Im Sommer 2011 bekam ich von der FH Mainz einen Fragebogen zugesandt. An der FH würden Bloggerportraits erstellt, die letztendlich in einem Buchprojekt münden sollen. Fragebögen auszufüllen war ich mittlerweile gewohnt, schließlich schreibt dauernd jemand eine Diplom- oder Masterarbeit über Blogs und bittet um Mithilfe. Die Aussicht in einem Fachbuch über die Szene vertreten zu sein, war hingegen neu. Also habe ich mir die Zeit genommen, die Fragen in Ruhe zu beantworten.
Danach kehrte Ruhe ein. Soviel Ruhe, dass ich das Projekt längst abgeschrieben und vergessen hatte, als ich gut eineinhalb Jahre später im Oktober 2012 aus dem Büro von Frau Prof. Beyer PDF-Dateien zur Durchsicht und mit der Bitte um Druckfreigabe gemailt bekam. Natürlich hatte sich seit meinen Fragebogen-Antworten bei mir und meinem Blog einiges verändert, die wesentlichen Aussagen stimmten aber nach wie vor, so dass ich nur Zahlen aktualisieren lies um nicht für weitere Verzögerung zu sorgen. Drei Monate später lag das fertige Werk nun kürzlich in meinem Briefkasten.
Das Buch beginnt mit einer etwa 15-seitigen Analyse der deutschen und internationalen Blogosphäre, ihrer typischen Probleme, der Verdienstmöglichkeiten, ihres Einflusses und der Zukunftsaussichten.
Tenor: die Zahl der Blogleser stagniert, verteilt sich aber auf weniger Blogs, deren Leserzahlen damit weiter steigen. Grund ist der Wegfall vieler sehr persönlicher Blogs, die nur für das eigene private Umfeld geschrieben wurden, nach und nach verschwinden, da ihre Autoren vermehrt auf Facebook ausweichen. Die verbleibenden Blogs werden zunehmend professioneller betrieben. Mehr als 90% der Blogger nutzen Facebook, je professioneller der Blog betrieben wird, desto höher die FB-Nutzung der Macher.
Anschließend werden 35 Blogger mit ihren Blogs porträtiert, vom Social-Media-Experten Leander Wattig über SPIEGELblog-Betreiber Torsten Engelbrecht bis hin zu den Autoren vielgelesener Spezialblogs zu Themen wie Mode, Börsenhandel, Computerspiele und Rechtsprechung. Oder eben Wein.
An Ende des Buches gibts dann noch eine kleine Anleitung für alle, die auf den Geschmack gekommen sind und einen eigenen Blog aufbauen wollen.
Deutschland Deine Blogger
Andrea Beyer/Lothar Rolke: Deutschland Deine Blogger. Ein persönlicher Report aus der Blogosphäre. Mainz 2013. Preis: 12 Euro zzgl. Versandkosten.
Vielen Weinfreunden wird immer wichtiger, dass ihr Wein nicht nur schmeckt, sondern dass er auch mit natürlichen und nachhaltigen Verfahren erzeugt wurde. In vielen Regionen der Weinwelt ist das leider nur schwerlich in Erfahrung zu bringen. Bei italienischen Weingütern ist es seit 2010 deutlich einfacher geworden. Damals erschien mit Slow Wine 2011 der erste Weinführer der Slow Food Bewegung. Gegründet wurde die internationale Vereinigung Slow Food 1989 von Carlo Petrini und sie hat zum Ziel, das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu schärfen. Um den nachhaltigen und umweltfreundlichen Weinbau in Italien zu fördern, war es Petrini ein besonderes Anliegen, einen Weinführer über Italiens Weinwelt aus Slow-Food-Perspektive zu publizieren. Slow Wine 2013 ist also die dritte Ausgabe dieses Weinführers, den der weinerfahrene Hallwag-Verlag (bis 2010 wurde auch die deutsche Ausgabe des Gambero Rosso hier verlegt) nun erstmals in einer ins Deutsche übersetzten Fassung vorlegt.
Carlo Petrini: „Wein darf keinen Einheitsgeschmack haben, er soll vielmehr seine Geschichte erzählen, sein Terroir und die Arbeit seines Winzers zum Ausdruck bringen.“
Slow Wine 2013 ist nach Regionen unterteilt, an deren Beginn jeweils eine Karte und eine kleine Einführung steht. Im Gegensatz zu anderen Weinguides werden nachfolgend keine Weine mit Punkten oder Gläser bewertet. Im Mittelpunkt stehen die Weingüter selbst, das Klima, die Böden, die Art der Weinbergsarbeit und die Weinausbau-Methoden im Keller. Auf 960 Seiten werden 1.520 italienische Weingüter, die ganz im Sinne der Slow-Food-Philosophie wirtschaften, in halbseitigen Portraits vorgestellt. Da auf Fotos weitgehend verzichtet wird, ist bei jedem Weingut neben einigen in Stichwörtern abgearbeiteten Informationen Platz für mehr als 2000 Zeichen Weingutsportrait im Fließtext. Dabei wird jeweils eine kleine Anzahl besonders empfehlenswerter Weine herausgehoben.
Für die aktuelle Ausgabe wurden mehr als 2000 Weingüter besucht und bewertet. Betriebe, die dabei eine besonders hohe Durchschnittsqualität über alle verkosteten Weine hinweg gezeigt haben, werden mit einem Flaschensymbol hervorgehoben. Weitere Symbole zeichnen Kellereien aus, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen, die Slow-Food-Kriterien in besonderer Weiße erfüllen oder bei Vorlage des Buches einen Preisnachlass von 10% gewähren. Allen, die es gerne schnell und übersichtlich haben, wird zudem mit drei Listen zu Beginn des Buches geholfen. Hier werden die besonders empfehlenswerten Slow Weine, die nach Meinung der Redaktion Großen Weine und die besten Alltagsweine bis zum Ladenpreis von 10 Euro zusammengefasst.
Slow Wine 2013 Präsentation
Am 28. Februar lädt Slow Food zu einer großen Degustation mit rund 180 Weinen in Slow Food-Qualität von mehr als 90 italienischen Winzern ins Münchener MVG Museum (Ständlerstraße 20, 81549 München). Ausschließlich über diese hier verlinkte Webseite gibt es die Eintrittskarten. Preise: 40€ inklusive Weinführer, 20€ ohne Weinführer (für Slow Food-Mitglieder je drei Euro günstiger).
Verlosung
Weinkaiser.de verlost zwei Ausgaben des neuen Slow Wine 2013. Der Weg zu einer eigenen Ausgabe: Beantworte einfach die folgende Frage. Wie viele Liter fasst der hier von innen abgebildete Stahltank.
Gebt Euren Tipp einfach hier als Kommentar ab oder auf der Weinkaiser-Facebookseite Facebook.com/weinkaiser.de. Teilnahmeschluss ist am 20. Februar um 22 Uhr. Es gewinnen die beiden Tipps, die am nächsten an die außen am Tank angebrachte Literzahl heranreichen. Sind mehrere Tipps gleich nah an der gesuchten Zahl, entscheidet das Los.
Am Vorabend der ProWein 2012 wurde die deutschsprachige Ausgabe des neuen Gambero Rosso erstmals nicht in München sondern auf dem Düsseldorfer Messegelände präsentiert. Die 25. Ausgabe des wichtigsten Weinführers für italienische Weine erscheint auch in diesem Jahr wieder in einer deutschen Übersetzung. Der Gambero Rosso vini d’italia 2012 kostet 30 Euro und enthält auf 924 redaktionellen Seiten (plus ca. 100 Werbeseiten die in der Nummerierung außen vor bleiben) Informationen zu 20.000 Weinen von 2350 Produzenten. Um so viele Weingüter aufnehmen zu können, wurde der Begleittext bei jedem Weingut massiv zusammengekürzt. Vor einigen Jahren waren die Texte pro Weingut noch ca. drei bis viermal so lang und damit deutlich aussagekräftiger. Kritik an dieser Entwicklung war auch auf der Veranstaltung regelmäßig zu hören.
Dieser Weinführer bewertet die Weine traditionell nicht auf einer Punkteskala sondern vergibt ein bis drei Gläser für die Qualität der verkosteten Weine. Tre Bicchieri - die Höchstnote von drei Glaser wurde in dieser Ausgabe an 375 Weine verliehen (im Vorjahr waren es noch 402). Ein Teil dieser Drei-Gläser-Weine ist sehr teuer aber lange nicht alle. In einer Sonderliste werden 52 drei-Gläser-Weine aufgeführt, die für unter 15 Euro zu bekommen sein sollen.
Eine weitere (im letzten Jahr erstmals eingeführte) Liste führt 95 Drei-Gläser-Weine aus biologischem oder naturnahem Anbau auf. Dabei verlässt sich die Redaktion allerdings komplett auf Herstellerangaben, eine Überprüfung der Angaben findet bisher nicht statt, soll aber in den nächsten Jahren eingeführt werden.
In der Stadthalle des Messe-Kongress-Zentrums, dem Ballsaal mit dem besten Parkett der der Düsseldorfer Messe wurden gemeinsam mit der aktuellen Ausgabe rund 180 der neuen Drei-Gläser-Weine präsentiert. Die Veranstaltung gehöhrt zur Tre Bicchieri World Tour, die in diesem Jahr schon in Hong Kong, Shanghai, San Franzisco, New York und Chicago Station gemacht hat und bis zu ihrem Finale am 6. Juni in Montreal auch noch zwei Tastings in Brasilien abhalten wird. Brasilien gehört neben China, Russland, Deutschland und den USA zu den Märkten, in denen die Umsätze mit italienischen Weinen im letzten Jahren deutlich gestiegen sind.
Die Veranstaltung war nach einer rund einstündigen Pressekonferenz mit Buchpräsentation auch für private Weinfreunde geöffnet (zum Eintrittspreis von 30 Euro). Ein fairer Preis, da es dafür eine ganze Reihe der besten und berühmtesten Weine Italiens zu probieren gab. Nach Einschätzung einiger Besucher, die auch in den Vorjahren die Veranstaltung im Münchner BMW-Museum besucht hatten, war der Besucherandrang bei der Düsseldorfer Premiere allerdings nicht ganz so groß, wie sie es aus München gewohnt waren.
Hungern musste auch niemand (bei dem riesigen Käseangebot handelte es sich allerdings nicht um italienischen Käse sondern um holländischen Gauda).
Alle Besucher bekamen neben den Verkostungsheft eine Umhängetasche von Gambero Rosso, die sowohl als Heft- wie auch als Glashalter einsetzbar war und rege in Anspruch genommen wurde.
Gemeinsam mit dem österreichischen Weinjournalisten Helmut O. Knall hatte ich die Gelegenheit den seit 2005 durchgehend mit drei Gläsern ausgezeichneten Wein der 29-jährigen Önologin Elena Fucci aus der Region Basilicata zu verkosten. Knalli und ich waren von der Qualität des 2009er Titolo wie vom Temperament der Winzerin gleichermaßen begeistert.
Bisher ist Titolo (Aglianico del Vulture Titolo) der einzige Wein von Elena Fucci. Ihr stehen hierfür 3,5 ha mit der sehr alten und tanninreichen Rebsorte Aglianico zu Verfügung. Der Titolo wird ca. ein Jahr in kleinen neuem Holzfässern ausgebaut. Für einen zweiten Wein wurden kürzlich 3 ha neue Rebfläche angelegt.
Deutlich bekannter und fast immer eine sichere Bank ist der Barbera d’Asti Bricco dell’ Uccellone von Braida. Der 2009er ist schon jung erstaunlich zugänglich (vor allem verglichen mit den anderen Top-Piemontesern die ich davor und danach probierte), hat trotzdem ein sehr langes Reifepotential.
Die beiden einzigen Pinot Nero, die in diesem Jahr mit drei Gläsern prämiert wurden stammen beide aus der Lombardei: Links der elegantere und fruchtigere OP Pinot Nero Noir von der Tenuta Mazzolino und rechts der tanninreichere und auf längere Lagerung ausgelegte OP Pinot Nero Giorgio Odero 2008 von Frecciarossa.
Ein Supertoskaner muss nicht aus Cabernet, Merlot oder sonst etwas mit Sangiovese vermischten bestehen, beweist dieser großartige Cortona Syrah Migliara 2008 von Tenimenti Luigi d’Alessandro. Blind würde den fast jeder an der nördlichen Rhone verorten und die Rebstöcke sind erst 25 Jahre alt…
Dieser Vin Santo di Carmignano Riserva 2005 von der Tenuta di Capezzana war der überragende Süßwein der Veranstaltung. Nicht der Wein zum Dessert, der Wein ist das Dessert!
Zum 25. Jubiläum des Gambero Rosso ist mit Sua Eccellenza Italia auch ein Bildband erschienen, in dem die regelmäßig ausgezeichneten Weingüter mit längeren Texten und schönen Fotos präsentiert werden. Dieses Buch ist bisher leider nur in italienischer Sprache erhältlich.
Anlässlich dieses Artikels über eine spannende Penfolds-Veranstaltung verlost Weinkaiser.de am Montag 20. Juni 2011 um 22 Uhr die oben abgebildeten Preise, die uns von Penfolds genau dafür gestiftet wurden. Bis zu diesen Zeitpunkt können Tipps abgegeben werden. Jeder Teilnehmer darf genau einen Tipp abgeben…
Um die Magnumflasche (1. Platz) oder die Riedelgläser (2. und 3. Platz) zu gewinnen, müsst ihr bis zur Deadline den genauesten Tipp abgeben, wieviel Wein der unten abgebildet Zementtank fasst, in den der Weinkaiser letzte Woche geklettert ist. Als richtig gilt die außen am Tank angegebene Zahl. Das Foto des Tanks von außen wird nächste Woche (NACH Ablauf der Deadline) hier veröffentlicht. Wir fahren nicht zum nachmessen und auch der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Weinkaiser kennt mindestens so viele Anwälte wie Winzer! Bei mehreren Volltreffern entscheidet das Los. Die weiteren Preise werden unter allen Teilnehmern verlost, egal wie weit sie von der richtigen Lösung entfernt lagen.
Teilnahme und Tippabgabe über die Kommentare hier, über Facebook, Twitter, am Wochenende persönlich beim Vinocamp in Geisenheim oder über Email: info (ät) weinkaiser.de.
Danke an alle die einen Tipp abgegeben haben. Es gab mehr als 50 Tipps mit Werten zwischen 80 Litern bis 50.000 Liter. Der Tank fasst laut dem Schild außen 75 HL also 7500 Liter.
Volltreffer gab es keine, ab genauesten waren drei Tipps mit je 8.000 Liter. Die Reihenfolge musste also ausgelost werden. Die Magnum geht an Dennis Münch, sowie je zwei Riedel-Gläser an Marco Pusceddu und Patricia Vadacca. Die Penfolds-Bücher gehen an Sven Zerwas, Peter Weritz, Till Melters, Axel Finger, Marc Herold und jemanden, der mir eine Abmahnung androhte, wenn sein Name hier weiter in der Gewinnerliste veröffentlicht bleibt.
Nach dem großen Erfolg der Vorjahresausgabe war es kein Wunder, dass rechtzeitig zur ProWein die zweite Ausgabe des Super Schoppen Schopper präsentiert wurde. Für die Ausgabe 2011 dieses Weinführers im Taschenbuchformat wurden 1300 Weine der Supermarkt- und Discounterketten Aldi (Nord und Süd), Edeka, Kaiser’s, Lidl, Netto, Norma, Penny, Rewe, Rossmann, Schlecker und Tengelmann probiert, bewertet und beschrieben. Es wurden dabei nur die Weine getestet, die bei den Läden im überregionalen Sortiment vertreten sind und nicht Weine, die nur in einzelnen Märkten angeboten werden. Mein Lieblings-Edeka in Köln-Lindenthal hat z.B. die komplette Spitze des VDP, von der Rhone und aus dem Bordeaux im Laden stehen, weil der Inhaber selbst großer Weinfan ist. Solche Weine fallen natürlich alle aus der Wertung, sonst hätten nicht nur 1300 sondern einige tausend Weine getestet werden müssen.
Die in den Niederlanden lebende und unter dem Pseudonym Cordula Eich (40) schreibende Autorin nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Für die Leser dieses Buchs sind keine Vorkenntnisse spezieller Fachbegriffe erforderlich, wie sie in der Weinszene gerne verwendet werden. Ich habe selten klarere und besser verständliche Weinbeschreibungen gelesen. Wenn ein Wein z.B. mit abgestandenem Blumenwasser verglichen wird, versteht wohl jeder, dass er von diesem Wein besser die Finger lässt. Im Grunde sind es überwiegend höchst kreative Weinbeschimpfungen denn im getesteten Segment hält sich die Anzahl großartiger Weine eben in sehr engen Grenzen. Einige hat sie trotzdem gefunden. Cordula Eich betont dabei ihren subjektiven Eindruck und erhebt im Gegensatz zu einigen Weinpäpsten an keiner Stelle den Anspruch, dass jeder ihre Meinung teilen müsse.
Mein Fazit: Das Buch ist die höchst amüsante Bibel der Weinbeschimpfungen.
Neben dem handlichen Mitgliederverzeichnis ist anlässlich des 100. Geburtstages des VDP auch dieser großformatige und repräsentative Bildband über die Mitgliedsbetriebe des Verbands erschienen. Auf mehr als 500 Seiten finden sich ganzseitige Schwarz-Weiß-Portraits von mehr als 250 Winzerinnen und Winzern, je ein Etikett eines Weines aus der wichtigsten Lage von jedem der 194 Mitglieds-Weingüter, wunderbar farbenfrohe Weinbergs- und Landschaftsfotos, Beschreibungen zu allen deutschen Weinbauregionen sowie unzählige Interviews und Hintergrundinformationen. Alle Texte sind in deutscher und englischer Sprache abgedruckt. Dazu stellen alle neun 3-Sterne-Köche unseres Landes je eine der wichtigsten deutschen Rebsorten und die damit verbundenen Weinarten vor und präsentieren anschließend ein eigens für dieses Buch entwickeltes Rezept, das zu dieser Weinart passt.
Das mehrere Kilo schwere und 31 x 29,4 x 4,6 cm große “Coffee-Table-Book” enthält keinerlei zugekaufte Fotos. Alle Winzerportraits wurden in diesem Frühjahr speziell für dieses Werk angefertigt, was allein schon eine Leitung darstellt, denn einige der Winzerpersönlichkeiten gelten als ausgesprochen Kamerascheu. Auch die Weinbergs- und Landschaftsbilder wurden in diesem Jahr von drei Kamerateams, die durch die Regionen reisten, extra für diesen Bildband fotografiert.
Einen kleinen Einblick ins Buch (einige ausgewählte Seiten) gibt online es unter diesem Link.
Eine Präsentation eines neuen Bildbandes kann sich schon mal recht trocken und zäh gestalten. Angesichts der Beteiligten war das in diesem Fall zum Glück nicht zu erwarten. Die Vielzahl der sympathischen kleinen Anekdoten rund um die aufwändige Entstehung dieses Bildbandes, die bei der Buchpräsentation im Kloster Eberbach vorgetragen wurden, sorgten für einen sehr unterhaltsamen Nachmittag. Am Tisch von links: VDP-Präsidiumsmitglied Armin Diel, gerade bei seinem humorvollen Vortrag, sowie die sichtlich amüsierten Zuhörer Wilhelm Weil (ebenfalls Mitglied im VDP-Präsidium), Hilke Nagel (VDP-Presseverantwortliche), Verleger Ralf Frenzel vom TreTorri-Verlag und im Hintergrund VDP-Bundesgeschäftsführerin Eva Raps.
Mit “Die Mitglieder - The Members” gibt der VDP anlässlich seines hundertsten Geburtstages erstmals in seiner Geschichte ein gebundenes Mitgliederverzeichnis heraus. Das im September 2010 erschienene Taschenbuch präsentiert von allen 194 Mitgliedsbetrieben je eine Seite mit einem kurzen Steckbrief, einem Winzerportrait, einem Etikett eines aktuellen Weines und einem kurzen Text in deutscher und englischer Sprache. Daneben finden sich grobe Übersichtskarten der Weinbauregionen, in denen die Standorte der VDP-Betriebe vermerkt sind. Das VDP-Mitgliederverzeichnis 2010 hat 256 Seiten und gleicht seinem Vorbild, dem Mitgliederverzeichnis der Union des Grand Crus de Bordeaux (kurz UGCB) wie ein Ei dem Anderen.
Beide Mitgliederverzeichnisse haben das gleiche Format, sind gleich hoch, dick und breit.
Auch innen sind sie nahezu identisch aufgebaut. Das UGCB-Verzeichnis ist ebenfalls nach Regionen unterteilt und beginnt in jeder Region mit einer Übersichtskarte und den eingezeichneten Betrieben. Der einzigen beiden Unterschiede sind, dass im UGCB-Guide auch noch die asiatischen und russischen Schreibweisen der Château-Namen angegeben sind und (was mir gut gefällt) dass im VDP-Mitgliederverzeichnis an Stelle der Weingüter im UGCB-Guide die Köpfe der VDP-Winzer abgebildet sind. Die Portraits stammen alle aus diesem Jahr und sind eigens für den ebenfalls in diesem September erschienenen großformatigen Bildband “Deutschlands Weinelite” (100 Euro, TreTorri-Verlag) aufgenommen worden.
Vor hundert Jahren waren die Spitzenbetriebe Deutschlands auf Augenhöhe mit den Top-Bordeaux und erzielten sogar teilweise höhere Preise. Heute sind die Grand Cru Chateaux des Bordeaux die erfolgreichsten Weingüter der Welt, aber der Abstand zwischen VDP und UGCB wird zunehmend kleiner. Da kann man es sich schon einmal herausnehmen eines der erfolgreichsten Marketingtools der Franzosen zu kopieren. Was soll man bei einem Weingüterverzeichnis auch groß anders machen, Telefonbücher sehen auch auf der ganzen Welt gleich aus. Hauptsache, es gibt endlich ein VDP-Mitgliederverzeichnis. Es war längst überfällig und mir gefällt es.
Das neue VDP-Mitgliederverzeichnis kann für 9,50 Euro über den Online-Shop des VDP bestellt werden.
Buch: Mario Scheuermann - Wortklaubereinen - Von Serviertöchtern und Restaurant-Bären - ein gastronomisch-kulinarisches Sammelsurium der deutschen Sprache aus drei Jahrhunderten
Über Monate hinweg konnte man Mario Scheuermann im letzten Jahr dabei beobachten, wie er über seinen Twitter-Account freudig von neu gefundenen Wörtern aus dem gastronomisch-kulinarischen Bereich berichtete. Anfangs war nicht ganz klar, was es mit dieser zwar nicht neu entdeckten aber erst zu diesem Zeitpunkt öffentlich gewordenen Sammelleidenschaft auf sich hat. Mario Scheuermann sammelt, wie er in der Einleitung offenbart, schon seit seiner Kindheit Wörter und Formulierungen mit allem möglicherweise später einmal interessanten “auf Vorrat”. Schon länger ist bekannt, dass er in den Bereichen Wein und Gastronomie über ein mittlerweile riesiges Archiv verfügt.
Dieses Archiv hat er nun durchforstet und für dieses Buch einige hundert Wörter zusammengetragen. Sie sind alphabetisch sortiert, mit Nennung des kompletten Satzes in der Fundstelle und einer Quellenangabe. Die jüngsten Fundstellen sind Zeitungsartikel von 2010 und älteste Fundstelle ist ein Buch aus dem Jahre 1832.
Die Qualität der zusammengeklaubten Wörter ist sehr unterschiedlich, von banalen Alltagsbegriffen wie Mittagessen oder Pub bis zu schreiend komischen wie Rezessionsbier oder Damengedeck (das Mario Scheuermann gleich in zwei Varianten gefunden hat: Variante 1: Orangensaft und Piccolo und Variante 2: Glas Leitungswasser und Cosmopolitan). Daneben ist erstaunlich wie alt manche Begriffe schon sind, bei denen man es nicht vermutet hätte: für Studentenfutter fand Scheuermann einen Beleg von 1832 in dem auch der Inhalt des Trockenfutters beschrieben wird, der schon genau so war, wie man ihn auch heute noch kennt.
Aufgelockert wird das 104-Seiten starke Taschenbuch mit humorvollen kleinen Illustrationen von Michaela von Aichberger, die einem größeren Publikum spätestens seit ihrem Projekt immf (ich male meine follower) bekannt wurde, bei dem sie wunderbare Portraits ihrer Kontakte aus dem Twitter-Netzwerk zeichnet (oftmals ohne sie je gesehen zu haben, nur nach dem Eindruck, den sie bei Twitter hinterlassen haben) und die es damit schon zu diversen Ausstellungen von Hamburg bis München gebracht hat.
Das gesamte Buchprojekt dürfte dem Online-Netzwerk Twitter zu verdanken sein, denn erst dort sind der Hagener Verleger Tobias Wimbauer, die Erlanger Grafikerin Michaela von Aichberger und der Hamburger Weinjournalist Mario Scheuermann miteinander in Kontakt gekommen und haben dieses Projekt in Angriff genommen.
Mario Scheuermanns Wortklaubereinen bei Amazon bestellen.
Rund dreißig der besten Weingüter Südtirols hatten zur Präsentation ihrer aktuellen Kollektionen ins Hamburger 5-Sterne-Hotel Grand Elysée an der Rothenbaumchaussee geladen.
Gleich zu Beginn der Veranstaltung gab es die Gelegenheit, sich von Hendrik Thoma in einem restlos ausgebuchten Seminar “Von klassisch bis Riserva - Südtirols Weißburgunder-Spektrum” durch unterschiedlichste Vertreter der selben Rebsorte zu probieren und sich nebenher mit einem interessanten Referat über aktuelle Entwicklungen in Südtirol informieren zu lassen. Die Weißburgunder reichten vom frischen und mineralischen “Strahler” (Südtiroler Begriff für als gemischter Satz gekelterte Weine - hier mit je 4% Grauburgunder und Chardonnay) mit Apfel-Birne-Aromen und animierender Säure, über cremigere Varianten mit etwas Holzeinsatz und BSA (biologischer Säureabbau, der auch malolaktische Gärung genannten Umwandlung von aggressiverer Apfelsäure in mildere Milchsäure) bis zu einem fetten Vertreter, der durch starkem Holzeinsatz und intensive Battonnage an für meinen Geschmack etwas zu bitter geratene Bittermandeln im Holzmantel erinnert.
Hendrik Thoma ist neben Frank Kämmer und Christian Bock einer von nur drei Master Sommeliers im deutschsprachigen Raum. Die Prüfung zum Master Sommelier gilt als mindestens ebenso große Herausforderung wie der Master of Wine, da hier neben perfekten Weinkenntnissen in Theorie und Praxis (Blindverkostungen) auch Expertenwissen zu Themen wie Spirituosen, Zigarren oder Service verlangt wird.
Später hat Hendrik mit seiner Flip-Minicam noch ein spontanes Interview über meine Verkostungseindrücke des Tages mit mir geführt. Als ich noch dachte, Hendrik wollte nur ein Foto machen, war ich bereits mitten im Interview…
Neben den separaten Verkostungstischen der einzelnen Produzenten gab es in der Mitte des Verkostungssaals des Grand Elysée eine freie Verkostung mit mehr als vierzig Weinen der autochthonen (einheimischen) Südtiroler Rebsorte Lagrein (entfernt mit Syrah verwandt), die mit 416 ha genau 8 % der Weinbergsfläche Südtirols (also insg. 5200 ha) einnimmt. Eine Rebsorte, die mehr Aufmerksamkeit verdient hat, denn was ich hier verkosteten konnte machte durchweg Spaß und das zu (gerade für Italien) erstaunlich guten Preisen. Insgesamt werden in Südtirol jährlich ca. 330.000 Flaschen Wein produziert, davon 56% Weißwein und 44% Rotwein. Wohl nirgendwo sonst haben Genossenschaften einen so großen Anteil und auch eine in der Breite so hohe Qualität wie hier: Die 14 lokalen Genossenschaften erzielen 70% der jährlichen Traubenproduktion, weitere 39 Weingüter stellen 25% der Produktion und die über hundert kleinen Eigenbauwinzer nur 5% der Produktion. Noch vor dem Lagrein ist die in Deutschland als Trollinger bekannte Rebsorte Vernatsch wichtigste autochthone Rebsorte Südtirols uns stellt auch mit mehr als 22% den größten Anteil aller Rebsorten in Südtirol. Auch der Gewürztraminer hat seine Heimat hier und macht etwa 9% der Fläche aus.
Am hinteren Ende des Saals ist auch die, in Anlehnung an die wunderbaren Ansitze Südtirols hier Ansitz 2.0 genannte, Zone für Online publizierende, in der an alles gedacht war, was des Onliners Herz begehrte: Stromversorgung am Tisch, WLAN, und die Möglichkeit sich vom ebenso freundlichen wie kundigen Service sämtliche Weißweine am Platz servieren zu lassen. Hier die Weinautoren Mario Scheuermann und Helmut O. Knall, der eigens aus Wien angereist war, an ihren Tischen im Ansitz 2.0
Die Weine der Cantina Terlan gehörten erwartungsgemäß zu den Highlights der Veranstaltung. Vor allem der Sauvignon blanc “Quartz” zählt seit Jahren zu meinen Lieblingsweinen, der zwar mit 22-28 Euro zu den eher teueren Vertretern dieser Rebsorte zählt, aber auch in diesem Jahrgang 2008 sein Geld wieder absolut wert ist. Deutlich schlanker aber mit seiner feinen Mineralik auch nicht unspannend war der 2007er Terlaner Weißburgunder Riserva aus der 700-900 Meter hoch gelegenen Steillage Vorberg (12-15 Euro).
Cantina Terlan wurde im Jahr 1893 von 24 Weinbauern als eine der ersten Kellerei-Genossenschaften Südtirols gegründet. Heute hat die Kellerei Terlan mit ca. 100 Mitgliedern eine Anbaufläche von 150 ha und eine Gesamtjahres-Produktion von 11.000 hl bzw. 1,2 Mio. Flaschen. In der Vinothek der Kellerei lagern aktuell ca. 12.000 Flaschen aller Jahrgänge von 1955 bis heute, einzelne auch von noch früher. Die ältesten Flaschen stammen aus dem Gründungsjahr. (weiterlesen…)