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Dez 07

Weinhof Herrenberg Schodener Herrenberg Riesling Auslese 1997

Weinhof Herrenberg Schodener Herrenberg Riesling Auslese 1997
Die Weine des Weinhofs Herrenberg in Schoden an der Saar werden seit 2002 unter einem neuen Namen vermarktet. Nun heißen sie LochRiesling, nach der Winzerfamilie Claudia und Manfred Loch, die das Weingut 1992 aus dem Nichts gegründet haben und bis heute führen.  Grund für den Namenswechsel war vor allem die hohe Verwechslungsgefahr. Nur 7-8 Kilometer Saar-aufwärts in Serrig befand sich bis 2006 schon das nächste und wohl bekannteste Weingut Herrenberg – das VDP-Weingut von Bert Simon, das mittlerweile durch einen Eigentümerwechsel aber auch seinen Namen geändert hat und nun nach dem neuen Eigentümer Dr. Jochen Siemens, dem ehemaligen Chefredakteur von „Frankfurter Rundschau“ und „Alles über Wein“, Weingut Dr. Siemens heißt. Daneben gibt es bundesweit noch eine Reihe weiterer, weniger bekannte Weingüter Herrenberg.

Die Lochs sind in Besitz einiger Parzellen (insgesamt nur knapp 3 ha) in drei namhaften Saar-Lagen mir zum Teil 100-jährigen wurzelechten Rebstöcken. Sie arbeitet komplett ökologisch und sind Mitglied bei ECOVIN. Alles was ich von diesem Weingut bisher im Glas hatte hat Spaß gemacht. Das Preisniveau von LochRiesling kann zwar nicht gerade als günstig bezeichnet werden kann, bei einer so kleinen Jahresproduktion von gerade mal 10.000 Flaschen lässt sich das aber wohl einfach nicht anders realisieren.

Die heutige Flasche wartete leider erst einmal mit einer schlechten Überraschung auf: Der Korken war komplett durchnässt und zerfiel beim Versuch den Korken herauszuziehen (trotz Korkenziehers mit beschichteter Spindel und großen Durchmesser) komplett in kleine Korkbrösel. Nach dem sieben durch ein Portweinsieb und eine Lage eines Küchenrollenpapierblattes (durch ein komplettes drei- oder vierlagiges Blatt fliest kaum Flüssigkeit durch – es macht seinen geplanten Job und saugt sich voll, wenn man aber nur eine Lage davon vorsichtig abtrennt, klappt es hervorragend) machte der bernsteinfarbene Wein zu Beginn keinen guten Eindruck. In der Nase eine sehr oxidativ wirkende Sherrynote und im Mund neben deutlichen Firnenoten und einem Hauch von Aprikose eine unglaublich agressive Säure. Nach einer kurzen Diskussion, ob wir den Wein wegen seines offensichtlichen Schadens durch den defekten Korken gleich wegkippen oder ihn über Nacht im Dekanter lassen, haben wir uns für Plan B entschieden und das war gut so. Am nächsten Morgen war die oxidative Sherrynote spurlos verschwunden, aus dem hässlichen Entlein wurde über Nacht ein schöner Schwan: intensive Nase reifer Steinobstfrüchte (Pfirsich, Abrikose), etwas Botrytis, schöne Reifenoten, intensiver Mineralik, einer leichten angenehm herben Note, mittlerer Restsüße und immer noch deutlicher aber jetzt gut eingebundener Säure. Insgesamt nun ein leckerer, unglaublich harmonischer reifer Riesling, der uns viel Spaß bereitete. 92P


Über den Autor

Ralf Kaiser

Gründer von Weinkaiser.de, inzwischen einer der meistgelesenen Weinseiten im deutschen Sprachraum. Ralf ist Mitglied der Redaktion des Gault&Millau Weinguide Deutschland und diverser internationaler Weinjurys. Er verbindet die weinjournalistische Tätigkeit mit seiner langjährigen Erfahrung als Fotograf. Daneben berät er Kunden aus dem In- und Ausland beim Aufbau von Blogs und Social-Media-Aktivitäten.

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  1. WEINKAISER » Weinhof Herrenberg Wiltinger Schlangengraben Riesling Kabinett 1998

    […] überhaupt kein Problem. In einem Satz: Einfach ein wunderbar gereifter Kabinett. 89P Weitere Informationen zum Weingut Herrenberg (Loch-Riesling) in einem früheren Artikel dieses […]

  2. Weinhof Herrenberg Wiltinger Schlangengraben Riesling Kabinett 1998 | Weinkaiser.de

    […] Weitere Informationen zum Weingut Herrenberg (Loch-Riesling) in einem früheren Artikel dieses Blogs. […]

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