22. Januar 2010

Für englischsprachige Penfolds-Fans gibt es ein neu überarbeitetes und auf den aktuellen Stand gebrachtes Buch mit 360 Seiten Informationen über die Geschichte des Weinguts, die über halb Australien verstreuten Weinbergslagen und vor allem die Weine.
Für viele wohl am Interessantesten: ausführliche Beschreibungen aller Grange (auch BIN 95 und bis 1989 Grange Hermitage genannt) Jahrgänge von 1951 bis heute mit aktuellem Entwicklungsstadium und Geschmack, Rebsorten-Zusammensetzung der Cuvée (schwankend von immer wieder mal 100% Shiraz bis zu mehrfach 87% und 1993 gar nur 86% Shirazanteil - der Rest ist immer Cabernet Sauvignon) auch die selten genannte Herkunft des jeweils verwendeten Traubenmaterials.
Auch die meisten anderen lagerfähigen Weine werden vom ersten Jahrgang an beschrieben (wenn auch etwas weniger detailiert). Darunter
St Henri Shiraz ab 1953,
BIN 28 Kalimna Shiraz ab 1959,
BIN 389 Cabernet Shiraz ab 1960,
BIN 707 Cabernet Sauvignon ab 1964,
Koonunga Hill Shiraz Cabernet ab 1976,
BIN 138 Shiraz Grenache Mourvèdre ab 1992,
Yattarna ab 1995,
RWT (steht für Red Winemaking Trial) ab 1997,
Aged Release Riesling ab 1992 (der Wein heißt so, da er immer erst fünf Jahre nach Füllung in den Verkauf geht).
Außerdem wird eine Vielzahl von Penfolds-Weinen oder Sondereditionen vorgestellt, die im Normalfall nur in anderen Regionen der Welt erhältlich sind (dabei auch Bioweine, Portweine und weitere Rieslinge).
Der britische Autor Andrew Caillard ist seit 1993 Master of Wine (MW) und lebt seit vielen Jahren in Sydney. Er ist Autor diverser Weinpublikationen und Mitbegründer des bedeutendsten australischen Weinaktionshauses (und dort auch weiterhin als Auktionator tätig).
Zum Thema hier im Blog: Penfolds Grange 2004 Präsentation beim Luxury & Icon Tasting mit Winemaker Peter Gago
Bei Amazon.de bestellen: Penfolds: The Rewards of Patience
23. November 2009

Nach Eichelmann (Deutschlands Weine 2010) und GaultMillau WeinGuide 2010 ist nun auch der dritte Deutsche Weinführer auf dem Markt: Der Feinschmecker Guide: Die 800 besten Weingüter in Deutschland 2010.
Das Booklet (Der Feinschmecker schreibt vom “Weingüter-Buch”) ist genau wie in den Vorjahren nur 260 Seiten stark. Die Seiten fallen diesmal allerdings ca. 1 cm breiter aus und wurden auf deutlich dickerem und hochwertigerem Papier gedruckt.
Im Vorwort wird explizit darauf eingegangen, dass im vergangenen Sommer “heftig zwischen deutschen Spitzenwinzern und deutschen Weinjournalisten über Weinkritiker und ihre Arbeitsweise gestritten wurde”. Es folgt der der ausdrücklich Hinweis, die Weine würden blind verkostet, die Teilnahme sei für alle Weingüter kostenlos und es stehe jedem deutschen Weingut frei, sich um eine Aufnahme in diesen Führer zu bewerben.
Wie beim Feinschmecker üblich, wird das Renommee der Weingüter mit 0,5 F (F) bis 5 F (FFFFF) klassifiziert. Die Weingüter ab FF (rund ein Drittel der 800 Weingüter) werden mit ein paar Zahlen und Namen der Akteure , einem kurzen Text und 5-6 Weinempfehlungen (ohne Bewertung) vorgestellt. Die Weingüter bis FF werden nur mit Adresse und Klassifizierung genannt.
Obwohl in der Einleitung darauf hingewiesenen wird, in die Gesamtwertung der Weingüter würden nur die letzten 4-5 Jahre berücksichtigt, werden einige der TOP-Weingüter der 90er Jahre, die mittlerweile deutlich abgefallen sind, noch immer bei vollen FFFFF eingeordnet.
An einigen Stellen wird es skurril: (weiterlesen…)
17. November 2009

Nach spannenden Diskussionen um die Zukunft dieses WeinGuides im vergangenen Sommer und dem anschließenden Ausscheiden von Armin Diel, der bis dahin gemeinsam mit Joel Payne Chefredakteur und Herausgeber des WeinGuide war, liegt nun die erste allein von Joel Payne verantwortete Ausgabe vor.
Die Zäsur in der Chefredaktion wurde offensichtlich genutzt um neuen Wind in Deutschlands wichtigsten Weinführer zu bringen. Erstmals erscheint der WeinGuide durchgehend vollfarbig mit zugleich deutlich höherer Bildqualität und zeitgemäßerem Schriftbild.
Joel Payne zeigt sich mit den bewerteten Weinjahrgängen 2008 bei Weißweinen und 2007 bei Rotweinen sehr zufrieden. Sein Fazit zur Bundesfinalprobe der besten trocken Rieslinge: „Wir hatten selten eine solche Qualitätsdichte auf dem Tisch.“ Als Sieger und mit 96 Punkten bester trockener Riesling Deutschlands setzte sich am Ende der
2008er Forster Kirchenstück “GC” vom Weingut Dr. Bürklin-Wolf
in Wachenheim (Pfalz) durch. Platz zwei mit je 95 Punkten teilen sich Emrich-Schönleber (Halenberg GG), Klaus-Peter Keller (Abtserde GG) und noch einmal Bürklin-Wolf (Pechstein GC). Lediglich bei den Auslesen und edelsüßen Rieslingen müsse man im Jahrgang 2008 Abstriche machen. Hier sei das hohe Niveau der Vorjahre nicht immer erreicht worden.
Noch gelungener seien die Spätburgunder. 2007 habe grandiose Rotweine hervorgebracht. „Dieser Jahrgang kann Geschichte schreiben“, ist sich Payne sicher. Man habe deshalb bei den Bewertungen ganz hohe Noten zücken müssen. Nie zuvor in der 17-jährigen Geschichte des WeinGuides erhielt ein Rotwein 97 Punkte, wie diesmal der Pinot Noir von Friedrich Becker aus der Pfalz (und damit gleich zwei Punkte mehr als jemals zuvor für einen Deutschen Spätburgunder vergeben wurden). (weiterlesen…)
11. November 2009

Die interessante Broschüre „Terroir an Mosel, Saar und Ruwer – Klima, Winzer, Boden“ ist zwar nicht mehr ganz neu, allerdings immer noch recht unbekannt. Dabei lohnt sich ein Blick hinein: Es erwarten einen spannende Zahlen, Daten und Fakten, eine Vielzahl großartiger Fotos, aufschlussreiche Boden- und Klimakarten sowie interessante Weinanalyen - auch grafisch dargestellt mit Hilfe von Aromarädern. Nach der Lektüre sollte es niemanden mehr wundern, dass es nicht “den” Moselwein gibt und die Weine von verschiedenen (teilweise nah beieinander gelegenen) Stellen der Mosel so unterschiedlich schmecken.
Das von Verbänden, Land und EU geförderte Werk wurde von März bis Dezember 2006 von Geologen und Weinfachleuten erarbeitet und im Frühjahr 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt. Es nimmt den Leser mit auf eine informative Zeitreise in die Erdgeschichte der Region – vom Zeitalter des Devon vor 400 Millionen Jahren, als die Ur-Kontinente Gondwana und Laurussia zusammenstießen und die Grundlagen der heutigen Bodenformationen geschaffen wurden, bis hin zum modernen Weinbau und den Einflüssen des Bodens auf die Sensorik der heute erzeugten Weine.
Professor Harald Ehses, Amtsleiter des Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) Rheinland-Pfalz, bezeichnete die Weinbergsbodenkarten des LGB als „Schatz“, den sein Amt allen Winzern zur Verfügung stelle. Die vorliegende Broschüre solle die Besonderheiten von Wein bestimmter Böden für Endverbraucher greifbar machen. Er hob die Bedeutung des Bodens „als stabile, nicht transportierbare Größe“ für die Weinregion hervor, damit unterscheide sich eine Region und ihre Weine von anderen Gebieten. (weiterlesen…)
14. Dezember 2008

Wolfgang Faßbender: Im Wein liegt Lüge - 99 Legenden und Wahrheiten
Das neue Buch von Wolfgang Faßbender ist ganz gegen den aktuellen Trend von immer dickeren, immer schwerer und aufwendiger ausgestatteten Weinbüchern entstanden. Gerade einmal 116 Seiten umfasst das broschierte Werk, knapp größer als im üblichen Taschenbuchvormat.
Der Autor ist ein sehr erfahrener Wein- und Gastronomiejournalist, unter anderem stv. Chefredakteur des “Bertelsmann Guides Restauranttests”, Redakteur der Zeitschrift Weinwelt und seit einigen Jahren nun verantwortlicher Verkoster für die Regionen Mosel-Saar-Ruwer und Rheingau des Weinführers “Eichelmann - Deutschlands Weine” (was die Qualität dieses Weinführers deutlich verbesserte). Daneben schreibt er der Kolumnen für mehrere Tageszeitungen und hat bereits eine zweistellige Zahl von Büchern veröffentlicht. (weiterlesen…)