16. März 2014

Lagen lernen Laufen – das Projekt „Wurzelwerk“

Category: Wein @ 21:50

Drei Flaschen aus dem 2012er Wurzelwerk-Paket

Von Marc Herold

Oft entstehen aus den einfachsten Fragen die erstaunlichsten Erkenntnisse. Im Herbst 2012 setzte eine solch einfache Frage ein Projekt ungeahnter Ausmaße in Gang. Alwin Jurtschitsch und Max von Kunow stiegen damals durch den Scharzhofberg und der Winzer aus Österreich fragte seinen Kollegen und Studienfreund von der Saar, was denn wohl passieren würde, wenn die Trauben aus dem Scharzhofberg nicht an der Saar sondern in seinem Keller im Kamptal zu Wein verarbeitet würden? Würde der Wein dann immer noch als Scharzhofberger erkennbar sein und würde er genauso schmecken, wie wenn Vergärung und Ausbau an der Saar erfolgte?

Obwohl die Frage recht einfach aussieht berührt sie doch ein Thema, dass unter Weinliebhabern und Winzern kontrovers wie kein zweites diskutiert wird. Es geht darum warum Wein so schmeckt, wie er eigentlich schmeckt. Ist der Geschmack nur von der Weinbergslage und der Witterung abhängig oder entsteht der Geschmack durch den Einfluss im Keller und die Kunst des Winzers? Beide Extremmeinungen haben ihre Anhänger die dann auch oft auch eine Menge Argumente in flüssiger Form ins Feld führen.


Seit einigen Jahren wird das Thema auch wissenschaftlich von der Forschungsanstalt Geisenheim bearbeitet (http://www.terroir-hessen.de). Die Geisenheimer erwerben dazu Traubenmaterial aus unterschiedlichen Lagen des Rheingaus und der hessischen Bergstraße und erzeugen daraus unter mehr oder weniger standardisierten Bedingungen Wein. Eine Verkostung der Weine im Jahr 2008 hinterließ bei mir allerdings den Eindruck, dass die Weine zwar unterschiedlich schmeckten, dass dieser unterschiedliche Geschmack aber aufgrund von methodischen Schwierigkeiten kein Beweis für unterschiedliche Lagencharaktere ist. So wurden die Weine nicht im gleichen Reifezustand oder zum gleichen Zeitraum geerntet und auch die Art der Riesling-Klone war nicht einheitlich. Das zeigt auch die grundsätzlichen Schwierigkeiten, der Frage des Lageneinflusses wissenschaftlich Herr zu werden. Für ein ideales Experiment bräuchte man Weinberge in unterschiedlichen Lagen, die mit den gleichen Klonen zur gleichen Zeit bepflanzt wurden und in denen die Weinbergsarbeit (Begrünung, Laubarbeit, Schnitt etc.) bis zum Zeitpunkt der Lese möglichst gleich gehalten worden wäre. Eine Aufgabe, gegenüber der die Errichtung des Berliner Flughafens wie eine Laubsägearbeit für Hobbybastler erscheint.

Unter diesen Vorzeichen wirkt der Lösungsansatz der beiden Winzer im Scharzhofberg ebenso praxisnah wie genial: Wie wäre es, wenn man einen Teil der Trauben wirklich nach Österreich ins Kamptal fahren würde und den Wein dort im Keller des Jurtschitsch‘schen Weinguts Sonnhofs vinifizieren würde? Der daraus entstehende Wein würde die Frage beantworten können. Und weil man grade so gut in Fahrt war, beschloss man das Projekt noch auszubauen und Traubenmaterial vom Weingut Gunderloch ins Boot und auf die Autobahn zu holen. Drei Wochen später wurden also Trauben aus dem Scharzhofberg, dem Nackenheimer Rothenberg und dem Zöbinger Heiligenstein gelesen und jeweils ein Drittel der für das Projekt bestimmten Ernte wurde auf die Weingüter von Hövel , Gunderloch und Jurtschitsch verteilt.

Die Transportrouten des Wurzelwerks. Bild: Wurzelwerk.org

Die Trauben wurden auf den jeweiligen Gütern mit pneumatischen Pressen gepresst, 12 Stunden Maischestandzeit wurden eingehalten und anschließend erfolgte die Vergärung in 330 L Edelstahltanks. Im Weingut von Hövel wurde dazu eigens ein solcher Tank angeschafft. Eine Besonderheit ist noch, dass für jede Lage ein „Gäransatz” aus sechs Tagen vor der Ernte hergestellten, spontanvergorenen Trauben erzeugt wurde. Dieser Gäransatz wurde aber nicht benötigt und die Moste vergoren damit komplett spontan. Die Alkoholgehalte der Weine liegen durchweg bei 12 % bis 12,5 %.

Seit Ende 2013 sind die neun so entstandenen Weine in einer stilvoll gestalteten Aufmachung in einer Holzkiste erhältlich (http://wurzelwerk.org/). Am 14.3.2014 gab es schließlich im Trierer „Weinhaus Minarski“ die einzige Verkostung des gesamten Sets die für Endkunden zugänglich war. Ich musste da natürlich hin und war gespannt wie ein Draht im Drahtrahmen, wie sich die Weine präsentieren und ob es irgendein verallgemeinerbares Ergebnis geben würde.

Die 2012er Wurzelwerk-Kiste. Bild: Wurzelwerk.org

Max von Kunow ließ es sich nicht nehmen, selbst sehr engagiert durch die Probe zu navigieren, wobei die Weine blind in Dreier-Flights verkostet wurden und am Ende jedes Flights die Auflösung erfolgte. Aufgrund weinrechtlicher Gegebenheiten (das Weinrecht hinkt der Wissenschaft noch etwas hinterher) können die Weine offiziell nicht mit den Original-Lagennamen verkauft werden sondern müssen unter den Künstlernamen „Schatzberg“ (Scharzhofberg), „Roter Berg“ (Rothenberg) und „Heiliger Stein“ (Heiligenstein) Zuflucht nehmen.

Als die ersten drei Weine vor uns standen, war die Verwirrung fast mit Händen zu greifen. Der erste Wein mit seiner fast etwas chlorig, hefigen Nase könnte ein Scharzhofberger sein? Ist da etwas Schiefer? Riecht der Zweite nicht auch noch etwas nach Hefe wie diese Weine, die an der Saar Spontan vergoren werden? Der zweite Wein schmeckte dann wesentlich fülliger als der erste, hier meinte ich diese typische rote Fruchtigkeit (rote Äpfel, sehr schmelzig, etwas Restsüße) der Weine des Roten Hangs zu registrieren. Der dritte Wein war dann ganz anders, eher kräuterig und vielleicht etwas laktisch in der Nase, die Mineralik kam aber im Nachhall stark zum Vorschein. Mein erster Tipp wäre gewesen, dass es sich um die drei unterschiedlichen Lagen handelt, die alle an der Saar ausgebaut wurden.

Und damit lag ich sagenhaft falsch. Es handelte sich komplett um Weine aus dem Scharzhofberg. Der hefig Mineralische war bei von Hövel vinifiziert worden, der „rote“ beim Weingut Gundeloch und der „verschlossen mineralische Laktiker“ bei Alwin und Stefanie Jurtschitsch. Konnte das sein? War die rötlich-fruchtige Aromatik wirklich nur Resultat des Kellers am Roten Hang? Die mögliche Erklärung für die Eingenheiten des österreichischen Scharzhofbergers erscheint da fast schon trivial: Der Keller bei den Jurtschitschs ist etwas wärmer, biologischer Säureabbau kann so eher ablaufen und führt zu den charakteristischen Yoghurt-Noten.

Derart erleuchtet machte ich mich an das zweite Dreiergrüppchen, und versuchte zunächst den Kamptaler aufgrund der BSA-Note zu finden. Diese war auch diesmal wieder beim dritten Wein zu erriechen, die ersten beiden Weine wirkten zudem wie etwas kräftigere, durchgehend fruchtbetontere Brüder der beiden ersten Scharzhofberger. Die Gleichung „Mehr Frucht = Roter Hang“ ging hier auf; es handelte sich tatsächlich um einen reinen Rothenberg-Flight. Wobei der Saar-Rothenberg in der Nase am hefigsten und „Schiefer“-typischsten roch und der Gunderloch-Rothenberg der kraftvollste, opulenteste und auch restsüßeste Wein der Probe war.

Der dritte Flight sollte dann wieder alle Hypothesen in Frage stellen, die in den ersten beiden Teilen der Probe aufgestellt wurden. Denn weder war der österreichische Heiligenstein durch BSA geprägt, solche Noten kamen diesmal eher aus Reinhessen, noch erinnerte der Saar-Heiligenstein auch nur entfernt an Saar-Klassiker und ihre hefige Schieferigkeit. Es war sogar so, dass der Wein von von Hövel der opulenteste und Roter-Apfel-betonteste Wein des Flights war. Etwas versöhnlich für den vinologischen Sinnsucher war die Steinigkeit und Kargheit des österreichischen Heiligensteins und die straffe Struktur aller drei Weine dieser Reihe. Etwas Kamptal ist damit wohl bei allen Weinen dieser Gruppe im Glas eingewoben.

Die 2012er Wurzelwerk-Kiste. Bild: Wurzelwerk.org

Wie könnte also ein Fazit dieser Probe aussehen? Für mich ist nach dieser Probe klar, dass der Keller eines Weinguts, die darin herrschende Temperatur, die Temperaturschwankungen und andere keller-immanente Parameter einen sehr großen Einfluss auf den Geschmack eines Weines haben. Mich hat besonders überrascht, dass diese Faktoren einen Einfluss haben, auch wenn die Gärung komplett durch weinbergseigene Hefen startet und komplett in Edelstahltanks gearbeitet wird.

Gibt es also garkeinen Lageneinfluss? Das würde ich so auch nicht sagen, die Weine der drei Flights hatten schon auch einen lagenspezifischen Charakter. Der Scharzhofberger insgesamt feingliedriger mit einer straffen Säurestruktur und etwas sehr „Transparentem“. Der Rothenberg sehr kraftvoll und eher wuchtig und der Heiligenstein am mineralischsten. Mein Fazit wäre also ein salomonisches: Sowohl der Keller als auch die Lage trägt zum Charakter eines Weines bei. Beim „Wurzelwerk“ liefert der Keller in 2012 aber den stärkeren Einfluss. Spannend wird hier sicher, ob sich mit der Reife der Weine auch die Gewichtung der Einflüsse verschiebt.

Wie geht es jetzt weiter? Ich hatte ja die Idee, im nächsten Jahr rheinhessische Fassware zu kaufen, und sie im Keller von Egon Müller zum Scharzhofberger zu veredeln, aber dieses spekulative Großunternehmen scheitert an der Unzugänglichkeit des Scharzhof’schen Kellers. So bleibt mir momentan nur das Warten auf die 2013er Weine des „Wurzelwerks“ und die damit verbundenen Erkenntnisse. Ich danke schon jetzt allen mit dem Projekt verbundenen Winzer und Aktivisten die diese hoch spannende Idee ins Leben gerufen haben und am weiter am Leben halten!

20. März 2011

Weinrallye Gastbeitrag: von Hövel Oberemmeler Hütte Riesling Spätlese GK 1994

Gastbeitrag des Saarbrücker Weinfreundes Marc Herold, der seine Weinnotizen sonst  im Forum der Weinfreaks Düsseldorf und in seinem Facebook-Profil veröffentlicht, zur Weinrallye #43 Riesling-Spätlese:

Das Weingut “von Hövel” gehört zu den klassischen Gütern, die ich sehr schätze, aber von denen ich immer zu wenige Flaschen im Keller habe. Die Weine wirken jung oft weniger spielerisch und ausgefeilt als die der anderen Saar-Granden. Der Kaufreflex lenkt das Geld dann erst mal nach Saarburg oder Kanzem. Jedes Mal, wenn ich aber einen gereiften Wein von Eberhard von Kunow öffne, nehme ich mir zuerst vor, mehr Weine von dort zu kaufen und noch mehr gereifte Weine mit dem unaufgeregt zeitlosen Etikett zu trinken. Die Weine reifen meist sehr gut und die Auslesen aus den 80er Jahren sowie die Spätlesen aus den 90ern trinken sich momentan mit Genuss. In der Interpretation des Gebiets zeigen sie meist eine üppigere und unmittelbarere Art als die ätherischen Weine Egon Müllers oder der sehnig mineralischen Zilliken Kreszenzen.

Ein weiterer Grund für die relative Nicht-Beachtung des Guts könnte dessen abgelegene Position im Anbaugebiet sein. Ist der Scharzhofberg schon ein gutes Stück von der Saar entfernt, liegt die Oberemmeler Hütte noch weiter im Hinterland. Auf der Lagen-Karte von 1868 wird die Gegend, auf der die heutige Hütte angesiedelt ist aber in die gleiche Klasse wie der Scharzhofberg eingestuft.

Die Spätlese-Rallye bietet da eine gute Gelegenheit mal wieder etwas Älteres aus der Oberemmeler Hütte zu öffnen. Meine Wahl fiel auf eine 1994er Riesling Goldkapsel Spätlese (AP 6 95, 8 % Alk.). Der Wein steht immer noch alterslos hellgelb im Glas und der erste Eindruck der Nase ist “Rauch”, direkt nach dem Öffnen wirkten die einzelnen Bestandteile des Weins noch etwas auseinander strebend. Nach einer Viertelstunde Luftzufuhr hat sich der Wein aber gefangen und die Show geht los. Die rauchigen Töne werden von etwas Williams-Birne abgerundet, die ganz leicht schweißigen Noten verlieren sich und der Wein zeigt seinen unglaublich trink animierenden, verschwenderischen Charakter. Die spielerische Säure hält alles zusammen und ich muss mich beherrschen, von der Flasche noch etwas für den nächsten Tag zurückzubehalten. Am zweiten Tag in der Flasche ist der Wein etwas schlanker und minzige, kräutrige Noten tauchen auf. Der Wein ist wirklich auf den Punkt gereift, lediglich am Rand der Wahrnehmung deuten minimale Petrolnoten auf das Alter dieser Spätlese hin. Dieser Riesling wird sicher auch in 5 Jahren noch Spaß machen. Dann kann ich aber auch langsam den 99er antesten…

Fehlt nur noch der Link zur Übersicht aller Beiträge der Weinrallye 43 zum Thema Riesling Spätlese.

28. Februar 2010

von Othegraven Kanzemer Altenberg Riesling Spätlese Alte Reben 2005

Category: Wein @ 23:01

Kein anderes Weingut in Deutschland hat in der letzten Zeit eine solche Aufmerksamkeit erfahren, wie das Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar. Vergangene Woche wurde offiziell bestätigt, was seit Mitte Januar in der Region die Runde machte aber zumindest offiziell noch dementiert wurde. Günther Jauch übernimmt das Weingut und ist am Mittwoch auch gleich schon mal (einstimmig) in den VDP Mosel-Saar-Ruwer (Großer Ring) aufgenommen worden. Im VDP sind nicht Weingüter Mitglied, sondern nur Personen, also die Winzer. Spätestens seit Mittwoch ist Günther Jauch also Winzer. Die Übergabe des Weinguts soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Die Übernahme gerade dieses Weinguts kam nicht von ungefähr: noch Jauchs Großmutter hieß Elsa von Othegraven und auch mit der bisherigen Eigentümerin, der 71-jährigen früheren leitenden Fachärztin für Anästhesie einer Kölner Klinik, Dr. Heidi Kegel, ist Jauch lose verwandt. Frau Dr. Kegel hatte das Weingut nach dem Tod ihrer Tante Maria von Othegraven im Jahr 1995 übernommen. Das Weingut wurde um das 1500 herum gegründet und ist seit 1805 im Besitz der Familie Grach-Weißebach von Othegraven. Das große Gutshaus und sein romantischer Park mit altem Baumbestand stehen als Ensemble unter Denkmalschutz. Allein schon die sicher nicht günstigen Renovierungsarbeiten an diesem Gebäude werden mit Jauchs finanziellem Backround sicher leichter fallen.

Das Weingut von Othegraven war auch schon bisher alles andere als unbekannt. In den letzten Jahren zählte von Othegraven qualitativ regelmäßig zur Top 5 der Saarweingüter. Man verfügt über beste Saarlagen im Kanzemer Altenberg, dem Ockfener Bockstein und der Wiltinger Kupp. Schon Mitte des letzten Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre hinein muss es hier großartige Weine gegeben haben. Nach der Übernahme des Weinguts 1995 lies Heidi Kegel sich erst einmal vom 2004 verstorbenen Rheingauer Spitzenwinzer Bernhard Breuer beraten. Ein klares Zeichen, wohin die Reise gehen sollte. (weiterlesen …)

20. Februar 2010

Weinhof Herrenberg Wiltinger Schlangengraben Riesling Kabinett 1998

Category: Wein @ 23:19

Die alten Rieslinge vom Weingut Herrenberg (heute Loch-Riesling), die ich in letzter Zeit getrunken habe, sind wie auch viele Saar-Rieslinge anderer Spitzenweingüter alle recht säurebetont. Die spritzige Säure ist im gesamten Mosel-Saar-Ruwer Gebiet ein wichtiger Bestandteil des Geschmacksbilds. An der Saar ist dies oft noch etwas intensiver ausgeprägt als an der Mosel selbst. Wer keine säurebetonten Rieslinge verträgt oder mag sollte daher besser die Finger von den allermeisten klassischen Saar-Rieslingen lassen. Und wenn stimmt, was man seit einigen Wochen so aus der Gegend hört, wollen wir hoffen, dass auch Günter Jauch säurebetonte Weine verträgt.

Ein weiteres Charakteristikum speziell der Loch Rieslinge ist die enorme Alterungsfähigkeit schon einfachster Qualitäten. Außerdem brauchen diese Weine brutal viel Luft. Ich hatte im letzten Jahr mehrere Kabinett und Contes-Saar Rieslinge dieses Weingutes und alle waren nach einem Tag im Dekanter oder aus der angebrochenen Flasche im Kühlschrank am zweiten Tag deutlich harmonischer und zugänglicher als am ersten Tag gleich nach dem Öffnen der Flasche. Mehrere 1996er und 1997er hatten Probleme mit porösem Korken, so dass einige der Weine durch ein Sieb gejagt werden mussten. Bei der heutigen Flasche war auch der Korken Tip-Top. (weiterlesen …)

4. Januar 2010

Egon Müller Le Gallais Wiltinger Braune Kupp Riesling Spätlese 1995

Category: Wein @ 15:13

Das Weingut „Le Gallais” in Wiltingen an der Saar wurde schon 1954 durch Egon Müller III. (dem Vater des heutigen Winzers) vom Weingut Egon Müller-Scharzhof übernommen. Die ausschließlich mit Riesling bepflanzte Lage Wiltinger Braune Kupp umfasst vier Hektar tiefer Schieferverwitterungsböden und ist, seit in den 90er Jahre die letzten zwei fehlenden Hektar vom Weingut Vereinigte Hospitien Trier übernommen werden konnten, im Alleinbesitz (daher auch Monopollage genannt) des Weinguts Egon Müller-Scharzhof. Dieses im Wiltinger Scharzhofberg gelegene Weingut ist das mit Abstand renommierteste Weingut an der Saar. Die Weine aus der Lage Wiltinger Braune Kupp werden allerdings weiter ausschließlich mit dem „Le Gallais”-Etikett vermarktet.

Egon Müller Le Gallais Wiltinger Braune Kupp Riesling Spätlese 1995
Über zwei Tage getrunken, erst dunkles goldgelb, am zweiten Tag dann eher Bernsteinfarben. Wunderbar gereift, dezente Firne, intensiver Duft von reifem Pfirsich, dazu Zitrusnoten, im Mund vor allem Schieferwürze, deutlich mineralisch, nur noch wenig vorhandene Restsüße und eine kräftige Säure. Macht Spaß, kann sich auch noch einige weitere Jahre schön entwickeln, hatte seinen Höhepunkt für meinen Geschmack aber schon vor einer Weile, als der wirklich knackigen Säure ein wenig mehr Restsüße gegenüber stand. 90P

7. Dezember 2008

Weinhof Herrenberg Schodener Herrenberg Riesling Auslese 1997

Category: Wein @ 04:00

Weinhof Herrenberg Schodener Herrenberg Riesling Auslese 1997
Die Weine des Weinhofs Herrenberg in Schoden an der Saar werden seit 2002 unter einem neuen Namen vermarktet. Nun heißen sie LochRiesling, nach der Winzerfamilie Claudia und Manfred Loch, die das Weingut 1992 aus dem Nichts gegründet haben und bis heute führen.  Grund für den Namenswechsel war vor allem die hohe Verwechslungsgefahr. Nur 7-8 Kilometer Saar-aufwärts in Serrig befand sich bis 2006 schon das nächste und wohl bekannteste Weingut Herrenberg – das VDP-Weingut von Bert Simon, das mittlerweile durch einen Eigentümerwechsel aber auch seinen Namen geändert hat und nun nach dem neuen Eigentümer Dr. Jochen Siemens, dem ehemaligen Chefredakteur von “Frankfurter Rundschau” und “Alles über Wein”, Weingut Dr. Siemens heißt. Daneben gibt es bundesweit noch eine Reihe weiterer, weniger bekannte Weingüter Herrenberg.

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