des Mittelmeers abgeschirmt. So entsteht ein spezielles Mikroklima mit ungewöhnlich kühlen Wintern und sehr heißen Sommern und einem milden Herbst. Laut Fischer herrscht hier das kühlste Klima der Provence mit regelmäßigen Temperaturunterschieden von 20 Grad zwischen Tag und Nacht.
1985 konnte Familie Fischer das Weingut übernehmen und der gerade mal 26-jährige Peter Fischer übernahm die Verantwortung vor Ort. Er stellte konsequent auf biologischen und qualitätsorientierten Anbau um und vergrößerte den Betrieb wieder auf zwölf Parzellen mit insgesamt 24-25 ha (vor einigen Jahrzehnten, noch unter den Vorbesitzern, hatte Château Revelette einmal 40 ha). Größer soll es nicht mehr werden, da sonst die Bearbeitung nicht mehr wie bisher im kleinen Team mit nur drei ganzjährig beschäftigten Mitarbeitern möglich wäre. Peter Fischer scheint hier endgültig angekommen zu sein, ist nun mehr als 25 Jahre in dem kleinen Provence-Ort zuhause und verheiratet mit Sandra, der Tochter des Vorbesitzers von Château Revelette, mit der er auch zwei gemeinsame Kinder hat.
Von Château Revelette werden neun Rebsorten angebaut:
Rot: Syrah, Grenache, Cabernet Sauvignon, Carignan, Cinsault
Weiß: Ugni Blanc, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Rolle (Vermentino)
Château Revelette ist von Ecocert als biologisch arbeitendes Weingut zertifiziert und arbeitet de facto sogar biodynamisch, will aber nicht auf die teilweise ideologisch fragwürdige aktuellen BioDyn-Welle aufspringen. Es wird also nicht nur auf chemische Spritzmittel, Enzyme oder Zuchthefen verzichtet (also spontan vergoren), gedüngt wird mit Schafsmist, gespritzt mit Algenextrakt und ausgebaut wird nicht wie heute meist üblich in Stahltanks, sondern in temperaturstabileren Betontanks und in an historische Weinamphoren erinnernde Zementeiern, die von Biowein-Pionier Daniel Schlaepfer konstruiert wurden. Stahl sei nicht ideal, da er statisch aufgeladen sei, wodurch der Wein nicht zur Ruhe komme und außerdem nicht atmen könne. Auf Sulfite kann natürlich nicht komplett verzichtet werden, es würden aber nur geringstmögliche Mengen verwendet.
Das ein Pfau als Symbol auf einem Teil der Etiketten und der Kapsel verewigt wurde ist kein Zufall, denn auf dem Weingut haben neben der Winzerfamilie zahlreiche Pfauen, Enten, Gänsen, Wachteln, Hasen und Hunde ihr Zuhause.

Der trockene weiße Top-Wein “Le Grand Blanc”, ein reinsortiger Chardonnay, reift zu einen Drittel für sieben Monate im Barrique (mit Bâtonnage, langem Hefelager und BSA), der Rest wird im Tank ausgebaut und später verschnitten. Das Ergebnis ist ein ungewöhnlich guter Chardonnay, der sowohl in seiner Jugend mit für einen dichten Chardonnay erstaunlicher Frische, schöner Säure, Mineralität und perfektem Holzeinsatz überzeugt aber auch wunderbar reifen kann. Dem FAZ-Weinkolumnisten Horst Dohm hat Peter Fischer übrigens eröffnet, dass er heute bei einem Neuanfang nicht mehr so sehr auf Chardonnay setzen würde, sondern mehr auf die regionalen Rebsorten Ugni Blanc und Clairette.
Der rote Spitzenwein “Le Grand Rouge” bleibt bis zu 30 Tage auf der Maische, lagert 12-14 Monate in gebrauchten Holzfässern (ein Fünftel in neuen Barriques), wird wenn nötig mit Eiweiß geklärt und nicht gefiltert. Früher waren Syrah und Cabernet Sauvignon sind zu etwa gleichen Anteilen vertreten. Neuerdings ist wohl auch Grenache dabei. Der Wein geht vor allem an die Spitzengastronomie. Ich hatte kürzlich noch einmal den wunderbar gereiften 1998er in einem Rheingauer Restaurant. Der hatte mir mit seiner wunderbaren Frucht und den sanften Tanninen schon jung sehr gut gefallen, leider ist meine eigene Kiste davon aber inzwischen leer…
Die beiden “Le Grand”-Weine sind als Vin de Pays des Bouches du Rhône klassifiziert. Mehr ist trotz bester Qualität gesetzlich nicht möglich, da nicht nur die regional vorgesehenen Rebsorten eingesetzt werden.
Die Or Série ist ein hochkonzentrierter Süßwein mit über 200 Gramm Restzucker bei 13 % vol, wie hoch der Glycerin-Anteil ist, kann man an den intensiven Schieren im Foto ganz oben erkennen. Deutliche Botrytisnoten, kandierte Zitrusfrüchte, Crème Brûlée und auch die nötige Säure (die bei vielen anderen französischen Süßwein ohne Rieslinganteil leider fehlt) für ein langes Leben. Das ist ein idealer Dessertwein - also nicht als Wein zum Dessert, sondern als eigenständiges Dessert. Passt nach meiner eigenen Erfahrung natürlich auch genial zu Foie Gras und würde wohl auch gut zu Blauschimmelkäse passen, der bei mir allerdings nie auf den Teller kommen wird.
Neben den drei langlebigen Spitzenweinen gibt es als AOC Coteaux d’Aix en Provence eine kurzlebigere Basisline in Rot (50% Grenache, 30% Syrah, 20% Cabernet Sauvignon), Weiß (40% Ugni blanc, 35% Rolle and 25% Sauvignon blanc) und Rose (70% Grenache, 15% Cinsault, 10% Syrah, 5% Carignan), sowie eine BIB (Bag in Box) mit Tafelwein für die Ortskneipen.

Seit 2002 betreibt Peter Fischer gemeinsam mit seinen beiden befreundeten Winzern Jean Michel Gérin (Côte Rotie) and Laurent Combier (Crozes Ermitage) unter dem Namen Trio Infernal ein weiteres Weinbauprojekt im spanischen Priorat (30 km südwestlich von Tarragona in Katalonien). Das Projekt scheint ein voller Erfolg zu sein, so gab es nicht nur sofort höchste Parker-Bewertungen sondern auch El Mundo, Spaniens wichtigste Tageszeitung, ernannte die 2004er Trio Infernal Cuvee No. 2/3 zu Spaniens Wein des Jahres. Der 18 Monate in neuem französischen Holz ausgebaute Wein besteht zu 100% aus Trauben von 90 Jahre alten Carignan-Rebstöcken.
Château Revelette
Peter and Sandra FISCHER
13490 Jouques, Frankreich
Tel: 33 (0)4 42 63 75 43
Fax: 33 (0)4 42 67 62 04
28. Januar 2011

Der österreichische Winzer und Blogger Bernhard Fiedler hat zur Weinrallye #41 mit dem Titel Sandwich-Weine aufgerufen. Gemeint sind hier nicht Weine, die gut zu einem Sandwich passen, sondern Weine, die weder richtig jung noch richtig alt sind sondern irgendwo dazwischen liegen. Wer diesen Begriff noch nie gehört hat, braucht sich keine Sorgen über seinen Bildungsstand zu machen, der Begriff Sandwich-Weine wurde eigens für diese Weinrallye neu kreiert. Bernhard Fiedlers Vorgabe waren Weine im Alter zwischen zwei und fünf Jahren. Bei diesem Weinrallye-Titel konnte ich der Versuchung trotzdem nicht widerstehen, die Weine zu einem selbstgebauten Sandwich zu verkosten. Entsprechend meiner Vorlieben ist das Sandwich nicht gerade vegetarisch geraten.

Meine Auswahl der Sandwich-Weine:
Weingut Berweiler-Merges Pölicher Held Riesling Spätlese Alte Reben 2007
Weingut Karl-Josef Thul Thörnicher Ritsch Riesling Spätlese Alte Reben 2007
Weingut Georg Forster Burg Layer Schlossberg Riesling Auslese 2007
Beringer Vineyards Founder’s Estate Cabernet Sauvignon 2007

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21. Januar 2011

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz hat gestern per Pressemitteilung und Rundmail an die beteiligten Weingüter die für den 1. Mai geplante 15. Ausgabe der sehr erfolgreichen Veranstaltung Wein im Schloss abgesagt.
Begründet wird die Absage der wichtigsten rheinland-pfälzischen Weinveranstaltung für private Weinfreunde mit Einschränkungen, die durch die parallel stattfindende Bundesgartenschau 2011 verursacht werden. So hätte in diesem Jahr nur ein Teil der üblicherweise im Schloss genutzten Flächenkapazitäten genutzt werden können.
Das sich zudem die IHK Koblenz, wie diese Woche bekannt wurde, nun kurzfristig komplett von der früher von ihr allein und seit wenigen Jahren gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz organisierten Veranstaltung zurückgezogen hat, dürfte sie Situation sicher nicht vereinfacht haben. Nach dem Abgang von IHK Hauptgeschäftsführer Podzun zieht sich die IHK damit vor allem von der in den letzten Jahren kostenintensiven Betreuung des jeweiligen Wein im Schloss Gastlandes zurück.
Im nächsten Jahr soll Wein im Schloss aber wieder stattfinden. Als Termin ist der 6. Mai 2012 geplant. In einem Punkt irrt der Autor der Pressemitteilung allerdings: Die nun abgesagte und auf 2012 verschobene Veranstaltung wäre nicht die 14. sondern bereits die 15. Ausgabe von Wein im Schloss (zumindest wenn ich meinen Eintrittskarten der letzten Jahre glauben darf, wo z.B. 2009 als die 13. und 2010 als 14. beschrieben werden). Wollen wir hoffen, dass dies der einzige Irrtum bleibt.
Die Pressemitteilung der Landwirtschaftskammer im Wortlaut: (weiterlesen…)
19. Januar 2011

Da die Weinszene von allen Special Interest Gebieten eine der am stärksten im Web 2.0 aktiven Gruppen ist, war es nur eine Frage der Zeit, wann zum ersten BarCamp zum Thema aufgerufen wird. Nun ist es soweit:
Thomas Lippert vom Winzerblog (der auch schon die Weinrallye initiiert hat) und Dirk Würtz haben zum Vinocamp Deutschland aufgerufen:
Aufruf Thomas Lippert
Aufruf Dirk Würtz
Das Vinocamp Deutschland wird am 18. & 19. im Juni 2011 auf dem Campus Geisenheim im Rheingau stattfinden, alles weitere wird in den nächsten Wochen und Monaten von allen Interessierten erarbeitet.
Ein erstes Vorbereitungstreffen fand am Freitag, den 28. Januar ab 16:00 Uhr bei Dirk Würtz in der Königsmühle Gau-Odernheim statt. Erste Themen waren vor allem Termin und Ort des Vinocamp Deutschland 2011 .
Neben solchen Vorbereitungstreffen läuft die Organisation des Vinocamp Deutschland über zwei Plattformen:
Vinocamp Deutschland Forum bei Mixxt:
http://vinocamp-deutschland.mixxt.eu
Vinocamp Deutschland Facebook Gruppe:
http://www.facebook.com/pages/Vinocamp-Deutschland/151251434929600?v=wall&filter=1
Der Zuspruch ist hervorragend, nach nur 24 Stunden hatten sich bereits 160 Interessierte in Facebook-Gruppe eingetragen und das gleichzeitig eröffnete Vinocamp Forum bei Mixxt (hier gibt’s später die offiziellen Ankündigungen) hat auch bereits mehr als 70 Mitglieder.
Der Twitter #Hashtag um Beiträge zum Thema zu finden lautet: #vcd11
Das Logo stammt von den französischen Vinocamps und wurde von Charles Bugnowski (Weincasting) für das Vinocamp Deutschland überarbeitet. Danke dafür!
Was ist überhaupt ein BarCamp? Das Meiste wird bereits bei den beiden Initiatoren erklärt, alles weitere findet sich bei Wikipedia.
Weitere Beiträge zum Thema:
Baccantus
Drunkenmonday
lagazzettadelvino
Socialwine
9. Januar 2011

WeinReich Rheinland-Pfalz ist die Dachmarke der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT), mit der für das Weinland Rheinland-Pfalz und rheinland-pfälzischen Wein geworben wird. Dies geschieht seit langem mit Veranstaltungen und Publikationen, seit Februar 2009 aber nun auch mit einem eigenständigen Blog, der von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH und einer Reihe von spannenden Gastautoren (z.B. mehreren Jungwinzern, einer ehemaligen Deutschen Weinprinzessin und IWI-Gründer Alexander Kohnen) mit Leben gefüllt wird.
Rebstockpatenschaft lautet eines der regelmäßigen Themen im WeinReich-Blog Rheinland-Pfalz. Die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH hat bei Jungwinzer Walter Perl einen Riesling-Rebstock im Bopparder Hamm Mandelstein gepachtet und in einer Rubrik des Blogs wird im ganzen Jahr immer wieder über die aktuellen Bearbeitungsschritte an diesem Rebstock berichtet. Um die Leser ihres Blogs noch mehr an diesem Rebstock teilhaben zu lassen, wird der dort erzeugte Wein regelmäßig für ein Gewinnspiel zu Verfügung gestellt. Die Leser des WeinReich-Blog sollen dabei schätzen, wieviel Gramm Ertrag der Rebstock im aktuellen Jahr erbringen wird. Im Herbst 2009 waren es 2989 Gramm, in diesem Jahr nur 1490 Gramm. Als ich meinen Tipp im verregneten Sommer 2010 abgab, war schon abzusehen, dass es durch Verrieselung und Fäulnis in den meisten Weinbergen zu massiven Einbußen kommen würde. Daher habe ich einfach mal recht genau die Hälfte des Vorjahresergebnisses getippt und lag damit goldrichtig, genauer gesagt auf Platz 1 von ca. 100 Teilnehmern.

Als Gewinn gab’s nicht nur den Vorjahreswein aus der Rebstockpatenschaft (der aktuelle Jahrgang wird ja erst im Frühjahr gefüllt), also die Weingut Walter Perll Bopparder Hamm Mandelstein Riesling Spätlese trocken 2009, sondern ein ganzes Paket mit Weinen aller rheinland-pfälzischer Anbauregionen. Auf dem oberen Foto wird mir von WeinReich-Mitarbeiter Jochen Tautges (seine Kollegin Eike Kunz war mit von der Partie, ist aber nicht zu sehen, da hinter der Kamera) also nur ein Teil des Gewinns kameragerecht auf dem Koblenzer Weihnachtsmarkt übergeben. Ich sage Danke und verweise noch auf den Artikel zum Thema Gewinnübergabe im WeinReich-Blog Rheinland-Pfalz.
8. Januar 2011

Unter dem Titel Weinwunder Deutschland zeigte der Bayerische Rundfunk in den letzten 14 Tagen die ersten sechs Teile einer insgesamt erst einmal auf zwölf Folgen angelegten Wein-Dokumentation mit dem Weinjournalisten Stuart Pigott. In der Ankündigung des BR wird der “Engländer im großkarierten”, wie Pigott sich in Anspielung auf seinen extravaganten Kleidungsstil gerne selbst nennt, vom BR gleich mal als “Deutschlands oberster Verkoster von Wein” vorgestellt. Diese Ankündigung lässt eine TV-Serie nach dem Oberlehrerprinzip erwarten, was allerdings glücklicherweise nicht eintrifft. Der aus London stammende Autor, der seit über 20 Jahren in Deutschland lebt (zuerst in Bernkastel an der Mosel, später in Berlin), fordert seine Zuschauer in den Beiträgen mehrfach auf, nicht irgendwelchen Weinexperten oder Gurus zu vertrauen, sondern nach ihrem eigenen Geschmack zu entscheiden.
Die kurzweiligen Beiträge sind jeweils 30 Minuten lang und zeigen Stuart, der im Beitrag mit allen Winzern bis hin zu Egon Müller per Du ist, als Dauer(Bahn)reisend in Sachen Wein. In jeder Folge besucht er im Durchschnitt drei Weingüter und informiert sich (oder besser die Zuschauer) zum Thema der jeweiligen Folge. Da die Zielgruppe der Sendungen nicht der kleine Kreis der Weinverrückten sondern der durchschnittliche Zuschauer ist, bleibt es bei einer Reihe von Themen nur an der Oberfläche aber das lässt sich in einem solchen Format wohl nicht vermeiden. Die erste Folge (Riesling-Renaissance) gehört zum Besten, was ich seit langem über Wein im Deutschen Fernsehen gesehen habe, die weiteren Folgen sind von unterschiedlicher Qualität.
Besonders die dritte (Guter Wein in rauen Mengen?) und die fünfte Folge (Junge Wilde im Wein) zeigten Schwächen. Beim Thema Massenwein blieben besonders viele Fragen offen, die anschließende Blindverkostung in einem der spannendsten Weinlokale Deutschlands (Weinstein) war leider alles nur nicht blind und die jungen Wilden, sind weder jung noch wild: Philipp Wittmann ist VDP-Vorsitzender in Rheinhessen und gehört mittlerweile zu 15 besten Winzern Deutschlands, ist also extrem erfolgreich aber sicher kein junger Wilder mehr. Auch bei Anthony Hammond von der anschließend besuchten Garage Winery liegt die junge wilde Zeit lange zurück. Das einzige, dass hier noch wild ist, scheinen die Hefen bei der Spontanvergärung zu sein. In dieser Folge lässt Stuart Pigott seine Gastgeber auch seinen ersten eigenen Wein verkosten, einen Müller-Thurgau, von dem es nur 264 Flaschen gibt und den Pigott auf 0,1 ha , die er vom Fränkischen Winzerhof Stahl zu Verfügung gestellt bekam mit einem Ertrag von 19,8 Hektoliter pro Hektar im Herbst 2009 gelesen hat. Der in Rieslingflaschen mit Schrauber gefüllte Wein hat eine für Müller erstaunlich hohe Qualität und wenn ich die Rebsorte nicht vorher gewusst hätte, als ich den Wein im Herbst bei der Tafelrunde des Klitzekleinen Ring vom “Neuwinzer” gereicht bekam, wäre ich sicher auch nicht darauf gekommen.
Alle bisherigen Folgen können noch kurze Zeit über die Mediathek des Bayerischen Rundfunk angesehen und heruntergeladen werden, aber durch die Vorschriften zur Löschung von Onlinemedien im Rundfunk-Staatsvertrag werden sie wohl in Kürze wieder aus dem Internet verschwinden. Im Frühjahr sollen die ersten sechs Folgen auch auf DVD erscheinen und im Januar 2012 sollen weitere sechs Folgen ausgestrahlt werden. Zur Serie ist auch ein Buch im Tre Torri Verlag erschienen.
Nachtrag: Die DVD ist jetzt erhältlich und wird in einem anderen Beitrag dieses Blogs vorgestellt und hier findet sich ein Beitrag zu zweiten Staffel.
Weinwunder Deutschland - Folge 1 - Die Riesling-Renaissance
(Weingüter: Heymann-Löwenstein, Tesch und Dr. Loosen)
Weinwunder Deutschland - Folge 2 - Die Rotwein-Revolution
(Weingüter: Meyer-Näkel, Thomas Hensel und Gerhard Aldinger)
Weinwunder Deutschland - Folge 3 - Guter Wein in rauhen Mengen?
(Weingüter: Markus Schneider, Fritz Keller, Juliusspital und Winzergemeinschaft Franken (GWF))
Weinwunder Deutschland - Folge 4 - Die Ökowein-Welle
(Weingüter: Ökonomierat Rebholz, Clemens Busch und Dr. Randolf Kauer)<
Weinwunder Deutschland - Folge 5 - Junge Wilde im Wein
(Forschungsanstalt Geisenheim, Weingüter Wittmann und Anthony Hammonds Garage Winery)
Weinwunder Deutschland - Folge 6 - Süßwein - ein Herbstmärchen?
(Weingüter: Egon Müller, Joh. Jos. Prüm, Alexander Gysler)