12. Dezember 2012

Didier Cuvelier, Eigentümer von Château Léoville Poyferré (Zweites Gewächs aus St Julien Medoc) und Château Le Crock (Cru Bourgeois aus St Estephe) kommt mit einigen seiner Spitzenweine zu zwei Degustationsmenüs nach Deutschland.
Moderiert werden die beiden Veranstaltungen in Frankfurt (13. Dezember) und Stuttgart (14. Dezember) von Panos Kakaviatos, einem in Frankreich und den USA lebenden deutschsprachigen Weinjournalisten (Panos Kakaviatos schreibt u.a. für DECANTER, das wichtigste englische Weinmagazin). Er wird gemeinsam mit Didier Cuvelier die Weine und Ihre Besonderheiten vorstellen und sie zusammen mit den Teilnehmern des Winemakers Dinner verkosten.

Ort des Geschehens sind zwei mit Michelinsternen ausgezeichneten Restaurants der Steigenberger Gruppe. Im Restaurant Français des Steigenberger Frankfurter Hofs hat Chefkoch Patrick Bittner das Menü auf die Weine abgestimmt, im Gourmetrestaurant Olivo des Stuttgarter Steigenberger Hotels Graf Zeppelin hat Küchenchef Nico Burkhardt die komposition übernommen. An beiden Abenden werden zu einem Fünf-Gänge-Gourmet-Menü die gleichen acht Spitzenweine von Didier Cuvelier präsentiert:
Château Leoville Poyferre (St Julien) 1996, 2000, 2003 und 2005
Château Moulin Riche (St Julien): 2005 und 2009
Château Le Crock (St Estephe) 2003 und 2005

Château Léoville Poyferré liegt nördlich der Stadt Bordeaux am linken Ufer der Gironde in der in Médoc-Gemeinde Saint Julien. Es wurde bei der Klassifikation von 1855 als Deuxieme Grand Cru Classé (2. Gewächs) eingestuft. Die drei Güter Léoville (Las Cases, Barton und Poyferré) gehörten bis ins 18. Jahrhundert zusammen. Poyferré ist von der Größe her das mittlere der drei Güter.
Kenner der Bordeaux Szene behaupten, Leoville Poyferre habe die besten Böden in ganz Saint Julien. Seit Anfang der 80er werden auf Poyferré wieder Weine von Klasse, Eleganz und Format vinifiziert.

Didier Cuvelier, der Eigentümer und Manager des Gutes, steckte seit 1979 enorme Summen in Keller, Weinberge und Ausstattung. Erst 1929 wurde das Gut von der Familie Cuvelier gekauft, der vormalige Besitzer, der Baron de Poyferre gab dem Gut seinen Namenszusatz. Cuvelier führte einen Zweitwein ein und engagierte Michel Rolland als Önologen. 80 von insgesamt 95 Hektar stehen unter Reben. 58% davon sind Cabernet Sauvignon, 31% Merlot, 2% Cabernet Franc und 9% Petit Verdot. Der Ausbau erfolgt in 80% neuen Barriques. Die eher moderne Ausrichtung der Weine trägt so auch deutlich Rollands Handschrift. Er gilt unter Kennern als der Fachmann schlechthin, wenn es um das Assemblieren der Cuvée geht. Der Jahrgang 2009 wurde von Weinpapst Robert Parker kürzlich mit der Traumnote von 100 Punkten bewertet. Präsentierte Jahrgänge Jahrgänge: 1996, 2000, 2003 und 2005
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29. September 2012

Pascale Roby, Marketing Direktorin von Château Sociando-Mallet, kommt im Oktober zu drei Abendveranstaltungen nach Deutschland und wird gemeinsam mit dem deutschsprachigen DECANTER-Autor Panos Kakaviatos acht ihrer Weine von 1989 bis 2010 präsentieren. Im Einzelnen gibt es: La Demoiselle de Sociando-Mallet 2010 und 2009 (La Demoiselle ist der Zweitwein von Sociando-Mallet aus jungen Anlagen) und Château Sociando-Mallet 2010, 2009, 2003, 2001, 1995 und 1989.
Die Weine werden in Frankfurt (Restaurant Maingau, 04.10.), Berlin (Restaurant Brenner, 06.10.) und Königswinter bei Bonn (Steigenberger Hotel Petersberg, 05.10.) zu perfekt abgestimmten Menüs gereicht.

Château Sociando-Mallet ist in Saint-Seurin-de-Cadourne in der Appellation Haut-Médoc, nördlich von Saint-Estèphe wunderschön an der Gironde gelegen. Das Weingut besitzt ca. 66 Hektar bestockte Rebfläche, von denen 54% mit Cabernet Sauvignon und 45% mit Merlot bestockt sind. Das letzte 1% teilen sich Petit Verdot und Cabernet Franc. Seit 1969 ist Jean Gautreau (Foto ganz oben) Inhaber von Château Sociando Mallet. Er hat sein Château an die Spitze aller Haut Medoc geführt und zur Nummer 1 unter allen Cru Bourgeois gemacht. Würde heute neu klassifiziert, dann müsste Sociando Mallet ein 3eme Grand Cru Classé sein.

Die Weine der drei Veranstaltungen wurden nicht wie so häufig aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen, sondern kommen alle direkt vom Château. Besonders Attraktiv ist hier auch der Preis. Dies ist etwa das sechste Weinmaker’s Dinner mit Panos Kakaviatos, an dem ich teilnehme und die Preise der Menüs mit Weinbegleitung lagen dabei mehrfach jenseits der 200 Euro (Angélus, Pichon Comtesse, Palmer…). Diesmal ist man, je nach Aufwand für das vom Restaurant geplante Menü schon für 79 (Königswinter), 89 (Frankfurt) oder 96 Euro (Berlin) dabei.

Das Menü im Frankfurter Restaurant Maingau
Apéritif
Kaninchenrücken “auf Großmutter’s Art”
Demoiselle 2010 / Sociando 2010
Butterfisch mit Beurre Rouge und Morcheln
Demoiselle 2009 / Sociando 2009
Zweierlei vom Almochsen
Filet in Heu gegart & Ochsenbäckchen mit Trüffelsoße und Selleriepüree
Sociando 2003 / 2001
Auswahl an französischen Käse
Sociando 1989 / 1995 (weiterlesen…)
8. Dezember 2011

Mit einer spannenden Blindverkostung im Frankfurter Luxushotel Villa Kennedy warb die französische Castel-Gruppe für ihr noch wenig bekanntes Deutschland-Geschäft. Das 1949 von neun Geschwistern in Bordeaux gegründete Familienunternehmen Castel ist heute größter Weinproduzent Frankreichs und mit 2400 Beschäftigten einer der größten Weinkonzerne der Welt. Der 85-jährige Pierre Jesus Sebastian Castel war vor 60 Jahren einer der Mitgründer und steht noch heute als Präsident an der Spitze des Konzerns. 2011 werden von Castel mit 640 Millionen produzierten Flaschen in 130 Ländern insgesamt 1,4 Milliarden Euro umgesetzt. Castel produziert mit Roche Mazet auch den mit 27 Millionen Flaschen pro Jahr meistverkauften Markenwein Frankreichs. Ein Castel-Tochterunternehmen betreibt über 500 Weinhandlungen in fünf Ländern. Neben Wein betreibt die Castel-Gruppe 41 Brauereien in 20 afrikanischen Ländern und ist auch einer der größten Coca-Cola-Abfüller Afrikas.

Flaggschiff der Castel-Weinsparte sind die Châteaux & Domaines Castel, die mit 120 Mitarbeitern in 21 französischen Weingütern rund sechs Millionen Flaschen im Jahr produzieren. Man trägt zwar nur 2 % zum Umsatz der Konzern-Weinsparte bei, hat aber einige klangvolle Namen in seinen Reihen. 1957 hat Pierre Castel mit Château de Goëlane sein erstes Weingut im Bordelais gekauft, mittlerweile sind 17 Bordeaux-Weingüter im Besitz der Châteaux & Domaines Castel. Das beste und bekannteste ist Château Beychevelle (4er Grand Cru Classe in Saint-Julien), bei dem Castel im letzten Jahr zu 50 % eingestiegen ist (den Rest hält noch die japanische Suntory-Gruppe aber Castel will das Weingut künftig komplett übernehmen). Die Châteaux & Domaines Castel bewirtschaften 1400 Hektar Weinberge in Frankreich (davon 800 im Bordeaux-Gebiet, womit man größter privater Besitzer der Region ist) und weitere 1600 Hektar verteilt auf 17 Weingüter in Marokko, Tunesien und Äthiopien.
Nach dem wichtigsten Absatzmarkt Frankreich steht China an zweiter Stelle. Deutschland liegt mit bisher durchschnittlich 100.000 abgesetzten Flaschen deutlich weiter hinten in der Statistik. In manchen Jahren kommen weitere 100.000 Flaschen hinzu, immer wenn Castel eine Ausschreibung der Lufthansa gewinnt.

Nach der Präsentation der Geschäftsfelder und der Organisation der Châteaux und Domaines Castel ging es an die Verkostung dieser schick verpackten Flaschen: 16 Bordeaux-Weine, etwa je zur Hälfte von den Châteaux & Domaines Castel und von anderen bekannten Weingütern standen zur Blindverkostung in der Villa Kennedy an.

Die roten Bordeaux der Blindverkostung nach der Auflösung. Die Weine der Châteaux & Domaines Castel brauchen sich in ihren Preisklassen zwischen 10 und 30 Euro qualitativ nicht zu verstecken. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren große Summen investiert, um die Qualität seiner Weine zu steigern und hat aktuell einige der besten Önologen der Bordeaux-Region als Berater engagiert. Drei Beispiele: Eric Boissenot (berät Lafite, Latour, Margaux, Mouton und rund 150 weitere), Oliver Dauga (war technischer Direktor bei Sociando-Mallet, La Tour Carnet und Rollan de By) und Hubert de Boüard (leitet seit 1977 Château l’Angélus). (weiterlesen…)
24. Oktober 2011

Dem in Frankreich und den USA lebenden Weinjounalisten Panos Kakaviatos ist es gelungen Bernard de Laage de Meux, Commercial Director des Weinguts Château Palmer zu zwei Abenden mit Château Palmer nach Deutschland zu holen. Unter dem Titel “Winemakers Dinner mit Château Palmer” wird es am 16. und 17. November in Berlin und Frankfurt zwei Degustationsmenüs der Extraklasse geben.

An beiden Abenden gezeigt werden die Château Palmer Jahrgänge 1995, 1998, 2000 sowie der Alter Ego 2006. In Berlin gibt es zusätzlich den Château Palmer 2004, in Frankfurt kommen die Jahrgänge 2005 und 2007 hinzu.
Das Renommee von Château Palmer hat in den letzten 25 Jahren stark dazugewonnen. Sein hervorragender Ruf geht vor allem auf den unvergleichlichen 1961er zurück, den heute noch viele für den besten 61er Bordeaux halten. Ohne Zweifel kann man heute Palmer mit einem Premier Cru vergleichen. Es gibt viele Gründe dafür, dass Kritiker und Kunden Château Palmer heute mit Château Margaux als gleichwertig ansehen.
Palmer Weine sind oft sehr dicht, tief, aber voller Eleganz und von jener großartigen Komplexität wie sie nur Spitzengewächse von Bordeaux zu erzeugen vermögen.

Die Weinberge von Château Palmer umfassen 55 Hektar, die sich über die Anhebungen der Gemeinde Cantenac erstrecken. Der wesentliche Teil der Parzellen konzentriert sich auf einem Plateau von magerem Kieselboden aus der Günz-Kaltzeit, das auf den höchsten Stellen der Kuppen der Appellation Margaux liegt.
Das Plateau von Palmer liegt auf den ersten Kieselterrassen, die das Ufer der Gironde säumen. Deshalb sagt man in Bordeaux, dass die großen Terroirs auf den Fluss „schauen“.
Château Palmer verfügt über zwei Reifekeller. Im sogenannten „einjährigen“ Keller werden die Fässer mit den Weinen des aktuellen Jahrgangs während des ersten Ausbaujahres gelagert, bevor sie durch die neue Lese ersetzt werden und in den kürzlich renovierten „zweijährigen“ Keller gelangen. Der Anteil neuer Holzfässer beträgt nicht mehr als 50 bis 60 % beim großen Château Palmer und 25 bis 40 % beim Alter Ego.

Château Palmer
Finesse und Eleganz sind typisch für die Spitzenweine aus Margaux wie den Château Palmer. Er wird zu gleichen Teilen aus den Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon gewonnen, mit ein wenig Petit Verdot ergänzt und besticht durch sein ungemein komplexes Bukett aus Noten von Früchten, Blüten und Gewürzen, umhüllt von einer körperreichen und großzügigen Struktur. Dieses subtile Gleichgewicht zwischen aromatischer Fülle und der zurückhaltenden Kraft der Tannine macht ihn auch bereits in jungen Jahren zu einem großen Wein.
Ein langer Ausbau in Eichenfässern ist unerlässlich, um das kieselige Terroir bestens zum Ausdruck zu bringen, und ermöglicht es dem Wein von Château Palmer, sein ganzes Volumen und seine ganze Fülle zu entfalten. Diese Reifeentwicklung setzt sich viele Jahre und sogar mehrere Jahrzehnte lang extrem langsam in der Flasche fort. Die Geduld wird belohnt, wenn man auf einen alten Jahrgang trifft: sein Abgang verströmt eine außergewöhnlich komplexe, gelegentlich exotische, aber immer unvergessliche aromatische Fülle.
Die 1855er Klassifikation des Châteaus als Triosième Cru liegt heute sicherlich unter seiner wahren Marktposition. 2004 betrauten die Aktionäre des Châteaus Thomas Duroux, einen dreißig Jahre alten Landwirtschaftsingenieur, mit der Leitung von Château Palmer. Nachdem er auf den bedeutenden Weingütern (in Kalifornien, in der Toskana usw.) vinifiziert hatte, war die Rückkehr zu seinen Wurzeln für ihn mit viel Emotion verbunden. Seine Aufgabe war es, Château Palmer einer sanften Revolution zu unterziehen, die darin bestand, das Niveau immer weiter zu steigern, die Anforderungen der Märkte zu erfüllen und im Respekt der Tradition zu innovieren. Statt einer punktuellen Veränderung erlebte Palmer vielmehr eine konstante Erneuerung, die sich auch heute noch fortsetzt.

Alter Ego
Alter Ego entstand mit dem Jahrgang 1998. (weiterlesen…)
4. Mai 2011

Während das Basissegment im Bordeaux weiter ums nackte Überleben kämpft, starten die Spitzenweingüter immer weiter durch. Ob es am Klimawandel liegt? An sorgfältigerer Traubenselektion und besserer Kellertechnik oder schlicht daran, dass die Großen Bordeaux einfach anders, nämlich früher trinkreif und primärfruchtiger ausgebaut werden als in früheren Jahrzehnten? Viele Veränderungen kommen zusammen aber im Ergebnis steht fest: Die Bordeaux-Jahrgänge werden immer besser beurteilt und bessere Bewertungen bedeuten mehr Nachfrage, also höhere Preise und Gewinne.
Der wichtigste Juror in diesem Prozess ist seit rund drei Jahrzehnten der Amerikaner Robert Parker. Viele Châteaux warten seine Bewertungen ab, bevor sie den Subskribtionspreis ihrer Weine festlegen. Es gibt natürlich Heerscharen anderer Weinkritiker. Darunter einige deren Bewertungen für ambitionierte Bordeauxfreunde mittlerweile deutlich wichtiger sind als Parker, weil viele Bordeauxfreunde über die Jahre festgestellt haben, dass ihr eigener Geschmack oder die eigenen Vorlieben eher mit diesen Profiverkostern übereinstimmt. Am Ende hat Parkers Urteil trotzdem den größten Einfluss auf die Preisgestaltung. Letzte Nacht hat er seine Bewertungen und ausführliche Beschreibungen der 2010er Fassproben in seinem kostenpflichtigen Onlineportal “The Wine Advocate” veröffentlicht.
Robert Parker über den Bordeaux Jahrgang 2010:
“I have tasted enough wines from 2005, 2009 and 2010 to realize that these may be the three greatest Bordeaux vintages I have tasted in my career!”
und weiter:
“I do not think it would be fair or prudent to say that 2010 exceeds in overall quality what was produced in 2009, 2005 or perhaps even 2000. However, it is unquestionably another great vintage. While Bob Dylan may have been talking about his own country when he wrote the song With God On Our Side, it sure looks as if fate has smiled on Bordeaux in an extraordinary way for much of the last decade with four great vintages (2000, 2005, 2009 and 2010). Moreover, the quality of the other vintages in that decade is very good.
If 2009 stood out for the historic richness and potential of the Médocs and some Graves and Pomerols, 2010 seems relatively homogeneous throughout Bordeaux. The Cabernet Sauvignon has once again done exceptionally well, while there may be a handful of Merlot-based wines where the tannins are unusually rustic and excessive, by and large this is a great vintage in every appellation. As time elapses, I do believe it will be the Cabernet Sauvignon-based wines that put on the most weight and reveal the greatest nuances.”
Gleich bei zehn Weinen sieht er ein Potential von bis zu 100 Punkten, dazu 35!!! weitere, die in den Bereich von 97-99+ Potentialpunkte hineinreichen und weit über hundert bis zu Bereich von 93 Punkten. Dabei hat er im mittleren Segment noch lange nicht alles verkostet. Nicht nur die unten aufgeführte Top 12 des Jahrgangs dürfte nach dieser Bewertung und durch die enorme Nachfrage aus China preislich durch die Decke gehen. Aber auch für Weinfreunde ohne Millionenvermögen gibt es gute Nachrichten: Der Jahrgang ist in einer solchen Breite gut aufgestellt, dass es auch diverse Weine zwischen 10 und 25 Euro geben wird, die im Qualitätsbereich von 88-92 Punkte liegen werden und von denen viele zum Glück noch nicht auf Parkers Empfehlungslisten auftauchen. Mit etwas Glück entwickeln sich einige dieser Weine sogar besser als die aktuell hochgelobten, sind sie doch oft etwas weniger konzentriert (marmeladig) und weniger alkoholreich und damit im klassischeren Bordeauxstil.
Die absolute Spitze aus Sicht des WineAdvocaten Rober Parker:
Lafite-Rothschild 98-100
La Mission Haut Brion 98-100
Latour 98-100
Petrus 98-100
Ausone 98-100
Haut Brion 98-100
Mouton-Rothschild 97-100
Pichon-Longueville Baron 97-99+
Montrose 96-99+
L’Eglise Clinet 96-100
Beausejour (Duffau Lagarrosse) 96-100
Pontet-Canet 96-100
Auch die beiden Weine von meinem Foto oben kamen bei Parker gut an:
Clos Fourtet 95-97 (94-96 von mir)
Leoville-Poyferre 95-98 (96-98 von mir)
Zwei sehr unterschiedliche Weine: Der noch sehr weiche Clos Fourtet (St. Emilion) hat eine enorme Primärfrucht und wird wohl auch schon in jungen Jahren viel Freude machen, der Leoville-Poyferre (Saint Julien im Medoc) dagegen hat schon ohne den weiteren Barriqueausbau ein enormes Tanningerüst, hinter dem ein großer Wein steckt, der seinen Höhepunkt erst in frühestens 15 Jahren erleben wird.
Eine Übericht der Bewertungen von 20 der wichtigsten Verkostern (incl. Parker) finden sie hier.
4. März 2011

Didier Cuvelier und Matthieu Cuvelier, die Eigentümer von Château Léoville Poyferré (Zweites Gewächs aus St Julien Medoc), Clos Fourtet (Erstes Gewächs aus St Emilion), Château Poujeaux (Cru Bourgeois Exceptionnel aus Moulis) und Château Le Crock (Cru Bourgeois aus St Estephe) reisen mit einigen ihrer besten Weine zu zwei Degustationsmenüs nach Deutschland.

Moderiert werden die beiden Veranstaltungen in Frankfurt (24. März) und Berlin (25. März) von Panos Kakaviatos, einem in Frankreich und den USA lebenden deutschsprachigen Weinjournalisten (Panos Kakaviatos schreibt u.a. für DECANTER, das wichtigste englische Weinmagazin).

An beiden Abenden werden zu einem Fünf-Gänge-Gourmet-Menü die gleichen zehn Top Weine von der Familie Cuvelier präsentiert:
Château Poujeaux (Moulis) 2007 und 2004
Clos Fourtet (St Emilion) 1990, 1998 und 2001
Château Leoville Poyferre (St Julien) 1989, 1990 und 2000
Château Le Crock (St Estephe) 2003 und 2005
Bei beiden Veranstaltungen werden Didier Cuvelier von Léoville Poyferré und Le Crock und Matthieu Cuvelier von Clos Fourtet und Poujeaux mit dabei sein, um die Weine vorzustellen und gemeinsam mit den “Mitreisenden” zu verkosten. Also zwei kulinarischen Rundreisen quer durch das Bordeauxgebiet ohne selbst die Koffer packen zu müssen.

Château Léoville Poyferré liegt in Saint Julien. Es wurde bei der Klassifikation von 1855 als Deuxieme Grand Cru Classé (2. Gewächs) eingestuft. Die drei Güter Léoville (las Cases, Barton und Poyferré) gehörten bis ins 18. Jahrhundert zusammen. Poyferré ist von der Größe her das mittlere der drei Güter.
Kenner der Bordeaux Szene behaupten, Leoville Poyferre habe die besten Böden in ganz Saint Julien. Seit Anfang der 80er werden auf Poyferré wieder Weine von Klasse, Eleganz und Format vinifiziert.
Didier Cuvelier, der Eigentümer und Manager des Gutes, steckte seit 1979 enorme Summen in Keller, Weinberge und Ausstattung. Erst 1929 wurde das Gut von der Familie Cuvelier gekauft, der vormalige Besitzer, der Baron de Poyferre gab dem Gut seinen Namenszusatz. Cuvelier führte einen Zweitwein ein und engagierte Michel Rolland als Önologen. 80 von insgesamt 95 Hektar stehen unter Reben. 58% davon sind Cabernet Sauvignon, 31% Merlot, 2% Cabernet Franc und 9% Petit Verdot. Der Ausbau erfolgt in 80% neuen Barriques. Die eher moderne Ausrichtung der Weine trägt so auch deutlich Rollands Handschrift. Er gilt unter Kennern als der Fachmann schlechthin, wenn es um das Assemblieren der Cuvée geht. Präsentierte Jahrgänge Jahrgänge: 2000, 1990, 1989

Clos Fourtet Premier (Grand Cru Classé „B“ Saint-Émilion AC) zählt zu den besten Weinen auf der rechten (Gironde-)Seite von Bordeaux. Das Weingut liegt gegenüber der Altstadt von Saint- Émilion. Im Mittelalter lag an dieser Stelle eine Befestigungsanlage namens „Camfourtet” (Camp Fourtet). Mit Weinbau begann dort Mitte des 18. Jahrhunderts Léon Rulleau. Von seinem Neffen Elie Rulleau wurde das Château erbaut. Im Jahre 1868 änderte die Familie den Namen auf „Clos Fourtet“. Im Jahre 1919 wurde das Gut von Fernand Ginestet gekauft, 1949 ging es in den Besitz des Imperiums Lurton und wurde im Januar 2001 von Philippe Cuvelier gekauft. Die Weinberge umfassen 19 Hektar Rebfläche und sind mit Merlot (85%), Cabernet Sauvignon (10%) und Cabernet Franc (5%) bestockt. Der Wein reift bis zu 18 Monaten in zu 70% neuen Barriques. Präsentierte Jahrgänge: 1990, 1998, 2001
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9. Dezember 2010

Beim zweiten Winemaker Dinner des mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurant Français im Hotel Steigenberger Frankfurter Hof wurden je vier Jahrgänge Château Angélus und Château Pichon Comtesse de Lalande zwischen 1995 bis 2005 präsentiert.

Durch den Abend führte der internationale Weinjournalist Panos Kakaviatos (Bildmitte), unterstützt von Gildas d’Ollone (links), dem Generaldirektor von Château Pichon Comtesse de Lalande und Jean Bernard-Grenié, einem der Miteigentümer von Château Angélus. Die beiden Weingutsvertreter stellten ihre Châteaux vor und gaben jeweils eine kurze Einschätzung zu den verkosteten Jahrgängen. Sie waren natürlich auch spannende Gesprächspartner: Gildas d’Ollone sas an diesem Abend neben mir am Tisch. Er berichtete dabei unter anderem von einem 1874er Pichon Comtesse, den er kürzlich bei einem US-Sammler trinken durfte und der noch erstaunlich gut erhalten war, obwohl sein Korken nur noch an Kohle erinnerte.

Aus ihren Châteaux mitgebracht hatten die beiden:
Château Pichon Comtesse de Lalande 2005, 2002, 1996 & 1995
Château Angélus 2005, 2001, 1998 & 1995
Die ein oder andere Flasche Champagner kam noch aus dem Keller des Frankfurter Hof dazu. Für die Vorbereitung der Weine und für den höchst kompetenten Service am gesamten Abend gilt der Dank Sommelier Franck Mouzon und dem Serviceteam des Restaurant Français um Maître Nils Blümke.

Im Bordeaux wird klassischerweise zwischen den beiden Ufern der Gironde unterschieden, da sich die Zusammensetzung der verwendeten Rebsorten an den beiden Ufern traditionell stark unterscheiden. Eine gute Übersichtskarte der Bordeaux-Appellationen gibt es bei Wikipedia (Pauillac findet man unter 4 und St. Emilion unter 21). An diesem Abend war je ein herausragender Vertreter seines Ufers zu Gast:
Vom linken Ufer Château Pichon Longueville - Comtesse de Lalande Deuxième Grand Cru Classé aus Pauillac im Médoc, gerne auch Supersecond genannt, da in manchen Jahren qualitativ und preislich kaum von den Premier Grand Cru Classés des Médoc zu unterscheiden. Der Rebsorten-Spiegel des 87-Hektar-Weingutes: 45 % Cabernet Sauvignon, 35 % Merlot, 12 % Cabernet Franc und 8 % Petit Verdot. Damit besitzen die Rebflächen des Weinguts einen im Médoc ungewöhnlich hohen Merlot-Anteil. Bei den meisten anderen Châteaux des linken Ufers dominiert Cabernet Sauvignon viel deutlicher.
Vom rechten Ufer Château Angélus Premier Grand Cru Classé B aus St. Emilion, dessen 23,4 Hektar Rebfläche üblicherweise zu 50% aus Merlot, zu 47% aus Cabernet Franc und nur zu 3 % aus Cabernet Sauvignon bestehen. Die Weine der Gemeinde St. Emilion sind für ihren hohen Merlot-Anteil bekannt, einige Châteaux dort verwenden sogar mehr als 90 % Merlot. Das Weingut wird vom Önologen Michel Rolland beraten, der rund um den Globus über hundert Betriebe zu seinen Kunden zählt. Der Name Château Angélus geht auf das Angelusläuten zurück, das im Weingut und den angrenzenden Weinbergslagen von drei verschiedenen Kapellen zu hören ist, in deren Mitte Château Angélus liegt. Die Angelus-Glocke einer der drei Kapellen ist auf dem Etikett abgebildet.

Für das auf die Weine perfekt abgestimmte Fünf-Gang-Menü beim Winemaker Dinner sorgte Patrick Bittner (Bildmitte), Chefkoch des Restaurant Français mit seinem Team. Bittners französisch inspirierte Küche führt 18 der begehrten Gault Millau Punkte und ist vom Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet, der auch in der wenige Tage vor der Veranstaltung veröffentlichten neuen Ausgabe des Guide Michelin bestätigt wurde. Bei dem, was ich an diesem Abend gegessen habe, muss hier sowieso niemand um den Erhalt des einen Sternes fürchten, man arbeitet eher an der Verleihung eines Zweiten.

Ohne das begleitende Essen hat für mich der wildere und animalischere Stil von Angélus die Nase vorn. Dieser Stil ist einerseits eindeutig auf den hohen Cabernet Franc Anteil bei Angélus zurückzuführen, andererseits scheinen alle gezeigten Angélus-Jahrgänge auch etwas Brett zu haben (kein Holzbrett sondern die Hefekultur Brettanomyces - erinnert etwas an Pferdestall aber ich mag das). Cabernet Franc kann großartig animalische Weine hervorbringen, hat in schwierigen Jahrgängen allerdings auch oft ein Problem auszureifen und lässt Weine dann gerne unangenehm grün wirken. Da wir hier jeweils eine Auswahl von vier der besten fünf Jahrgänge aus den letzten 15 Jahren vor uns hatten, spielten Reifeprobleme keine Rolle und die Weine waren grandios.
Zum Essen wiederum spielt Château Pichon Comtesse de Lalande seine Stärken aus: (weiterlesen…)
31. Oktober 2010

Am 12. November 2010 sind zwei der berühmtesten Weingüter des Bordeaux zu Gast in Frankfurt:
Château Angélus und Château Pichon Longueville - Comtesse de Lalande.

Beim zweiten Winemaker Dinner des Restaurant Français im Hotel Steigenberger Frankfurter Hof werden je vier Jahrgänge von 1995 bis 2005 vorgestellt und begleitend zu einem von Chefkoch Patrick Bittner perfekt abgestimmten Fünf-Gang-Menü präsentiert. Die französisch inspirierte, zeitgemäß leichte Küche von Patrick Bittner im Restaurant Français wurde in der neuesten Ausgabe des Guide Michelin zum zweiten Mal in Folge mit einem Stern ausgezeichnet und führt 18 der begehrten Gault Millau Punkte.

Die Gastgeber:
Patrick Bittner, Sternekoch und Küchenchef Restaurant Français
Nils Blümke, Maître Restaurant Français
Jean Bernard-Grenié, Miteigentümer von Château Angélus
Gildas d’Ollone, Generaldirektor von Château Pichon Comtesse de Lalande
Panos Kakaviatos, internationaler Weinjournalist und Moderator des Abends. (weiterlesen…)
27. Mai 2010

Eine Verkostung großer Bordeaux, bei der ein Premier Grand Cru Classé von Château Lafite-Rotschild schlechtester Wein des Abends wird, erlebt man leider nicht allzu häufig. Die Kölner Weinrunde hatte zur Bordeauxprobe geladen und der Organisator des Abends hatte uns einige richtige Highlights aus seiner genialen Bordeauxsammlung mitgebracht. Verkostet wurden 13 große Bordeaux und dazu zwei “Piraten” aus anderen Teilen der Welt, die sich bei früheren Tastings schon gegen die Spitze aus Bordeaux durchgesetzt haben sollen. Die Weine wurden “blind” verkostet. Ein größerer Teil der angestellten 15 Weine war den Teilnehmern durch die Einladung bekannt, teilweise wurde aber noch kurzfristig der Jahrgang geändert und auch die Verkostungsreihenfolge war nicht bekannt.

1981er Château Lafite-Rothschild, Pauillac, Premier Grand Cru Classé
Dunkles Purpur, Kaffee, Paprika in der Nase, für einen 1er Bordeaux viel zu kurz.
Parker gibt 93 PP und schreibt von Potential bis 2025.
Wine-Spectator gab erst 90, dann 91 und zuletzt 88 WS
Rene Gabriel vergibt 17/20
Die Kölner Runde vergibt 84-88 Punkte
Von mir 85P (austrinken!)
1990er Château Tertre Roteboeuf, St. Emilion Grand Cru Classé
85% Merlot, 15% Cabernet Franc
Bräunliches Schwarz, Mokka, dunkle Beeren, feines Holz, reife Tannine, sehr lang. Bester Roteboeuf ever.
Parker gibt 98 PP
Wine-Spectator gab erst 83, dann 87 WS
Rene Gabriel vergibt 19/20
Die Kölner Runde vergibt 89-97 Punkte
95P (jetzt auf dem Höhepunkt)
1990er Château Figeac, St. Emilion, Premier Grand Cru Classé (B)
35% Cabernet Sauvignon, 35% Cabernet Franc, 30% Merlot
Leichte bräunliches Reflexe, reife Frucht von dunkle Beeren, Paprika, noch sehr kräftige Tannine.
Parker gibt 94 PP
Wine-Spectator gab erst 92, dann 90 WS
Rene Gabriel vergibt 18/20
Die Kölner Runde vergibt 89-93 Punkte
91P (trinken bis 2020)
1990er Château Canon Le Gaffelière, St. Emilion Grand Cru Classé
55% Merlot, 40% Cabernet Franc, 5% Cabernet Sauvignon
Granatrot, Leder, Tabak, Kaffee, rauchige Noten, dunkle Früchte, feine Fruchtsüße, milde Tannine und mit ausreichend Säure für viele weitere Jahre. Sehr langer Abgang. Ein Bordeaux-Meisterwerk des deutschen Grafen Stephan von Neipperg.
Parker gibt 92 PP
Wine-Spectator gab erst 95, dann 93 WS
Rene Gabriel vergibt 15/20
Die Kölner Runde vergibt 95-97 Punkte
96P (jetzt großartig - noch besser in 5-10 Jahren?)
1990er Château Troplong Mondot, St. Emilion Grand Cru Classé
85% Merlot, zusammen 15% Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc
Schwarz-braun, intensive Röstaromen, Kaffee, Teer, Marzipan, dunkle Früchte, erfrischende Säure, sehr filigran, minimale Bitternote. Einige in der Runde erinnert der Wein an große elegante Burgunder. Da ist sicher etwas dran.
Parker erhöht im Juni 2009 auf 98 PP
Wine-Spectator gab erst 91 und sieht ihn heute bei 95 WS
Rene Gabriel vergibt 17/20
Die Kölner Runde vergibt 90-96 Punkte
94P (trinken bis 2025)
1990er Château Angelus, St. Emilion Premier Grand Cru Classé (B)
(war 1990 noch einfacher Grand Cru Classé)
Schwarz-braun, Tabak, Leder, Röstaromen, dunkle Schokolade, noch deutliche Fruchtnoten von Himbeere und Brombeeren, reife Tannine, sehr fein und elegant. (weiterlesen…)