
Château D’Arricaud 1998 (Graves)
Wirkt mit 10 Jahren immer noch recht jugendlich, kräftiger dunkel-purpurrot Farbe, sanften Tanninen und guter Säurestruktur. Leichte rauchige Noten und ein wenig (zu wenig) Frucht, vor allem von roten Beeren. 84P

Château D’Arricaud 1998 (Graves)
Wirkt mit 10 Jahren immer noch recht jugendlich, kräftiger dunkel-purpurrot Farbe, sanften Tanninen und guter Säurestruktur. Leichte rauchige Noten und ein wenig (zu wenig) Frucht, vor allem von roten Beeren. 84P

Clüsserath-Eifel Trittenheimer Apotheke URSTÜCK Riesling Alte Reben feinherb 2007
Nach den wurzelechten “Fährfels”-Rebanlagen aus dem Jahr 1900 gehört die Rebanlage “Urstück” mit mindestens 50 Jahre alten Rebstöcken zum ältesten was in der Mosel-Spitzenlage Trittenheimer Apotheke wächst.
Die noch deutlich zu jung wirkende 2007er Variante des Urstück-Ries1ings scheint etwas weniger Restsüße und Kraft als der 2005er mitzubringen. Noch geprägt von Hefe und Gäraromen wirken die vielen kleinen Luftbläschen, als stehe der Wein unter Kohlensäure. Neben der leichten Süße und einer milden Säure steht eine mineralich herbe Note im Vordergrund, die mich etwas an Heymann-Löwensteins Schieferterrassen-Weine erinnert. Mit gut eingebundenen 11,5% vol. ein angenehm leichter Wein, der sich in 2-3 Jahren sicher mit noch mehr Genuss trinken läßt, wenn er auch nie spektakulär werden wird. 85P

August & Thomas Perll Bopparder Hamm Mandelstein Riesling Beerenauslese 2003
Goldgelbe Farbe, in der Nase Pfirsich, Zitrusfrüchte und ein Hauch von Lösungsmitteln. Im Mund eine hohe honigartige Restsüße, leichte Kräuternoten und eine angenehm milde Säure. Wirkt trotz des hohen Zuckergehalts leicht, läßt sich wunderbar trinken und das Geschmackerlebnis hält auch noch lage an. Einer der besten Weine, die ich je von Perll getrunken habe. Bleibt nur eine Frage: Warum muss so etwas mit einem Plastikstopfen verschlossen werden? 91P

Max Ferd. Richter - Veldenzer Elisenberg Riesling Auslese 1995
Präsentiert sich nach 13 Jahren in der halben Flasche und trotz sehr kurzem Korken in gutem Zustand: Goldgeld, in der Nase vor allem Pfirsich, Apfel und Melone, im Mund leichte Reifetöne, nur noch wenig wahrnehmbare Restsüße, deutliche aber gut eingebundene Säure, Zitrusfrüchte, deutlich spürbare Mineralik und eine mich leicht störende herbe Note. 86P

Weingut Bäcker Mayschosser Mönchberg Riesling Spätlese 2007
Restsüße Riesling Spätlesen gibts es ja in diversen Ausprägungen, darunter in guten Jahren auch viele abgestuften Auslesen mit um die 8% Alkohol und 70-100 g Restzucker. Dieser Wein vom ökologisch wirtschaftenden (ECOVIN) Weingut Bäcker an der Ahr wirkt wie das genaue Gegenmodel. Ein leichter Sommerwein mit kaum auffälligen 11% Alk. und nur 20 g Restzucker. Dazu kommt eine milde Säure, die auch all jenen, denen manche Riesling auf den Magen schlagen, zusagen sollte. Der Wein hat in der Nase noch dezente Hefenoten, scheint erst kürzlich gefüllt worden zu sein. Dazu kommen im Mund leichte Zitrusaromen. Insgesammt wirkt der Wein nicht besonders Riesling-typisch, wirkt eher wie leichter Sauvignon-Blanc. Erfrischend im Sommer auf der Terrasse ist er trotzdem. 82P

Reichsgraf von Kesselstatt Josephshöfer Riesling Auslese 1983
Diese Flasche hat eine Geschichte: Schnäppchenjagd bei einem Bonner Spezialisten für Wohnungsauflösungen. Ich suche dort normalerweise gelegentlich nach antiquarischen Büchern. Diesmal standen aber auch mehrere hundert Weine aus einer Kellerauflösung zum Verkauf. Jede Flasche 3 Euro! Viel zu viel einerseits für die Unmengen von, um die 30 Jahre altem, längst zu Essig vergorenem Müller-Thurgau QbA, 20 Jahre alten Rosé-Weinen und ähnlichem Sondermüll. Auf der anderen Seite unglaublich wenig für einige klassifizierte 1986er und 1990er Bordeaux sowie eine Hand voll edelsüßer Riesling-Raritäten. Darunter neben zweier 1976er Beerenauslesen diese 1983er Josepshöfer Auslese. Die Spitzenlage Josepshöfer gehört zur Gemeinde Graach und ist seit langem im Monopolbesitz des Weingutes Reichsgraf von Kesselstatt. Die Flasche war offenbar die meiste Zeit ideal gelagert, zumindest gab es fast keinen Schwund und der Wein präsentierte sich in einer strahlend klaren Bernsteinfarbe, mit absolut intakter Säure, einer leichten Karamellnote und tollen Reifearomen. 93P