20. Juli 2010

Riesling trifft Kohle im Rahmen von: A40 - Still-Leben Ruhrschnellweg

Kategorie: Verantaltungen — Weinkaiser @ 09:34

Im Rahmen der Ruhr 2010, also des Programms der Metropole Ruhr in ihrer Rolle als Europäische Kulturhauptstadt 2010, fand am Wochenende mit offiziell rund drei Millionen Besuchern eine der größten Tagesveranstaltungen aller Zeiten statt: A40 - Still-Leben Ruhrschnellweg.

Auf der auch Ruhrschnellweg genannten Autobahn A40 zwischen Duisburg und Dortmund (der meistbefahrenen Autobahn Europas) wurde in der Nacht zum Sonntag ein 60 Kilometer langer Tisch aus tausenden Biertischgarnituren aufgebaut, die für diesen Tag an Firmen, Organisationen und Privatleute vergeben/vermietet wurden.

Für das Weinforum Ruhrgebiet hat Uwe Bende drei solcher Tische erstanden und dort unter dem Titel Riesling trifft Kohle eine tolle Verkostung mit 30 zum Teil großartigen Rieslingen aus den letzten 50 Jahren organisiert.

Rund zwanzig Rieslingfreunde, darunter Weinblogger Thomas Günther von Weinverkostungen.de, Wein-Historiker Peter Jakob (marcodatini.posterous.com) und Winzer Gernot Kollmann vom Enkircher (Mosel) Weingut Immich Batterieberg.

Die Weine wurden von Uwe Bende zusammengetragen, unterstützt von Gernot Kollmann, der zwei Flaschen 1964er Riesling naturrein aus der Schatzkammer des von ihm vor kurzem übernommenen Weinguts Immich Batterieberg,

sowie einen 2000er Van Volxem Scharzhofberger Riesling Kabinett, den er in seiner damaligen Rolle als Kellermeister von Van Volxem geschaffen hat und einen meiner Lieblingsweine: eine 2007er Winninger Röttgen Riesling Spätlese Alte Reben vom Weingut Reinhard und Beate Knebel, bei dem Gernot Kollmann in den letzten Jahren als Berater tätig war.

Unsere kleine Verkostungsliste
Teil 1 -  trocken:

Peter Jakob Kühn Oestricher Riesling (eine Traube) 2004

Heymann-Löwenstein Winninger Uhlen R 2001

Peter Jakob Kühn Quarzit Riesling trocken 2007

Koehler Ruprecht Kallstadter Saumagen R Riesling Auslese trocken 2001

Wittmann Westhofen Morstein weißer Riesling Spätlese trocken 1990

Kaßner-Simon Freinsheimer Oschelskopf Riesling Auslese trocken 1990

Toni Jost Martinsthaler Rödchen Riesling Kabinett trocken 1990

Cave Kientzheim Kayserberg Fürstentum Riesling Grand Cru 1995

Laible Durbacher Plauelrain SL Riesling Spätlese trocken 2001

Wittmann Westhofen Aulerde Riesling GG 2001

George Rüdesheim Berg Rottland Riesling trocken 2003

Klaus Peter Keller Riesling trocken von der Fels 2005

Die Weine waren allesamt in erstaunlich gutem Zustand, einzig die 1990er Morstein Spätlese trocken von Wittmann war durch einen undichten Korken etwas zu stark oxidiert, was aber wohl eindeutig ein Flaschenfehler war, denn mehrere Teilnehmer hatten diesen Wein noch vor kurzem in einwandfreiem Zustand verkostet. (weiterlesen…)

8. Juli 2010

Jahrgangspräsentation und Kellertour im Schloss Johannisberg

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 00:24

Domänenverwalter Christian Witte hatte zur Präsentation des Jahrgangs 2009 der Domäne Schloss Johannisberg und des Weingutes G.H. von Mumm in den Spätlesereitersaal des Schlosses geladen. Zudem sei eine Kellerbesichtigung vorgesehen und es gebe auch “etwas älteres” zu verkosten.

Auch wenn man als Weinschreibender viele Einladungen zu interessanten Veranstaltungen erhält, bleibt Schloss Johannisberg immer etwas besonderes.

Schloss Johannisberg ist, seit 1720 der komplette Johannisberg mit Riesling bepflanzt wurde, das erste reine “Riesling-Weingut” der Welt und der Ort an dem 1775 der in meinen Augen schönste Weißweinstil - die fruchtige Riesling Spätlese - zumindest offiziell erstmals entstanden ist.

Den Rheingauer Weingütern war im 18. Jahrhundert in jedem Herbst eine Leseerlaubnis von ihren Gemeinden vorgeschrieben. Anders beim Schlossgut Johannisberg, das dem Bistum Fulda gehörte. Die Johannisberger Mönche mussten seit 1718 alljährlich auf die Leseerlaubnis beim Fürstbischof in Fulda einholen. Sie schickten deshalb einen Reiterboten mit einer Probe Johannisberger Trauben nach Fulda, doch in jenem Jahr verspätete sich die Rückkehr des auch Herbstkurier genannten Boten aus bis heute umstrittenen Gründen um 8 - 14 Tage. Die Trauben im Weinberg waren inzwischen kräftig von der Edelfäule Botrytis befallen, geschrumpft und daher hochkonzentriert. Das Ergebnis im nächsten Frühjahr war die erste edelsüße Riesling Spätlese. Die damaligen ersten Spätlesen waren allerdings so konzentriert, dass sie heute wohl eher als Beerenauslese oder Trockenbeerenauslese (TBA) bezeichnet würden.

Heute bewirtschaftet die Domäne Schloss Johannisberg in ihrer Monopollage 35 ha Riesling und das Schwesterweingut G.H.von Mumm noch einmal weitere 65 ha Riesling und Burgundersorten (u.a. auch im Assmannshäuser Höllenberg). Die beiden Güter beschäftigen zusammen 40 hauptberufliche Mitarbeiter sowie weitere bis zu 120 Helfer zu Lesezeit. Alleineigentümer die beiden Weingüter ist die zur Oetker-Gruppe gehörende Sektkellerei Henkell &  Söhnlein.

Wenige Meter vor dem Schloss verläuft der 50. Breitengrad mitten durch den Johannisberg. Mehrere Stehlen im Weinberg zeigen den genauen Verlauf. Vor der Klimaerwärmung galt der 50. Breitengrad als nördliche Grenze für den Qualitätsweinbau überhaupt. Das Risiko mangelnder Reife hat sich aber vorerst erledigt. Heute reifen die Trauben im Johannisberg in jedem Jahr komplett aus und für trockene Weine ist mittlerweile eher eine zu hohe Traubenreife und das damit verbundene Risiko zu hoher Alkoholgrade ein Problem.

In zeitweiser Ermangelung von Etiketten wurden die Weine seit der Zeit von Fürst Metternich durch Lackfarben unterschieden (von Fürst Metternich stammt auch die bis heute umgesetzte Anweisung von 1830, keinen Flaschenwein ohne die Unterschrift des Kellermeisters auf dem Etikett herauszugeben. Heute tragen die Etiketten die Unterschrift von Gutsverwalter Christian Witte). Im Spätlesereitersaal erklärt eine Wandtafel das bunte Farbenspiel der Kapseln und Lacke:

Dazu kommt mit dem Silberlack noch das erstmals mit dem Jahrgang 2005 gefüllte Erste Gewächs (unten in der Bildmitte der aktuellen Kollektion).

Heute nicht mehr in Verwendung, aber aus früheren Jahrgängen noch reichlich im Schlosskeller vorhanden: „Orangelack“ für gehobene Kabinett-Qualität, „Weißlack“ für beste Spätlesen und „Goldblaulack“ für feinste Auslesen. Hier zu sehen neben einer Reihe weiterer historischer Flaschen.

Die Verkostung begann mit einem wunderbar weinigen Fürst von Metternich Rieslingsekt Brut 2008, der Qualitativ deutlich über der Supermarktware des Hauses liegt aber leider nur an gehobene Gastronomie abgebegen wird und nicht für Endkunden im Handel erhältlich ist.

Schon bei den Gutsrieslingen findet sich einwandfreiere Qualität, besonders der einfache lagenlose G.H. von Mumm Rheingau Riesling überraschte mich dabei positiv. Am besten gefiel mir aktuell der trockene Riesling QbA aus dem Johannisberger Hansenberg. Schon ein ganze Klasse darüber, sowohl qualitativ wie preislich ist der Schloss Johannisberger Rotlack Kabinett, sowohl in der trockenen als auch in der feinherben Variante.

Danach ging es an zwei 2008er Erste Gewächse (EG) und die 2009er EG Fassproben aus vier Einzellagen. Bester trockener Wein des Tages war zweifellos das schon jetzt großartige 2008er Schloss Johannisberger Silberlack Riesling Erstes Gewächs mit einem für den Rheingau selten feinen Säurespiel und wunderbaren Kräuternoten. Das 2008er Rüdesheimer Berg Rottland Riesling Erstes Gewächs von Mumm ist zwar auch schön, kommt aber an den Johannisberger derzeit nicht heran. Dafür ist die Fassprobe des 2009er EG aus dem Berg Rottland mit seinen feinen Hefe- und Kräuteraromen zur Zeit schon am weitesten. Die EG-Fassproben aus Johannisberger Hölle und Johannisberger Mittelhölle sind ähnlich im Stil, aber derzeit noch etwas verschlossener. Ebenso die Fassprobe des 2009er Schloss Johannisberger Silberlack Riesling Erstes Gewächs. Sie entstand merkbar aus hochreifem Lesegut, scheint wieder etwas typischer den klassischen Rheingaustil abzubilden, kommt derzeit allerdings natürlich noch nicht an die bereits seit fast einem Jahr gefüllte Vorjahresversion heran. Die schönen Hefe- und Kräuteraromen ziehen sich durch alle großen Gewächse der beiden Güter, was wohl auch darauf zurückzuführen ist, dass im Schlosskeller mit geführter Spontangärung gearbeitet wird, bei der ein gelungener, spontaner Gäransatz von Fass zu Fass weitergeimpft wird.

Die Grünlack Spätlese ist bei der Geschichte dieses Weinguts natürlich auch ein besonderer Wein. Es dürfte wohl auch die meistverkaufte Spitzenspätlese in Deutschland sein. Mir fällt zumindest kein anderes deutsches Weingut ein, das es schafft jährlich mehrere 10.000 fruchtige Spätlesen im Inland abzusetzen. Bei den anderen Erzeugern von Top-Spätlesen dürfte auch der Exportanteil deutlich höher liegen als die rund 50 % bei Schloss Johannisberg. Die 2009er Schloss Johannisberger Grünlack Riesling Spätlese ist derzeit noch recht verhalten. Trotzdem sind schon merklich Pfirsich- und Zitrusnoten, etwas Mineralik und auch wieder Kräuteraromen zu erkennen. Obwohl das Traubenmaterial sicher deutlich höhere Öchslegrade aufwies, als für Spätlesen mindestens vorgeschrieben, wirkt der Wein doch spritzig und erfrischend. Eben eine klassische Spätlese! Schloss Johannisberg ist glücklicherweise nicht in den Wettbewerb um die fetteste, der  zur Spätlese abgestuften Auslesen eingestiegen (wie es z.B. das nur wenige Kilometer entfernt gelegene und ebenfalls sehr renommierte Weingut Robert Weil regelmäßig macht, dessen aktuelle Top-Spätlese aus dem Kiedricher Gräfenberg nur haarscharf die gesetzlichen Anforderungen an eine Beerenauslese verpasst - ein großartiger Wein aber stilistisch definitiv keine Spätlese mehr!).

Im Jahrgang 2009 ist bei Schloss Johannisberg auch eine tolle Kollektion edelsüßer Weine gelungen. An der Spitze stehen ein wunderbarer Schloss Johannisberger Blaulack Eiswein mit tollem Süße-Säure-Spiel und mein persönlicher Favorit des Tages, die Fassprobe einer Schloss Johannisberger Goldlack Trockenbeerenauslese (TBA) der Extraklasse. Die Analysedaten sind noch nicht bekannt, das Ausgangsmaterial soll aber zwischen 180° und 200° Oechsle gelegen haben. Verwalter Christian Witte ist überzeugt, dass Riesling-TBAs aus diesem Oechsle-Bereich auf Dauer einen höheren Trinkgenuss bereiten als extrem konzentrierte TBAs mit inneren Rekordwerten (den Weltrekord hält derzeit Moselwinzer Markus Molitor mit 331 Grad Öchsle im Jahr 2003 in der Zeltinger Sonnenuhr), die zwar kurzfristig einen spektakulären Eindruck vermitteln aber nach wenigen Schlucken bereits ein Gefühl der Übersättigung hinterlassen. An der auch mit ausreichend Säure ausgestatteten 2009er Schloss Johannisberger Riesling TBA hingegen könnte ich mich trotz ihres noch viel zu jungen Alters schon jetzt stundenlang begeistern.

Außer den aktuellen Weinen des 2009er Jahrgangs und einiger Vorjahresweine wurden auch einige Raritäten aus den letzten Jahrzehnten geöffnet:

Schloss Johannisberger Rosalack Riesling Auslese 2002
Schloss Johannisberger Rotlack Riesling Kabinett 1985
Schloss Johannisberger Gelblack Riesling Qualitätswein 1970
Schloss Johannisberger Grünlack Riesling Spätlese 1964

Ein 40 Jahre alter und immer noch trinkbarer Riesling QbA ist natürlich schon etwas besonderes, hier ist es allerdings erst der Anfang. Die 2002er Auslese mit ihren intensiven Pfirsich- und Botrytisaromen ist bereits recht weit entwickelt, macht aber auch schon richtig Spaß. Noch spannender ist der älteste Wein in der Runde, eine  wunderbar gereifte 1964er Riesling Spätlese. Der Grünlack ist also mittlerweile 46 Jahre alt und noch immer in perfektem Zustand. Die Weine wurden, wie bei Schloss Johannisberg alle 30 Jahre üblich, neu verkorkt. Daher auch die Kapseln mit aktuellem VDP-Logo.

Nach der Verkostung ging es ins Allerheiligste: Den berühmten Schlosskeller! (weiterlesen…)

18. April 2010

Weinrallye #32: WG Mayschoss-Altenahr Spätburgunder Auslese Altenahrer Klosterberg 2006

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 22:58

Iris Rutz-Rudel vom Weingut Lisson im südfranzösischen Languedoc hat zur Weinrallye #32 mit dem Thema Pinot Noir / Spätburgunder aufgerufen.

Da Pinot Noir oder zu deutsch Spätburgunder meine liebste Rebsorte für Rotweine ist, beteilige ich mich natürlich gerne. Der Wein für die Weinrallye sollte allerdings einerseits nicht ganz alltäglich sein, andererseits wollte ich auch der beim Pinot naheliegenden Versuchung widerstehen, in den Wettbewerb um den größten, besten oder teuersten Pinot bei der Weinrallye einzusteigen. Meine Wahl viel auf eine Spätburgunder Auslese 2006 aus dem Altenahrer Klosterberg von der Winzergenossenschaft Mayschoss-Altenahr. Es handelt sich dabei um den Lieblingsrotwein meiner Mutter und wer glaubt, ich habe auf den Zusatz “trocken” nur verzichtet, weil das ja eh klar sei, hat sich getäuscht: Dieser Wein ist eine fruchtsüße Spätburgunder Auslese.

Die allermeisten Rotweine mit leichter Restsüße, die ich in meinem Leben probiert habe, waren grausam. Diese Spätburgunder Auslese der Winzergenossenschaft Mayschoss-Altenahr ist seit Jahren die eine Ausnahme von dieser Regel. Ich kenne diesen Wein seit ungefähr fünf Jahrgängen. Die Qualität blieb dabei stetig auf hohem Niveau. Vor allen bei den Damen nahezu jeglichen Alters in Nachbarschaft wie Verwandtschaft steht diese Auslese sehr hoch im Kurs.

Winzergenossenschaft Mayschoss-Altenahr Spätburgunder Auslese Altenahrer Klosterberg 2006
Dunkles Kirschrot mit leichten violetten Reflexen, Tolle Pinot-Nase, vor allem dunkle Früchte aber auch etwas Erd- und Himbeere, Bitterschokolade, ein Hauch feines Tannin, leichte Fruchtsüße, tolle Säure und gut eingebundene 12% Vol. Mit 13,90 Euro sicher etwas teurer als für fruchtsüße Rotweine üblich, dafür aber auch ein gutes Stück besser. 86P

Meine persönlichen Lieblinge von der WG Mayschoss-Altenahr sind aktuell übrigens die beiden Weine rechts und links der Auslese: Spätburgunder Edition Ponsart Goldkapsel 2004 und 2006. Toller und sehr lagerfähiger Ahr-Spätburgunder, Jahr für Jahr im Bereich von 89-91 Punkten und für rund 17 Euro ab Hof.

15. März 2010

Ein Tag im Zeichen gereifter Rieslinge

Kategorie: Tourismus, Verantaltungen, Wein — Weinkaiser @ 23:51

Der vergangene Samstag stand bei mir komplett im Zeichen des Rieslings. Gemeinsam mit drei Weinfreunden (Verena Di Pauli, Michael Gmall und dem Direttore - Philipp Erik Breitenfeld) ging es zuerst zum Mittagessen in Josef Laufers Hotel Zum Krug nach Hattenheim. Das 1720 erbaute Hotel ist nicht nur ein optischer Leckerbissen von außen und innen, hier wird auch gut gekocht und vor allem gibt es im Krug eine großartige Weinkarte mit Rheingauer Weinen bis in die Anfänge des letzten Jahrhunderts hinein.

Wir begannen mit der Edition “1467″ Riesling Feinherb 2007 vom Eltviller Weingut Koegler, einem herrlich erfrischenden Riesling mit nur ganz dezenter Restsüße. Das Weingut Koegler, das seit Jahren eine gute Qualität abliefert, ist in den letzten Jahren vor allem mit einem Experiment in den Schlagzeilen gewesen: Als erstes Weingut im Rheingau baut Koegler seit wenigen Jahren die aus Österreich bekannte, im Vergleich zu Riesling etwas säureärmere und dadurch für viele Menschen bekömmlichere Rebsorte Grüner Veltliner an.

Es folgte ein 18 Jahre alter Riesling Kabinett, der im Krug auch glasweise ausgeschenkt wird. Der Riesling Kabinett 1992 aus der Toplage Rauenthaler Baiken von den Staatsweingütern Kloster Eberbach mit seiner leichten Firne, kräftigen Karamellnoten, ein wenig verbliebener Restüße und auch noch der nötigen Säure  wirkte überhaupt nicht zu alt. Einen solch wunderbar gereiften Wein offen auf die Karte zu setzen trauen sich leider viel zu wenige Restaurants. In zu vielen Restaurants gibt es ja heute nicht einmal mehr flaschenweise einen Weißwein, der älter als fünf Jahre ist.

Zum Hauptgang wurde noch etwas tiefer in die Schatzkammer gegriffen und eine 1993er Riesling Auslese Trocken aus dem Wallufer Walkenberg vom Rheingauer Spitzenweingut J.B. Becker hervorgezaubert. Der Wein machte in den rund 60-70 Minuten, in denen wir ihn immer wieder probierten eine riesengroße Entwicklung durch. In den ersten Minuten etwas unangenehm staubig mit kräftiger Firne wirkend, veränderte sich der Geschmack erst für einige Minuten in Richtung Karamell um sich dann sehr intensiv in etwas Petroleum-, Diesel- oder Altölartiges zu verwandeln. Erst einmal zur Seite gestellt war der unangenehme Treibstoff-Ton aber schon eine Viertelstunde später wieder komplett verschwunden. Nur ein Hauch Firne blieb. Ein spannender Wein, uns aber zu (knochen-)trocken und mit 14,5 Vol. auch etwas zu alkoholisch. Hochkonzentriert und ein gutes Beispiel dafür, dass es für einen Wein, der lange reifen können soll, besser gewesen wäre, auf etwas Alkohol zu verzichten und dafür etwas Restzucker übrig zu lassen (den man nach einigen Jahren sowieso nicht mehr als süß wahrnehmen würde). Der Wein wäre heute also trotzdem sensorisch trocken aber deutlich harmonischer.


Nach dem Essen ging es in die nur hundert Meter entfernt liegende Winebank im oder besser unter dem Weingut Balthasar Ress. Einige mitgebrachte Schätze sollten hier eingelagert werden. (weiterlesen…)

23. Februar 2010

Carl Loewen Thörnicher Ritsch Riesling Auslese 1997

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 01:08

Das Weingut Carl Loewen in Leiwen an der Mosel wurde 1803 vom letzten Verwalter des Detzemer Gutshofes der Benediktinerabtei St. Maximin zu Trier gegründet. Durch die Säkularisation konnte er die ihm wohl bestens bekannten Lagen der bis dahin im Weinbau führenden Benediktiner in der Detzemer Maximiner Klosterlay übernehmen und gründete damit sein eigenes Weingut. Seit dem ist das Weingut in Familienhand und wurde vor allem in den letzten dreißig Jahren stetig erweitert. Die Erweiterung begann 1982 mit der Übernahme von Parzellen der lokalen Top-Lage Laurentiuslay vom Trierer Weingut Reichsgraf von Kesselstadt und wurde erst im letzten Jahr wieder weiter voran getrieben durch die Übernahme des Weinguts Carl Schmitt-Wagner in Longuich, wodurch man u.a. teilweise schon 1896 bestockte und damit noch wurzelechte Parzellen im Longuicher Maximiner Herrenberg hinzu bekam.

Mittlerweile umfasst das Weingut 12 ha, darunter einige der Top-Steillagen der näheren Umgebung: Leiwener Laurentuslay und Klostergarten, Thörnicher Ritsch, Detzemer Maximiner Klosterlay und Longuicher Maximiner Herrenberg. Es ist aber auch im Besitz einiger eher flachen Lagen um den Ort herum, die eine maschinelle und damit weniger kostenintensive Bewirtschaftung für Basisqualitäten ermöglichen. Im Keller des Weinguts Carl Loewen wird nur mit Hilfe von Schwerkraft gearbeitet (also ohne mechanische Pumpen, die Traubenkerne beschädigen könnten und so Bitterstoffe freisetzen würden) und auf Spontanvergärung gesetzt. (weiterlesen…)

21. Januar 2010

Georg Breuer Rüdesheimer Bischofsberg Riesling Auslese 1999

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 23:17

Die Lage Rüdesheimer Bischofsberg wurde schon im Jahre 1074 im Auftrag des damaligen Mainzer Erzbischof Siegfried I. von Mainz für Weinbau nutzbar gemacht. Daher auch der Name. Da in dieser Lage oft Nebel herrscht wird und es dadurch fast jedes Jahr zu Botrytisbefall kommt eignet sich der Bischofsberg besonders für Süßweine.

Das Weingut Breuer, eines der renommiertesten Weingüter im Rheingau, hat mittlerweile entschieden, Weine aus dem Bischofsberg nicht mehr separat auszubauen, da sie nicht ganz an die Qualität der Lagen aus dem Rüdesheimer Berg (Berg Schlossberg, Berg Roseneck, Berg Rottland und Berg Kaisersteinfels) herankommen. Mit den Partien aus dem Bischofsberg wird nun vor allem die lagenbezeichnungslose Riesling Auslese Rheingau aufgewertet.

Georg Breuer Rüdesheimer Bischofsberg Riesling Auslese 1999
Helles gelb, geringe Reifenoten, wirkt (trotz der 0,375 Flasche) deutlich jünger als seine mittlerweile zehn Jahre, intensiver Duft von Pfirsich und Zitrusfrucht, daneben vor allem Nelken (und ein Hauch weiterer Kräuter), Karamell, etwas Vanille, wunderbar cremig, immer noch eine mittlere Restsüße und eine gut dazu passende Säure. Die 9,5 % Vol. sind geschmacklich kaum wahrnehmbar. 91P

22. November 2009

Heymann-Löwenstein Winninger Uhlen Riesling Auslese Goldkapsel 1998

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 16:06

Heymann-Löwenstein Winninger Uhlen Riesling Auslese Goldkapsel 1998
Kräftiges goldgelb, intensiver Duft von Grapefruit und reifen Pfirsichen, im Mund auch herbe Grapefruit, Pfirsich, Mirabellen, Mandarine, etwas Botrytis, cremig, ein Hauch Karamell, saftig, eine feine dezente Süße,  stabile  Säure, gute Länge. 94P

So meine Verkostungsnotiz vor einigen Wochen, als ich eine der Flaschen mit Freunden zur Creme Brûlée getrunken habe. Die heutige Flasche wollte ich eigentlich zum Abschluss der gestrigen Verkostung von 21 “trockenen” Uhlen aus dem Hause Heymann-Löwenstein von 1996-2007 beisteuern, habe sie aber im Eisschrank vergessen. Da ich erst 12 Stunden später zurück war, rechnete ich mit einer geplatzten Flasche. (weiterlesen…)

20. Juni 2009

Dönnhoff Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Auslese 2005

Kategorie: Allgemein — Weinkaiser @ 23:50

Der Ultes hat für den heutigen Samstag die Weinrallye #24 mit dem Motto “Das Gute liegt wirklich NAHE” ausgerufen. Mein Beitrag sind zwei der besten Nahe Rieslinge der letzten Jahre. Hier der zweite: (weiterlesen…)

14. Februar 2009

Juliusspital Würzburger Stein Rieslaner Auslese 2000

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 23:02

Das Weingut Juliusspital wurde 1576 vom Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn nach Vorbild des Hospices de Beaune gegründet und ist damit eines der ältesten Weingüter Deutschlands. Juliusspital ist mit rund 170 ha eines der größten VDP-Weingüter. Die Qualität ist in den letzten 10 Jahren, die ich bei diesem Weingut überblicke, immer wieder schwankend. Vieles in dem breit gefächerten Sortiment ist, trotz großen Weingutsnamens und großer Lagennamen, leider nur durchschnittlich. Zwischendurch tauchen aber immer wieder einzelne tolle Weine auf (in den letzten Jahren vor allem die trockenen großen Gewächse).

Juliusspital Würzburger Stein Rieslaner Auslese 2000
Kräftiges goldgelb, starke Weinstein-Ablagerung am Flaschenboden, in der Nase Birne, reifer Pfirsisch, Dörrobst, Pflaumen, Quitten, Beerenfrucht, Gerbstoff, ein Hauch Lösungsmittel, im Mund kaum noch wahrnehmbare Restsüße, kräftige Säure, auch die 12 % Vol. sind deutlich spürbar. Insgesamt nicht mehr ganz harmonisch. Der Wein machte vor ein paar Jahren mehr Spaß, als er noch mehr spürbare Restsüße hatte. 84P

27. Januar 2009

Schloss Lieser Niederberg Helden Riesling Auslese Lange Goldkapsel 2006

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 03:53

Schloss Lieser Niederberg Helden Riesling Auslese Lange Goldkapsel 2006

Das Jahr 2006 war ein schwieriges an der Mosel. Viele Winzer hatten mit Sauerfäule zu kämpfen. Die Weine, auch die einiger Spitzenwinzer schmecken entsprechend. Die Weine von Schloss Lieser hingegen gehörten 2006 zu den konzentriertesten und besten in der Weingutsgeschichte - allerdings auch zu den rarsten. Auf trockene Prädikate wurde komplett verzichtet, alle gefüllten Weine waren in deutlich geringeren Mengen als sonst verfügbar, einige sogar nur in homöopathischen Dosen. Das Lesematerial war reif bis zum Anschlag. Der Traubensaft soll bei der in Rekordzeit (04.-24. Okt.) absolvierten Lese trotz sorgfältigster Behandlung und ohne jeden Druck regelmäßig 10-15 cm hoch in den Lesekörben gestanden haben. (weiterlesen…)

7. Dezember 2008

Weinhof Herrenberg Schodener Herrenberg Riesling Auslese 1997

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 04:00

Weinhof Herrenberg Schodener Herrenberg Riesling Auslese 1997
Die Weine des Weinhofs Herrenberg in Schoden an der Saar werden seit 2002 unter einem neuen Namen vermarktet. Nun heißen sie LochRiesling, nach der Winzerfamilie Claudia und Manfred Loch, die das Weingut 1992 aus dem Nichts gegründet haben und bis heute führen.  Grund für den Namenswechsel war vor allem die hohe Verwechslungsgefahr. Nur 7-8 Kilometer Saar-aufwärts in Serrig befand sich bis 2006 schon das nächste und wohl bekannteste Weingut Herrenberg - das VDP-Weingut von Bert Simon, das mittlerweile durch einen Eigentümerwechsel aber auch seinen Namen geändert hat und nun nach dem neuen Eigentümer Dr. Jochen Siemens, dem ehemaligen Chefredakteur von “Frankfurter Rundschau” und “Alles über Wein”, Weingut Dr. Siemens heißt. Daneben gibt es bundesweit noch eine Reihe weiterer, weniger bekannte Weingüter Herrenberg.

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1. Dezember 2008

Heymann-Löwenstein Winninger Uhlen Riesling Auslese Goldkapsel 1997

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 23:55

Heymann-Löwenstein Winninger Uhlen Riesling Auslese Goldkapsel 1997
Auf diesen Wein hatte ich eine gewisse Vorfreude. Eine 1995er Uhlen Auslese (1/1 Flasche ohne Goldkapsel) von Reinhard Löwenstein, im Sommer 2007 getrunken, zählt zu den besten gereiften Rieslingen, die ich je im Glas hatte. Dazu kommen die guten Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren mit einer Reihe von trockenen 97er dieses Weinguts gemacht habe. Um das Jahr 2001 herum konnte ich gemeinsam mit Freunden die kompletten Restbestände der Heymann-Löwenstein-Weine einer in Abwicklung befindlichen Kölner Weinhandlung erwerben. Einzelflaschen aus fast allen Jahrgängen der 90er sowie ein paar Kisten 1998er Goldkapselauslesen und Eisweine. Ein Teil dieser Weine stand übrigens bei der Heymann-Löwenstein-Verkostung des Kölner Weinforums im April 2006 auf dem Tisch. Die 1997er Goldkapselauslese kannte ich bisher nicht und habe sie (und ein Zweitfläschchen) erst kürzlich aus dem Privatkeller eines befreundeten Weinhändlers erworben.

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30. November 2008

Göttelmann Münsterer Rheinberg Riesling Auslese*** 2004

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 00:15

Göttelmann Münsterer Rheinberg Riesling Auslese*** 2004
Die restsüßen Spitzenweine des Weingutes Göttelmann in Münster-Sarmsheim an der Nahe begeistern mich schon seit einigen Jahren. Die 3-Sterne-Auslesen, Beerenauslesen uns TBAs gehören für mich zu den absoluten Preis-Leistungs-Tipps in Deutschland. Dazu kommt die angenehme Art des Winzers: Zeigen sich andere Weingutsvertreter doch oftmals recht zugeknöpft, was aktuelle Entwicklungen im Weingut oder Details zu den Weinen angeht, bekommt man vom sympathischen Winzer Götz Blessing stets freundlich und kompetent Auskunft.

Die 2004er Auslese*** aus dem Münsterer Rheinberg kommt mit ihrer dichten goldenen Farbe schon optisch sehr konzentriert daher, in der Nase deutliche Botrytis-Noten, ein Hauch Lösungsmittel und ein schier überwältigendes Bouquet von reifen Früchten: Grapefruit, Zitrone, Aprikose, Pfirsich, Honigmelone und weitere exotische Früchte. Im Mund wieder mit reifen Früchten (hier vor allem wieder Grapefruit und Pfirsich), Honig, leicht öliger Konsistenz, hoher Restsüße und ebenso wichtig: einer tollen Säurestruktur die für ein wunderschönes Süße-Säurespiel sorgt und die Basis für ein langes Entwicklungspotential dieses Weines legt. Für das Alter von gerade einmal vier Jahren wirkt der Wein aber auch jetzt schon erstaunlich weit entwickelt - keine Alterstöne, aber auch nicht mehr gerade jugendlich. Insgesamt einfach unglaublich lecker und mit ewig langem Abgang. 94P

23. Oktober 2008

Reinhard & Beate Knebel Winninger Röttgen Auslese 1997 Versteigerungswein

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 01:53

Reinhard & Beate Knebel Winninger Röttgen Riesling Auslese 1997 Versteigerungswein (Mosel)

Das Weingut Knebel ist neben dem Weingut Heymann-Löwenstein eines der beiden Top-Weingüter in Winningen und gleichzeitig an der gesamten unteren Mosel (Terrassenmosel). Selbiges gilt für die Lage Röttgen: Sie ist neben dem Uhlen die andere Top-Lage in Winningen und damit gleichzeitig eine der besten Lagen an der Terassenmosel. Der Wein wurde versteigert bei der Auktion des Bernkasteler Rings im Herbst 1998.

Kräftiges relativ helles Gelb (erstaunlich hell für das Alter), typischer Duft von Riesling in früher Reifephase mit kräftigen Noten von reifem Pfirsich, Grapefruit, Apfel, cremig, ein Hauch Orange & Cassis, weiße Schokolade, mineralisch, mit leichter Restsüße - dabei aber nie zu süß, mit ausreichender aber gut eingebundener und daher mild wirkender Säure, einer angenehmen herben (bei Riesling typischen aber selten so feiner) Grapefruitnote und einem lang anhaltenden Abgang. Die für eine restsüße Auslese recht hohen 9.5 % Alkohol sind nicht wahrnehmbar, tragen aber wahrscheinlich zu der angenehmen herben Note des Weines bei. Der Wein legte nach 2-3 Stunden an der Luft weiter zu und wird sich sicher noch 5-10 Jahre schön weiterentwickeln. Ein toller Wein für viele Gelegenheiten, wäre er nicht so rar. 94P

26. September 2008

H.G.Schwarz 20 letzte Müller-Catoir-Jahre

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 02:04

Hans Günter Schwarz und seine 20 letzte Jahre bei Müller-Catoir
Organisiert vom Weinforum “Weinfreaks” fand am vergangenen Wochenende in der Düsseldorfer Weinhandlung “La Vinesse” eine großartige Verkostung von Müller-Catoir-Weinen statt. 2001 ist der letzte Jahrgang dieses Pfälzer Spitzenweingutes, der unter der Federführung von Hans Günter Schwarz entstand. Danach ging der Kellermeister, der in über 40 Jahren die Weine von Müller-Catoir von Mittelmaß zu Weltruhm führte, in den verdienten (Un-)Ruhestand.

Zur Lebensleistung von H. G. Schwarz zählen nicht nur zahllose tolle Weine und das mittlerweile anerkannte Renommee seiner Lieblingsrebsorte Rieslaner, deren Potential Schwarz wie niemand anderes in der Weinwelt auszureizen verstand sondern auch die Ausbildung und Förderung einer ganzen Generation talentierter Pfälzer Nachwuchswinzer.

Aus den letzten 20 Jahren seiner Schaffenszeit, also den Jahren 1981-2001, wurden, auch mit der Unterstützung von Herrn Schwarz selbst, 23 Weine zusammengetragen. Man sagt immer wieder, wirklich große Weingüter erkenne man an der Qualität ihrer einfachsten Weine. Nun hatten wir keinen QbA in der Literflasche dabei, aber trockene Kabinett und Spätleseweine von 1990, 1993 und 1996. Alle waren toll gereift und mit 85P, 86P, 87P (2x) und 88P in einem von mir nicht erwartet guten Zustand.

Durch die 20-jährige Spanne zwischen den ältesten und den jüngsten Weinen wird auch der Stilwechsel bei den restsüßen Weinen nach dem Jahrgang 1989 deutlich. Die 1989er Mußbacher Eselshaut Rieslaner Beerenauslese ist exemplarisch für den Versuch Pfälzer Sauternes zu erzeugen. Der Wein mit 12 % Vol. und deutlich weniger wahrnehmbarer Restsüße als bei später erzeugten MC-Süßweinen kommt in unserer Runde nicht besonders gut an. 82P

Als Gegenbeispiel für den Stil ab 1990 bietet sich traumhafte die 2001er Gimmeldinger Schlössel Rieslaner Beerenauslese an. Sehr erfrischend, fein, mit leichter Mineralik, intensiven Noten von Limonen- und Grapefruit in Mund und Nase, weißem Pfeffer im Mund und noch einer Menge Potential für die Zukunft. 98+P

Auch das Geschenk von Herrn Schwarz konnte sich sehen lassen. Die 1998er Mußbacher Eselshaut Rieslaner Auslese gehörte zu den leckersten Weinen des Abend. In Farbe und Stil viel jünger als das tatsächliche Alter von 10 Jahren wirkend, mit toller Frucht (vor allem Grapefruit), sehr elegant, einem tollen Süße/Säure-Spiel, unendlich lang und mit mehreren Jahrzehnten Zukunft. 96-97P

Bei der von Robert Parker (99PP) und diversen anderen hochgelobten 1994er Mußbacher Eselshaut Rieslaner Auslese dürfte es sich um einen abgestuften Eiswein oder eine zumindest noch teilweise gefroren gelesene Auslese handeln. Anders läst sich der enorme Säuregehalt nicht erklären. Der Wein hat zwar schöne Noten von Mandarine und Orange, ist mir aber einfach deutlich zu sauer. 90P

Bester Wein des Abends und erster 100-Punkte-Wein seit dem Start dieses Blogs war die 1999er Mußbacher Eselshaut Rieslaner Trockenbeerenauslese. Ein wunderschöne goldgelbe Farbe, hoch konzentrierte aber ebenso feine Zitrus- und Orangennoten und ein grandioses Süße/Säure-Spiel. 100P (weiterlesen…)

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