«

»

Dez 16

Tenuta Villa Trasqua – Chianti Classico

Wie bereits in einem früheren Blog-Beitrag geschrieben, war die Fattoria Valtellina in den Jahrgängen 1990 bis 1999 mein Lieblingsweingut in der Toskana. Ab 1996 hat dort der talentierte Schweizer Önologe Andreas Stössel mit seinem Team die Verantwortung übernommen. In seiner Regie entstanden zwei der besten Jahrgänge dieses Weingutes und er verhalf den beiden kurz vor seinem Einstieg erstmals entstandenen IGT „Convivio“ (75% Sangiovese, 25% Cabernet Sauvignon) und „Il Duca“ (einem reinen Merlot) zum echter Klasse. Seit 2005 hat das Team von und mit Andreas Stössel nun ein neues Betätigungsfeld: Die Tenuta Villa Trasqua in Castellina in Chianti.

Tenuta Villa Trasqua – Chianti Classico DOCG 2006
Leuchtendes kräftiges Rubinrot, ausgesprochen fruchtig in Nase und Mund, vor allem Kirschen und dunkle Beeren, dazu Schokolade, ein Hauch von getoastetem Holz, milde Tannine und die für Sangiovese typische recht kräftige aber gut eingebundene Säure. Genau so sollte junger Chianti Classico schmecken. Wird sich sicher einige Jahre schön entwickeln, aber auch jetzt in der Primärfruchtphase ein echter Genuss. 86P

Tenuta Villa Trasqua – Chianti Classico Riserva DOCG 2005
Dunkleres Rubinrot, derzeit wird die Frucht (ebenfalls vor allem dunkle Beeren und Kirschen) deutlich von Gerbstoffnoten (zwar um üppig vorhandene, aber dennoch milde, nicht zu bittere Tannine) überlagert und wirkt daher zur Zeit recht verschlossen. Es sollte aber nur eine Frage der Zeit sein bis er sich wieder öffnet. Neben den Tannin, der zur Zeit schwer einzuschätzenden Frucht, etwas rauchigen und holzigen Noten hat der Wein die nötige Säure und Struktur, dass man ihn (so sich die Tannine erwartungsgemäß einbinden) mit Vorfreude auf Wiedervorlage in fünf Jahren legen können sollte. 86-88P

Tenuta Villa Trasqua – Rosso Toscano Traluna IGT 2007
Gefällt zur Zeit überhaupt nicht, hat schon farblich leichte Alterstöne, wirkt in Nase und Mund leicht grün und oxydativ (flüchtige Säure?). Es ist zwar spürbar auch Primärfrucht und eine feine Süße vorhanden, dazu leichte Vanille-Holz-Noten (erinnert etwas an Übersee-Weine) aber der oxydative Eindruck dominiert und stört einfach. Vielleicht sollte man dazu wissen, dass wir diese Weine gleich einen Tag nach Übersendung durch den Berliner Importeur im Glas hatten und der Wein evtl. durch Transport oder Minustemperaturen (Mitte Dezember) beschädigt ist. 79P

Neben den drei heute verkosteten Weinen stehen die folgenden vier (zumindest laut Weingut) an der Spitze der Produktion der Tenuta Villa Trasqua und werden demnächst hier unter die Lupe genommen:

Chianti Classico Riserva „Vigna Nerento“
Toscana rosso Trasgaia IGT (der 2006er Sieger diverser internationaler Verkostungen)
Toscana rosso Trasolo IGT „solo Merlot“
Vin Santo Trasanto (Süßwein)


Über den Autor

Ralf Kaiser

Gründer von Weinkaiser.de, inzwischen einer der meistgelesenen Weinseiten im deutschen Sprachraum. Ralf ist Mitglied der Redaktion des Gault&Millau Weinguide Deutschland und diverser internationaler Weinjurys. Er verbindet die weinjournalistische Tätigkeit mit seiner langjährigen Erfahrung als Fotograf. Daneben berät er Kunden aus dem In- und Ausland beim Aufbau von Blogs und Social-Media-Aktivitäten.

Mehr unter weinkaiser.de/autorenprofil-ralf-kaiser/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.