24. Oktober 2011

Winemakers Dinner mit Château Palmer

Kategorie: Allgemein, Veranstaltungen — Weinkaiser @ 09:39

Dem in Frankreich und den USA lebenden Weinjounalisten Panos Kakaviatos ist es gelungen Bernard de Laage de Meux, Commercial Director des Weinguts Château Palmer zu zwei Abenden mit Château Palmer nach Deutschland zu holen. Unter dem Titel “Winemakers Dinner mit Château Palmer” wird es am 16. und 17. November in Berlin und Frankfurt zwei Degustationsmenüs der Extraklasse geben.

An beiden Abenden gezeigt werden die Château Palmer Jahrgänge  1995, 1998, 2000 sowie der Alter Ego 2006. In Berlin gibt es zusätzlich den Château Palmer 2004, in Frankfurt kommen die Jahrgänge 2005 und 2007 hinzu.

Das Renommee von Château Palmer hat in den letzten 25 Jahren stark dazugewonnen. Sein hervorragender Ruf geht vor allem auf den unvergleichlichen 1961er zurück, den heute noch viele für den besten 61er Bordeaux halten. Ohne Zweifel kann man heute Palmer mit einem Premier Cru vergleichen. Es gibt viele Gründe dafür, dass Kritiker und Kunden Château Palmer heute mit Château Margaux als gleichwertig ansehen.

Palmer Weine sind oft sehr dicht, tief, aber voller Eleganz und von jener großartigen Komplexität wie sie nur Spitzengewächse von Bordeaux zu erzeugen vermögen.

Die Weinberge von Château Palmer umfassen 55 Hektar, die sich über die Anhebungen der Gemeinde Cantenac erstrecken. Der wesentliche Teil der Parzellen konzentriert sich auf einem Plateau von magerem Kieselboden aus der Günz-Kaltzeit, das auf den höchsten Stellen der Kuppen der Appellation Margaux liegt.
Das Plateau von Palmer liegt auf den ersten Kieselterrassen, die das Ufer der Gironde säumen. Deshalb sagt man in Bordeaux, dass die großen Terroirs auf den Fluss „schauen“.
Château Palmer verfügt über zwei Reifekeller. Im sogenannten „einjährigen“ Keller werden die Fässer mit den Weinen des aktuellen Jahrgangs während des ersten Ausbaujahres gelagert, bevor sie durch die neue Lese ersetzt werden und in den kürzlich renovierten „zweijährigen“ Keller gelangen. Der Anteil neuer Holzfässer beträgt nicht mehr als 50 bis 60 % beim großen Château Palmer und 25 bis 40 % beim Alter Ego.

Château Palmer
Finesse und Eleganz sind typisch für die Spitzenweine aus Margaux wie den Château Palmer. Er wird zu gleichen Teilen aus den Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon gewonnen, mit ein wenig Petit Verdot ergänzt und besticht durch sein ungemein komplexes Bukett aus Noten von Früchten, Blüten und Gewürzen, umhüllt von einer körperreichen und großzügigen Struktur. Dieses subtile Gleichgewicht zwischen aromatischer Fülle und der zurückhaltenden Kraft der Tannine macht ihn auch bereits in jungen Jahren zu einem großen Wein.

Ein langer Ausbau in Eichenfässern ist unerlässlich, um das kieselige Terroir bestens zum Ausdruck zu bringen, und ermöglicht es dem Wein von Château Palmer, sein ganzes Volumen und seine ganze Fülle zu entfalten. Diese Reifeentwicklung setzt sich viele Jahre und sogar mehrere Jahrzehnte lang extrem langsam in der Flasche fort. Die Geduld wird belohnt, wenn man auf einen alten Jahrgang trifft: sein Abgang verströmt eine außergewöhnlich komplexe, gelegentlich exotische, aber immer unvergessliche aromatische Fülle.

Die 1855er Klassifikation des Châteaus als Triosième Cru liegt heute sicherlich unter seiner wahren Marktposition. 2004 betrauten die Aktionäre des Châteaus Thomas Duroux, einen dreißig Jahre alten Landwirtschaftsingenieur, mit der Leitung von Château Palmer. Nachdem er auf den bedeutenden Weingütern (in Kalifornien, in der Toskana usw.) vinifiziert hatte, war die Rückkehr zu seinen Wurzeln für ihn mit viel Emotion verbunden. Seine Aufgabe war es, Château Palmer einer sanften Revolution zu unterziehen, die darin bestand, das Niveau immer weiter zu steigern, die Anforderungen der Märkte zu erfüllen und im Respekt der Tradition zu innovieren. Statt einer punktuellen Veränderung erlebte Palmer vielmehr eine konstante Erneuerung, die sich auch heute noch fortsetzt.

Alter Ego
Alter Ego entstand mit dem Jahrgang 1998. (weiterlesen…)

23. Oktober 2011

Internationales Weinblogger-Treffen in der Königsmühle

Kategorie: Allgemein — Weinkaiser @ 21:00

Auf Einladung des Deutschen Weininstituts (DWI) war eine Gruppe von Weinbloggern aus sieben Nationen (Belgien,China, Dänemark, Finnland, Niederlande, Norwegen, Kanada) einige Tage durch die deutschen Weinbaugebiete unterwegs. Zum Abschluss der Tour gab es ein Dinner und eine Party mit der neuen Deutschen Weinkönigin Annika Strebel in Dirk Würtz Königsmühle, wozu auch einige deutsche Weinblogger eingeladen waren.

Dabei kam es auch zum Gipfeltreffen in der Königsmühle: Weinkaiser trifft die neue Deutsche Weinkönigin Annika Strebel.


Weiter ging es mit dem gemeinsamen Abendessen aus der Küche von Gabi Würtz und Team und einer Reihe spannender Weine.

Denis Lin aus China hat die Weine des Abends nicht nur verkostet sondern in wenigen Minuten auch gleich gezeichnet.

Denis Lin aus China (hier mit der Deutschen Weinkönigin Annika Strebel) war nicht wie viele seiner Landsleute bei Deutschlandbesuchen mit der Kamera unterwegs sondern mit dem Bleistift. Er ist er herausragender Schnellzeichner und hat die Weine des Abends nicht nur verkostet sondern in wenigen Minuten auch gleich gezeichnet. Denis (u.a. auch WSET-Ausbilder), hat in China diverse Internetangebote:  weibo.com/denislin, blog.sina.com.cn/denislin und deniswinetalk.com

Der finnische Weinblogger Arto_Koskelo interviewte Denis Lin anschließend für seine Internet-Weinshow Viini TV. Die Anmoderation übernahm die Deutsche Weinkönigin, ungeplante Special-Effects inclusive…

Um etwas “Entwicklungshilfe” für meine Lieblingsweinart zu leisten, war ich mal wieder als Riesling-Spätlese-Botschafter unterwegs und hatte einige Flaschen aus dem Weinkaiser-Keller im Gepäck (den Ress-Wein hat natürlich Dirk Würtz mitgebracht, er arbeitet dort):

(weiterlesen…)

16. Oktober 2011

Tesch Unplugged - Riesling People Vol. 2

Kategorie: Allgemein — Weinkaiser @ 10:38

Der Riesling UNPLUGGED des VDP-Weingutes Tesch aus Langenlonsheim an der Nahe feiert seinen 10ten Geburtstag. Zu diesem Anlass ist mit “Riesling People Vol. 2” ein Hörbuch entstanden, das dem Wein durch eine bunte Gruppe von Sommeliers, Journalisten, Schriftstellern, Musikern, Köchen etc. eine einzigartige Stimme verleiht. Am genialsten sind aber die an verschiedenen Stellen der CD verlesenen Briefe von Ex-Kunden, die dem “deutschen Weinbauern” Dr. Martin Tesch vorwerfen, sich mit der Verwendung des englischen Begriffs UNPLUGGED als Namen für seinen Wein lächerlich zu machen.


Ich kann nur dringend empfehlen, für diese Zielgruppe künftig Sonderabfüllungen unter den Markennamen Oberlehrer, Pedant oder Vollpfosten vorrätig zu haben, idealerweise ein Wein frei von Säure und neumodischer Mineralität aber mit dem beliebten Zuckerschwänzchen…

Unter anderem kommentieren bekannte Sommelièren und Sommeliers wie Natalie Lumpp, Jürgen Fendt und Billy Wagner die bisherigen zehn Jahrgänge des Riesling Unplugged, Stuart Pigott jagt Haie an der Nahe, die Toten Hosen steuern einen Rocksong bei und Spitzenkoch Wolfgang Müller sinniert über ein bekanntes weißes Pulver (das in guten Küchen nichts zu suchen habe).

Riesling People Vol. 1 war übrigens keine CD, sondern ein 176-seitiger Schwarz/Weiß-Bildband mit einer Fotodokumentation der Arbeit des Weinguts Tesch und seines Umfelds aus den Jahren 2004-2010. Er kann derzeit noch für 15 Euro über die Tesch-Webseite bestellt werden.

11. Oktober 2011

Captain Cork: Manfred Klimek zurück an Bord?

Kategorie: Allgemein — Weinkaiser @ 11:53

Wie Manfred Klimek in einem seiner Blogs erklärte, wurde er gestern von der Gesellschafterversammlung der Captain Cork GmbH als Chefredakteur der (zeitweise erfolgreichsten deutschen) Online-Weinplattform Captain Cork wiedereingesetzt. Heute hat er über einen Notar beim Amtsgericht Charlottenburg beantragt, als zweiter und gleichberechtigter Geschäftsführer der Captain Cork GmbH eingetragen zu werden, was der bisherige Alleingeschäftsführer und - soweit er zustimmt - künftige andere gleichberechtigte Geschäftsführer Marcus Johst aber laut Gesetzeslage noch bestätigen muss. Damit wird öffentlich, was sich bereits seit einigen Wochen andeutete. Manfred Klimek will zurück ans Steuer von Captain Cork. Er hält nach eigenen Angaben Anteile in Höhe von 30% der in Berlin registrierten Captain Cork GmbH. Die anderen 70 % halte die im schweizerischen Zug registrierte Global Agenda GmbH mit Geschäftsführer Markus Gildner. Über diese Gesellschaft und die an ihr beteiligte (und ebenfalls in Zug registrierte) Time6money AG will auch Marcus Johst, der bisherige Alleingeschäftsführer der Captain Cork GmbH, selbst an der Captain Cork GmbH beteiligt sein. Da sich Marcus Johst und sein mit ihm inzwischen zerstrittener Geschäftspartner Markus Gildner auch noch in öffentlich ausgetragenen Auseinandersetzungen um das - mit einem Stammkapital von mehreren Millionen Franken deutlich wertvollere - Unternehmen Corporate Equity Partners befinden, ist derzeit für Außenstehende wie mich schwer zu beurteilen, wie groß der von Marcus Johst kontrollierte Gesellschaftsanteil an Captain Cork GmbH tatsächlich ist.

Neben dem Kampf um Captain Cork beginnt der bekennende Linke Manfred Klimek in zwei Wochen eine regelmäßige Wein-Kolumne für die Springer-Zeitung WELT AM SONNTAG. Seine in dieser Woche letztmals erscheinende Kolumne in der Wochenzeitung DIE ZEIT wird voraussichtlich einer seiner früheren Co-Autoren von Captain Cork übernehmen.