5. Juli 2014

Reife Rieslinge und das Internet – Eine Vinocamp Session

Steinberger Riesling Cabinet 1953

Ein Beitrag zum Vinocamp Deutschland 2014

Von Marc Herold. Umfangreiche Ergänzungen und Fotos von Ralf Kaiser

Alte Rieslinge, also ganz grob solche, die in den 1970er Jahren und früher entstanden, wurden lange Zeit von Weinsammlern nahezu nicht beachtet. Sie wurden so komplett ignoriert, dass man bis vor ein paar Jahren regelmäßig alte Riesling-Auslesen günstiger kaufen konnte, als die Weine aus den aktuellen Jahrgängen. Diese skurrile Schieflage ändert sich grade drastisch. Die Preise für die gereiften Auslesen der Spitzengüter wie etwas Schloss Johannisberg, Schloss Eltz oder Egon Müller steigen fast im Wochenrhythmus. Höchste Zeit also etwas Licht in das Dunkel der deutschen Altweine zu bringen.

Schloss Eltz Riesling Beerenauslese 1917

Das vierte Vinocamp bot dazu eine gute Gelegenheit. Um das Thema an vorderster Front des Interesses der Social Media Meute zu lancieren, griff ich zu einem recht durchschaubaren Trick und hängte dem Thema „Reife Rieslinge“ ein „…und das Internet“ an.

Schloss Eltz Vertikale bis 1917

Um auch noch den letzten Zweifelnden zu bekehren, hatte ich außerdem eine 1966er Rauenthaler Baiken feine Spätlese des Weinguts „Schloss Eltz“ auf dem Weg zum Camp eingekauft. Ein Wein, der glasklar zeigte, wie irrsinnig betörend, entspannend und langlebig Riesling sein kann. Die Spätlese hatte noch Leben und eine sehr schöne fast kräutrige Aromatik. Das geht soweit, dass Weinlagen.info Gründer Charlie Gierling sogar mit einem Augenzwinkern von „Kamillentee“ sprach. Mit dem Wein im Glas fiel es mir auch leichter, zu vermitteln dass alte Weine eine der ganz wenigen Möglichkeiten sind sich sinnlich einer vergangenen Welt anzunähern. Der Wein entwickelt sich in der Flasche weiter, jedoch hat er noch immer den Keim seines Ursprungsjahrgangs in sich.

Schloss Johannisberg Weißlack Riesling Spätlese 1943

Vinocamp-Teilnehmerin Petra Pahlings vom Weingut Joh. Jos. Prüm hatten wir es auf zu verdanken, dass es auch noch zwei sehr schöne Moselauslesen vom Ende der 90er gab. Hier stand die Entwicklung zur Reife noch ganz am Anfang. Ich denke sowieso, dass die Riesling Spät- und Auslesen der 90er in den nächsten Jahren noch viel mehr im Zentrum des Sammlerinteresses stehen werden, als sie es jetzt tun. Noch sind hier die Preise moderat und die Mengen nicht so dezimiert wie bei den restsüßen Kreszenzen der 50er bis 70er.

Halsschleife der Schloss Johannisberg Weißlack Spätlese 1943

Solche gereiften und alten Weine zu finden, funktioniert im Wesentlichen über vier Wege:

  1. Kauf direkt beim Winzer
    Es gibt eine erstaunliche Zahl deutscher Winzer, die teils noch Weine aus den 70ern, teils aber zumindest aus den 90ern verkaufen. Die Weingüter Schmitt-Wagner (fast erschreckend günstige Weine v.a. aus den 90ern), Kajo Christoffel oder Max. Ferd. Richter an der Mosel und J.B. Becker im Rheingau seien hier exemplarisch genannt. Schloss Johannisberg bietet auf Nachfrage teilweise Weine bis aus den 40er Jahren an. Die Weinkomissionäre im Rheingau und an der Mosel haben teilweise auch noch große Altweinbestände und verkaufen auf Nachfrage Weine aus oft guter Lagerqualität. Die Preise sind hier bei der ersten Variante sind je nach Reputation des Gutes mittel bis hoch.
  2. Auktionen
    Hier kommt das Internet ins Spiel. Die meisten spezialisierten Weinversteigerer (Koppe & Partner, Munich Wine Company etc.) haben mittlerweile Onlineplattformen. Oft sind hier die aufgerufenen Preise schon recht grenzwertig, wer einen Spitzenwein aber unbedingt haben möchte und etwas geschickt bietet ist hier gut aufgehoben. Ebay spielt bei den Weinversteigerungen schon seit Jahren eine große Rolle. Bei keiner Möglichkeit Altweine zu erwerben gehen die Qualitäten so auseinander wie hier. Von untrinkbarem Schund bis hin zu sehr gut gelagerten Spitzenrieslingen ist alles dabei. Bei Ebay sollte der Käufer auf den Füllstand der Flasche achten. Je weniger „Luft“ zwischen Wein und Kork oder Kapsel, desto besser. Abgesehen von sehr stark durch Edelfäule geprägten Weinen sollte die Farbe des Weins noch hell und klar sein. Auch wenn bei deutschen Weinen die Zahl der Fälschungen (noch) recht niedrig ist, sollte der Wein die Orginalkapsel tragen. Weine ohne Kapsel sind immer ein Risiko. Oft ist auch ein Blick auf die anderen Auktionen des Anbieters hilfreich: Bietet der Händler noch mehr Wein an oder hat er sonst nur weinfremde Artikel? Ich bin immer vorsichtig, wenn Händler nur eine Flasche anbieten.
  3. Weinlokale
    Einige wenige Weinlokale in Deutschland führen gut gepflegte Altweinkarten. Wir sprechen hier nicht von Sternelokalen mit nur für wenige Weinfreunde bezahlbaren Preisen sondern von meist kleinen Lokalen mit einfacher Gasthausküche aber sensationeller Weinkarte. Als Beispiel seien hier das Hotel Krug in Hattenheim, die Weinschänke Schloss Groenesteyn in Kiedrich, Breuers Rüdesheimer Schloss, das Weinhaus Kinkel-Stuben in Bonn-Oberkassel, das Weinhaus Gut Sülz in Königswinter und die beiden Trierer Hotels Eurener Hof und Schloss Monaise genannt.
  4. Händler und Privatanbieter
    Dies ist vielleicht das spannendste und aber auch gleichzeitig das am wenigsten planbare Feld der Altweinjagd. Es gibt einige Händler, die regelmäßig im Kundenauftrag alte Rieslinge verkaufen. Vinovero in Bad Cannstatt und Agora Wein in Freiburg sind zwei unter vielen. Gerade in Weinregionen gibt es oft bei Haushaltsauflösungen spannende Weinschätze zu heben, neben einigen guten Sachen muss man hier aber oft auch den ganzen „Ramsch“ mitkaufen. In einigen Großstädten gibt es auf Haushaltsauflösungen spezialisierte Unternehmen, die auf ihrer Verkaufsfläche idR nur antiquarische Bücher, Möbel, Porzelan und Kunst anbieten. Ein regelmäßiger Besuch lohnt trotzdem, da hier immer mal wieder für kurze Zeit auch alte Spitzenweine zum Schnäppchenpreis auftauchen.

Reife Moselauslesen im Ürziger Weingut Jos. Christoffel jr.

Appropos „Ramsch“: Woran erkennt man die interessanten Weine? Was für alte Rieslinge sind auch für den Neuling der Altweinjagd lohnend?

Schloss Eltz Beerenauslese 1917

Stuart Pigott schreibt Anfang der 90er in seinem Buch „Die großen deutschen Rieslingweine und ihre Winzer“, dass eine Riesling Auslese von 1971 der praktisch ideale Start für den angehenden Altweinfan sei. Die Weine seien in großer Zahl vorhanden, es war einer der besten Jahrgänge der letzten 50 Jahre und die Rieslinge haben sich prächtig gehalten. Die 71er Auslesen sind auch jetzt bei guter Lagerung immer noch sehr schön balanciert und zeigen, was in einem großen Jahr möglich ist. Andere momentan empfehlenswerte Jahre sind 1990, 1983, 1976 (Rheingau), 1964 und 1953. Wobei ich beim 1953er wirklich nur noch sehr gut erhaltene Flaschen kaufen würde. Mehr zu den Jahrgängen findet ihr in dem sehr guten oben erwähnten Buch von Pigott.

Schloss Johannisberg Grünlack Riesling Spätlese 1964

Bei den Erzeugern wird die Orientierung noch unübersichtlicher. Hier gibt es zum einen die Klassse der Güter, die schon sehr lange Weine in sehr guter Qualität erzeugen. Güter wie Joh. Jos. Prüm, Egon Müller, Maximin Grünhaus, Schloss Johannisberg sind immer erste Wahl, wenn man auf Nummer sicher gehen will. Bis in die 70er gehörten auch die Weingüter Tyrell/Karthäuserhof, Prinz von Hessen (hier sogar bis weit in die 80er, da diverse Spitzenlagen von Schloss Eltz übernommen wurden), Kanzemer Berg (von Othegraven) und Langwerth von Simmern dazu. Die beiden letztgenannten sind mittlerweile wieder deutlich im Aufwind.

Weingut August Anheuser Kreuznacher Krötenpfuhl Riesling feinste Auslese 1959

Dann gibt es eine große Zahl an Gütern, die mal sehr gut waren und die es nicht mehr gibt (Schloss Eltz, Staatliche Weinbaudomänen Niederhausen-Schloßböckelheim) oder der Güter, die nur eine gewisse Zeit zur Spitzengruppe gehörten (z.b. Appolinar Koch, Hessische Staatsweingüter und die beiden Anheuser-Weingüter an der Nahe). Hier hilft oft nur der Blick in die zeitgenössische Literatur (s.u.) um rauszufinden, was gerade gut war. Aber auch das Internet hält einige Hilfestellungen für den informationsdurstigen Riesling-Trinker parat. Die Verkostungsnotiz-Datenbanken www.cellartracker.com (englischsprachig) und vor allem www.verkostungsnotizen.net (deutschsprachig) bieten mittlerweile einige tausend Notizen zu reifen Rieslingen. Hilfreich ist auch die Forensuche der www.wineberserkers.com, in diesem englischsprachigen Forum gibt es auch viele Berichte zu Proben mit gereiften deutschen Weinen.

Staatliche Weinbaudomäne Niederhausen-Schloßböckelheim Niederhäuser Hermannshöhle Riesling Auslese 1949

Ich hoffe mit dieser Zusammenfassung meiner Session etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben und wünsche euch viel Freude bei der Jagd und beim Genießen der Beute!

Marc Herold (in blau) mit weiteren Altweinfreunden in Ürzig

Hier noch ein paar Literaturtipps zum Thema:

Peter Sauerwald, Edgar Wenzel „Könige des Rieslings an Mosel, Saar und Ruwer“ Busse-Seewald Verlag, 1982

Peter Sauerwald & Edgar Wenzel - Könige des Rieslings an Mosel, Saar und Ruwer

Stefan Andres „Die großen Weine Deutschlands“, Ullstein Verlag Frankfurt, 1960
Stefan Andres - Die großen Weine Deutschlands

Stuart Pigott, „Die großen deutschen Riesling Weine“, Econ Verlag, 1995
Stuart Pigott - Die großen deutschen Riesling Weine

Mario Scheuermann, „Deutsche Spitzenweingüter – Klassifikation von 1990/91“, Econ Verlag, 1989
Mario Scheuermann, Deutsche Spitzenweingüter - Klassifikation von 1990/91

Frank Schoonmaker, „The Wines of Germany“, div. Ausgaben

Hornickel, Ernst, „Die Spitzenweine Europas“, div Ausgaben.

30. November 2013

Ingo Konrads: Ode an den Korken

Category: Literatur,Weinrallye @ 10:00

Weinrallye (Illustration: Florian Steffens)

Gastbeitrag zur Weinrallye 69 – Wein und Lyrik. Von Ingo Konrads.

Ode an den Korken

Oh, Korken, du Korken,
der du unter deinem Herzen trägst
was unser allerliebstes Nass.
Der du beschützt beständig,
was man dir anvertrauet hat:
den Wein! Den Wein!

Jene schaumgeborene Schöpfung
von Stock und Stein
von Winzer und Wetter,
der gelesen in endlosen Zeilen
Stund um Stund
Um endlich behutsam gekeltert
im stählernen Rund.
Sodann in dunklen Kellern
munter gärend Zucker bald
in Geist verwandelt
und in kohlensaure Gase.
Endlich still in Fässern ruhet,
und wenn die Reifezeit vorbei
wird eine Flasche ihn gut bergen.

Oh, Kork, dann kommet deine große Stund!

Oh, Korken, bist ein wahres Wunder,
lässt gerade so viel Luft an Wein heran,
dass dieser sich perfekt entwickeln
und also auch lebendig bleiben kann.

Oh, Korken, will man dich entreißen,
aus deinem engen Fläschelein,
dann bohrt sich kaltes rundes Eisen,
spiralig in dein Herz hinein.

Mit einem Plopp kommst du ans Licht, (more…)

29. November 2013

Netter als nett. Sonett.

Category: Allgemein,Weinrallye @ 01:05

Schloss Reinhartshausen Erbacher Siegelsberg Riesling Auslese 1983

Beitrag zur Weinrallye 69 – Wein und Lyrik. Von Marc Herold.

Die überraschendsten Werke entstehen oft aus den fragwürdigsten Gründen. Die Coen Brüder haben „O Brother where art thou?“ gedreht, weil sie George Clooney in Ketten sehen wollten und ich habe extra das Thema dieser Weinrallye vorgeschlagen, weil ich vor Wochen im Scherz gesagt habe, ich würde gerne eine Weinbeschreibung in Sonettform abliefern.

Warum die Sonettform? Und warum überhaupt eine Form, die von der klassischen Beschreibungsdreikampf-Form aus Aussehen, Geruch und Geschmack abweicht? Vielleicht weil ich immer die eher assoziativen Beschreibungen von Stuart Pigott mochte und weil ich dessen Vergleiche immer überraschend unkonventionell und fast immer treffend fand. Dass mir Pigotts Buch von den „Deutschen Rieslingen und ihren Winzern“ durch seine Notizen zuerst viel Geld gespart hat, weil ich wusste, was ich alles nicht kaufen muss, mich dann aber auch zu einem guten Kunden bei unzähligen Altweinhütern machte, kommt noch dazu.

Auf eine Auslese, die angeblich wie „Ein durchtrainierter Athlet mit festen Muskeln und grazilen Bewegungen am Anfang eines Langlaufs“ wurde ich neugierig. Hätte die Beschreibung einfach nur „Straff, gute Säure, braucht Zeit“ gelautet, hätte ich vielleicht nie mit gereiften Rieslingen angefangen. Denn, Hand auf’s Herz, bringt es uns eigentlich weiter, rein analytisch zu wissen, wie ein Wein schmeckt? Ist es das, was uns dazu bringt, die Weinhändler unseres Vertrauens mit den Geldmitteln für das Zweitgolfset auszustatten? Mal unter uns Rallyefahrern: Ich glaube wir sind alle auf der Suche nach dem Geheimnis, der Magie im Wein. Der Wein soll singen und nicht referieren. (Das machen wir meistens selber)

Was liegt da näher als andere, vielschichtigere Textformen für die Beschreibung von Wein zu erproben? Und sei es nur als einmaliger „Versuch über ein Thema“. Die Entscheidung die Sonettform zu probieren wurzelt einerseits in einem durch Robert Gernhardt und Arno Schmidt gedüngten Unterbewusstseinssumpf und zum anderen in der Erinnerung, dass beim Sonett gerne zwei sonst gegensätzliche Dinge miteinander verbunden und zum Ausgleich gebracht werden. Also ran ans Werk, es fehlt nur noch ein passender Wein. Welcher Wein könnte Gegensätze in sich vereinen? Riesling? Restsüßer Riesling? Der Kontrast aus Säure und Süße? Bingo. Da das Sonett eine recht alte Versform ist, am besten auch alter Riesling. So fiel meine Wahl auf eine 1983er Erbacher Siegelsberg Riesling Auslese vom Schloss Reinhartshausen, einer wirklich klassischen Rheingauer Auslese mit genug Poetik-Potential.

Logo zur Weinrallye 69 - Wein und Lyrik

Und hier kommt schon das Verkostungssonett:

Lang liegt die Flasche schon im Keller
Ruhend, des Siegels Schriftzug nur noch Staub
Dem Tag entgegen wartend, wenn gefüllt die Teller
Mit Wild und Beeren auf dem welken Laub

Nachhaus‘ gekommen, die Finger von der Kälte taub
Entströmt dem goldnen Saft im Glas am Rande heller
Ein Duft wie von der Bienen Nektarraub
Das Glas, es kreist nun immer schneller

Die Zunge kommt nun näher ihrem Recht
Die Süße und die saure Frische flechten
Ein Netz aus Gegensätzen rein ohne Frag‘.

Und siehe, sei die äuß‘re Hülle noch so schlecht,
Tief in dem Bauch der Flaschen fechten
Aromen miteinander wie am ersten Tag.

Weinrallye 69 – Wein und Lyrik – Updates

Category: Allgemein,Weinrallye @ 00:00

Wein und Lyrik

Die von Marc Herold ausgerufene Weinrallye 69 mit dem Titel Wein und Lyrik ist am 29.11. pünktlich um 0.00 Uhr gestartet. Dieser Artikel wurde  im Laufe des Tages regelmäßig mit Verlinkungen (gesammelt unten am Ende des Beitrags) zu allen Beiträgen dieser Weinrallye aktualisiert. Marcs eigener Beitrag (ein Verkostungssonett zu einer 1983er Schloss Rheinhardshausen Riesling Auslese) ist auch schon seit kurz nach Mitternacht online. Wir freuen uns auf Eure Beiträge.

Der nächste Beitrag ging gegen 1.30 Uhr ein. Alex Koch hat sich spannenderweise ein Gedicht von Robert Gernhard vorgenommen, den Marc wenige Minuten zuvor auch schon als Inspirationsquelle genannt hatte. Mal sehen ob wir heute noch mehr von Robert Gernhardt hören werden….

Nach dem Frühstück meldet sich Susa, die sich in Vorbereitung ihrer lyrischen Ergüsse erstmal mit einer BA von Keller und einem Südtiroler von Lageder dopt, bevor sie kurz einen Japanischkurs hält und sich nebenbei mit ein paar Kilo Industrie-Christstollens den nötigen Mut anfuttert, sich allein mit ihrem Gedicht in einen Pfälzer Kastanienbusch vorzuwagen.

Weinrallye (Illustration: Florian Steffens)

Ute Mangold erinnert sich an ein HAIKU aus ihrer Jugendzeit (bereits das zweite HAIKU bei unserer heutigen Rallye) und hilft der dabei aufkommenden guten Stimmung noch mit “einem der spektakulärsten Weinwerte Italiens” (O-Ton Tino Seiwert) auf die Sprünge. Der Weinkaiser hat die Winzerin Elisabetta Foradori übrigens letzte Woche noch in Nürnberg getroffen und war im September ein paar Tage zusammen mit Helmut Knall direkt gegenüber des Ampeleia-Geländes in der Maremma beim ebenso sensationellen Nachbarweingut Valdonica.

Cordula Eich hat richtig Gas gegeben und sich ein umfangreiches Wein-und-Lyrik Quiz ausgedacht, bei dem es auch etwas zu gewinnen gibt. Bei ihren acht gestellten Aufgaben sind sowohl sehr Leichte als auch deutlich Schwierigere dabei, aber ihr werdet das Quiz schon meistern.

Jungwinzer Jonas Dostert redet nicht lange drumherum, er beginnt sofort mit seinem Gedicht Rebensaft, das auch nicht nur aus drei Wörtern besteht, sondern ganze 15 Zeilen füllt.

Facebook-Troll Jacob Ashley Schmalz hat sich auf seiner alten Pasta-Seite über vier Strophen der Frage gewidmet, wie es wäre, wenn das Wasser im Rhein gold’ner Wein wär.

Delikatessen-Händlerin Kerstin Uhlenbusch hat uns per Mail ein Gedicht zu einem Pfälzer Gewürztraminer zugesandt, das nun auch als Gastbeitrag hier im Blog veröffentlicht ist.

Auch der mittlerweile auf Wein-Comedy spezialisierte Kabarettist Ingo Konrads hat uns einen Gastbeitrag per Mail zugeschickt: die Ode an den Korken.

Am nächsten Tag hat Uli Kutting noch einen nachgelegt. Ein Knaller-Gedicht mit dem Titel “Der Kritiker” und als Draufgabe die Beschreibung eines Sauvignon Blanc “Island Bay” aus Marlborough, dem Cloudy Bay Surrogat aus dem Discounter.

Logo zur Weinrallye 69 - Wein und Lyrik

Die Beiträge:

1. Netter als nett. Sonnet. Marc Herold als Gastbeitrag bei Weinkaiser.de

2. Deutung eines allegorischen Gemäldes. Alex Koch bei Schmecktologie

3. Eichendorff und der Kastanienbusch. Susanne Werth-Rosarius bei Hundertachtziggrad

4. Drei Worte – ein Haiku. Ute Mangold bei Wiesengenuss

5. Das große Wein-und-Lyrik Quiz. Cordula Eich bei Superschoppen.com

6. Rebensaft. Jonas Dostert bei Quergeradeaus | Die Leiden des jungen Winzers

7. Das Wasser im Rhein. Jacob Schmalz auf Pastahh

8. Dem Glück ins Glas geschaut. Kerstin Uhlenbusch als Gastbeitrag bei Weinkaiser.de

9. Ode an den Korken. Ingo Konrads als Gastbeitrag bei Weinkaiser.de

10. Der Kritiker. Uli Kutting bei Weinspion

Was ist eine Weinrallye?

Einmal im Monat sind alle Wein- und Foodblogs aufgerufen, sich einen Tag lang einem (alle dem selben) vorher festgelegten Thema zu widmen. Heute war ein solcher Tag und das Thema der Weinrallye, wie sich dieser Onlineevent nennt, der heute zum 69. mal stattfand, lautet Wein und Lyrik. Der Aufruf zur Weinrallye #69 kam vom Marc Herold, der regelmäßig Gastbeiträge hier im Weinkaiser-Blog schreibt. Dieser Blog ist damit zum zweiten Mal in sechs Jahren Ausrichter einer Weinrallye.

Eine Übersicht aller bisherigen Weinrallye-Themen und Gastgeber gibt es übrigens hier: Weinkaiser.de/ehemalige-weinrallye-themen

24. November 2013

Aufruf zur Weinrallye 69 – Wein und Lyrik

Category: Literatur,Weinrallye @ 23:08

Weinrallye (Illustration: Florian Steffens)

Von Dr. Marc Herold

Was passt noch besser in die dunkle Jahreszeit als Bücher und Wein? Natürlich die November Weinrally zu “Wein und Lyrik”, diesmal veranstaltet von mir, als Gastschreiber des Weinkaisers. Seit Jahrtausenden gibt es eine innige Verbindung zwischen Dichtern und dem Wein. Ob Goethe und der “Elfer”, Hafis “Elixier des Lebens” oder Justinus Kerner und die nach ihm benannte Rebsorte, stets inspirierte Wein die Lyriker. Aber vielleicht wolltet ihr schon immer eine besonders poetische Weinbeschreibung notieren, oder die Lieblingsweine der Poeten nachkosten.

Die Weinrallye 69 startet am Freitag, 29.11. um 0.00 Uhr und endet am selben Tag um Mitternacht. Alle Artikel werden in diesem Beitrag im Weinkaiser-Blog verlinkt (wird den ganzen Tag über mehrfach aktualisiert) und nach Abschluss der Weinrallye erscheint hier im Blog auch eine Zusammenfassung aller Aktivitäten. Was immer eure Ideen sind, der Weinkaiser und ich freuen uns auf eure freue mich auf eure Beiträge.

Was ist eine Weinrallye?

Einmal im Monat sind alle Wein- und Foodblogs aufgerufen, sich einen Tag lang einem (alle dem selben) vorher festgelegten Thema zu widmen. Am 29.11.2013 ist ein solcher Tag und das Thema der Weinrallye, wie sich dieser Onlineevent nennt, der dann zum 69. mal stattfindet, lautet wie oben zu sehen Wein und Lyrik. Der Aufruf zur Weinrallye #69 kommt vom Marc Herold, der regelmäßig Gastbeiträge hier im Weinkaiser-Blog schreibt. Dieser Blog ist damit zum zweiten Mal in sechs Jahren Ausrichter einer Weinrallye.

Eine Übersicht aller bisherigen Weinrallye-Themen und Gastgeber gibt es übrigens hier: Weinkaiser.de/ehemalige-weinrallye-themen

(more…)

14. März 2013

Buchprojekt: Deutschland Deine Blogger

Category: Literatur @ 22:17

Im Sommer 2011 bekam ich von der FH Mainz einen Fragebogen zugesandt. An der FH würden Bloggerportraits erstellt, die letztendlich in einem Buchprojekt münden sollen. Fragebögen auszufüllen war ich mittlerweile gewohnt, schließlich schreibt dauernd jemand eine Diplom- oder Masterarbeit über Blogs und bittet um Mithilfe. Die Aussicht in einem Fachbuch über die Szene vertreten zu sein, war hingegen neu. Also habe ich mir die Zeit genommen, die Fragen in Ruhe zu beantworten.


Danach kehrte Ruhe ein. Soviel Ruhe, dass ich das Projekt längst abgeschrieben und vergessen hatte, als ich gut eineinhalb Jahre später im Oktober 2012 aus dem Büro von Frau Prof. Beyer PDF-Dateien zur Durchsicht und mit der Bitte um Druckfreigabe gemailt bekam. Natürlich hatte sich seit meinen Fragebogen-Antworten bei mir und meinem Blog einiges verändert, die wesentlichen Aussagen stimmten aber nach wie vor, so dass ich nur Zahlen aktualisieren lies um nicht für weitere Verzögerung zu sorgen. Drei Monate später lag das fertige Werk nun kürzlich in meinem Briefkasten.

Das Buch beginnt mit einer etwa 15-seitigen Analyse der deutschen und internationalen Blogosphäre, ihrer typischen Probleme, der Verdienstmöglichkeiten, ihres Einflusses und der Zukunftsaussichten.

Tenor: die Zahl der Blogleser stagniert, verteilt sich aber auf weniger Blogs, deren Leserzahlen damit weiter steigen. Grund ist der Wegfall vieler sehr persönlicher Blogs, die nur für das eigene private Umfeld geschrieben wurden, nach und nach verschwinden, da ihre Autoren vermehrt auf Facebook ausweichen. Die verbleibenden Blogs werden zunehmend professioneller betrieben. Mehr als 90% der Blogger nutzen Facebook, je professioneller der Blog betrieben wird, desto höher die FB-Nutzung der Macher.

Anschließend werden 35 Blogger mit ihren Blogs porträtiert, vom Social-Media-Experten Leander Wattig über SPIEGELblog-Betreiber Torsten Engelbrecht bis hin zu den Autoren vielgelesener Spezialblogs zu Themen wie Mode, Börsenhandel, Computerspiele und Rechtsprechung. Oder eben Wein.

An Ende des Buches gibts dann noch eine kleine Anleitung für alle, die auf den Geschmack gekommen sind und einen eigenen Blog aufbauen wollen.

Deutschland Deine Blogger
Andrea Beyer/Lothar Rolke: Deutschland Deine Blogger. Ein persönlicher Report aus der Blogosphäre. Mainz 2013. Preis: 12 Euro zzgl. Versandkosten.

Die offizielle Pressemitteilung zum Buchprojekt

Interview mit Professor Lothar Rolke von der FH Mainz im PR-Journal

Ansprechpartner für Bestellungen
Nina Huber – E-Mail: nina.huber@fh-mainz.de – Tel: 06131.628-3418

Ansprechpartner für das Projekt
Prof. Dr. Lothar Rolke – E-Mail: lothar.rolke@fh-mainz.de
Prof. Dr. Andrea Beyer – E-Mail: andrea.beyer@fh-mainz.de

12. Februar 2013

Buch: Slow Wine 2013 – Deutsche Ausgabe

Category: Literatur @ 22:00

Vielen Weinfreunden wird immer wichtiger, dass ihr Wein nicht nur schmeckt, sondern dass er auch mit natürlichen und nachhaltigen Verfahren erzeugt wurde. In vielen Regionen der Weinwelt ist das leider nur schwerlich in Erfahrung zu bringen. Bei italienischen Weingütern ist es seit 2010 deutlich einfacher geworden. Damals erschien mit Slow Wine 2011 der erste Weinführer der Slow Food Bewegung. Gegründet wurde die internationale Vereinigung Slow Food 1989 von Carlo Petrini und sie hat zum Ziel, das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu schärfen. Um den nachhaltigen und umweltfreundlichen Weinbau in Italien zu fördern, war es Petrini ein besonderes Anliegen, einen Weinführer über Italiens Weinwelt aus Slow-Food-Perspektive zu publizieren. Slow Wine 2013 ist also die dritte Ausgabe dieses Weinführers, den der weinerfahrene Hallwag-Verlag (bis 2010 wurde auch die deutsche Ausgabe des Gambero Rosso hier verlegt) nun erstmals in einer ins Deutsche übersetzten Fassung vorlegt.

Carlo Petrini: „Wein darf keinen Einheitsgeschmack haben, er soll vielmehr seine Geschichte erzählen, sein Terroir und die Arbeit seines Winzers zum Ausdruck bringen.“

Slow Wine 2013 ist nach Regionen unterteilt, an deren Beginn jeweils eine Karte und eine kleine Einführung steht. Im Gegensatz zu anderen Weinguides werden nachfolgend keine Weine mit Punkten oder Gläser bewertet. Im Mittelpunkt stehen die Weingüter selbst, das Klima, die Böden, die Art der Weinbergsarbeit und die Weinausbau-Methoden im Keller. Auf 960 Seiten werden 1.520 italienische Weingüter, die ganz im Sinne der Slow-Food-Philosophie wirtschaften, in halbseitigen Portraits vorgestellt. Da auf Fotos weitgehend verzichtet wird, ist bei jedem Weingut neben einigen in Stichwörtern abgearbeiteten Informationen Platz für mehr als 2000 Zeichen Weingutsportrait im Fließtext. Dabei wird jeweils eine kleine Anzahl besonders empfehlenswerter Weine herausgehoben.


Für die aktuelle Ausgabe wurden mehr als 2000 Weingüter besucht und bewertet. Betriebe, die dabei eine besonders hohe Durchschnittsqualität über alle verkosteten Weine hinweg gezeigt haben, werden mit einem Flaschensymbol hervorgehoben. Weitere Symbole zeichnen Kellereien aus, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen, die Slow-Food-Kriterien in besonderer Weiße erfüllen oder bei Vorlage des Buches einen Preisnachlass von 10% gewähren. Allen, die es gerne schnell und übersichtlich haben, wird zudem mit drei Listen zu Beginn des Buches geholfen. Hier werden die besonders empfehlenswerten Slow Weine, die nach Meinung der Redaktion Großen Weine und die besten Alltagsweine bis zum Ladenpreis von 10 Euro zusammengefasst.

Slow Wine 2013 Präsentation

Am 28. Februar lädt Slow Food zu einer großen Degustation mit rund 180 Weinen in Slow Food-Qualität von mehr als 90 italienischen Winzern ins Münchener MVG Museum (Ständlerstraße 20, 81549 München). Ausschließlich über diese hier verlinkte Webseite gibt es die Eintrittskarten. Preise: 40€ inklusive Weinführer, 20€ ohne Weinführer (für  Slow Food-Mitglieder je drei Euro günstiger).

Verlosung

Weinkaiser.de verlost zwei Ausgaben des neuen Slow Wine 2013. Der Weg zu einer eigenen Ausgabe: Beantworte einfach die folgende Frage. Wie viele Liter fasst der hier von innen abgebildete Stahltank.

Gebt Euren Tipp einfach hier als Kommentar ab oder auf der Weinkaiser-Facebookseite Facebook.com/weinkaiser.de. Teilnahmeschluss ist am 20. Februar um 22 Uhr. Es gewinnen die beiden Tipps, die am nächsten an die außen am Tank angebrachte Literzahl heranreichen. Sind mehrere Tipps gleich nah an der gesuchten Zahl, entscheidet das Los.

Hier noch ein Foto von oben in den Tank.

Alternativ könnt ihr das Buch natürlich auch sofort für 29.90 Euro bei Amazon bestellen:
Slow Wine 2013: Italiens beste Weine & Winzer ausgewählt von SLOW FOOD