27. Januar 2009

Schloss Lieser Niederberg Helden Riesling Auslese Lange Goldkapsel 2006
Das Jahr 2006 war ein schwieriges an der Mosel. Viele Winzer hatten mit Sauerfäule zu kämpfen. Die Weine, auch die einiger Spitzenwinzer schmecken entsprechend. Die Weine von Schloss Lieser hingegen gehörten 2006 zu den konzentriertesten und besten in der Weingutsgeschichte - allerdings auch zu den rarsten. Auf trockene Prädikate wurde komplett verzichtet, alle gefüllten Weine waren in deutlich geringeren Mengen als sonst verfügbar, einige sogar nur in homöopathischen Dosen. Das Lesematerial war reif bis zum Anschlag. Der Traubensaft soll bei der in Rekordzeit (04.-24. Okt.) absolvierten Lese trotz sorgfältigster Behandlung und ohne jeden Druck regelmäßig 10-15 cm hoch in den Lesekörben gestanden haben. (weiterlesen…)
2. Dezember 2008

Schloss Lieser Riesling Kabinett 2006
Der 2006er Kabinett von Schloss Lieser präsentiert sich derzeit recht verschlossen (die halbe Stunde, die wir dem Wein heute im Dekanter nur zum Atmen geben konnten, war einfach viel zu kurz). Helles Gelb, in der Nase Minznoten, leichte weitere Sponti-Noten, Stachelbeeren, Aprikose, Mandarine, je ein Hauch Gerbstoff und Mineralik, kräftige Säure und für einen 2006er Schloss Lieser eine recht gering wahrnehmbare Restsüße (die Weine von Thomas Haag aus dem Jahr 2006 sind alle extrem konzentriert und mit sehr hoher Restsüße ausgestattet, so hat auch dieser Wein analytisch sicher ausreichend Restzucker, in der aktuellen Phase geht das allerdings etwa unter). Heute 84P Potential bis 86/87P
11. September 2008

Schloss Lieser Brauneberger Juffer Riesling Kabinett 2007
Wie alle Weine von Schloss Lieser in den letzten Jahren ist auch dieser spontanvergorene Kabinett aus der Spitzenlage Brauneberger Juffer großartig. Winzer Thomas Haag hat vor vier Jahren einen Teil dieser Lage vom elterlichen Weingut Fritz Haag übernommen und sich sofort großartig zurecht gefunden.
Hellgelb, in der Nase deutliche Spontinoten, Limonen, weitere Früchte und diverse florale Noten. Tipp: ein halb volles Glas zuhalten, kurz kräftig durchschütteln und danach sofort unter die Nase halten. Sie erleben eine wahre Frucht-Explosion. Im Mund ebenso fruchtig wie mineralisch, eine spritzige Säure, hohe Restsüße und ein unglaubliche Länge.
Der Wein hat die enorme Frische und Filigranität eines klassischen Kabinett, zugleich aber auch eine Dichte, auf die viele andere Weingüter bei ihren Spätlesen stolz wären. Je länger der Wein sich an der Luft entwickeln kann, desto mehr ist diese Kraft zu spüren. Jetzt toll und sicher Potential für weitere 15-20 Jahre. Nur auf die tolle spritzige Frische wird man dann verzichten müssen. 91P