20. Juli 2010

Riesling trifft Kohle im Rahmen von: A40 - Still-Leben Ruhrschnellweg

Kategorie: Verantaltungen — Weinkaiser @ 09:34

Im Rahmen der Ruhr 2010, also des Programms der Metropole Ruhr in ihrer Rolle als Europäische Kulturhauptstadt 2010, fand am Wochenende mit offiziell rund drei Millionen Besuchern eine der größten Tagesveranstaltungen aller Zeiten statt: A40 - Still-Leben Ruhrschnellweg.

Auf der auch Ruhrschnellweg genannten Autobahn A40 zwischen Duisburg und Dortmund (der meistbefahrenen Autobahn Europas) wurde in der Nacht zum Sonntag ein 60 Kilometer langer Tisch aus tausenden Biertischgarnituren aufgebaut, die für diesen Tag an Firmen, Organisationen und Privatleute vergeben/vermietet wurden.

Für das Weinforum Ruhrgebiet hat Uwe Bende drei solcher Tische erstanden und dort unter dem Titel Riesling trifft Kohle eine tolle Verkostung mit 30 zum Teil großartigen Rieslingen aus den letzten 50 Jahren organisiert.

Rund zwanzig Rieslingfreunde, darunter Weinblogger Thomas Günther von Weinverkostungen.de, Wein-Historiker Peter Jakob (marcodatini.posterous.com) und Winzer Gernot Kollmann vom Enkircher (Mosel) Weingut Immich Batterieberg.

Die Weine wurden von Uwe Bende zusammengetragen, unterstützt von Gernot Kollmann, der zwei Flaschen 1964er Riesling naturrein aus der Schatzkammer des von ihm vor kurzem übernommenen Weinguts Immich Batterieberg,

sowie einen 2000er Van Volxem Scharzhofberger Riesling Kabinett, den er in seiner damaligen Rolle als Kellermeister von Van Volxem geschaffen hat und einen meiner Lieblingsweine: eine 2007er Winninger Röttgen Riesling Spätlese Alte Reben vom Weingut Reinhard und Beate Knebel, bei dem Gernot Kollmann in den letzten Jahren als Berater tätig war.

Unsere kleine Verkostungsliste
Teil 1 -  trocken:

Peter Jakob Kühn Oestricher Riesling (eine Traube) 2004

Heymann-Löwenstein Winninger Uhlen R 2001

Peter Jakob Kühn Quarzit Riesling trocken 2007

Koehler Ruprecht Kallstadter Saumagen R Riesling Auslese trocken 2001

Wittmann Westhofen Morstein weißer Riesling Spätlese trocken 1990

Kaßner-Simon Freinsheimer Oschelskopf Riesling Auslese trocken 1990

Toni Jost Martinsthaler Rödchen Riesling Kabinett trocken 1990

Cave Kientzheim Kayserberg Fürstentum Riesling Grand Cru 1995

Laible Durbacher Plauelrain SL Riesling Spätlese trocken 2001

Wittmann Westhofen Aulerde Riesling GG 2001

George Rüdesheim Berg Rottland Riesling trocken 2003

Klaus Peter Keller Riesling trocken von der Fels 2005

Die Weine waren allesamt in erstaunlich gutem Zustand, einzig die 1990er Morstein Spätlese trocken von Wittmann war durch einen undichten Korken etwas zu stark oxidiert, was aber wohl eindeutig ein Flaschenfehler war, denn mehrere Teilnehmer hatten diesen Wein noch vor kurzem in einwandfreiem Zustand verkostet. (weiterlesen…)

29. November 2008

A. Christmann Königsbacher Ölberg Spätburgunder 1998

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 00:33

A. Christmann Königsbacher Ölberg Spätburgunder 1998
Der Spätburgunder aus dem Königsbacher Ölberg (Pfalz, Bereich Mittelhaardt - Deutsche Weinstraße) ist die Nummer zwei der Rotweine aus dem Hause des aktuellen VDP-Präsidenten Steffen Christmann (an der Spitze steht das Große Gewächs aus der benachbarten Toplage Königsbacher IDIG). Ich habe diesen Wein noch von einem schönen Abend, wenige Monate vor dem Start dieses Blogs, in guter Erinnerung: Für einen deutschen Spätburgunder aus den 90ern eine ziemlich dunkle und dichte Farbe, hat sich über das Alter von zehn Jahren erstaunlich gut entwickelt und ist nicht wie viele andere längst weit über den Zenit gealtert, dazu rauchige Noten und eine Portion edle Hölzer. Soweit die Erinnerung. Die heutige Flasche hat leider Kork. Auch wenn der Übeltäter optisch in perfektem Zustand scheint, ja nahezu ein Muster eines schönen Korkens hoher Qualität ohne jegliche Einschlüsse und absolut dicht (trotz recht langer Lagerung nur der unterste Millimeter mit Wein benetzt) - das Resultat ist leider unbefriedigend.

26. September 2008

H.G.Schwarz 20 letzte Müller-Catoir-Jahre

Kategorie: Wein — Weinkaiser @ 02:04

Hans Günter Schwarz und seine 20 letzte Jahre bei Müller-Catoir
Organisiert vom Weinforum “Weinfreaks” fand am vergangenen Wochenende in der Düsseldorfer Weinhandlung “La Vinesse” eine großartige Verkostung von Müller-Catoir-Weinen statt. 2001 ist der letzte Jahrgang dieses Pfälzer Spitzenweingutes, der unter der Federführung von Hans Günter Schwarz entstand. Danach ging der Kellermeister, der in über 40 Jahren die Weine von Müller-Catoir von Mittelmaß zu Weltruhm führte, in den verdienten (Un-)Ruhestand.

Zur Lebensleistung von H. G. Schwarz zählen nicht nur zahllose tolle Weine und das mittlerweile anerkannte Renommee seiner Lieblingsrebsorte Rieslaner, deren Potential Schwarz wie niemand anderes in der Weinwelt auszureizen verstand sondern auch die Ausbildung und Förderung einer ganzen Generation talentierter Pfälzer Nachwuchswinzer.

Aus den letzten 20 Jahren seiner Schaffenszeit, also den Jahren 1981-2001, wurden, auch mit der Unterstützung von Herrn Schwarz selbst, 23 Weine zusammengetragen. Man sagt immer wieder, wirklich große Weingüter erkenne man an der Qualität ihrer einfachsten Weine. Nun hatten wir keinen QbA in der Literflasche dabei, aber trockene Kabinett und Spätleseweine von 1990, 1993 und 1996. Alle waren toll gereift und mit 85P, 86P, 87P (2x) und 88P in einem von mir nicht erwartet guten Zustand.

Durch die 20-jährige Spanne zwischen den ältesten und den jüngsten Weinen wird auch der Stilwechsel bei den restsüßen Weinen nach dem Jahrgang 1989 deutlich. Die 1989er Mußbacher Eselshaut Rieslaner Beerenauslese ist exemplarisch für den Versuch Pfälzer Sauternes zu erzeugen. Der Wein mit 12 % Vol. und deutlich weniger wahrnehmbarer Restsüße als bei später erzeugten MC-Süßweinen kommt in unserer Runde nicht besonders gut an. 82P

Als Gegenbeispiel für den Stil ab 1990 bietet sich traumhafte die 2001er Gimmeldinger Schlössel Rieslaner Beerenauslese an. Sehr erfrischend, fein, mit leichter Mineralik, intensiven Noten von Limonen- und Grapefruit in Mund und Nase, weißem Pfeffer im Mund und noch einer Menge Potential für die Zukunft. 98+P

Auch das Geschenk von Herrn Schwarz konnte sich sehen lassen. Die 1998er Mußbacher Eselshaut Rieslaner Auslese gehörte zu den leckersten Weinen des Abend. In Farbe und Stil viel jünger als das tatsächliche Alter von 10 Jahren wirkend, mit toller Frucht (vor allem Grapefruit), sehr elegant, einem tollen Süße/Säure-Spiel, unendlich lang und mit mehreren Jahrzehnten Zukunft. 96-97P

Bei der von Robert Parker (99PP) und diversen anderen hochgelobten 1994er Mußbacher Eselshaut Rieslaner Auslese dürfte es sich um einen abgestuften Eiswein oder eine zumindest noch teilweise gefroren gelesene Auslese handeln. Anders läst sich der enorme Säuregehalt nicht erklären. Der Wein hat zwar schöne Noten von Mandarine und Orange, ist mir aber einfach deutlich zu sauer. 90P

Bester Wein des Abends und erster 100-Punkte-Wein seit dem Start dieses Blogs war die 1999er Mußbacher Eselshaut Rieslaner Trockenbeerenauslese. Ein wunderschöne goldgelbe Farbe, hoch konzentrierte aber ebenso feine Zitrus- und Orangennoten und ein grandioses Süße/Säure-Spiel. 100P (weiterlesen…)

Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits Bloggeramt.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de blogoscoop Genussblogs.net - Alle Genussblogs auf einen Blick