10. Juni 2011

Lubentiushof – Burg von der Leyen 2008

Kategorie: Wein,Weinrallye — Autor:

Der Wein-Reich Blog der Tourismus Rheinland-Pfalz GmbH hat zur Weinrallye 46 zum Thema Brot und Butterweine aufgerufen. Da ich nicht jeden Tag Wein trinke und bei mir nahezu ständig einige Musterflaschen aus dem In- und Ausland auf’s verkosten warten (sowohl angeforderte und bezahlte wie auch immer häufiger unaufgefordert zugesandte), gibt’s für mich keinen typischen Alltagswein mehr. Wenn ich mir trotzdem mal wieder frei aussuche, was aufgezogen wird, landet am Ende meist ein leichter spontan vergorener Riesling aus der Moselregion auf meinem Tisch. Häufig sind es feinfruchtige Riesling-Kabinettweine mit leichter Sponti-Note von Schloss Lieser, Fritz Haag, Knebel, Joh. Jos. Prüm, Haart, St. Urbanshof, Zilliken und in den letzten Jahren auch der Ockfener Bockstein Kabinett vom Weingut von Othegraven.

Kellermeister und Gutsverwalter des im letzten Jahr von Günter Jauch übernommenen Saar-Weinguts von Othegraven ist Andreas Barth aus Niederfell an der Terrassenmosel. Dort hat er 1994 den Lubentiushof übernommen und in die Spitzengruppe der Terrassenmosel geführt. Erst so ist Jauchs Vorgängerin Dr. Heidi Kegel bei von Othegraven vor einigen Jahren auf ihn aufmerksam geworden und hat ihn 2004 engagiert. Zuerst nur als Berater für den Keller, da Frau Kegel die Geschäfte noch selbst leitete. Seit der Übernahme durch Günter Jauch (dessen Großmutter noch von Othegraven hieß), der die Zeit dafür natürlich nicht hat, ist Andreas Barth auch Kellermeister und Geschäftsführer bei von Othegraven. Das eigene Weingut im 130 km entfernten Niederfell betreiben er und seine Frau Susanne selbstverständlich auch weiter.

Der Lubentiushof verfügt über einige Parzellen in allerbesten aber kaum bekannten Lagen an der Untermosel. In der lange Zeit in Vergessenheit geratenen Steilstlage Gondorfer Gäns beispielsweise verfügt Andreas Barth über uralte wurzelechte Rieslingstöcke. Dort entsteht auch sein feinster Lagenwein. Über die Weinbergslage Gondorfer Gäns hat Weinbau-Historiker Dr. Daniel Deckers übrigens einen spannenden Text geschrieben, bei dem er auch die Herkunft des Namens “von der Leyen” erklärt.

Was das mit dem Lubentiushof zu tun hat? Dem im Mittelalter an der Mosel vorherschenden Adelsgeschlecht derer von der Leyen gehörte früher das Kellereigebäude in dem Barth heute seine Weine ausbaut, in Gondorf stand ihre Stammburg und die Gondorfer Gäns war ihr Hausweinberg.

Der Riesling Burg von der Leyen ist der Brot- und Butter-Wein des Lubentiushofs. Er ist trockener als die oben beschriebenen Kabinett-Weine, liegt geschmacklich im Bereich zwischen trocken und feinherb, hat den typischen Duft von Hefe- und Gäraromen, der bei gut gelungener langsamer Spontanvergärung mit wilden Hefen entsteht und ist mit seiner feinen Säure und deutlichen Schieferwürze ein echter Knaller für 8,50 Euro.



1 Kommentar »

  1. Gäns: http://www.weinlagen-info.de/?lage_id=1966

    Comment by charlieNo Gravatar — 15. Juni 2011 @ 12:40

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